Hallo Zusammen
Vermutlich liest das hier kaum noch jemand, dennoch denke ich, dass ich eventuell einen sinnvollen Gedanken beisteuern kann.
Ich kenne mich zwar noch nicht sehr gut mit Ameisen aus, dafĂĽr aber mit Lebensmitteln.
Das Problem, dass in Wasser gelöste Saccharose zum Austrocknen, Verkleben und Kristallisieren neigt, ist ja bekannt. Das liegt unter anderem daran, dass nur eine Kristallstruktur vorhanden ist, wodurch die Kristallisation vergleichsweise leicht stattfinden kann.
Invertzucker hingegen besteht aus Glukose und Fruktose. Hier konkurrieren zwei unterschiedliche Kristallformen miteinander, was die Kristallisation hemmen kann, da mehr Zuckerbestandteile in Lösung verbleiben. (Honig verhält sich in dieser Hinsicht ähnlich, weshalb er trotz Übersättigung oft nur langsam kristallisiert.) Zusätzlich ist Fruktose stark hygroskopisch, bindet also mehr Wasser, was sowohl das Verdunsten als auch eine schnelle Übersättigung weiter verlangsamen könnte.
Auch mikrobiologisch bietet Invertzucker Vorteile: Er enthält innitial kaum bis keine Hefen und besitzt eine höhere Osmolarität, wodurch das Wachstum von Hefen zusätzlich gehemmt wird. Honig hat hier den Nachteil, dass er bereits von Natur aus Hefen und Bakteriensporen enthält, die bei Verdünnung aktiviert werden können.
In der Theorie könnte eine Dochttränke mit Invertzuckerlösung daher länger nutzbar bleiben als eine mit Saccharoselösung. Soweit ich gelesen habe, können Ameisen Glukose und Fruktose zudem besser verwerten als Saccharose, was ebenfalls für den Einsatz von Invertzucker spricht. Auch wenn Honig seine ganz eigenen Vorteile hat, könnten Invertzuckertränken – ob als Dochttränke oder im Reagenzglas – eine stabilere Möglichkeit darstellen, Ameisen bei längerer Abwesenheit zuverlässig mit Zucker zu versorgen.
Das war nun mein Gedanke zu diesem, vermutlich längst vergessenen, Beitrag. =)
Aber vermutlich liest das hier keiner mehr nach knapp 10 Jahren.
Beste GrĂĽsse
Lidragon
