di4per hat geschrieben: ↑11. September 2020, 19:21
Naja, Haltung
ist Betrachtung und ein großer Teil der wissenschaftlichen Erkenntnisse über Ameisen wurden im Labor, also in Haltung gemacht. Ich sehe keinen Widerspruch zwischen Haltung und Wissenschaft. Es unterscheiden sich lediglich die Ziele (und damit Schwerpunkte/Herangehensweisen) in der Hobbyhaltung und der Haltung zum Zwecke der Forschung.
Mir ging es in dem Fall eher darum, dass gewisse Personen im AP Probleme mit der Haltung von Ameisen, insbesondere von Exoten haben. Eine Auslagerung dieses Themas würde dem AP nicht groß schaden, diese Probleme aber komplett vermeiden.
di4per hat geschrieben: ↑11. September 2020, 19:21
Ich weiß jetzt auch nicht, was daran (noch) ein Alleinstellungsmerkmal sein sollte. Egal wie toll man es bewirbt: Dieses Wissen ist (wie du schon sagst) inzwischen vielerorts abrufbar, [...]
Dafür hätte ich gerne Belege, denn was detailierte Informationen zur Ameisenaltung angeht sieht es im Internet immernoch relativ mau aus. Der Bedarf für eine allumfassende Bibliothek ist definitiv noch vorhanden.
di4per hat geschrieben: ↑11. September 2020, 19:21
[...]sozusagen in der "Schwarmintelligenz" angekommen,[...]
Das ist auch seit langem mein Gegenargument zur Behauptung die Foren würden aufgrund ihres "Expertenwissens" gebraucht und das würde verlorengehen, wenn es sie nicht mehr gäbe - mittlerweile kann ich mich auch über Chatserver mit hochgradig erfahrenen Amateuren und sogar ausgebildeten Entomologen unterhalten.
di4per hat geschrieben: ↑11. September 2020, 19:21
[...]und hier inhaltlich, qualitativ und in der Präsentation ästhetisch doch vollkommen out of date.[...]
Ja, die Optik des Wissensteils ist sicher nicht mehr die Aktuellste oder Hübschste (auch fehlen an einigen Stellen seit Jahrzehnten Bilder), das Design sieht doch alles sehr nach dem Jahr 2000 aus.
Der Inhalt ist größtenteils aber durchaus noch aktuell, so viel neue bahnbrechende Erkenntnisse gab es in der Ameisenhaltung in den letzten zwei Jahrzehnten jetzt auch nicht.
di4per hat geschrieben: ↑11. September 2020, 19:21
(Momentan läuft ja das Experiment der Kooperation zwischen AAM und Eusozial. So viel scheint sich bisher nicht ergeben zu haben. Aber das hat ja sicher noch etwas Zeit.)
Das Problem ist, dass die Geschichte ein wenig einseitig verläuft. Wenn man möchte, dass das richtig läuft braucht man auch einen Bot, der u.a. neue Themen (mit Link) im Chat postet - der internationale Server hat einen solchen Bot für Reddit, das hilft schon deutlich (gerade bei Anfängerfragen) - so fördern sich beide Platformen gegenseitig.
di4per hat geschrieben: ↑11. September 2020, 19:21
Zudem fehlen "dem Ameisenforum", wenn man es denn als Subjekt mit gestalterischer Energie betrachten möchte, doch offensichtlich die Möglichkeiten, an diesem Zustand etwas zu ändern - schlichtweg in Form einer aktiven Nutzerbasis (das ist ja das Kernthema hier), also ausreichend motivierten und kompetenten Mitgliedern mit genügend Zeit, die in verschiedenen Kanälen aktiv sind und die Interaktionen pflegen.
Insofern greift das ganze Marketing-Gelaber doch ins Leere und ich finde es zwar löblich, aber verstehe nicht, dass du soviel Energie darauf verwendest - als gäbe es eine Instanz und Manpower, die die angesprochenen Punkte einfach mal so in die Wege leitet und umsetzt. Selbst wenn "man" denn wollte. Derzeit sehe ich nur Reaktion, um das Ganze überhaupt noch irgendwie am Leben zu halten und es ist vollkommen klar, warum das so ist - lies oben, im anderen Thread und blicke in die Geschichte der Community. Deshalb meine ich das alles auch nicht als Kritik! Ich sehe die Dinge halt einfach schwarz.

Noch mehr als die Nutzerbasis fehlt dem AF der Wille etwas zu ändern und wahrscheinlich auch die dafür nötige Kreativität, sowie das nötige Vertrauen Aufgaben an andere Personen zu delegieren, die nicht Bestandteil des Kernteams sind (Vertrauen scheint ein generelles Problem zu sein, normale Forennutzer dürfen ja bis heute nicht mal eine Signatur haben, weil vor 15 Jahren ein paar Leute mal damit Mist gemacht haben). Das Problem ist ja nicht neu und bestand auch schon als das Forum noch eine größere Nutzerbasis hatte (dazu kommt, dass die Moderation hier in der Vergangenheit teils recht fragwürdige Entscheidungen getroffen hat bzw. ihre Entscheidungen nicht selten nur schlecht kommuniziert hat, was das Vertrauen der Nutzer und den Willen sich zu beteiligen nicht gerade gesteigert hat).
Das ganze Thema ist ja ebenfalls nicht neu und auch der Thread von August 2019 ist bei weitem nicht die erste Diskussion darüber.
di4per hat geschrieben: ↑11. September 2020, 19:21
In der Sache stimme ich dir zu und teile auch einen Großteil deiner Umsetzungsvorschläge. Das Forum ist fast eine reine Newbiefragen-Beantwortungsmaschine und ich bewundere die Geduld der Antwortenden.
Das ist eine Sache, die man immer hat - auch im Discord beantworten die Leute seit über 4 Jahren Fragen wie "kann ich meinen Ameisen Schinken füttern" oder "bis wann sollten Ameisen in einem Reagenzglas bleiben".
Wenn man als Platform wachsen möchte muss man solche Fragen beantworten, denn nur so werden aus unerfahreren Neulingen später einmal erfahrene Halter, die dann selbst die Fragen banworten können. Die Leute, die sich darüber beschweren, vergessen auch, dass es bei einer Onlineplatform zum Thema Ameisenhaltung letztlich auch immer darum geht Neueinsteigern zu helfen und das Hobby zu fördern.
di4per hat geschrieben: ↑11. September 2020, 19:21
Allerdings ist die Konsistenz und Qualität der Antworten eine Katastrophe und an mancher Stelle wäre ein Link zum unschönen und veralteten Wissensteil (aka RTFM) immer noch wesentlich sinnvoller als die Antwort.
Inkonsistente Antworten von variabler Qualität wird man in Foren, Chatservern, Facebookgruppen, etc. immer haben. Das sind letztlich alles Fangemeinden/Interessengemeinschaften und keine offiziellen Arme einer Behörde oder eines Instituts. Deshalb ist es auch sinnlos, wenn sich gewisse Personen über die Qualität der Antworten im Antstore-Froum beschweren - das beweist lediglich, dass man das Konzept Forum (bzw. Onlinecommunity im Allgemeinen) nicht verstanden hat. Deshalb ist es auch wichtig erfahrene Nutzer zu fördern und ggf. als solche zu markieren (Discord bietet eine solche Möglichkeit über spezielle Rollen bzw. Nutzergruppen - Foren können sowas auch, allerdings hab ich noch kein Forum diese Möglichkeit nutzen sehen).
di4per hat geschrieben: ↑11. September 2020, 19:21
Insgesamt wünsche ich mir wirklich, dass alle Ameisen-Medien/-Communities wenigstens in einer Art friedlichen Koexistenz zusammenfinden und ein aktiver sachlicher Austausch zu den Kernthemen, die doch eigentlich alle interessieren, unter Akzeptanz unterschiedlicher Blickwinkel stattfindet. Vielleicht wäre eine Art Aufgabenverteilung, wie du sie hier angerissen hast, sogar super.
Naja, mittlerweile ist das ja (zum Glück) alles ein wenig eingeschlafen, wirklich große Reibereien gab es jetzt schon eine Weile nicht mehr - böse Zungen würden behaupten es sind einfach nicht mehr genug Nutzer in den jeweiligen Gruppen vorhanden, um wirklich ernsthaft Streit vom Zaun zu brechen.
di4per hat geschrieben: ↑11. September 2020, 19:21
Gerade beim Eusozial bin
ich komplett anderer Meinung. Das hat, wenn wir über "Identität" sprechen,
für mich in punkto Fokus, Konsistenz und vor allem Ästhetik die Nase ganz weit vorn. Ich habe aber auch nicht das Gefühl, dass ich dort etwas beitragen könnte, wenn ich generell ein aktiver Forennutzer wäre....

Das Eusozial hat definitiv das beste Interface, ein wirkliches Alleinstellungesmerkmal, das es inhaltlich deutlich von den anderen Foren unterscheidet, sehe ich da ber auch nicht (klar, es hat auch Foren zu Bienen und Wespen, aber die werden kaum genutzt). Vermutlich bin ich aber auch einfach zu spät ins Eusozial gekommen, um mitzuerleben, wie sich die aktive Communitiy dort angefühlt hat.
di4per hat geschrieben: ↑11. September 2020, 19:21
Bei Bestimmungsfragen in punkto Seriosität und bei wissenschaftlichen Fragen - AP, klarer Fall. Den Part sollte
das AF meiner Meinung nach (derzeit) einfach outsourcen.
Siehe oben (Thema Qualität und Konsistenz). Das AP hat halt den Vorteil, dass es ein paar echte Experten in der Nutzerbasis hat.
di4per hat geschrieben: ↑11. September 2020, 19:21
Das Ameisenforum gehört für mich ganz klar gemeinsam mit den anderen Antstore-Foren und ohne weiteren Spagat in die Kiste Hobbyhaltung - Fragen/Antworten, Inhalte und natürlich auch Aufklärung für Leute, die halten (oder basteln), aber auch nicht zu tief in die Materie einsteigen wollen. Der Großteil ist zwar nach 3 Monaten wieder weg. Aber ich denke das gehört gerade in diesem Hobby mit Phasen, die recht langweilig sein können und heftigen Rückschlägen, leider zur normalen Fluktuation.
Man tut aber auch wirklich nichts, um die Nutzer bei der Stange zu halten. Das Spektakulärste was das AF zu bieten hat ist der User des Monats und damit lockt man halt niemanden mehr hinter dem Ofen vor.
Da sind andere Online-Communities deutlich aktiver mit Fotowettbewerben, Giveaways, DIY-Tutorials, Newschannels für neue Studien, AMA-Voicechatrunden mit Experten, etc. - könnte man in einem Forum auch (fast) alles machen (gab es auch z.B. schon auf Reddit, was sich grundlegend ja auch als Forum qualifziert), man muss halt die nötigen Kapazitäten dafür schaffen und vor allem den Willen dazu haben.
Martin H. hat geschrieben: ↑12. September 2020, 11:53
Oh, Serafine ist wieder auf seinem "Feldzug" für Discord und gegen Foren. Was mich da interessieren würde Serafine: Was triggert Dich da so, dass Du in diesen Feldzug bzw. Diskussion so viel Energie reinsteckst? Wenn Discord so toll und die Foren nicht mehr so zeitgemäß sind, warum steckst Du dann so viel Energie in Diskussionen mit den wenigen Usern in Foren?
Danke für diese wunderbare Demonstration, dass du offenbar keinen meiner Beiträge richtig gelesen, geschweige denn verstanden hast.
Muss man auch erstmal hinbekommen.
Aber ich wiederhole es gern (auf einmal mehr kommt es jetzt auch nicht mehr an):
Es gibt Dinge, die kann ein Chatserver nicht. Foren dagegen schon.
Dazu gehören v.a. permanente Information wie Hilfestellungen (Toturials zu Ameisenhaltung/Basteln von Nestern, etc.) und konsistent fortlaufende "Serien" wie Haltungsberichte (aber auch Bilder von Anlagen, eine Liste von gute Dekorationselementen, wo man was herbekommt, etc. - all das hilft Neueinsteigern erheblich). Für solche Dinge sind Chatserver und Seiten wie Reddit (und in gewissem Maße auch Instagram) fundamental ungeeignet.
Ergo:
Es gibt eine Daseinsberechtigung für Foren.
Foren haben ihre Nische, auch in Zeiten von Social Media 2.0 - nur offenbar erkennen die Platformbetreiber der Foren diese Nische nicht, verstehen die Stärken aber auch die Schwächen ihrer Platform nicht.
Ich gehe auch stark davon aus, dass das mit der Zeit den Nutzern der Social-Media-Platformen ebenfalls auffällt und sie neue Platformen schaffen, um diese Bedarfslücken zu decken - ist ja mit Projekten wie r/antkeeping, dem Reddit-Wiki, diversen Versuchen ein Antkeepingwiki aufzubauen, mehreren Schwarmflug-Apps, der Studienbibliothek (/-Linkliste) und Webseiten wie Antscihub auch schon passiert. Daran werden die alten Ameisenforen dann halt überhaupt nicht mehr beteiligt sein.
p.s. Falls es dir entgangen ist, ich bin hier noch immer einer der aktivsten Nutzer - so scheiße kann ich Foren ja dann wohl doch nicht finden.
Rapunzula hat geschrieben: ↑12. September 2020, 12:11
Stimmt schon Martin H., jedoch hat Serafine einen der besten und vorbildlichsten Haltungsberichte hier im Forum am Start!
Wenn ich dagegen mein teils sinnloses Gekraksel anschaue!
Und Serafine gibt meiner Meinung auch immer gut Tips!
Es gibt hier im Forum diverse gute Haltungsberichte und deiner braucht sich absolut nicht zu verstecken - generell ist der Qualitätstandard im Ameisenforum sehr hoch, wenn man ihn z.B. mit Formiculture vergleicht (was aber wahrscheinlich auch mit dem deutlich niedrigeren Altersdurchschnitt der FC-Userbase zusammenhängt).
Aber gerade die älteren (abgeschlossenen) Haltungsberichte gehen verloren und sind ohne größeren Aufwand nicht mehr zu finden - und genau das meine ich wenn ich sage, dass all dieses gesammelte Wissen, auf das sich hier immer berufen wird, wertlos ist, wenn es keinen Kurator gibt, der dieses Wissen verwaltet und für andere zugänglich macht. Das ganze ist wie eine Bibliothek, in der die Bücher der einzelnen Abteilungen wild auf einen Haufen geworfen wurden.
Wissen hilft nur, wenn es auch zugänglich ist.
Rapunzula hat geschrieben: ↑12. September 2020, 12:11
Mir persönlich passt ein Forum besser als ein schnelllebiger Chat! (was ich auch schon einigemale erwähnt habe)
Ich mag Foren, weil sie sachliche Diskussionen mit gut ausgearbeiteten Beiträgen sowie langfristig fortlaufende "Serien" wie Haltungsberichte ermöglichen, was in Chats und Foren kaum möglich ist - auch für Projektkkordination sind sie definitiv überlegen.
Leider finden solche Diskurse in den Ameisenforen kaum noch statt, auch die Zahl der Haltungsberichte ist seit Jahren rückläufig (und viele enden plötzlich und ohne Begründung) - es sagt schon was aus, wenn Nutzer auf ungeeignetere Platformen ausweichen, obwohl objektiv bessere Optionen zur Verfügung stehen.
Was uns wieder zum Ursprung und Kernpunkt der ganzen Sache zurückbringt -
die Zeiten in denen man als passiver Platformbetreiber im Internet erfolgreich sein konnte sind vorbei.
Und sie werden auch nicht mehr wiederkommen.
Wir sind nicht mehr im Jahr 2000, in der die Forenwelt der Nabel der Internetkommunkation war.
Onlinecommunities definieren sich heute weniger stark über ihre Platform als je zuvor - es ist nicht die Platform, die wichtig ist, sondern die Gemeinschaft selbst. Das trumpft in manchen Fällen sogar Funktionalität. Nicht selten ziehen ganze Onlinegemeinden von einer Platform zur nächsten, wenn sich diese als besser erweist.
Die Foren müssen ihre Rolle im sich entwickelnden Internet bzw. der sich entwickelnden Hobbygemeinde neu bewerten, ihre Aufgaben neu definieren und sich eine neue eigene Nische schaffen.
Wenn sie das nicht hinbekommen werden sie irgendwann schlicht nicht mehr gebraucht und vergessen werden - zurecht.