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Jai's Gipsnester

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JaiQuil
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#1 Jai's Gipsnester

Beitrag von JaiQuil » 4. August 2022, 19:10

Hallo,
nachdem meine kleinen Kolonien in ihren RGs fleißig vor sich her brüten, hab ich mal wieder das Basteln angefangen.
Ich muss gestehen, dass mir das Nest basteln mit am meisten Spaß macht, auch wenn es wahrscheinlich noch gefühlte Jahre dauert, bis die Kolonien aus ihren RGs ausziehen wollen und die Nester noch viel zu groß sind. Somit werden vielleicht auch Nestkreationen auftauchen, die den Ameisen-Alltag nicht standhalten werden.
Ich nutze meistens Materialien, die man daheim hat bzw günstig in der Beschaffung und auf jeden Fall leicht in der Bearbeitung sind. Man könnte fast „DIY Recyling-Nester“ dazu sagen. :lol:

Die Nester sind geplant für Tetramorium sp., Lasius sp. und/ oder Formica sp. und Camponotus ligniperda – also für eine kleine, mittlere und große Art.


Das Bilderrahmen-Nest
Materialien
- Glasscheibe von einem alten Bilderrahmen
- Knete
- Reste einer Hartschaum/ Kunststoff Platte
- Cutter oder Skalpell
- Gips
- Schraubendreher oder sonstiges zum Ausheben von Kammern und Gängen
- Klebestreifen, Heißkleber oder sonstiges
- Seramis
- Schlauch zum Anschließen an die Arena

Vorgehensweise
Als erstes habe ich mir eine grobe Skizze für den Aufbau des Nestes gemacht inkl Wassertank und ausreichend Platz zu den Seiten.
DSC04078.JPG
Mit Hilfe der Knete habe ich dann den Wassertank und die Nistkammern geformt mit einer maximalen Tiefe von ca 1 cm und diese auf das Glas „geklebt“. Wenn man die Knete fest genug an drückt, hält diese von selbst. Wie man sieht, entsprechen die Knetkammern nicht haargenau der Skizze.
DSC04079.JPG
Aus den Hartschaumplatten habe ich mir dann ein ca 2 cm tiefen Rahmen geschnitten und mit Klebestreifen am Glas befestigt. Mit genug Klebestreifen ist die Form dann auch einigermaßen dicht gewesen und der flüssige Gips blieb in der Form.
DSC04080.JPG
DSC04081.JPG
Nach einer Stunde Wartezeit war der Gips so weit fest, dass ich ihn mit etwas Kraft vom Glas lösen konnte. Die Knetkammern müssen nun nur noch von der Knete befreit und entsprechende Gänge noch ausgearbeitet werden.
DSC04082.JPG
Um die Gänge möglichst gleichmäßig aus zu höhlen habe ich ein altes Werkzeug von den Diamond Painting Bildern genutzt. Dieses hat eine stabile pinke Plastikröhre, die man auf einem späteren Bild bei einem anderen Nest noch sehen kann :)
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Nachdem der Gips noch etwas mehr getrocknet ist und die Gänge und Nestkammern fertig gesäubert waren, kam schließlich das vorher von den Knet- und Gipsresten befreite Glas drauf und die Seiten sowie Rückseite wurde mit der Hartschaumplatte beklebt. Kleine „Füßchen“ dienten dann noch zur Stabilisierung, damit das Nest auch nicht umfällt. Klebestreifen und Heißkleber waren hierbei mein Freund und Helfer. Und ja, von hinten ist es nicht das schönste Nest, aber die Rückseite betrachte ich im Normalfall ja auch nicht.
DSC04085.JPG
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DSC04088.JPG
Und so sieht das Nest im „Einsatz“ aus. Die Wasserkammer ist mit kleinen Seramis Kügelchen gefüllt.
Das Nest ist jedoch insgesamt für die Tetramorium sp viel zu groß, so dass es momentan nicht angeschlossen im Regal steht. Wahrscheinlich wird hier dann die Lasius/ Formica Kolonie einziehen.
07-30 1.JPG


Das CD-Hüllen Nest
Materialien
- alte, durchsichtige CD Hülle
- Cutter oder Skalpel
- Gips
- Schraubendreher oder sonstiges zum Ausheben von Kammern und Gängen, in meinem Fall das alte Werkzeug von einem Diamond Painting
- Klebestreifen, Heißkleber oder sonstiges
- Schwamm
- Schlauch zum Anschließen an die Arena
- Reste einer Hartschaum/ Kunststoff Platte

Vorgehensweise
Nachdem das Bilderrahmen-Nest für die Tetramorium sp viel zu groß geworden ist, habe ich mir ein deutlich engeres Gehäuse gesucht und eine alte CD Hülle gefunden.
DSC04123.JPG
Diese habe ich rundherum mit Klebestreifen umklebt und ein Stück des Schlauches, welcher letztendlich als Verbindung zur Arena dienen soll, ebenfalls beim geplanten Nesteingang befestigt, ehe ich den Gips durch die offene Seite gegossen habe. Dies hört sich viel leichter an, als dass es eigentlich war. Doch letztendlich hatte ich die CD Hülle mit Gips befüllt und dann hieß es wieder warten. Den Gips, den ich zu viel angemischt hatte, habe ich kurzerhand in ein weiteres Gefäß gegossen – siehe dazu die darauffolgende Anleitung für das dritte Nest :)
DSC04124(2).jpg
Nach dem der Gips dann eine Stunde vor sich hin getrocknet hat, habe ich ihn aus der CD Hülle befreit. Wie man sieht ist hier das ein oder andere am Gips abgesplittert, da die CD Hülle innen kleine „Laschen“ hatten und durch die noch vorhandene Feuchtigkeit ließ sich das ganze auch recht schwer befreien. Man hätte den Gips mit einer längeren Trockenzeit ggf leichter raus bekommen, aber dann wäre das bearbeiten wiederum schwerer gefallen.
DSC04125.JPG
Um diesmal nicht zu groß zu werden, habe ich ein kleines Vergleichsbild gemacht – das pinke ist besagtes Diamond Painting Werkzeug und die winzigen Tetramorium sp neben einem „riesigen“ Heuschreckenbein.
DSC04127.JPG
Und hier sind besagte Ausgrabungen der Nistkammern. Ich habe als erstes die Ränder des Gipses und den Bereich des Wassertanks gesäubert. Anschließend habe ich die Kammern in den Gips geritzt und diese dann ausgehöhlt. Erst zum Schluss kamen dann die Gänge dazu. Die Gänge haben nur 2 bis 3 mm – halt die Größe des goldenen Teils des Diamond Painting Werkzeugs mit denen ich die ausgekratzt habe. Und ja, so klein zu arbeiten war echt eine Herausforderung!
DSC04129.JPG
Die Nistkammern habe ich letztendlich noch mit etwas gröberen Sand befüllt, dieses dann vorsichtig in die Hülle, die ich vorher auch wieder von Gipsrückständen befreit hatte, gelegt und alles mit Klebestreifen verschlossen.
DSC04133.JPG
Der Wassertank wurde mit dem Schwamm befüllt, von hinten mit einem schmalen Stück der Hartschaumplatte verschlossen und kleine Füße zur Stabilisierung mit Heißkleber befestigt. Fertig!
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Das Verpackungs-Nest
Materialien
- Frischkäseverpackung oder ähnliches (besser 2 identische parat haben)
- Cutter oder Skalpel
- Gips
- Schraubendreher oder sonstiges zum Ausheben von Kammern und Gängen
- Klebestreifen, Heißkleber oder sonstiges
- Schwamm
- kleines Stück Gitter
- Knete

Vorgehensweise
Da ich bei der CD-Hülle noch zu viel Gips übrig hatte, habe ich diesen kurzerhand in eine leere Frischkäsebox gegossen. Vorher habe ich an der einen langen Seite noch etwas Knete für einen Wassertank und an der kurzen Seite einen Nesteingang angeklebt. Den „überschüssigen“ Gips habe ich mit einem Lineal glatt gestrichen und dann alles wieder mehr als eine Stunde ruhen gelassen, da ich mit der CD Hülle noch beschäftigt war.
DSC04124.JPG
Den Gipsblock da jedoch wieder raus zu bekommen, war fast ein Ding der Unmöglichkeit… Letztendlich habe ich unten den Boden entfernt, seitlich eingeschnitten und ihn dann irgendwie raus gedrückt bekommen. Wenn man hier nun eine baugleiche zweite Box hat, kann man die erste ohne Bedenken zerschneiden und entsorgen. Ich musste aber die zerschnittene Box wiederverwenden und habe die Schnitte zum Schluss mit Heißkleber repariert.
Die Kammer mit der Knete hatte ich dann gesäubert und mit einem Cutter zurecht geschnitten. Gleiches habe ich dann mit dem Nesteingang gemacht und eine „Gründungskammer“ in den Gips eingearbeitet. Hier habe ich versucht unterschiedliche Höhen mit einzubauen und da das Nest gedanklich für die Camponotus genutzt werden soll, durfte alles etwas größer ausfallen. Bei dem durchsichtigen Deckel habe ich ein kleines Rechteck ausgeschnitten und mit einem kleinen Gitter und Heißkleber wieder verschlossen. Dieser Teil liegt über dem Wassertank und ist durch das Gitter einfach mit einer Spritze befüllbar.
Dann fehlte nur noch der Nesteingang in der Box und das Nest konnte dann auch schon in die Arena gestellt werden.
DSC04130.JPG
DSC04131.JPG
DSC04132.JPG
Das Nest soll nur als vorübergehende Zwischenlösung dienen, falls die Camponotus in naher Zukunft schon was anderes beziehen wollen würden. Doch noch scheint es Ihnen in ihrem RG mehr als genug zu gefallen :)
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#2 Jai's Gipsnester

Beitrag von Intro » 4. August 2022, 20:15

Sieht richtig gut aus, freue mich für dich, wenn das große irgendwann richtig im Einsatz ist. Habe heute auch meine ersten beiden Gipsnester erstellt, allerdings habe ich ein paar Anfängerfehler gemacht, die der Optik zulasten gehen...

Danke für die Inspiration!
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#3 Jai's Gipsnester

Beitrag von Gäbi » 5. August 2022, 12:53

Wow vielen Dank für die coolen Ideen udn die tolle Anleitungen, ich denke damit werde ich meinen Camponotus im Winter dann auch ein kleines Nest basteln - das andere Nest wird noch für eine Weile zu gross sein.
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