größere Ameisen im Haus - Hilfe bei der Bestimmung

Bestimmungsanfragen - bitte auf genaue Angaben achten.
PincoPallino

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#9 größere Ameisen im Haus - Hilfe bei der Bestimmung

Beitrag von PincoPallino » 18. Februar 2021, 00:38

Hallo Wolfi,

wenn die Art wirklich auf der Roten Liste steht, könnte sie besonders geschützt sein. Damit dürfte man sie nicht einfangen, sagt mir mein Laienwissen.

Du könntest sie aber unterstützen, indem du ihnen auf deinem Grundstück einfach gute Lebensbedingungen verschaffst, vielleicht ein paar Holznester irgendeiner Art aufstellst. Das scheint ja ihr bevorzugtes Nistmaterial zu sein. Dann haben sie bei dir so etwas wie ein Refugium und können sich von da aus weiter ausbreiten.

Oder du holst dir die Kolonie von Conman :) Dagegen gäbe es sicher nichts einzuwenden, zumindest moralisch. Die könntest du dann auch zum Schwärmen raus lassen. Das wäre dann sogar gut für den Genpool der Ameisen in deiner Umgebung.

Grüße vom Pinco

PS: Ich habe leider keine Ratschläge, wie man an die Kolonie rankommt...

Conman
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#10 größere Ameisen im Haus - Hilfe bei der Bestimmung

Beitrag von Conman » 18. Februar 2021, 10:36

Guten Morgen,

vielen, vielen Dank... Camponotus fallax ist des Rätsels Lösung.
Toll, dass ihr die erkannt habt.

Ich habe die Tierchen gestern noch eine Weile beobachtet.
Es sieht so aus, als würden sie an einem bodentiefen Fenster unter das Parkett krabbeln (leider verklebt :-( )
Derzeit bin ich noch weit davon entfernt, das Ganze rauszureißen um nachzuschauen und hoffe, dass die nicht irgendwann in andere Zimmer ausschwärmen.

Hat jemand eine Idee, wie ich nun vorgehen sollte?
Mittelfristig müssen sie jedenfalls raus aus dem Haus.

Es ist immerhin schön zu wissen, dass das Volk recht klein ist.

Grüße
Conny
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Maddio

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#11 größere Ameisen im Haus - Hilfe bei der Bestimmung

Beitrag von Maddio » 18. Februar 2021, 20:59

Rapunzula hat geschrieben:
17. Februar 2021, 22:55
Hallo Wolfie,
ich habe im letzten Jahr irgendwo gelesen (keine Ahnung mehr wo, ich lese so viel) dass man das nicht machen soll. Irgendwie tönt es sehr fürsorglich Ameisen so eine Starthilfe zu geben, aber die Chance dass eine ausgesetzte Kolonie dann überlebt ist geringer als wenn die Königin normal in der Natur gründen kann! Das Weil sie ein Leben mit fressfeinden nicht gewohnt sind!
Es wird davon abgeraten!

Gruss
Hi Rapunzula,

diese Darstellung finde ich ein wenig pauschalisierend. Was du meinst, ist vermutlich auf unsere hügelbauenden Waldameisen (Formica s. str.) bezogen? Dabei geht es vordergründig meist darum, ein Haltungsverbot zu umgehen, weil man es ja vermeintlich "für eine gute Sache" macht, und nicht etwa, weil man die Tiere halten will ;)

Es gibt auf andere Gattungen bezogen aber durchaus Erfolge zu vermelden, z.B. schreibt Boro von einer 90%-igen Erfolgsquote bei dem Auswildern von Polyergus rufescens:
http://www.ameisenportal.eu/viewtopic.p ... 3710#p3710

Würde man deiner Argumentation folgen, dann wären diese obligatorischen Duloten nicht in der Lage dazu, erfolgreiche Raubzüge durchzuführen, da sie das Verhalten in der Gefangenschaft nicht haben erlernen können. Ein gewisses Verhaltensrepertoire ist aber in den genetischen Code "einprogrammiert"; bei P. rufescens sind es z.B. die Raubzüge die zum Überleben benötigt werden und wohl bei allen Arten "ein Leben mit Fressfeinden". Dieses Verhalten muss nicht erst erlernt werden und kann auch nicht "abgewöhnt" werden durch eine Haltung in Gefangenschaft.

Überhaupt würde mich interessieren, auf welcher Datengrundlage du die Aussage triffst, dass die Chancen für eine normale Gründung in der Natur größer seien, als für eine herangezogene Kolonie, die ausgesetzt wird. Da spielen so viele Variablen rein; wo wird die Kolonie genau ausgesetzt, wie groß ist die Kolonie etc..

Wir alle wissen, dass die Chance für eine Jungkönigin in der Natur auf sich allein gestellt ein Nest zu gründen verschwindend gering ist. Sagen wir rein hypothetisch die Chance liegt für eine einzelne Königin bei 0,1% erfolgreich eine Kolonie zu gründen, die sich behaupten kann und auch geschlechtsreif wird. Das wäre dann eine erfolgreiche Königin auf 1.000 erfolglose Königinnen, ein nicht ganz unrealistischer Wert. Eine ausgesetzte Kolonie soll dann nur eine Chance von z.B. nur 0,09% haben, oder wie ist das zu verstehen? Oder anders ausgedrückt, eine sehr geringe Chance wird noch geringer? Ich habe da meine Zweifel :?

LG Maddio
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#12 größere Ameisen im Haus - Hilfe bei der Bestimmung

Beitrag von Rapunzula » 18. Februar 2021, 22:55

Maddio hat geschrieben:
18. Februar 2021, 20:59
Überhaupt würde mich interessieren, auf welcher Datengrundlage du die Aussage triffst,
Hallo Maddio,

Ich habe doch genau geschrieben:
“... ich habe im letzten Jahr irgendwo gelesen (keine Ahnung mehr wo...“ es tut mir leid das ich nicht mehr weiß wo.

Und ob jemand Ameisen hält die man halten darf oder nicht, ist mir im Prinzip egal!
Ich habe nur gesagt, dass man das nicht machen sollte und fertig!
Ist mir auch klar, dass viele Verhaltensweisen genetisch bedingt sind und das man die nicht verlernen kann! Das ist doch bei jedem Lebewesen so, Du konntest nach der Geburt auch (so wie ich auch) aufeinmal einfach Atmen!
Maddio hat geschrieben:
18. Februar 2021, 20:59
Wir alle wissen, dass die Chance für eine Jungkönigin in der Natur auf sich allein gestellt ein Nest zu gründen verschwindend gering ist. Sagen wir rein hypothetisch die Chance liegt für eine einzelne Königin bei 0,1% erfolgreich eine Kolonie zu gründen, die sich behaupten kann und auch geschlechtsreif wird. Das wäre dann eine erfolgreiche Königin auf 1.000 erfolglose Königinnen, ein nicht ganz unrealistischer Wert. Eine ausgesetzte Kolonie soll dann nur eine Chance von z.B. nur 0,09% haben, oder wie ist das zu verstehen? Oder anders ausgedrückt, eine sehr geringe Chance wird noch geringer? Ich habe da meine Zweifel
Wie Du das auch immer meinst! Eigentlich das was ich meinte dass das nicht viel bringt, aber Ok!

Gruss
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#13 größere Ameisen im Haus - Hilfe bei der Bestimmung

Beitrag von Maddio » 18. Februar 2021, 23:26

Hi Rapunzula,

danke für deine Antwort!
Rapunzula hat geschrieben:
18. Februar 2021, 22:55
Ich habe doch genau geschrieben:
“... ich habe im letzten Jahr irgendwo gelesen (keine Ahnung mehr wo...“ es tut mir leid das ich nicht mehr weiß wo.
Das verstehe ich. Was ich zum Ausdruck bringen möchte ist, dass man vielleicht nicht alles was man irgendwann mal, irgendwo gelesen hat, unkritisch als Fakt wiedergeben sollte. Mir passiert das selbst auch regelmäßig, und ich bin dann froh, wenn mich jemand darauf hinweist :)
Rapunzula hat geschrieben:
18. Februar 2021, 22:55
Und ob jemand Ameisen hält die man halten darf oder nicht, ist mir im Prinzip egal!
Ich habe nur gesagt, dass man das nicht machen sollte und fertig!
Das würde sich dann ja auf geschützte Arten beziehen, wie die genannten Formica s. str.. Das magst du so gemeint haben, ergibt sich aber nicht aus dem Geschriebenen. Ich hoffe du bist mir nicht böse, dass ich darauf hinweise. In dem Fall der Formica s. str. bin ich auch absolut dabei, dass eine Starthilfe unterlassen werden sollte und abgesehen von der zweifelhaften Sinnhaftigkeit eines solchen Vorhabens ganz einfach auch nicht erlaubt ist.
Rapunzula hat geschrieben:
18. Februar 2021, 22:55
Ist mir auch klar, dass viele Verhaltensweisen genetisch bedingt sind und das man die nicht verlernen kann! Das ist doch bei jedem Lebewesen so, Du konntest nach der Geburt auch (so wie ich auch) aufeinmal einfach Atmen!
Du hattest jetzt konkret erwähnt, dass Ameisen sich anders verhalten, wenn sie zunächst ohne Fressfeinde gehalten werden. Und in diesem konkreten Punkt habe ich starke Zweifel, ob das tatsächlich der Fall ist. Es gibt inzwischen Studien die zeigen, dass Insekten durchaus lernfähig sind und das Ganze muss sicher noch weiter untersucht werden. Jedenfalls ist mir die Aussage "es wird von einer Auswilderung abgeraten, da sie ein Leben mit Fressfeinden nicht gewohnt sind" etwas zu trivial.

Es gibt allerdings eine ganze Reihe guter Gründe, um Kolonien je nach Situation nicht auszuwildern (z.B. intraspezifische Homogenisierung, bei nicht selbst vor Ort gesammelten Kolonien; Einführung von Myrmekophilen, welche vorher in der Population nicht vorhanden waren...), die an dieser Stelle angeführt werden könnten und die aus meiner Sicht überzeugender sind.

LG Maddio

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#14 größere Ameisen im Haus - Hilfe bei der Bestimmung

Beitrag von Wolfi91 » 19. Februar 2021, 00:01

Hey Conman,

Das du die Königin irgendwie erwischt oder die Kolonie retten kannst ist sehr unwahrscheinlich.
Da ich die auch nicht in meinen Holzbalken sitzen haben wöllte bleibt nur das töten übrig.
Bin da auch echt ratlos. Ob solche Spinnereien wie Parafinöl helfen glaube ich weniger und von Backpulver bin ich kein Fan.

Ich persönlich, wäre es mein Haus, würde einsaugen was mir unter die Augen kommt. Und den Sauger mal am Loch ansetzen in dem sie verschwinden :lol:. Und das eben immer wieder. Mit der Hoffnung mehr zu erwischen wie nachproduziert werden und die Kolonie so immer weiter ausdünnen.

Die Löcher zuzustopfennist ne miese Idee. Weil dann kann es sein sie fressen sich wo anders durch wo du nicht einsehen kannst und du verlierst sie aus den Augen.

Grüße Wolfi
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#15 größere Ameisen im Haus - Hilfe bei der Bestimmung

Beitrag von Maddio » 19. Februar 2021, 20:28

Wolfi91 hat geschrieben:
19. Februar 2021, 00:01
Ich persönlich, wäre es mein Haus, würde einsaugen was mir unter die Augen kommt. Und den Sauger mal am Loch ansetzen in dem sie verschwinden :lol:. Und das eben immer wieder. Mit der Hoffnung mehr zu erwischen wie nachproduziert werden und die Kolonie so immer weiter ausdünnen.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Camponotus in einem Staubsauger überleben und einfach unbeeindruckt vorne aus dem Rohr wieder rauskrabbeln (leistungsstarker Miele-Staubsauger, für lange Zeit laufen gelassen, Unterdruck erzeugt, alles versucht). Um damit erfolgreich zu sein, muss man im Grunde nach jedem Saugen den Staubsaugerbeutel entnehmen, mit kochendem Wasser übergießen und dann entsorgen. Einfrieren geht auch.

Solange es wirklich nur Camponotus fallax mit ihren kleinen Kolonien sind, dürften sich die angerichteten Schäden in der Wohnsubstanz enorm im Rahmen halten. Vielleicht ist es wirklich das Beste, sich einfach mit den Tieren zu arrangieren.

LG Maddio

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#16 größere Ameisen im Haus - Hilfe bei der Bestimmung

Beitrag von Rapunzula » 19. Februar 2021, 20:49

Maddio hat geschrieben:
19. Februar 2021, 20:28
dass Camponotus in einem Staubsauger überleben und einfach unbeeindruckt vorne aus dem Rohr wieder rauskrabbeln (leistungsstarker Miele-Staubsauger, für lange Zeit laufen gelassen,
Hat zwar nix mit der Problematik in diesem Thread zu tun, aber überleben die auch einen Dyson-Staubsauger (es soll keine Werbung sein) mit seinem Zyklon oder wie das Verwirbelungsteil heißt. Brechen sich da die Ants nicht sämtliche Gleidmassen. Bei einem herkömmlichen Staubsauger werden die sich gemäss meiner Theorie nur an den Beutel gepresst, beim Zyklonensauger kotzt man doch nur schon beim zuschauen!

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