Leider kann ich euch keine eigenen Bilder anbieten. Fotoapparat kaputt - Mist.
Ich konnte einen Tag, in einem kleinen Häuschen am Stadtrand von Berlin-
nichts tun
Es gab einen ziemlich naturbelassenen Garten.
Natürlich sah ich verschiedenste Ameisenarten. Doch im Garten eigentlich nur zwei.
Dann dachte ich mir Honig anzubieten. Also wurde ein Stein mit Honig in ein Gemüsebeet
gestellt. Das Gemüsebeet war ein Bretterrahmen (1x1Meter) mit 25 cm Erde gefüllt.
Darin wächst ein Basilikum und ein Schnittlauch.
Die erste Ameise die den Honig fand war Schwarz, max. 4mm groß.
Gräulicher
Zuerst dachte ich, es ist eine
Formica fusca. Ich selbst halte diese Art, doch beim längeren Betrachten war sie
zu gedrungen und nach dem messen auch zu klein. Es musste fast eine
Lasius niger sein oder zumindest Lasius sp.
Ich hatte natürlich keine Lupe dabei, Deshalb bin ich mir nicht 100% sicher.
18:30 Uhr, Honig wird angeboten.
18:35 Uhr, Die erste Ln (Lasius sp.) beim Honigtrinken
10 Sekunden später kommt eine zweite Arrbeiterin und erschreckt die erste so,
dass diese einen Sprung in den Honig macht. Nach einer Minute war klar, alleine kommt
sie nicht mehr raus - also Rettung. Der Honig wurde verdünnt. Es ist erstaunlich wie viele andere Insekten da herumkrabbeln.
18:52 6 Ln
19:00 10 Ln ... es wurde eine zweite Honigstelle angeboten
Ich bot einen zweiten Stein mit Honig an. Links unten mit einer Entfernung von 30 cm
vom Gemüsebeet. An der Stelle sah ich eine andere Ameisenart.
Rotbräunliche Färbung. ca. 5mm groß, elegant langgezogene
eine Myrmica rubra. Die habe ich schon oft auf Bildern gesehen.
Ein wunderschönes Fahrgestell
19:18 16 Ln auf dem ersten Stein und 1 Ln auf dem zweiten Stein.
Also hat die As doch noch die zweite Honigstelle zuerst entdeckt. Doch...
19:20 1.Stein 16 As 2.Stein 1 Ln und 1Mr (Myrmica rubra) und 19:22 2Mr
Auf dem zweiten Honigstein saßen 2Mr und 1As. Als die As den Futterplatz verlies
stolperte sie über eine Mr und wurde kurz aber erfolgreich vertrieben. Nur ein kleiner
Zwicker. Und ich habe keine As mehr auf dem zweiten Futterstein gesehen.
19:27 1.Stein 18 Ln 2.Stein 2 Mr
19:34 1.Stein 22 Ln
19:38 1.Stein 35 Ln 2.Stein 3 Mr
19:40 1.Stein 40 Ln 2.Stein 4 Mr
19:45 1.Stein 46 Ln 2.Stein 5 Mr
19:51 1.Stein 50 Ln 2.Stein 10 Mr
An der Honigstelle „1.Stein“ wurde der Platz eng. Kam eine neue Arbeiterin dazu,
arbeitete sie sich von einer
An der Honigstelle „2.Stein“ kletterten die Mr über ihre Schwestern um an den Honig
zu gelangen, egal ob anderswo noch Platz war. Die Ameisen von 1.Stein fangen nun damit an.
20:09 1.Stein 80 Ln 2.Stein 20 Mr
20:14 1.Stein 90 Ln 2.Stein 24 Mr
20:28 1.Stein +90Ln 2.Stein 35 Mr
Mittlerweile führt eine dicke Ameisenstraße von 1.Stein durch das Gemüsebeet,
direkt zum Lasius sp. Nest. Der Nesteingang ist eine Spalte die zwischen oberen Rahmenbrett
und Erdaufschüttung entstanden ist. Der Nesteingang ist 80 cm von der Futterstelle
entfernt. Eine Mr die dem Nest zu nahe kam wurde kurz attackiert worauf sie sofort
kehrt machte. Ich glaube die beiden Kolonien kennen sich schon länger
Der Nesteingang der Myrmica rubra Kolonie liegt links an der unteren Kante des vorderen Brettes.
Er ist 28 cm von 1.Stein (ohne Höhenunterschied) und 37 cm von 2.Stein entfernt.
Das Gemüsebeet wird eindeutig von den Lasius sp. Ameisen beherrscht.
Die Myrmica rubra furagieren eher links außerhalb vom Beet.
Dann wurde es dunkel.
Ich hoffe ihr findet meinen Bericht nicht total sinnlos, was er ja wohl auch ist.
Aber diese Momente waren einfach total spannend, und ich werde bald zurückkehren
und vielleicht eine weitere Kolonie in unmittelbarer Nähe der zwei Nester finden.
1.Frage: Kann man anhand der Anzahl der Honigtrinkenden Ameisen die Koloniengröße
bestimmen?
2.Frage: Wo bekommen Ameisen in der Natur, um diese Jahreszeit, ihren Honig her.
Gibt es schon Blattläuse?
3.Frage: Ich komme mit dem Buch „Ameisen Mitteleuropas“ (Seifert) nicht zurecht.
Anhand der Bilder kann ich die gesuchte Ameise nicht erkennen, und es steht bei den
Bildern keine Größenangabe. Gibt es da eine Alternative mit guten Bildern?
Danke fürs Lesen - viel Spaß noch...


Ich hätte gerne weiterberichtet (Bild 10 (11,12<-nächster Beitrag)).
) sehr lohnenswert. Man kann diese spannenden Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten und zunächst schauen, ob die Faszination für sie auch über einen kurzen Impuls hinaus erhalten bleibt. In meinem Garten habe ich nun schon seit längerer Zeit eine Lasius cf. niger Kolonie im Blick und schaue fast täglich nach neuen Aktivitäten. Besonders spannend wird es dann natürlich immer bei der Fütterung. Zumeist biete ich verdünntes Ahornsirup an, welches sehr gut angenommen wird, sodass schon nach kurzer Zeit um die Stelle dichtes Gedränge entsteht. Toll ist es auch zu sehen, wenn kleinere Insekten fortgetragen werden. Durch diese andauernde Beobachtung hat sich mein anfänglicher Wunsch, Ameisen zu halten, gefestigt und inzwischen bin ich mir sicher, dass ich dieses Hobby auch über einen längeren Zeitraum mit Freude ausüben werde
. An alle interessierten Einsteiger kann ich also nur die Empfehlung geben, auch einmal vor der Tür nach geeigneten ,,Beobachtungsobjekten" Ausschau zu halten.