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Haltungsbericht: Neoponera verenae HKdeadman

Unterfamilie: Ponerinae
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#1 Haltungsbericht: Neoponera verenae HKdeadman

Beitrag von HKdeadman » 8. Oktober 2016, 21:01

Hallo- servus- ei Gude wie,

ich will hier von meinen zukünftigen Erfahrungen mit meiner kürzlich eingetroffenen Kolonie Neoponera verenae berichten. Ich habe Sie als Neoponera cf. verenae erhalten, es ist also nicht zu 100% sicher dass es auch verenae sind. Nach meiner nun wochenlangen google-Orgie + Youtube Videos bin ich mir aber recht sicher, da ich keine Art gefunden hab die sonst in Frage kommt. Sollte mich jemand da korrigieren wollen nur zu, aber bitte immer begründet und am besten mit Quellennachweis.

Diskussionen, Kommentare etc. bitte hier: https://www.ameisenforum.de/diskussion-hb-neoponera-verenae-hkdeadman-t55369.html

Vorwort von mir
Ich bin Anfänger in der Ameisenhaltung, also bitte verzeiht mir Fehler in der Ausdrucksweise, welche ich mit Sicherheit im Laufe dieses Beitrags begehe. Korregiert mich gerne per PM, ich nehme gerechtfertigte Kritik gerne an.

Zu Neoponera verenae ist leider nicht allzuviel bekannt, die Google Suche spuckt nur wenige Eckdaten aus und auch einen Haltungsbericht suchte ich vergebens, zumindest in deutscher Sprache. Ich begab mich somit auf Neuland, als Anfänger nicht unbedingt jedem zu raten(!). Ich habe einiges an Erfahrungen gesammelt bei der Haltung anderer Insekten und vorallem Reptilien also nahm ich die Herausforderung gerne an. Dieser Bericht wird dem Leser in einiger Zukunft sicherlich darlegen, ob ich dabei erfolgreich war.
Ich habe mir auch einige englischsprachige Berichte von Beobachtungen in freier Natur durchgelesen, die paar die zu finden waren, aber diese Art scheint nicht sonderlich erforscht zu sein, was die Sache irgendwo auch spannend für mich macht. Ich hoffe für euch auch.

Allgemeines
Name: Neoponera verenae (ehemals Pachycondyla verenae)
Unterfamilie: Ponerinae (Urameisen)
Heimat: Süd bis Mittelamerika (Tropen)
Habitat: Tropischer Regenwald, Offenes Grasland, Städtische Parks, Savannen, Kakaoplantagen, je nach Herkunft
Nestbau: Totes Holz, Erdnester
Gründungsform: Semiclaustral
Koloniegröße: wenige hundert Tiere(lt. Antstore, lt. deren angegebener Quelle aber deutlich UNTER hundert)
Nahrung: jagen überwiegend Insekten, Nektar
Temperatur: Arena 21-28° / Nest 21-24°
Luftfeuchtigkeit: Arena 30-50% / Nest 50-80%
Winterruhe: Nein
Bodenbeschaffenheit: Sand, Humus, Sand/Lehm
Bepflanzung: Lieber nicht xD, je nach Herkunft Regenwald oder Savanne
Haltungsklasse: Medium (unbekannt?), reagieren angeblich empfindlich auf Schwankung in der Proteinversorgung. Was das genau heißt? keine Ahnung, dass man regelmäßig Insekten füttert sollte ja klar sein..
Gefahren: Können "schmerzhaft" stechen. (bin gespannt ob ich dies im Laufe meiner Reise bestätigen kann^^)

Aussehen / Größe
Königinnen: Schwarz, grazil, flink, ca. 12mm, schwer zu unterscheiden von den Arbeitern, etwas kräftiger
Arbeiterinnen: Schwarz, grazil, flink, ca. 10mm
Männchen: k/A. Ich konnte bisher keine Bilder von männlichen Tieren finden.


Bemerkungen und erste Beobachtungen:
Eine für Ameisen recht "intelligente" und aufmerksame Art. Agieren außerhalb des Nests meist alleine oder zu Zweit. Gehören zu den Urameisen und besitzen daher keinen Sozialmagen. Wasser, Nektar oder auch Futter in Form von Insekten(teilen) werden aktiv ins Nest und zur Brut geschafft um diese zu versorgen. Tagaktiv, ziehen sich bei Anbruch der Dämmerung ins Nest zurück.
Können recht gut sehen, allerdings nicht so gut wie zb. Neoponera apicalis (nach eigener Beobachtung). Mir scheint sie orientieren sich überwiegend mit ihren Antennen, reagieren aber zum Beispiel auf eine Pincette die sich nähert in dem sie nach oben schauen, kurz inne halten, und mit den Antennen "wedeln".
Sie tasten alles sehr genau ab und bleiben des Öfteren stehen und trillern mit ihren Antennen die Luft ab, vermutlich um zu "riechen" und sich zu orientieren. Gelegentlich ist ein Tandemlauf zu beobachten zwischen zwei Ameisen, was ich bereits nach kurzer Zeit bestätigen konnte (yay!).
Ihr Verhalten, zumindest das der Tiere die kundschaften, erinnert mich stark an selbiges von Schlupfwespen die ich in freier Wildbahn beobachtet habe. Sie machen dadurch einen für Insekten doch recht intelligenten, neugierigen und ein wenig agressiven Eindruck was mich auf Anhieb faszinierte.
Die größeren Arbeiter scheinen die kleineren (Pygmäen?) zu dominieren. Wenn eine kleine auf eine Große Arbeiterin trifft habe ich des Öfteren beobachtet wie sich die Kleinere zu unterwerfen scheint. Sie pressen sich an den Boden und tasten vorsichtig mit den Antennen die Größere ab. Ich konnte auch beobachten wie die Kleineren in der Situation "vibrieren" indem sie mit dem ganzen Körper Schwingungen erzeugen. Der Sinn dahinter entzieht sich mir bisher. Ich hoffe ich kann es auf Video bekommen und reiche es dann ggf. nach, vielleicht kann jemand etwas damit anfangen und es mir erklären (per PN bitte, ich trage es dann nach)


Quellen: Antstore, eigene Beobachtung
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#2 Re: Haltungsbericht: Neoponera verenae HKdeadman

Beitrag von HKdeadman » 9. Oktober 2016, 12:11

So, dann wollen wir mal :)

Koloniegröße bei Erhalt:
Mädels: Gyne+15 Arbeiter (geschätzt)
Puppen: 0
Larven: 3
Eier: Ein Ei Paket, würde 10-15 Eier schätzen


Ich habe die Kolonie in einer, ich nenne sie mal Schaben-Box (da ich meine Schaben immer in solchen Boxen erhalte) bekommen. Sie scheinen alle den Transport sowie die Nacht gut überstanden zu haben. In der Box sind ca. 5-7 mm San/Lehm als Bodengrund, ein RG mit Wassertank welcher ausschließlich zum trinken benutzt wird und das wars.
Habe unter die Box eine 3W Heizmatte geschoben und es herrschen jetzt am Morgen ohne bisherige Beleuchtung schnieke 22-23° Grad. Die Luftfeuchte schätze ich auf ca. 70% da Kondenswasser zu sehen ist, ein Hygrometer lege ich im laufe des Tages noch ein. Die Brut befindet sich an der linken Seite der Box, welche ich daher mit Roter Folie an den Seiten und Oben abgedeckt habe. Der Müllhaufen ist schräg gegenüber auf der unteren rechten Ecke. Die Heizmatte habe ich demnach mal in der oberen rechten Ecke platziert, wenn sie die Brut dahin transportieren weiß ich dass es ihnen zu kalt ist und werde entsprechend reagieren. Ein Stück Alu mit Honigwasser haben sie bereits bekommen, im laufe des Tages gibts noch nen Mehlwurm als Buffet.

Die Kolonie wie ich sie erhalten habe
Die Kolonie wie ich sie erhalten habe



Bisher konnte ich noch nicht durchzählen, da sie die Ränder untergraben haben und sich teils unter dem Lehm mit der Brut verstecken. Mir wurde gesagt es sei die Gyne+15 Arbeiter, was in etwa passen sollte. Sie verstecken sich trotz des niedrigen Substrats teilweise darunter, ich hoffe das lichtet sich bei Zeiten und ich kann genauer zählen. An Brut konnte ich 3 Larven sowie ein Eipaket zählen, wie viele Eier ist schwer zu sagen da diese in einer Mulde liegen die fast immer von Pflegerinnen bedeckt ist. Die Gyne stürmt bei kleinster Störung direkt nervös und kontrollierend durch die Box und macht einen sehr vitalen und gesunden Eindruck, das ist schon mal die halbe Miete :)

Als Auslauf steht eine Center Arena vom Antstore in 40x30x30 bereit, welche ich mit hellem Sand und ein paar minimalistischen Deko Gegenständen hergerichtet habe. Eine 8W Heizmatte ist unten auf einer Seite angebracht was für verschiedene Temperaturbereiche Sorgt. Die Temperaturen kontrolliere ich seit Tagen und betragen Nachts/Morgens um die 22 Grad, Tagsüber durchschnittlich 26-28°C. Die Luftfeuchte beträgt aktuell am Boden 60%, im Oberen Bereich teils bis 80%. Die Arena ist abgedeckt mit ca 1mm Spalt oben und drei Lüftungsgittern. Ein Lüfter ist mittig in eines der Gitter eingesetzt welcher mir aber viel zu laut ist. Ich bastel gerade einen Ponti dazwischen um den Lüfter regeln zu können. Ob ich diesen dauerhaft auf langsamer Stufe oder in Intervallen durch eine Zeitschaltuhr laufen lasse muss ich noch austesten.
Wenn man Schimmel und auch Milben etwas vorbeugen will sollte die Luft in der Arena gut zirkulieren, ich bin optimistisch dass ich das mit dem mir zur Verfügung stehenden Equipment hinbekomme.

Das Setup
Das Setup


Normalerweise sollte man diesen Tieren ein Regenwaldähnliches Ambiente bieten, mit Humus, Wurzeln, Pflanzen etc. Ich habe mich allerdings dagegen entschieden da ich für den Anfang gute Einsicht haben und bei Bedarf auch einfache Änderungen vornehmen können möchte, sowie leicht an den Müll kommen will den sie dort eventuell ablegen.
Dazu kommt dass ich nicht will dass sie direkt in die Arena ziehen und sich dort einbunkern, was bei feuchter Erde mit Sicherheit der Fall währe. Milben- und Schimmelgefahr schätze ich dort auch höher ein, und da ich las dass Sie auch in Savannen zu finden sind denke ich passt das soweit für den Anfang.

Aktuell baue ich ihnen eine Farm mit Korkinlay, diese sollte wenn alles klappt kommenden Dienstag(übermorgen) fertiggestellt sein.

Die erste Arbeiterin wurde beim einschalten des Lichtes auch sofort zum Erkunden geschickt und untersucht die Wüstenwelt aufmerksam und neugierig. Ich denke ihr gefällt was sie dort vorgefunden hat :)
Zu meiner Überraschung können sie sehr wohl Glasscheiben hochklettern, teilweise mit erschreckender Leichtigkeit :irre:
Mit dem Schlauch sieht es anders aus.. sie kommen die leichte Steigung nur mit Mühe und viel Strampeln hoch, ich überlege ob ich hier nicht einfach eine Kordel durchziehe an der sie sich festhalten können. Da die Farm wie auf dem ersten Bild etwas zu sehen ein Stockwerk tiefer plaziert werden soll um auch ein Gefühl der Tiefe zu vermitteln, hoffe ich dass sich der Kordel Trick bewährt, annsonsten brauch ich ein Treppenhaus :p

Die erste Arbeiterin erkundet die Arena
Die erste Arbeiterin erkundet die Arena
..können kein Glas hochlaufen
..können kein Glas hochlaufen
.. können immernoch kein Glas hochlaufen... ist ihnen aber Egal xD
.. können immernoch kein Glas hochlaufen... ist ihnen aber Egal xD


Kurzes update: Sie haben nun die komplette Brut in die untere, linke Ecke verfrachtet und chillen ALLE dort. Ich denke die 24/25° C die es oben hat sind ihnen demnach zu viel, entgegen der Angaben die man im Netz liest. Habe die Heizmatte ein stück heraus gezogen, mal sehn wie sie reagieren

Reaktion auf die Temperaturänderungen
Reaktion auf die Temperaturänderungen


Nicht so gut zu erkennen, wollte die Folie aber nicht abnehmen da ich ihnen etwas Ruhe gönnen will. Wie man sieht habe ich die Kordel bereits in den Schlauch eingefädelt, ob sie genutzt wird kann ich noch nicht sagen da ihr Umzug wohl aktuell Priorität hat.

Weiteres update: Die Kordel wird genutzt, zumindest beim hochklettern. Beim runterklettern nehmen sie lieber die Ameisenrutsche *huiiiiiiiiii \e/
Hab nun drei Thermometer drin, Temperaturen im Nest zwischen 21 und 26° ,Sie haben die Brut wieder links am Rand verteilt und putzen sich fast alle, scheint zu passen. Hat Papa toll gemacht :)
Ab und an geht eine Arbeiterin in die Arena, dreht paar Runden, und klettert dann über die Kordel zurück.
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#3 Re: Haltungsbericht: Neoponera verenae HKdeadman

Beitrag von HKdeadman » 10. Oktober 2016, 20:39

Tag 1

Als ich eben von der Arbeit nach Hause kam und natürlich noch bevor ich die Jacke aushatte einen Blick nach meinen Schützlingen warf, war ich doch recht überrascht.

K1600_20161010_200812.JPG

In der Schabenbox hockten allesamt zusammen im Reagenzglas, was war da los? Naja die Gelegenheit beim Schopf gepackt und erstmal durchgezählt, hmm, 1, 2, 3,.. 9,10 .. .. Moment, 10? Keine andere Ameise in der Box zu sehen, kein Hintern guckt aus den von den Ameisen provisorisch ausgehobenen Nestlöchern im Substrat raus, kann das sein dass sie in die Arena... ?

Der Zweite Blick ging in die Arena und siehe da, im dort befindlichen Reagenzglas Nr. 2 saß der Rest, 11, 12, 13, 14, 15! Okay, puh, alle am start und wohl auf aber warum hier?.. :confused:

K1600_20161010_200802.JPG


und da traf es mich wie ein Blitz, LUFTFEUCHTIGKEIT! Der dritte Blick ging auf eines meiner Hygrometer, ok wait O_o 40% ? dafuq.
Ich hatte nun wirklich lange genug die Werte stabil im Griff warum also nun der Abfall? Und dann dämmerte es.

Ich habe gestern aus dem Antstore einen Lüfter oben in der Center Arena angebracht und diesen (da er scheiß laut war) mit einem Ponti (regelbarer Wiederstand) ausgestattet um diesen runter zu regeln, was auch astrein funktioniert. Er ist nun wirklich wie im store beschrieben "flüsterleise" haha, aber ich hätte nie und nimmer gedacht dass dies so einen Unterschied macht was die Luftfeuchtigkeit ausmacht. Natürlich habe ich mich erstmal geärgert, damn, Tag 1 und schon fail Nummer 1, ich Depp, hab das kleine Ding unterschätzt.

K1600_20161010_202956.JPG


Nach kurzem Überlegen finde ich es aber super, das sagt mir dass die Luft in der Arena, sowie die Luft in der angeschlossenen Schaben Box gut zirkuliert (was meiner Angst vor Schimmel und Milben sehr entgegen kommt).
Der Lüfter saugt ab, bläßt also raus. Dadurch wird durch die Öffnungen unten in der Arena (habe alle Löcher mit Gittereinsätzen ausgestattet zwecks Belüftung) Luft eingesaugt, sowie (wie ich nun anhand der Werte weiß) durch den Schlauch aus der Schabenbox, welche ja auch Luftlöcher hat. Funktioniert also echt gut und obwohl er nur mit ca. 1/3 der Standard-Geschwindigkeit läuft arbeitet er durch das sonst überall abgeschlossene System tadellos. Ich bin zufrieden, muss nun nur einen Weg finden mich bzw. meine Werte daran anzupassen.

Ein wenig ärgere ich mich dass ich den Lüfter nicht schon vor einer Woche hatte, ich wollte es eigentlich vermeiden mit den Werten zu experimentieren wenn schon "Insassen" da sind. Naja nun gibt es kein Zurück mehr, ich schaff das.

Ich habe sofort ein paar Tropfen Wasser sowohl in der Arena als auch in der Schabenbox verteilt. Nicht zu viele, ich will einen langsamen Anstieg erreichen. Den Lüfter habe ich komplett runter gedreht, er läuft jetzt mit ca. 1/5 Geschwindigkeit. Ich denke ich werde diesen über die Zeitschaltuhr so einstellen dass er immer eine Stunde an, und dann drei Stunden aus ist.

Den Ameisen scheint es gut zu gehen, die Gyne kam bei meinem Eingriff wie gestern auch schon aus dem Bulk hervor und tänzelte nervös wirkend durch die Schabenbox um zu sehen wer hier für solche Erschütterungen (öffnen des Deckels) sorgt. Sie hat sich nach 2,3 Kontrollrunden auch direkt wieder beruhigt und lässt sich nun im RG ausgiebig putzen, so solls sein :p

Werte nach knapp 30 Minuten:
Luftfeuchte:
Arena 55% / Schabenbox 60%
Temperaturen:
Arena 24 bis 26 C° / Schabenbox 20 bis 24°C <- alles Optimal :cool:

In der Arena erkundet eine Arbeiterin bereits wieder und in der Schabenbox sind nun zwei ausserhalb des RG am trillern. Papa ist zu hause meine Kleinen, alles wird gut :o

Update folgt
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#4 Re: Haltungsbericht: Neoponera verenae HKdeadman

Beitrag von HKdeadman » 12. Oktober 2016, 01:14

Tag 2

Leider konnte ich heute kaum beobachten, habe nur gefüttert was ich an der Hauswand so einsammeln konnte (1 mini Kellerassel, 2 kleine Fliegen (Fruchtfliegen like), und paar mal die Werte kontrolliert.
Stand seit ich Feierabend hatte eigentlich nur im im Keller bis eben gerade (1 Uhr xD) und hab die Farm fertig gebaut.

Hat sich aber gelohnt :
20161012_001436.JPG


Beim Kontrollblick habe ich gesehn dass sie die Eier aus dem RG geschafft haben :

20161011_151847.JPG


Generell sind beide RGs wieder leer, die Ameisen sind an ihrem gewohnten Platz links in der Schabenbox auf der kompletten Seite in ihren Mulden am chillen, ein paar sitzen davor und putzen sich oder kümmern sich um die Brut & Gynne, und zwei laufen ab und an mal ne Runde.

Die kleine mini Assel wurde interessiert betrillert, aber erstmal in Ruhe gelassen. Was sie allerdings mit den Fliegen angestellt haben erfüllt den Tatbestand schwerer Körperverletzung mit Todesfolge (6 mal abgestochen und am Kopf durch die Box geschleift :evil:) #keinmitleidfürfliegen

Ich werde die Farm morgen aus dem Keller holen und schonmal platzieren. Kontrolliere wie gehabt paar Tage die Werte und wenn alles schnafte is dann schließe ich sie voraussichtlich am Samstag Abend oder Sonntag morgens an. Bilder und update folgen natürlich.
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#5 Re: Haltungsbericht: Neoponera verenae HKdeadman

Beitrag von HKdeadman » 18. Oktober 2016, 09:42

Tag 8

Da ich die Tage Besuch und somit kaum Zeit hatte zu berichten, gibt es heute einen etwas längeren Beitrag.

Der Kolonie geht es gut und das Nest ist inzwischen angeschlossen. Ich hatte Probleme mit der in den Schläuchen angebrachten Kunststoff Liane, da die Ameisen sie teils nicht genutzt haben. Wenn die Liane an der Decke verlief, was sich durch die starre Form nicht verhindern lies, dann wählten sie den Schlauch als bevorzugten Laufboden und rutschten demnach nur rum. Ich habe mich dazu entschieden eine 8mm dicke Kordel durch die Schläuche zu legen welche nun auch plan aufliegt und siehe da, die Ameisen überwinden die Schläuche auch bei hoher Steigung mühelos. Good Work.

Am Verhalten der Kolonie hat sich nicht viel geändert, sie halten meist eine Versammlung in der Schabenbox ab, sprich ein Großteil sitzt zusammen mit der Brut an einem Ort, meist dort wo es am feuchtesten ist. Ich konnte die Tage immer nur die Eierpakete sehen, keine Larven mehr. Ich hoffe diese sind inzwischen verpuppt und werden in einem der ausgehobenen Löcher gelagert auf die ich keine Einsicht habe. In einem der Löcher sitzt eigentlich immer mindestens eine Arbeiterin und bewegt sich da nicht raus, meist mit dem Kopf unter dem Lehm. Entweder die Larven/Puppen sind dort oder sie haben sie gefressen. Warum, kann ich mir allerdings nicht erklären da sie weder sonderlich Stress hatten, noch mangelt es an Proteinen/Wasser/Carbs.

Die Eier werden andererseits immer dort abgelegt wo es gerade am feuchtesten ist, in der Regel dort wo ich selbst ein paar Stunden vorher mir der Pinpette durch ein paar Tropfen bewässert habe. Die Gyne sitzt meist im RG mit 1-3 Arbeitern und macht einen ruhigen aber vitalen Eindruck.

Einmal konnte ich nach dem Bewässern beobachten wie eine Arbeiterin die erkundete das frisch getröpfelte Wasser in der Box fand und direkt sichtlich nervös wurde. Sie tänzelte aufgeregt um die Wassertropfen und flitzte schnurstracks zu den 5 Arbeiterinnen die um das Eipaket saßen. Sie trillerte diese einzeln an und vibrierte mit dem Ganzen Körper kurz, und wiederholte dies bei den anderen. Die Gruppierung löste sich langsam auf und die Ameisen trugen das Eipaket zum Wasser. War sehr interessant mir anzusehen wie die Kommunikation funktioniert.
Warum des Öfteren untereinander "vibriert" wird obwohl keine sonstigen Einflüsse stattfanden kann ich mir allerdings immer noch nicht erklären. Gibt es ein Fachwort für dieses Vibrieren? Ich konnte es leider immer noch nicht auf Video festhalten, werde ich aber sicher irgendwann.

Da sie so aktiv auf das Wasser reagiert haben, habe ich eine kleine Petrischale mit Tongranulat in die Schabenbox und auch in die Arena gestellt. Diese wurde dann großzügig mit Wasser gefüllt, was die Luftfeuchte in beiden Arealen nochmals erhöht hat.
Da die Gruppe in der Schabenbox nun weiter verteilt campiert, und die Gyne meist außerhalb des RG residiert, denke ich war es etwas zu trocken, auch wenn das Hygrometer um die 70% anzeigte. Nun sind es dauerhaft knappe 80 und die Kolonie macht einen zufriedeneren Eindruck.

Als Futter gab es neben Honigwasser die Tage überwiegend Mehlwürmer, und ein paar kleine Fliegen und Asseln aus dem Wald. Die Fliegen werden SOFORT bei Erstkontakt getötet und zur Gruppe geschleift und sind wenige Stunden später nicht mehr aufzufinden. Auch nicht auf dem Müll. Die (zerteilten) Mehlwürmer werden nachdem die anderen alarmiert wurden teils vorort verspeist oder zur Gyne getragen, was darauf schließen lässt dass keine Larven mehr vorhanden sind.

Gestern ist meine erste Terfly geschlüpft, welche heute auf dem Speiseplan steht, ich denke die wird ein rasches Ende erwarten, ich füttere sie gerade noch mit einem Apfel an und werde sie im laufe des Tages einsetzen, die Cam im Anschlag, vielleicht gibts ja ein "nettes" Bild.
Des Weiteren habe ich mir Schokoschaben, Soldatenfliegenlarven, Tropische Springschwänze und weiße Asseln bestellt die heute eintreffen sollten. Also gibt es reichlich Abwechselung in den nächsten Tagen und ich werde berichten wie diese jeweils angenommen werden, bzw. die Springschwänze werden sicher nicht als Futter angesehen. Bei den Asseln bin ich mir aber nicht sicher da Kellerasseln, auch in klein, irgendwann doch tot in der Box liegen und auf dem Müll landen.

Was auch sehr interessant zu beobachten war: Die Gruppe die das Eipaket behütet hat offensichtlich immer einen Wachposten in der Nähe.
20161016_100542.JPG

Ich beobachte immer mindestens eine Ameise die nahezu regungslos einige wenige cm von der Gruppe entfernt ausharrt, aber bei kleinster Störung nervös wird.
Aufgefallen ist mir dies als ich am Schlauch hantierte und mit der Hand einen Schatten in die Schabenbox und das Areal mit den Eiern warf. Der Wachposten sprang den Schatten regelrecht an :huh: und die anderen bewahrten die Ruhe.
Daraufhin habe ich mich mit dem Finger von der Seite her der Box und somit dem Wachposten genähert, welcher mehrfach angriff. Die Arbeiterin war in höchster Alarmbereitschaft und bei jeder Bewegung die meinen Finger näher an die Box brachte wurde sichtlich in die Richtung attackiert. Sie sprang förmlich die Wand der Box an und agierte sehr flink und nervös. Denke mal wenn da keine Wand gewesen währe hätte sie mich gestochen :baeh: Ich entschied mich rasch dazu sie in Ruhe zu lassen weil mir klar wurde dass ich sie ärgerte und mein Test ob sie wirklich so heftig auf den optischen Reiz reagierte war somit beendet und ich kann mit einem klaren JA antworten, sie sehen, zumindest Hell/Dunkel sehr gut und steuern präzise darauf zu, insofern sie alarmiert sind. Die anderen Ameisen interessierte der Schatten nicht, sie wedelten nur ganz leicht mit den Antennen, rührten sich aber nicht.

Es werden nach wie vor Tagsüber 2-3 Arbeiterinnen in die Arena geschickt die dort fleißig ihre Runden drehen. Besonderes Interesse gilt bei jeder Tour den Gittereinsätzen am unteren Rand. Sie bleiben jedes mal dort stehen und trillern mit den Antennen durch das Gitter. Sieht von Außen schon goldig aus wenn da so ein Fühler rauswinkt *winkewinke* :braver: :o
Das in der Arena befindliche abgedunkelte RG wird auch bei jeder Tour inspiziert und für kurze Pausen genutzt. Die Scheiben werden nur noch selten bis oben abgesucht, ich überlege aktuell wie ich mehr Fläche für Laufwege realisieren kann ohne die Arena zu voll zu stellen. Ich habe ein paar kleine Steine aus dem Wald eingesetzt, mehrfach abgebrüht und über mehrere Tage in Wasser eingelegt und immer wieder getrocknet. Hoffe alle Untermieter sind weg :irre:
Die Kunststoff Liane aus dem Schlauch habe ich zerteilt und dem Becken hinzugefügt als Klettermöglichkeit, gefällt mir sehr gut, sieht jetzt aus wie ein fremder Planet :
20161016_191212.JPG

Ich denke ich besorge mir noch so eine und verbinde die einzelnen "Äste", mal sehen. Grundsätzlich bin ich eher dafür öffters mal was in der Arena zu verändern, bei allen meinen bisherigen Terrarientieren wirkte sich dies Positiv auf das Verhalten der Tiere aus, denke mal Ameisen bilden hier keine Ausnahme.

Anbei noch ein paar Fotos der vergangenen Tage von der Anlage und dem Erkundungstrupp:

20161013_111308.JPG
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20161016_083212.JPG

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20161016_191117.JPG
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Die Farm ist normal abgedunkelt, auf dem Bild sieht man das Microfasertuch welches mit Magneten an der Glasplatte wie ein Vorhang befestigt ist. Das tolle daran ist, dass ich mir bei Bedarf Einsicht gewähren kann ohne irgendwelche Vibrationen zu verursachen, gefällt mir ganz gut. Die Lampe unten ist dauerhaft aus, wird nur bei bedarf eingeschaltet.

Die Farm wird von hinten mit einem 15W Kabel beheizt, dauerhaft 21 C° wenn die Lampe aus ist. Werde wohl eine Seite bald weniger beheizen, um sehen zu können welche Temperatur sie bevorzugen bzw. um mehrere Bereiche zu schaffen. Momentan ist es ausgeglichen, da ich sie erstmal einziehen lassen, und diesbezüglich nicht beeinflussen will in welchen Raum sie gehen.
20161013_173754.JPG
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#6 Re: Haltungsbericht: Neoponera verenae HKdeadman

Beitrag von HKdeadman » 26. Oktober 2016, 11:22

Tag 16

Der Kolonie geht es soweit gut, sie jagen aktiv, tragen die Beute aus der Arena in das Nest, und tragen von dort auch fleißig Wasser ein. Warum Sie Wasser eintragen, keine Ahnung xD Liegt wohl in den Genen.
Ich habe eine Arbeiterin beobachtet wie sie in die Arena marschierte, zielstrebig auf die Tränke zu lief, und dort mit den Antennen Wasser zwischen ihren Mandibeln sammelte. Als sich dann ein ordentlicher Tropfen gebildet hatte, lief sie zurück zum Nest und trillerte eine Arbeiterin nach der anderen an. Die Arbeiterinnen die "zitterten" bekamen etwas von dem Tropfen ab. Es sammelten sich sogar einmal zwei Arbeiterinnen um sie und eine davon wartete bis die andere bedient war.
Warum sie den weiten Weg in die Arena zum Wasser holen auf sich nimmt jedes mal, keine Ahnung. Im Nest (Schabenbox) ist ein RG mit Tank und eine kleine Plastikschale mit Seramis und stehts gefüllt mit Wasser ^^

Es wird auch regelmäßig geprüft ob das Wasser in der Arena noch DA ist. Sprich es kommen Arbeiter, laufen zum Wasser, prüfen dort alles. laufen weiter in das dort befindliche zweite RG mit Tank, prüfen ob noch da, und laufen dann schnur stracks zurück ins Nest.

Das Interesse für meine selbstgebaute Kork Farm hält sich in Grenzen. Ab und an beobachte ich eine Arbeiterin die dort eine Erkundungsrunde dreht, das wars aber auch. Ich geb ihnen noch 2-3 Wochen Zeit denke ich, dann wird umgeplant wenn sie nicht einziehen wollen.
Die Temperatur stimmt im Nest, sowie die Feuchte. Ich denke es liegt entweder daran dass ihnen der Weg dort hin zu weit ist, oder dass sie sich an den von mir angebrachten mini Löchern im Nest abschrecken lassen da dort eine entsprechende Luftzirkulation herrschen dürfte. Bei Erkundungen werden diese Löcher ausgiebig betrillert. Ich kann mir vorstellen dass sie dadurch das Klima schlecht selbst regulieren können, oder sich unsicher fühlen. Schade, hielt das für eine gute Idee zwecks Bewässerung und Stauluft.

Oder vielleicht sind sie in ihrer Schabenbox einfach super zufrieden und noch zu wenige um umzuziehen.

In der Schabenbox habe ich wie gesagt eine kleine Schale mit Tongranulat stehen welches stehts nass gehalten wird. Also so nass das man einen Wasserstand erkennen kann, rein als Backup für die LF. Sie scheinen diesen Ort zu lieben da sie Ihre Brut bevorzugt hier ablegen. Seltsamerweise haben sie eine Seite der Schale mit Bodensubstrat angebaut :

20161026_110224.JPG


Wie man auf dem Bild sieht haben wir Zuwachs in Form einer dicken Larve! yay :baeh:
Ich hoffe sie verschwindet nicht wie ihre Vorgänger auf mysteriöse weise im nirgendwo. Es bleibt also spannend.

Die Terflys werden SEHR gerne erjagt und ins Nest geschleppt, kommen also richtig gut an. Eine subadulte Schokoschabe gibts am Sonntag, mal sehen wie sie diese annehmen. Da ich die Larve bemerkt habe hatte ich zur Sicherheit noch einen zerteilten Mehlwurm reingelegt, von welchem eine Hälfte vom Teller gezogen und in zwischen verschwunden ist. Wohin? Keine Ahnung, finde nichtmal den Chitinpanzer der normal übrig bleibt.
Allerdings habe ich auch keine gute Einsicht in das RG da es mit Kondenswasser benetzt ist. In diesem residiert die Gyne meist, zusammen mit zwei, drei Pygmäen. Vielleicht liegt der Teil dort. Der andere Teil wurde vom Teller gezogen und liegt dort seit dem rum, ich glaube sie sind aktuell satt.


Ein bisschen "offtopic" :
Die Woche kommt noch ein bestellter Nebler für die Arena, sowie eine Frontscheiben Heizung und ein Hygro/Thermostat. Ein voraussichtlich letztes Technik Upgrade also, wenn das alles installiert und eingerichtet ist weiss ich nicht was ich technisch noch verbessern kann. Vorschläge gerne im Diskussions dingens.

Die Futtertierzucht die ich geplant hatte werde ich wohl verkleinern bzw mich auf zwei oder drei Futtertiere beschränken. Geplant waren: Schokoschaben, Terflys, Mehlwürmer und Soldatenfliegen. Leider nehmen meine Geckos die Schokoschaben nicht an bzw. einer von beiden Geckos, also bin ich unsicher ob ich genug Verbrauch habe um keine Armee von Schaben hier zu halten. Außerdem stinken die wie Hölle muss ich gestehen (Amoniak). Man liest immer wieder das eine Fliegenzucht müffelt, das kann ich bisher nicht bestätigen, wird wohl noch dauern. Aber diese Schaben, alter xD. Umgesetzt in eine große Faunabox, mit Cewatuch als Boden und Eierkartons als Versteck, ein Stück Kork rein, Schale mit Haferflocken und alle 2-3 Tage bisschen Obst. Und sie stinken direkt wieder. Man riecht es zwar nur direkt an der Box aber der Gestank ist schon bestialisch.
Die Terflys habe ich nach dem Schlupf in eine große Braplast Dose mit zerknülltem Cewa , Wassergel und etwas Honig im Napf gestellt, das ganze ist absolout geruchslos aber natürlich auch kein Ablagesubstrat(welches ja dann stinkt). Sie sind fleißig am poppen und ich werde im laufe des Tages ein Eiablagebehälter mit Quark, Honig und Weizenkleie hinstellen. Mal sehen ob sie ihn annehmen. Der wird dann irgendwann stinken aber denke das kann man gut eingrenzen.
Die Soldatenfliegen werden leider heute erst versendet, bin gespannt wies mit denen schaut. Bin sehr optimistisch das sowohl beide Geckos als auch die Ameisen gefallen an den Larven und deren Fliegen finden werden.

Also wenn jemand in Frankfurt oder Umgebung wohnt und paar Schokoschaben haben will, schreibt mir ne PM, hab viel zu viele xD Auch Terflys kann ich so 50 stk abgeben wenn Bedarf ist, hab genug für eine Zucht.
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#7 Re: Haltungsbericht: Neoponera verenae HKdeadman

Beitrag von HKdeadman » 30. Oktober 2016, 15:54

Tag 20

kleines Technik update.

Da heute Sonntag ist und ich nicht arbeiten muss war heute der Tag an dem ich Nebler und Thermo/Hygrostat aufbauen konnte.
Die Anlage steht nun und ist soweit konfiguriert.

Hatte das Problem dass der Thermo/Hygrostat von Trixi/Reptiland fest verlötete Kabel an den Fühlern hat und die Fühler zu groß für die 13mm Öffnungen sind. Warum der Hersteller da nicht mitdenkt ist mir ein Rätsel... Habe daher kurzerhand einen 3,5mm Klinge(Kopfhörerstecker) dazwischen gelötet damit es durch das Loch der Arena passt. Da ich die Arena komplett geschlossen Betreibe blieb nur Decke oder Seite zum einführen. Da Decke scheisse aussieht und umständlich ist wenn ich mal die Abdeckung aufmache gab es keine Alternative. Das Zweite Problem war dass ich das Loch durch welches die Kabel gehen ja abdichten musste. Zum Glück hatte ich noch einen passenden Schaumstoffstopfen der mit ein bisschen drücken gepasst hat. Ich war unsicher ob die Ameisen den Schaumstoff wegknabbern können also habe ich Sand aufgeschüttet. Sieht nun so aus :

20161030_152649.JPG


Bin mit dem Ergebnis zufrieden. Der Fühler in der Arena stört zwar etwas die Optik, vielleicht verstecke ich ihn noch mit Kunsstoffpflanzen bei Zeiten.
20161030_152726.JPG


So weit so gut.
Die Anlage ist nun so eingestellt dass der Nebler zugeschaltet wird sobald am Fühler die LF unter 70% fällt, und abschaltet sobald die LF wieder über 70 liegt. Leider zeigt das Hygrostat ab (glaube) 90% nur HH auf dem Display, also denke die LF geht mit dem Nebel auf knapp über 90 hoch, fällt dann aber relativ schnell wieder auf knappe 80. Das klappt bisher wunderbar, in den lezten drei Stunden sprang der Nebler zwei mal für ca 30 sekunden an.
Da der Nebel die Temperatur in der Arena senkt, habe ich unter der Arena ein 15W Heizkabel verlegt, welches das Thermostat bei unter 26 C° zuschaltet, bis die Temperatur wieder 26 C° erreicht. Klappt auch super bisher.

Der Lüfter an der Decke saugt alle 3 Stunden für eine Stunde ab, was dazu führt dass die LF wieder sinkt. Dann springt der Nebler an, gefolgt vom Heizkabel.
Ich muss nun nur noch kontrollieren ob der Kreislauf soweit stabil läuft, dann ist die Anlage eigentlich wie ich es mir vorstelle komplett autonom und ich kann auch mal bedenkenlos Lüften im Winter. Kontrolle erfolgt natürlich Stichprobenhaft weiterhin.

So, jetzt aber genug der Technik. Ameisen..

Bei denen gibt es nicht allzuviel zu berichten. Die eine Larve ist inzwischen auf das knapp dreifache der Größe gewachsen und wird sorgsam gepflegt. Ich habe das Gefühl es sind auch ein paar Eier dazugekommen. Die Kolonie verhält sich recht normal, ab und an wird eine Arbeiterin in die Arena entsandt und erbeutet dort eine Terfly insofern ich welche eingesetzt habe. Der Fliege werden dann an Ort und stelle die Flügel gekappt, und so wird sie dann ins Nest eingetragen. Dort wird dann der Kopf abgetrennt sowie die Beine und das Essenspaket, also der Torso wird dann in der Nähe der Larve gelagert. Alle Ameisen machen einen vitalen eindruck und agieren soweit ich das sagen kann gesund und normal.

Des Weiteren hatte ich ein Problem mit Schimmel in der Schabenbox.. Keine Ahnung wieso, aber der Sand/Lehm Boden fing an einer Stelle an zu schimmeln. Musste mit dem Löffel etwas Material abtragen und hab dann mit frischem Lehmpulver und etwas Wasser versiegelt. Ich denke ich muss bald reagieren und die Ameisen dazu bewegen umzuziehen.
In das von mir gebaute Korknest werden sie wies aussieht nicht einziehen bei Zeiten, also überlege ich ob ich eine Identische Box herrichte und mit einem kurzem Schlauch verbinde. Anschließend die alte nicht bewässere, sollte eigentlich klappen. Ich will sie halt nicht sonderlich stressen solange die Larve da ist, da der Verbleib der letzten drei Larven immer noch Fragen aufwirft... Ratschläge hierzu gerne im Diskussionsthred

Achso, ich glaube ich weis jetzt warum sie die Schale Tongranulat mit Erde angebaut haben. Ich denke sie ziehen damit das Wasser aus der Schale. Den Verdachte hatte ich schon vorher und als ich gerade die Schale am auffüllen war, viel mir auf dass das Wasser durch die von den Ameisen gebaute brücke abgesaugt und dem Bodensubstrat zugeführt wird.
Da sie die Brut meist an der Stelle lagern klingt das für mich recht schlüssig. Schlaue kleine Konstrukteure :)
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