"Arbeiten" mit aggressiven Arten

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PincoPallino

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#1 "Arbeiten" mit aggressiven Arten

Beitrag von PincoPallino » 5. Februar 2021, 18:20

Hallo zusammen,

meine Camponotus nicobarensis würde ich nicht als aggressiv bezeichnen. Sie sind eher friedlich. Ich bin in über 2 Jahren nur einmal merkbar gezwickt worden. Und das war ein Major. Die kleineren kommen nicht mal durch die Haut. Aber es gibt ja noch ganz andere, viel aggressivere Arten (z.B Feuerameisen). Ich frage mich häufig, wie man dann die notwendigen Arbeiten in der Arena macht.

Nehmen wir z.B. das Wechseln der Wassserbehälter. Wenn sie frei in der Arena stehen, muss man sie mit der Hand rausnehmen und die letzten Ameisen irgendwie los werden, bevor man das Wasser auffüllen kann. Meine Nicos laufen dann nicht auf meine Hände und attackieren mich, sondern flüchten eher, wenn man ihnen die Chance lässt. Aber was, wenn sie angreifen? Auf die Hand laufen und beißen oder stechen. Genau das selbe Problem hat man bei Reagenzgläschen, Futterschälchen oder beim Saubermachen.

Geht das nur mit gepuderten Handschuhen? Oder ist das gar nicht so problematisch?

Wie macht ihr das?

Grüße vom Pinco
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#2 "Arbeiten" mit aggressiven Arten

Beitrag von Rapunzula » 5. Februar 2021, 18:47

PincoPallino hat geschrieben:
5. Februar 2021, 18:20
Wie macht ihr das?
Das Problem mit dem rausnehmen von Wassertränken habe ich auch manchmal, meistens kann ich die Ameisen abschütteln und mit der Federstahlpinzette weggreifen!

Wenn aber zuviele sind, fasse ich mit einer stabilen Pinzette die Tränke und mit der Federstahlpinzette mache ich dann die Ameisen weg!
Der Trick ist, dass ich die stabile Pinzette mit Ausbruchsschutzöl einschmiere, so kommen die Ameisen nicht auf die Hand!

Gruss
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#3 "Arbeiten" mit aggressiven Arten

Beitrag von PincoPallino » 5. Februar 2021, 19:09

ok, danke

Hätte mir ja denken können (nach deinen letzten Berichten), dass du die Ameisen wegpinzettest. Echt ein schönes Wort! Das übernehme ich, wenn ich darf.

Und Öl auf der Pinzette ist vergleichbar mit Talkum auf nem Handschuh, wenn's funktioniert, ist's aber besser. Mit meinen Pinzetten hätte ich nur das Problem, die dicken runden Tränken/Gläschen damit fest zu greifen. Eine Zange sollte aber genauso funktionieren. Gute Idee.
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#4 "Arbeiten" mit aggressiven Arten

Beitrag von anthalter_19 » 5. Februar 2021, 19:22

Hallo liebe Ameisen Freunde

:lol:

Man kann ganz normal mit den Ameisen "arbeiten"...
Wer Handschuhe braucht kann die gerne nehmen, aber Ich hatte noch keine schlechten Erfahrungen mit meinen Feuerameisen.
Ich nehme Wasser- und Futternapf mit der Hand aus dem Terrarium und reinige diese unter fließenden Wasser. Futtertiere nehme ich mit der Pinzette aus dem Terrarium (liegt eher daran das ich die Futtertiere nicht gerne auf die Hand nehme...) Aber die Pinzette extra mit Paraffinöl einstreichen, ist etwas übertrieben.

Viele Grüße
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#5 "Arbeiten" mit aggressiven Arten

Beitrag von Rapunzula » 5. Februar 2021, 20:07

PincoPallino hat geschrieben:
5. Februar 2021, 19:09
Eine Zange sollte aber genauso funktionieren.
Klar geht das auch, ob Zange oder Pinzette ist doch egal!
anthalter_19 hat geschrieben:
5. Februar 2021, 19:22
Aber die Pinzette extra mit Paraffinöl einstreichen, ist etwas übertrieben.
Das dauert keine fünf Sekunden und man braucht auch nur einen einzigen kleinen Tropfen Öl. Den man mit der Hand einfach schnell auf der Pinzette verteilt! Das ist doch kein Problem!
PincoPallino hat geschrieben:
5. Februar 2021, 19:09
wegpinzettest. Echt ein schönes Wort! Das übernehme ich, wenn ich darf.
Da Dich gemäß Deinem Bericht eh schon viele für einen „Freak“ halten :D und auch noch die gleiche Art hälst wie ich darfst Du selbstverständlich mein von mir erfundenes Wort „wegpinzetten“ in allen Variationen gebrauchen! Ich verzichte auf die Schutzgebür und bin zum Schluss gekommen das Wort entgegen meiner ersten Meinung nicht patentieren zu lassen!

Gruss
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#6 "Arbeiten" mit aggressiven Arten

Beitrag von Erne » 11. Februar 2021, 22:44

Das ist sicherlich nicht immer einfach, im Bereich von Ameisen zu hantieren, besonders wenn es sich um größere Völker mit vielen Arbeiterinnen handelt.
Ameisen der Gattung Camponotus, die nicht stechen können, sind durchaus in der Lage Ameisensäure zu versprühen.
Ameisensäure auf Fingern kann dazu führen das die Haut soweit gereizt wird, das sich davon, nach ein paar Tagen, Partikel ablösen.
Auch für die Ameisen selber ist das Versprühen von Ameisensäure nicht immer ohne Folgen.
Besonders in schlecht belüfteten Anlagen können sie sich damit selber schädigen bis hin zu Todesfällen.

Bei Myrmicinae (Knotenameisen) die durchaus schmerzhaft stehen können, ist zu berücksichtigen wie bewegungsfähig diese Arten sind.
Manica rubida, Myrmica rubra z. B. sind derart langsam, das sie leicht von den Fingern abgestreift werden können, bevor sie stechen.
Arten die gut sehen können und sich dazu noch schnell bewegen können wie z. B. Myrmecia, da ist Vorsicht angesagt wenn es darum geht in deren Anlagen zu agieren.
Weiter gibt es noch Ameisenarten mit kräftigen Mandibeln (Mundwerkzeugen), die damit durchaus kräftig beißen können, bis hin zu blutigen Fingern.
Dabei denke ich nicht unbedingt an Ameisen der Gattung Messor, die durchaus die Kraft haben, mit ihren Mandibeln richtig zu zubeißen.
Diese sind zu langsam um unseren Fingern Schaden zu zufügen, auch scheint ihnen die letzte Konsequenz zu fehlen so zu agieren.
Anders verhält es sich bei Ameisen der Gattungen Atta und Acromyrmex, die beißen richtig hin und sind zudem derart aggressiv, das es mehr als „Mühe“ braucht um sie von den Fingern zu bekommen.

Grüße Wolfgang
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