Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Unterfamilie: Ponerinae
fehlfarbe
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#1 Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von fehlfarbe » 7. Juli 2011, 02:19

Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Bild


Vorwort

ich halte ja einige europäische Kolonien, deren Gynen ich hauptsächlich in Deutschland gefangen habe. Leider ist bei denen in der Winterruhe nichts weiter los. Deswegen habe ich mich entschieden nach einer exotischen Kolonie ohne Winterruhe Ausschau zu halten. Mir kam recht schnell Harpegnathos venator und saltator in den Sinn, da sie mich durch ihre gute Sehfähigkeit und ihr Jagdverhalten sehr beeindrucken und sich auch im Verhalten von meinen bisherigen Kolonien unterscheiden.
Leider sind beide Arten recht selten in den Shops zu bekommen. Ich hatte jedoch Glück, da World of Ants Mitte April ein paar Harpegnathos venator Kolonien frisch rein bekam :)
Also habe ich mir schnell mein Geburtstagsgeld geschnappt, einen Glaswürfel gekauft, ein Ytongnest aus den Ytong- und Plexiglasresten gebaut und die Ameisen bestellt.

Artbeschreibung

am aktuellsten ist sie sicherlich hier

Nestbau

Beim Nestbau gab es leider das ein oder andere Problem. Ich wollte ein in den Würfel integriertes Ytong Nest, das ich wegen der schicken Optik auch wieder mit Lehm eingestrichen habe. Leider ist das Plexiglas beim Einbau in den Würfel abgefallen, da es auf dem Lehmanstrich klebte, der sich leider vom Ytong gelöst hatte. Mit etwas Mühe gelang es mir das Plexiglas wieder zu säubern und auf den, an den Klebestellen gesäuberten, Ytong zu kleben. Da ich etwas unter Zeitdruck stand, musste ich den Ytong recht schnell in den Würfel bauen, wobei mir die Scheibe leider wieder etwas verrutsche, wodurch an den Seiten ein paar kleinere offene Spalte entstanden, die aber von den Ameisen größtenteils zugebaut wurden. Für die Bewässerung des Ytong sorgt ein Schlauch, der vom Plexikragen an der Oberseite direkt hinter den Ytong geht, wo sich ein Wassertank befindet. So kann ich das Nest befeuchten, ohne direkt in den Würfel greifen zu müssen.
Als Deckel dient mir der schon erwähnte Plexikragen, der mit Paraffin eingeschmiert wurde, sowie ein Holz-Gaze Deckel für das mittlere Loch (ja der sieht aus wie Sau, aber meine handwerklichen Fähigkeiten sind leider etwas beschränkt :D ). Der oberirdische Teil ist mit Sand und Steinen dekoriert und wird recht trocken gehalten, was die Milbengefahr etwas senken soll.

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Haltung / Beobachtungen


Am 20.04.2011 war es dann so weit: die Ameisen waren wohlbehalten bei mir eingetroffen. Sie befanden sich inmitten von Styropor in einer kleinen Kunststoffbox mit einem feuchten Papiertuch und einem Wärmekissen an der Unterseite. Ich habe die Box dann in den Würfel gelegt und den Deckel geöffnet. Zwei Ameisen ließen sich dann auch gleich auf dem Tuch blicken und beobachteten mich, wie ich am Würfel stand.
Mir fiel gleich auf, dass sie sich völlig anders als andere Ameisen bewegen. Normalerweise krabbeln Ameisen ja recht fix in eine Richtung und orientieren sich mit ihren Fühler. Harpegnathos venator hingegen läuft recht langsam und bedacht. Jeder Schritt wird ganz bewusst ausgeführt während sie mit ihren großen Augen die Umgebung beobachten. So kam es mir zumindest vor :)
Ich habe sie dann erst einmal in Ruhe gelassen und am nächsten Tag wieder in den Würfel geguckt. Ein Großteil der Kolonie war bereits in das Ytong Nest gezogen. Ein oder zwei Arbeiterinnen befanden sich noch in der Box. Daher habe ich sie mit einer Pinzette zusammen mit dem Tuch aus der Box genommen und die Box aus dem Formicarium entfernt. Ich habe 12 Ameisen bekommen, worunter leider eine den Transport nicht überlebt hat. Brut war auch keine vorhanden und eine Gyne konnte ich so direkt auch nicht aus machen. Bei einem Tier kam mir der Thorax zwar etwas größer vor, aber das war auch nur eine wage Einschätzung. Ich habe daher noch mal bei WoA nachgefragt (übrigens sehr nette Beratung dort!) und mir wurde versichert, dass sich eine Gyne und keine Gamergate in der Kolonie befindet.
Nun ich habe dann jedenfalls aller 3-4 Tage ein kleines Heimchen lebend in das Formicarium gegeben. Die Tierchen haben sich dann meist recht fix im Ytong verkrochen, wo sie getötet und gefressen wurden. Als ich nach zwei Wochen immer noch keine Eier sehen konnte, habe ich mir schon Sorgen gemacht, ob es der Kolonie denn gut geht aber, wenn ich mich recht erinnere, nach der dritten Woche konnte ich endlich mehrere ockerfarbene Eier aus machen :yellowhopp:
Ich hatte zwischendurch immer mal eine Heizmatte an, aber ich bekomme bei den Dingern irgendwie immer Angst, dass sie jeden Augenblick abfackeln. Besonders weil die Etiketten, die sich unter der Kunststoffhülle befinden, schon recht bräunlich-verbrannt aussehen :irre:
Leider habe ich es mir nicht aufgeschrieben, aber ich vermute, dass die Eier bei Zimmertemperatur ca 3-4 Wochen zum schlüpfen gebraucht haben. Mittlerweile habe ich mehrere Larven, die sehr hungrig sind und gerne die erjagten Heimchen/Grillen fressen. Ich denke einige werden sich bald verpuppen. Interessant ist, dass sich die Larven nicht so passiv wie bei den meisten Arten verhalten, sondern aktiv ihren recht langen Fortsatz wo der Mund sitzt bewegen und teilweise sogar zur Nahrung kriechen. Auch ihre Tropfenform ist sehr interessant, die richtig im Kontrast zur späteren schlanken, langen Ameisenform steht.

Bei der Jagd konnte ich sie auch schon mehrfach beobachten, wenn auch meist nur im Nest, wenn sich ein Heimchen da rein verirrt hat. Außerhalb des Nestes habe ich auch schon beobachten können, wie die Ameisen im Bruchteil einer Sekunde ca 7cm weit gesprungen sind. Kam mir fast so vor, als hätte sich die Ameise von A nach B gebeamt.
Komischerweise erjagen sie auch manchmal Heimchen und lassen sie dann tot an der Oberfläche liegen anstatt sie ins Nest zu zerren. Tote Heimchen werden leider gar nicht beachtet. Mittlerweile bringen sie auch ihren Müll sehr vorbildlich aus dem Nest. Die Reste der ersten Futtertiere wurden nur in der Ecke einer Kammer gelagert, wo sie schnell angefangen haben zu schimmeln. Der Schimmel ist mittlerweile aber zum Glück wieder weg.

So, das muss erst mal reichen für die Uhrzeit :)


Anbei noch ein paar Bilder der Ameisen mit ihren Larven

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Aktueller Koloniestand:

Arbeiterinnen: 11, darunter auch die Gyne
Larven: 11
Eier: ~15


Meinungen und Ratschläge bitte in den Diskussionsthread!

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#2 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von fehlfarbe » 10. Juli 2011, 15:17

Die erste Puppe

Als ich gestern Abend heim gekommen bin, hatte ich gleich Grund zur Freude. Während meiner Abwesenheit hat eine der Larven angefangen sich zu verpuppen :spin2:
Das habe ich gleich als Anlass genommen ein kleines Video über die Larven zu drehen. Interessant finde ich vor allem, wie weit man in die Larve hinein sehen kann. Mich würde interessieren, was das für weiße Krümelchen im inneren der Larve sind. Leider war gerade keine Nahrung mehr im Bau, sonst hätte man die Larven auch wunderbar beim fressen beobachten können.



Arbeiterinnen: 11, darunter auch die Gyne
Puppen: 1
Larven: 10
Eier: ~15

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#3 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von fehlfarbe » 21. Juli 2011, 17:49

Brut, Brut, Brut

Langsam kommt die Nachwuchsproduktion auf Touren. Die Larven fressen was das Zeug hält und wachsen wirklich sehr schnell, während neue Larven nachkommen. In den letzten Tagen hat sich fast jeden Tag eine Larve verpuppt und das bei Zimmertemperaturen zwischen 19-25°C.
Mal schauen, wann die erste Arbeiterin schlüpft.

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Die Farbe der Puppen ist auch schön ocker wie die mit Lehm eingepinselten Flächen im Nest.

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Die Grillenbeine scheinen bei den Larven sehr beliebt zu sein. Meine anderen Kolonien lassen die Beine meistens links liegen oder entsorgen sie auf den Müllhaufen.

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Milben habe ich bis jetzt noch keine aus machen können. Lediglich ein paar Staubläuse, die an der Stelle hingen, wo es vor ein paar Wochen geschimmelt hatte. Ich kontrolliere die Tiere aber weiterhin mit Makroaufnahmen und das Futter mit dem Auge, bevor ich es in das Formicarium schmeiße.


Arbeiterinnen:
11, darunter auch die Gyne
Puppen: 8
Larven: 15
Eier: 21


Ich möchte mich hier auch noch mal für die vielen positiven Bewertungen bedanken! :)

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#4 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von fehlfarbe » 29. Juli 2011, 00:52

"Aber wo sind die denn...

...hin" habe ich mich vorgestern gefragt. Auf einmal konnte ich nur noch 9 Ameisen zählen und an der Oberfläche war auch keine zu sehen. Nach genauer Begutachtung konnte ich auch nirgendwo Ameisenreste sehen. Zwei Ameisen waren einfach wie vom Erdboden verschluckt. So ähnlich war es auch, wie sich heraus stellte. Die beiden Flüchtlinge lagen tot hinterm Ytongnest und somit auch unter der Oberflächenplatte. Ich habe keine Ahnung, wie und warum sie dort hinten gelandet sind. Es gibt zwar eine Lücke an der Scheibe, an der eine Ameise mit Mühe aus dem Nest kriechen könnte, aber normalerweise käme sie dann nicht mehr wirklich weiter. Ich hoffe unter den beiden war nicht auch die Gyne und hoffentlich kommen nicht auch noch mehr Arbeiterinnen auf so eine Schnapsidee :fluchen:

Wenigstens entwickelt sich die Brut prächtig. Heimchen werden ordentlich verspachtelt, wobei ich oft etwas nachhelfen muss, damit sie die mittleren Heimchen auch erlegen können. Das nächste mal werde ich auf jeden Fall wieder kleinere holen.

Im folgenden Video kann man auch gut erkennen, wie weit die Tiere ihre Mandibeln auseinander strecken können. So können sie optimal Brut oder Beute wie mit einer Pinzette fest halten und transportieren.




Hoffentlich schlüpft nächste Woche die erste Arbeiterin, dann könnte ich die Entwicklungszeit Puppe->Imago dokumentieren. Übernächste Woche bin ich ja dann im Urlaub.


Arbeiterinnen:
9, darunter hoffentlich auch die Gyne
Puppen: 9
Larven: 18
Eier: 17

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#5 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von fehlfarbe » 3. August 2011, 22:11

"Aber wo sind die denn..." #2

Keine Ahnung, was mit den Damen los ist, aber irgendwas macht ihnen zu schaffen.
Am Wochenende habe ich die Puppen gezählt und gemerkt, dass eine fehlt. Gleich darauf ist mir auch die leere Puppenhülle in der Kammer oben drüber aufgefallen :yellowhopp:
Doch halt! Nach Adam Ries sollten es doch jetzt 10 Ameisen sein. Nach mehrfachen zählen kam ich trotzdem nur auf 9 Tiere. Hinter dem Nest musste ich dann leider eine dritte tote Ameise zählen. Leider weiß ich nicht, ob nun eine "alte" Arbeiterin irgendwie dort hinter gekommen und verendet ist, oder ob es die frisch geschlüpfte war. Keins der Tiere sah irgendwie heller aus, sodass man drauf schließen konnte.

So sieht es hinter dem Nestblock aus:
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...und es hört nicht auf

Am Montag Abend habe ich dann vorm ins Bett gehen noch mal rein geschaut und eine Arbeiterin in der Eingangskammer gesehen, die zusammen gekrümmt da lag und sich ab und zu noch bewegt hat. Eine andere Arbeiterin, die gerade vorbei kam, kümmerte die sterbende Schwester gar nicht. Es kam mir so vor, als wäre die sterbende Arbeiterin stark gelähmt. Sie bewegte ihre Gliedmaßen nur sehr langsam und versuchte immer aufzustehen, was sie nie geschafft hat. Am nächsten Morgen lag sie dann tot vor dem Nesteingang.
Während des Sterbens konnte ich einige (Futter-?)Milben entdecken, die auf der Ameise herum liefen. Als ich die lebenden Tiere daraufhin beobachtete, konnte ich allerdings keine Milben aus machen. Ich vermute daher, dass es sich um Futtermilben handelt. Bei meinen anderen Kolonien konnte ich ja schon ähnliches beobachten.

Heute bin ich endlich dazu gekommen, die tote Arbeiterin zu fotografieren. Mir sind keine Milben aufgefallen, die sich auf ihr tummeln. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob das in ihrem Nacken eine Milbe ist.
Vielleicht kann jemand dieses beige Hückelchen identifizieren?

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Weitere Fotos der toten Arbeiterin:

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Ich hoffe, während meines Urlaubs nächste Woche sterben nicht noch mehr Ameisen. Einige Puppen sind sehen schon eingefallen aus und schlüpfen bestimmt bald :)


Imagines: 8, darunter auch die Gyne
Puppen: 8
Larven: 17
Eier: 17


Diskussionsthread

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#6 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von fehlfarbe » 16. August 2011, 22:13

Todesfälle, Milben und tote Puppen...

[size=84]...sind die Dinge von denen ich leider berichten muss :mad:

Ich habe mich gestern gefreut, dass ich vermutlich endlich die Stelle gefunden habe, über die die Ameisen hinter das Nest gelangen können. Mit etwas Sand lies sich die Stelle sogar ganz gut verschließen, sodass erst mal keine Ameise mehr so einfach durch kommen sollte.

Leider muss ich von weiteren Todesfällen berichten. Gestern Abend habe ich gesehen, dass eine tote Arbeiterin außerhalb des Nestes lag. Als ich sie entfernte, habe ich auch gleich nach Milben gesucht und mehrere gefunden, die über den Körper gekrabbelt sind. Allerdings schien sich keine irgendwie fest gebissen zu haben.
Als ich daraufhin die lebenden Tiere noch mal überprüfte, war der Schreck groß. Um ihre Augen und Mandibeln sitzen und krabbeln einige von den Biestern herum. Die Ameisen scheinen sich nun auch öfter zu putzen. Zumindest konnte ich das seit gestern recht oft beobachten. Teilweise scheinen sie sich sogar gegenseitig zu pflegen.
An der Brut scheinen keine Milben zu sitzen.

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[size=84]
Da die Milben aber erst seit ein paar Tagen so viele sind und an den Ameisen sitzen, würde ich sie als Todesursache ausschließen. Leider hilft mir das auch nicht viel weiter :confused:

Nachwuchs konnte die Kolonie bisher auch noch nicht verzeichnen. Ich konnte gestern beobachten, wie eine leicht eingefallene Puppe geöffnet wurde. In ihr befand sich allerdings keine Arbeiterin, sondern nur eine leicht weiter entwickelte Larve, die wohl schon tot war. Sie wurde von den Arbeiterinnen an die übrigen Larven verfüttert. Heute haben sie noch einen Kokon geöffnet, der leicht eingefallen war mit dem selben Ergebnis.

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[size=84]
Hat jemand eine Ahnung, woran das liegen könnte? Temperatur liegt derzeit bei 20-24°C je nach Außentemperatur und Rechnerauslastung :D
Die Luftfeuchte kann ich nicht messen, aber solange Milben, Springschwänze und Staubläuse* durchs Nest rennen, scheint sie ja nicht zu niedrig zu sein.
Angesichts der Milben würde ich das Nest erst mal austrocknen lassen, um der Milbenpopulation einen Schlag zu verpassen.


[/SIZE]* Das ist doch eine Staublaus, oder?
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Imagines:
7, darunter auch die Gyne
Puppen: 7
Larven: 13?
Eier: 15?


Ich freue mich über Tipps und ähnliche Erfahrungen im Diskussionsthread

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#7 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von fehlfarbe » 19. August 2011, 00:55

Ein kurzer Zwischenstand zur Lage

Die letzte Puppe, die sie geöffnet haben, wurde nicht an die Brut verfüttert, sondern erst in eine höhere Kammer und dann an die Oberfläche gebracht. So war es mir möglich ein paar Fotos von ihr zu machen.

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Interessant ist, dass die abgebildeten Milben oder Nymphen nicht etwa irgendwo fest saßen und z.B. an der Puppe gesaugt haben, sondern lediglich über den Körper gewandert sind.


Neue Haltungsparameter

Ich habe nun heute die Haltungsparameter geändert. Zuerst wurde der Ytong ordentlich bewässert, zudem habe ich auch die Oberfläche mit Wasser eingesprüht. Die Temperatur liegt durch die hohen Außentemperaturen um 25°C.
Die Ameisen verhalten sich jetzt meiner Meinung nach aktiver. Ich konnte zum ersten Mal beobachten, wie sie den Nesteingang mit feuchtem Sand und Seramis Steinchen zu bauen. Ich hoffe, das ist ein gutes Zeichen. Meine tropischen Springschwänze und Asseln treffen hoffentlich morgen oder nächste Woche ein, sodass die Milben ein paar Konkurrenten bei der Müllbeseitigung bekommen. Die Heizmatte werde ich wohl auch erst im Laufe der nächsten Woche erhalten. Bis dahin bleibt es hoffentlich so warm, auch wenn mir hier schon wieder der Schweiß auf der Stirn steht ;)

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#8 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von fehlfarbe » 21. August 2011, 16:36

Der erste Nachwuchs

Als ich vorhin ins Nest gesehen habe, konnte ich meinen Augen nicht trauen. Zwischen meinen Arbeiterinnen saß auf einmal eine wunderschöne geflügelte Gyne :clap:
Ich glaube zwar nicht, dass das an den geänderten Haltungsparametern liegt, dafür war nicht ausreichend Zeit, aber das gibt mir doch Hoffnung, dass es mit der Kolonie wieder aufwärts geht.
Als ich die Fotos gemacht habe, saß die Gyne dann allerdings an der Scheibe, deswegen gibt es nur ein Foto von der Unterseite. Man sieht an den hellen Stellen sehr deutlich, dass ihr Chitinpanzer noch nicht ausgehärtet ist.
Wie kommt es eigentlich, dass bei Harpegnathos so früh Gynen ausgebildet werden? Wie man in manchen Haltungsberichten lesen kann, verhalten sich die Gynen oft wie normale Arbeiterinnen.

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Seit das Nest etwas feuchter ist, sieht man öfters mal eine Arbeiterin am Sand oder Seramis schleppen. Es wird versucht den Eingang zu verkleinern.

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Das Milbenproblem...

...hat sich auch bedeutend verbessert. Als ich vorhin die Fotos gemacht habe, konnte ich kaum noch Milben auf den Tieren erkenne. Vereinzelt treten noch welche auf, aber nicht mehr so schlimm wie in den vergangenen Tagen. Wo die Milben hin sind, weiß ich allerdings nicht. Vielleicht sitzen sie nun auf dem toten Heimchen, das gerade ausgefressen wird?

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Arbeiterinnen: 6
Gynen: 2 (1 begattet)
Puppen: 6
Larven: ~13
Eier: ~14

Gesperrt

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