Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

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fehlfarbe
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#9 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von fehlfarbe » 8. September 2011, 01:14

Noch mehr Nachwuchs

Sehr schön, es scheint langsam voran zu gehen. Seit dem letzten Bericht sind 6 weitere Arbeiterinnen geschlüpft und keine Ameise ist mehr gestorben. Ab und zu werden aber noch Puppen entsorgt.

Heute konnte ich etwas merkwürdiges beobachten. Eine der Larven ist im Inneren grünlich verfärbt, während man bei den anderen keine Färbung erkennen kann. Hoffentlich kotzt die mir nicht in die Bude ;)

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In Vorbereitung auf dem Winter habe ich eine kleine Heizmatte am Rand der Scheibe befestigt und an die gleiche Zeitschaltuhr gehangen, wo auch meine Messor Heizmatte dran hängt. Anscheinend wird die Matte aber noch zu warm, da die Brut von ihr weggetragen wurde. Ich denke, ich werde einfach ein Potentiometer davor löten, mit dem ich die Spannung und damit auch Heizleistung regulieren und genau anpassen kann.
Die letztens geschlüpfte Gyne hat ihre Flügel übrigens abgeworfen und fungiert jetzt vermutlich als normale Arbeiterin.

Der Milbenbefall...

...besteht weiterhin, aber es sitzen recht wenige Milben auf den Tieren. Der Befall schwankt von Tier zu Tier und Tag zu Tag. Ich vermute, wenn gerade ein Futtertier zernagt wird, sitzen die Milben lieber auf dem Futtertier und nagen ein wenig mit. Ist aber nur eine Vermutung.
Ab und zu sieht man, wie sich die Arbeiterinnen putzen. Neulich konnte ich sogar beobachten, wie eine Arbeiterin die andere geputzt hat. Zumindest sah es ganz danach aus.

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Außenaktivität...

...ist zwar vorhanden aber man bemerkt das nur an den ausgefressenen Futtertieren und den toten Puppen, die auf einmal in der Arena liegen.

Neulich konnte ich auch ein lustiges Schauspiel beobachten. Eine Arbeiterin hat ein totes Heimchen, das vorher entsorgt wurde, an der Scheibe entlang herum getragen. Keine Ahnung wohin die Reise gehen sollte. Vielleicht wollte sie das Tier direkt in meinen Papierkorb verfrachten oder so. Als sie dann an der Ecke angekommen war, fiel das Heimchen leider herunter und die Arbeiterin hat sich darauf wieder in den Bau begeben.

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fehlfarbe
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#10 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von fehlfarbe » 31. Oktober 2011, 18:53

Die Arbeiterinnenzahl stagniert...

...nun schon seit einer ganzen Weile. Die Larven wachsen weiterhin sehr gut und verpuppen sich auch normal. Die Puppen werden allerdings wie gehabt nach einer Weile wieder geöffnet und der Inhalt entweder entsorgt oder verfüttert. Meistens sieht der Puppeninhalt wie eine längliche Larve mit glatterer Haut aus. Einmal war sogar eine fast vollständig entwickelte Nacktpuppe vorhanden, die nach einer Weile leider auch entsorgt wurde.

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Ich vermute immer noch, dass es an der Temperatur liegt. Ich habe nun schon eine Heizmatte, welche ich an ein 20x20cm Alubleck geklebt habe, an die Scheibe gelegt und per Zeitschaltuhr immer mal heizen lassen. Offenbar wurde es ihnen trotz der großen Fläche, auf der sich die Wärme verteilt und der 2 Scheiben dazwischen zu warm, sodass sie ungefähr an die Kante der Aluplatte gezogen sind. Nun habe ich die Heizmatte an die Taukappe eines meiner Teleskope verbaut, um Taubeschlag vorzubeugen und die alte Taukappenheizung, welche aus 5 Widerständen und etwas Alufolie besteht, unter das Formicarium gelegt. Mal schauen, ob ihnen die Temperatur nun besser zusagt und ob es Einfluss auf die Puppenentwicklung hat.


Verluste und Milben...

...halten sich zum Glück in Grenzen. Seit dem letzten Bericht ist keine Arbeiterin gestorben. Die Milben sind aber noch vorhanden. Auf manchen Tieren tummeln sich sehr viele im Gesichtsbereich, während andere fast milbenfrei zu sein scheinen.
Zumindest scheinen die Ameisen nicht an den Milben kaputt zu gehen.


Das Nest...

...nervt mich in letzter Zeit ein wenig. Ich denke hier hätte ich anfangs nicht so ungeduldig und hektisch sein sollen. Leider konnte ich mir die Größe der Ameisen auch nicht so recht vorstellen, deswegen nervt es mich nun immer wieder, dass der Großteil des Nestes leer steht. Außerdem sind die Gänge und Kammern etwas zu groß.
Vielleicht baue ich demnächst noch mal ein neues Nest mit eingebauter Heizung. Dabei möchte ich mich näher an den natürlichen Nestern der Tiere orientieren und nur eine größere Kammer in den Ytong fräßen.
Wie ich den Umzug dann realisieren will, weiß ich allerdings noch nicht. Die Ameisen müssten ja derweil in ein provisorisches Gefäß, während ich den neuen Block einbaue. Da muss ich mir mal einen Plan machen, wenn ich Zeit und Muse dazu finde.


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#11 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von fehlfarbe » 21. November 2011, 19:51

Zuwachs und Verluste...

...konnte die Kolonie in den letzten Wochen verzeichnen. Die Heizung, bestehend aus 5 Widerständen und Alufolie, scheint nun recht optimal zu sein. Die Tiere halten zwar Abstand zur "Heizzone", scheinen sich nun aber besser zu entwickeln. Es sind mehrere Tiere geschlüpft und eine ganze Menge Larven liegt auch bereit :)
Beim Verpuppen der Larven kann man auch immer wieder sehr gut beobachten, wie diese mit alten Puppenresten und Sand dabei zugedeckt werden.

Leider ist gestern auch eine Arbeiterin gestorben. Sie lag erst auf dem Rücken und hat krampfhaft gezuckt und versucht aufzustehen. Heute morgen lag sie dann tot in der Ecke und mittlerweile wurde sie aus dem Nest getragen. Milben waren kaum auf dem Körper. Ich konnte nur 1-2 aus machen.
Interessant ist, dass der toten Arbeiterin ein Stück Bein fehlt (siehe Fotos). Ich vermute, es handelt sich um eine hinkende Arbeiterin, die mir schon vor einigen Wochen beim Außeneinsatz aufgefallen ist.

Unter den geschlüpften Tieren befindet sich übrigens auch wieder eine Gyne, die derzeit noch ihre Flügel trägt.


Fotos der gestorbenen Arbeiterin:

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Es darf auch gern diskutiert werden ;)

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#12 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von fehlfarbe » 27. November 2011, 18:09

Harpegnathos venator beim Erlegen eines Heimchens

Am Freitag konnte ich zufällig beobachten, wie eine Arbeiterin gerade dabei war ein Heimchen zu erlegen. Die Kamera lag zum Glück auch in Griffweite :)



Man kann gut erkennen, dass die Hinterbeine des Opfers wohl schon gelähmt sind, während der Kopf und die Vorderbeine noch sehr agil sind. Die Arbeiterin injiziert deshalb noch mehrfach etwas Gift. Leider ist der trockene Sand in der Arena nicht sehr griffig, deswegen hatte es die Ameise recht schwer das Heimchen weg zu transportieren.


Aus dem Leben der Kolonie

Gestern Abend konnte ich noch eine tote Arbeiterin in einer Ecke entdecken. Todesursache auch hier unbekannt :(
Die dritte Gyne hat nun auch ihre Flügel abgeworfen und fungiert als normale Arbeiterin im Nest.

Außerdem konnte ich gestern erkennen, wie 2 Arbeiterinnen eine dritte geputzt haben. Es sah so aus als würden sie Thorax und Kopf untersuchen und "ablecken". Leider konnte ich keine Fotos davon machen, da sich die Ameisen durch das zusätzliche Licht wohl gestört fühlten.


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#13 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von fehlfarbe » 3. Februar 2012, 20:49

Es werden nicht mehr

zumindest nicht wirklich. Immer wieder sterben Arbeiterinnen aus mir unerklärlichen Gründen. Sie werden oft orientierungslos, fallen öfter von den Wänden und werden immer schwächer, bis sie dann einfach tot in der Ecke liegen :(
Beim Zuwachs gibt es auch weiterhin die bekannten Probleme. Die Larven wachsen und verpuppen sich ganz normal. Grob geschätzt 80% der Puppen werden dann vor der Reife geöffnet und verwertet.

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In den letzten zwei Tagen sind aber überraschenderweise wieder 2 Jungköniginnen geschlüpft. Wenn das so weiter geht, besteht das ganze Volk bald nur noch aus Adel :D

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Eier kommen immer schubweise nach und sind eigentlich fast immer vorhanden.


Neuer Bodengrund im Formi


Wenn den mal eine Arbeiterin an der Oberfläche zur Nahrungssuche war, gab es immer Probleme mit dem Laufen. Der Sand, den ich verwendet habe, war einfach zu feinkörnig und ist unter den Tarsen weggerutscht. Das Wegschleppen von Beute wurde so zur Tortur (siehe Video im vorherigen Beitrag).
Daher habe ich den ganzen Sand entfernt und gegen die Erde ersetzt, mit der meine tropischen Springschwänze und Asseln geliefert wurden. Zu dem Ganzen habe ich dann noch etwas Seramis und Grassamen hinzu gegeben. Das Gras ist anfangs wunderbar gewachsen, aber später - oh Wunder - natürlich an Lichtmangel wieder eingegangen. Ich muss mich wohl damit abfinden, dass ich in den Formis maximal Moos oder andere lichtscheue Gewächse anpflanzen kann.


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#14 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von fehlfarbe » 6. Mai 2012, 19:50

Kampf den Milben!

Die Milben nehmen langsam überhand und beeinträchtigen die Arbeiterinnen teilweise recht stark. Eine Arbeiterin war sogar so stark von Milben befallen, dass sie nur noch blind durch die Gegend getorkelt ist und wie wild versucht hat die Milben zu entfernen.

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Aus diesem Grund habe ich mir mal dieses Pro Biosa Pet Mittelchen geholt, das eigentlich gegen Geruch bei Tieren und irgendwie für deren Gesundheit gedacht ist. Wie das Zeug gegen schlechten Geruch helfen soll, wo es doch selbst wie ein paar alte Socken müffelt, weiß ich allerdings nicht :fettgrins:
Jedenfalls hab ich es einfach 1:1 mit Wasser gemischt und in eine Sprühflasche gegeben. Die braune Brühe hab ich dann auf den Bodengrund und über den Nesteingang in den Ytong gesprüht. Dadurch lief es an den Scheiben entlang durch die Kammern. Das hat zwar kurz für etwas Aufregung im Nest gesorgt, aber nach ein paar Minuten war alles wieder ok. Da ich an dem Tag leider weg musste, konnte ich erst zwei Tage später die Wirkung überprüfen. In den 1-2h nach dem Besprühen konnte ich zumindest keine Abnahme der Milbenanzahl feststellen. Als ich dann aber zwei Tage später zu Hause war, hatte sich die Anzahl der Milben deutlich verringert. Es hing nur noch eine Hand voll von ihnen an den Augen der Ameisen.

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Ein paar Tage später ist leider auch noch mal eine Arbeiterin gestorben, was ich aber nicht auf das Mittel zurück führen würde. Mehrere Ameisen haben auch an den Tropfen, die sich an der Scheibe befanden getrunken.

Zur Vollständigen Bekämpfung müsste man sicherlich den ganzen Ytong mit dem Zeug einweichen. Mir wäre es allerdings lieber, wenn die Kolonie in das angebotene Gipsnest umziehen würde und ich den Ytong einfach entfernen könnte, da mich am alten Nest einige Dinge stören wie z.B. die Gesamt- und Kammeragröße und die verschmierten Scheiben. Zudem kann man das Gipsnest gezielter bewässern usw.

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Leider gestaltet es sich recht schwierig die Kolonie zum Umzug zu bewegen. Das gut befeuchtete Gipsnest steht zwar direkt vorm Nesteingang, aber wenn kaum Außenaktivität herrscht, kann es natürlich auch nicht gefunden werden. Wenn ich den Lichtschutz abnehme, stört das die Ameisen scheinbar auch nicht. Hat vielleicht jemand eine Gute Idee, wie ich sie noch zum Umzug bewegen könnte?


Nachwuchs

...gab es in letzter Zeit leider auch nicht. Es sind ständig Eier und Larven vorhanden, aber die Puppen werden leider sehr oft vorm Schlupf geöffnet und verwertet :furchtbartraurig:


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Puppen: 1
Larven: ~9
Eier: ~8

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#15 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von fehlfarbe » 31. August 2012, 21:11

Alles hat ein Ende...

Leider muss ich euch mitteilen, dass die Kolonie vor ca. einem Monat verstorben ist. Ich habe das Volk zwischenzeitlich inklusive Brut per Pinzette aus dem Ytong Nest geholt, alles entsorgt, ausgekocht und dann in das alte Becken mit dem kleinen Gipsnest gepackt.

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Der Kolonie ging es anfangs besser und durch die Bewässerung mit Biosa Pet ließen sich die Milben auch sehr gut eindämmen (ich konnte nur noch selten welche sehen). Leider wurde die Brut nach wie vor im Puppenstadium gefressen. Ab und zu ist dann eine Arbeiterin mit den üblichen Lähmungserscheinungen durch das Formi gezogen bis irgendwann alle tot außerhalb des Nestes lagen. Den Grund dafür kann ich leider bis heute nicht liefern aber vielleicht hilft mein Haltungsbericht wenigstens anderen Haltern eventuelle Fehler zu vermeiden.

Damit ist dieser Haltungsbericht beendet!

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