Hausameisen/Exoten ‚Äď Hinweise und Gefahren

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  • 1.7.1 Hausameisen - Hinweise und Gefahren
  • 1.7.2 Exoten - Hinweise und Gefahren

1.7.1 Hausameisen - Hinweise und Gefahren
Es wird immer wieder angenommen, das Hausameisen solche sind, die man besonders gut daheim in den eigenen vier Wänden halten kann.
Hier handelt es sich aber um ein Missverständnis!

Eine Sache an der Denkweise stimmt aber leider: Hausameisen können sehr wohl in Häusern leben, und das sogar gut, sie haben ihren Namen aber nicht rein deshalb, sondern auch,
weil sie sich zudem als invasive Arten entpuppen (entpuppt haben u. daf√ľr bekannt sind), die dar√ľber hinaus auch noch gute Ausbruchspezialisten sind und mitunter auch noch Keime etc. mit sich bringen, welche f√ľr Mensch u. Tier gesundheitssch√§dlich sein k√∂nnen.
Hausameisen suchen sich, nachdem sie eingeschleppt wurden, ausgebrochen sind, etc. einen geeigneten Platz, um die Kolonie (weiter) zu gr√ľnden oder zu vergr√∂√üern.
Beispielsweise unter den Dielen oder irgendwelchen Ritzen, die ein Haus mitunter bietet, aber auch im Dachgebälk etc. können sich manche Arten einnisten.
Hausameisen loszuwerden ist sehr schwer und erfordert nicht selten einen Kammerjäger.
Hilfe hierbei kann man auch im Forum der deutschen Ameisenschutzwarte, wo man einige Erfahrung mit solchen Problemen hat, bekommen.

Soviel zur kleinen Definition, was Hausameisen (auch Schadameisen genannt) sind.

Als bekannte Hausameisen(arten) haben sich u.a. herausgestellt:
  • Lasius emarginatus und Lasius brunneus
  • Monomorium pharaonis
  • diverse Pheidole Arten (darunter auch Pheidole pallidula)
  • auch Camponotus Arten, die in Totholz nisten u. zu Holzsch√§dlingen werden
  • einige Solenopsis Arten, z.B. Solenopsis invicta
um nur ein paar zu nennen.

Zitat von Herrn Prof. Buschinger aus dem Ameisenforum in Bezug auf Schadameisen:
"Betr. schädlicher Ameisen sollte man sich das Buch Vander Meer et al., Applied Myrmecology (A World Perspective), 1990, 741 S., zulegen.
F√ľr eine Auflistung von ca. 9500 Arten (korrekte und g√ľltige Namen!, Artenzahlen der einzelnen Gattungen,
Hinweise auf weitere Literatur) gibt es B. Bolton, A new General Catalogue of the Ants of the World, 1995, Harvard University Press, 504 S.
Auf viele andere B√ľcher mit Informationen √ľber Ameisen haben ich und andere ja im Ameisenforum schon hingewiesen, auch in dem amerikanischen Ant Farm‚Äôs Message Board findet man zahlreiche Literaturhinweise."


1.7.2 Exoten - Hinweise und Gefahren
Hier zum Thread: Infektionsgefahr durch exotische Ameisen (mit aktuellen Geschehnissen)

Oft wird diese Frage gestellt, und zumeist mit falschen Gedanken.
Denn es sind oft nicht einmal die eingeschleppten Ameisen, die die größte Gefahr darstellen, sondern die Krankheitserreger und Parasiten, die sie mit sich bringen.
Als Beispiel muss hier nur die aus Asien eingeschleppte Varroa-Milbe genannt werden, die Bienen bef√§llt. 40% aller deutschen Bienen wurden durch diese Milbe innerhalb eines Jahres get√∂tet, ein Musterbeispiel f√ľr eine fatale Folge durch eine eingeschleppte Art.
Oft haben unsere einheimischen Arten keine Abwehrmechanismen gegen Parasiten und Erreger aus anderen Weltteilen (in denen sie f√ľr die dortigen Populationen kein derart gro√ües Problem darstellen), und so beginnt das Massensterben und der Artenr√ľckgang.
Das Schicksal der deutschen Bienen kann durchaus auch unsere Ameisen treffen.
Zudem gibt es auch Ameisenarten, die außerhalb ihres Ursprungslandes erhebliche Schäden anrichten können, z.B. die Feuerameise (z.B. Solenopsis geminata und Solenopsis invicta), die sich sowohl in Australien als auch in Amerika innerhalb weniger Jahre wie die Pest ausbreiteten, und nun einheimische Tierarten und auch Pflanzenarten bedrohen.
Millionengelder werden von der Regierung zur Bekämpfung dieser Art ausgegeben.
Solche Schadameisen sind auch als Pestants bekannt.

Hier ein Auszug aus einem Bericht vom 09.04.2002 √ľber eine Internationale Konferenz zum √úbereinkommen √ľber die biologische Vielfalt, darin ein Punkt:

Einschleppen und Ausbringen gebietsfremder Arten verhindern.
Als eine der größten Bedrohungen der biologischen Vielfalt gelten inzwischen weltweit die durch Tourismus, Verkehr, Transport und Handel eingeschleppten gebietsfremden Arten .
Sie verdrängen häufig einheimische Arten und rufen oftmals nicht nur ökologische , sondern auch ökonomische Schäden hervor.
Der Vertragsstaatenkonferenz liegen Leitlinien zur Beschlussfassung vor, mit denen das Einschleppen fremder Arten ebenso verhindert werden soll wie das Ausbringen einheimischer Arten in andere Regionen der Erde.
Aus deutscher Sicht sollte dies von einer Aufkl√§rung der √Ėffentlichkeit √ľber die Folgen der Freisetzung gebietsfremder Organismen flankiert werden.
Auch eure tropischen Ameisen k√∂nnen eine Gefahr f√ľr unser √Ėkosystem darstellen, die meisten Arten k√∂nnen zwar unseren kalten Winter nicht √ľberleben, doch es gibt anpassungsf√§hige und resistente Arten (z.B. Pheidole).
Zudem besteht immer noch die Gefahr, dass Erreger und Parasiten eurer Ameisen in unsere Natur entkommen und unsere einheimischen Arten verseuchen. Daher beachtet bitte folgende Regeln:
  • Erhebliche Ausbruchssicherung bei exotischen/tropischen, nicht einheimischen Ameisenarten (mindestens eine doppelte, besser eine dreifache Ausbruchssicherung)
  • Ein luftdichter Deckel + Wassergraben ist zu empfehlen, in Verbindung mit einem Rutschmittel. (siehe Ausbruchsicherungen - Ein √úberblick)
  • Kein Aussetzen der Ameisen in unsere heimische Natur.
  • Bei Absterben oder Beseitigung der Kolonie, diese vor dem Wegwerfen in den M√ľll unbedingt abkochen/√ľberbr√ľhen, um potentielle Parasiten zu t√∂ten.
Beim Schwarmflug von ausnahmslos allen nicht einheimischen Ameisenarten, ist eine Abdeckung Pflicht! Auch bei Messor, Pheidole,...
Die Geschlechtstiere d√ľrfen nicht in unser heimisches √Ėkosystem gelangen!

Autor: Antastisch

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