Pheidole megacephala Nest

Berichte & Beobachtungen - Meinungen & Fragen [einheimische und exotische Arten]
Foxinathor
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#1 Pheidole megacephala Nest

Beitrag von Foxinathor » 22. Oktober 2019, 20:50

Hallo zusammen!

Seit 2 Wochen bin ich nun stolzer Besitzer einer kleinen Kolonie Pheidole Megacephala (ca 80 Arbeiterinnen, 6 Soldaten, 2 Königinnen). Gleich am ersten Tag haben sie begonnen unter der Statue (Fotos unten) zu graben und sind auch sofort dorthin umgezogen. Nach 2 Tagen waren sie dann aber doch wieder im Reagenzglas :spin2:
Da mein Nest anfangs sehr kahl war, habe ich es nochmal geöffnet und mit Erde, Seramis und Sand aufgefüllt, damit sie mehr Auswahl darin haben. Zusätzlich beheize ich es mit einer Heizmatte und einer Schaltuhr auf 25-27 Grad (das Foto war nach dem ersten aufheizen, daher 28 Grad). Da leider kein Befeuchtungssystem vorhanden ist, habe ich Seramis direkt unter das Gaze getan, damit ich es regelmäßig betröpfeln kann.
Jetzt zu meiner eigentlichen Frage: Kennt sich jemand gut mit dieser Art aus? Sie machen nämlich keine Anstalten mehr umzuziehen. Letzte Woche haben tatsächlich ein paar Arbeiterinnen Eier hineingetragen, die Mehrheit der Kolonie hat diese aber wieder zurück ins Röhrchen gebracht. Es herrscht wohl große Uneinigkeit :spin2: Mich würde nur interessieren, ob die Bedingungen nicht passen oder ob ich einfach zu ungeduldig bin.
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Danke schon mal und liebe Grüße :)

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Harry4ANT

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#2 Re: Pheidole Megacephala Nest

Beitrag von Harry4ANT » 22. Oktober 2019, 21:03

Ich hatte diese Art auch und habe es zunächst auch mit einem 3D Nest, später einem kleinen Ytong Nest, versucht.
In beiden Nestvarianten schienen sie sich absolut nicht wohl zu fühlen. Auch ein ändern der Temperatur & Feuchtigkeit brachte keine Besserung.
Ähnlich wie bei dir ein hin und her, ein Teil im RG, einige im 3D usw.

Als ich dann ein großes Erdnest zum buddeln angeschlossen habe war die ganze Kolonie in 10 min um- bzw. eingezogen und hat sich von da an explosionsartig vermehrt.
Das Nest war innerhalb von Tagen durchzogen mit Tunneln und Kammern.

War einfach ein Becken, unten eine dünne Schicht Granulat, in einer Ecke ein Drainageröhrchen und dann Schichtweise mit leicht befeuchtetem Sand/Lehm Gemisch zu 3/4 aufgefüllt. Etwas angedrückt und mit einem Spieß einen ersten Eingang vorgebohrt.
Ab und an leicht besprüht oder durch das Röhrchen befeuchtet und dezent von der Seite mit einer kleinen Heizmatte erwärmt.

Sah dann relativ schnell (wenige Monate) so aus bei der Fütterung:



Auch wochenlangen massiven Schwarmflug mit zahllosen Männchen und Jungköniginnen gab es bald zu sehen.

In dem Channel kannst du die zeitliche Entwicklung verfolgen bei Interesse:
https://www.youtube.com/playlist?list=P ... W3EJ2TAjof

Was wohl auch funktioniert für diese Art sind die ganz flachen Acrylnester mit Befeuchtungspunkten. Da hättest du natürlich bessere Nesteinsicht als bei einem Erdnest.

Und ich empfehle dir eine gute Handlupe - lohnt sich für die sehenswerten Beobachtungen :clap:
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#3 Re: Pheidole Megacephala Nest

Beitrag von Foxinathor » 22. Oktober 2019, 21:47

Danke für die Antwort :-)
Und Glückwunsch zu der riesigen Kolonie, schaut extrem spannend aus!

Dass die Kleinen gern buddeln habe ich ich schon gewusst, ich hätte nur gern die Chance alles beobachten zu können, daher habe ich mich für das flache 3D Nest entschieden.
Hast du eine normale Glasarena mit Deckel verwendet für das Erdnest? Da ich ich schon in der kurzen Zeit mit einigen Ausbruchsversuchen zu tun hatte (nur Versuche ;-)), finde ich das 3D Nest nämlich zusätzlich sympathischer, da ich hier alles dicht geklebt habe. Bei einem abnehmbaren Deckel müsste man ja wieder mit Ausbruchschutz arbeiten.

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Harry4ANT

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#4 Re: Pheidole Megacephala Nest

Beitrag von Harry4ANT » 22. Oktober 2019, 23:59

Ich habe damals dann ein Eigenbau gemacht aus Frischhaltedosen.
Die haben den Vorteil, dass die Deckel absolut dicht sind und sich das Material prima bearbeiten (bohren usw.) lässt.

Sah so aus - links und rechts je ein Erdnest (zuerst nur links), in der Mitte die Arena:

2.JPG


3.JPG


4.JPG


5.JPG


Gefüttert habe ich über die kleinen "Service Stopfen", nur zum Reinigen oder Tränken auffüllen habe ich die großen Deckel abgenommen.


Ein normales Glasbecken mit Rahmen und aufgetragenem Ausbruchschutz sollte aber auch gut funktionieren.

Du hast den normalen Deckel gewählt - nächste mal würde ich dir den flachen mit separatem Rahmen empfehlen oder später wechseln und den Deckel ggfls. für eine andere Ameisenart verwenden.
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#5 Re: Pheidole megacephala Nest

Beitrag von Foxinathor » 24. Oktober 2019, 09:52

Also ich hab mir jetzt mal 1 kg Sand/Lehm Gemisch bestellt. Ich werde dann das Teesieb in der Mitte der Dose platzieren und rundherum mit dem Gemisch auffüllen. Ins Sieb selbst werde ich Seramis füllen. Ich habe noch vor eine Lage Gaze über alles zu spannen, damit ich den Deckel auch öffnen kann um z.B das Seramis anzufeuchten.
Das Loch für den Schlauch werde ich mittig/unten bohren und dann mit einem Stab einen Gang vorgraben.
Klingt das soweit gut?
Ahja noch zum Auffüllen mit dem Gemisch: Wie fest hast du es denn angedrückt? Bzw muss es Schicht für Schicht sein oder kann ich es einfach reinschütten und festpressen?

Liebe Grüße :-)
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#6 Re: Pheidole megacephala Nest

Beitrag von Harry4ANT » 24. Oktober 2019, 21:21

Ich habe immer so ca. 2 cm eingefüllt, etwas besprüht und mit den Händen etwas angedrückt, nächsten 2 cm ...
Gibt dann eine feste aber grabfähige Füllung, die auch nicht einstürzt später.
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#7 Re: Pheidole megacephala Nest

Beitrag von Foxinathor » 26. Oktober 2019, 15:27

Danke für deine Tipps. Hab das Erdnest gestern angeschlossen und es ist schon fast die gesamte Kolonie drin :-)

Jetzt ist mir nur etwas sehr seltsames aufgefallen, ich sehe plötzlich hellere und deutlich größere Ameisen umherrennen. Dass diese eingeschleppt wurden kann aber nicht sein, immerhin kam das Sand/Lehm Gemisch abgepackt von MyAnts. Frisch geschlüpft können sie auch nicht sein, weil die anderen sie attackieren... was kann da denn los sein??

Liebe Grüße

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#8 Re: Pheidole megacephala Nest

Beitrag von Erne » 26. Oktober 2019, 18:45

Wenn möglich mache Bilder, die es ermöglichen die Ameisen oder sonstige Tiere zu bestimmen.

Grüße Wolfgang
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