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Stubenfliege

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#1 Stubenfliege

Beitrag von Ameisen-Sensei » 29. Juni 2022, 17:55

hallo zusammen,

Habe vor kurzem eine Camponotus nicobarensis Kolonie erhalten, noch sehr klein 3-4 Arbeiterinnen..

war gerade auf dem Sprung und habe eine Stubenfliege gesehen kurz bevor ich gehen wollte. Habe sie schnell gefangen und getötet habe sie nur oberflächlich inspiziert.. würde sie normalerweise abbrühen aber war halt aufm Sprung..

Habe sie dann schnell reingelegt und bin gegangen, jetzt habe ich die Sorge dass Milben dran sein könnten.. (Habe mit dem blosen Auge nichts gesehen..

Könnte ich das irgendwie erkennen ob nun welche dran waren oder nicht?

Irgendwelche Tipps was ich jetzt tun sollte?

Lg

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#2 Stubenfliege

Beitrag von Erne » 29. Juni 2022, 22:52

Nein, Milben können richtig klein sein.
Warum die Sorge, in der Natur kommen Ameisen damit auch klar.

Grüße Wolfgang
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#3 Stubenfliege

Beitrag von Intro » 1. Juli 2022, 16:46

In der Natur ist es vermutlich auch kaum bemerkbar, wenn eine Kolonie an Milben zugrunde geht. Des Weiteren sind die Umstände ganz anders. Ich brühe auch nicht alle Tiere ab, aber ich bin mir des Risikos bewusst.

Es scheint eine lange, zum Teil hitzige geführte Diskussion zu sein, ob man nun abbrüht oder nicht. Abbrühen ist bestimmt die sicherere Variante, aber dann kann man zB auch nicht lebend füttern. Man sollte sich auf jeden Fall dessen bewusst sein, dass es ein gewisses Risiko gibt. Dann kann man sich selbst entscheiden, ob man dieses eingehen möchte. Wie bei so vielen Dingen im Leben...

Siehe auch hier:
https://ameisenwiki.de/index.php/Milben
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#4 Stubenfliege

Beitrag von Joschi » 1. Juli 2022, 19:12

Milben sind ein sehr geringes Risiko, die meisten Leute übertreiben es völlig mit ihrem abkochen, und durch die hohe Sterilisierung bieten sie Milben dann unwissentlich einen viel besseren Lebensraum. Das ist so, als würde man nicht mit dem Schiff fahren, um die Gefahren eines Bootsunglücks zu vermeiden - und stattdessen schwimmt man eigenhändig über das Meer.

Wolfgang hat selbst den Artikel zu Milben auf ameiseninfos geschrieben. Jeder, der Ameisen lange und erfolgreich hält, kann dir bescheinigen, dass Milben ein sehr geringes Problem sind, wenn überhaupt.
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#5 Stubenfliege

Beitrag von Intro » 1. Juli 2022, 20:08

Gibt es für die Sterilisierung durch Abbrühen Belege?

Es ist wohl wie mit gewissen Krankheiten: Das Risiko ist gering, manche lassen sich impfen, andere nicht. Ich wollte aufklären, nicht vorschreiben. Es bleibt eine persönliche Entscheidung, die man aber auf Grundlage von Fakten treffen sollte.

Hier kann man sich die "Gegenseite" ansehen:

https://www.ameisenportal.eu/viewtopic.php?f=13&t=2039
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#6 Stubenfliege

Beitrag von Joschi » 1. Juli 2022, 21:20

Ameisen in einem sterilen Labor zu halten braucht große Vorsicht und Kontrolle, eine Anti-Milben-Prävention ist hier durchaus sinnvoll, da jahrelange wissenschaftliche Versuche dadurch zunichte gemacht werden könnten.

Bitte bedenke aber eines: Die Person, die den Beitrag über Milben verfasst hat, den du da verlinkt hast - ist die selbe Person, die über viele Jahre dafür advokiert hat, Menschen wie dir das halten von C. nicobarensis und anderen Exoten komplett zu verbieten. Man sollte Meinungen, die etwas ins Extrem gehen, immer mit Vorsicht genießen. Selbst wenn (oder gerade wenn) sie von einer wissenden Person stammen.

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#7 Stubenfliege

Beitrag von Intro » 1. Juli 2022, 21:27

Ich selbst brühe auch nicht alle Futtertiere ab. Ich habe auch nicht dazu aufgerufen. Ich denke nur, dass man das Risiko nicht ganz leugnen sollte, auch wenn es gering ist. Fakten auf den Tisch, dann die Leute selbst entscheiden lassen. Ansonsten trägt man am Ende eine Mitverantwortung, wenn schlussendlich doch das Restrisiko zuschlägt und die Kolonie verendet. Rauchen ist gefährlich, nachweislich, dennoch entscheiden sich viele dafür. Die Risiken sind aber nicht unbekannt, das ist das Entscheidende, wenn man es mit mündigen Menschen zu tun hat. Warum also jegliche Gefahr durch Milben komplett als Unsinn abtun? Das ist sonst auch eine Extremposition.

Ich sehe übrigens keinen Zusammenhang zwischen der Einstellung Merkurs zu Exotenhaltung und seinen Beobachtungen zum Thema Milben. Er kritisiert im Übrigen in erster Linie das dogmenhafte Leugnen von Schadmilben bei Ameisen und nicht, dass man die Tiere nicht abbrüht.
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#8 Stubenfliege

Beitrag von Joschi » 1. Juli 2022, 21:49

Es stimmt und es tut mir leid, da sind nur ein paar alte Erinnerungen hochgekommen. Verzeihung dafür.

Das Milbenproblem kann passieren, leugnet niemand. Aber die Prävention kostet und bis zu welchem Grad ist sie es wert? Man gibt den Ameisen nur abgebrühtes Futter und nimmt ihnen damit die Möglichkeit, einige ihrer natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Bis zu welchem Grad will man die Haltung seiner Ameisen einschränken für ein Problem, das nur ein kleiner Bruchteil der Halter haben wird? Das muss man immer abwägen und wenn du zu dem Ergebnis kommst, dass es dir das wert ist, dann ist das keine falsche Entscheidung.
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