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Camponotus barbaricus - Integration einer neuen Gyne in eine bestehende Kolonie

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sammy90

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#17 Camponotus barbaricus - Integration einer neuen Gyne in eine bestehende Kolonie

Beitrag von sammy90 » 27. März 2026, 13:18

Antkönig ↑
27. März 2026, 09:00
Erne ↑
26. März 2026, 16:30

Wir sprechen bei dieser Art von keiner sozialparasitären, d. h. in meinen Augen kann die fremde Königin auch keinen Geruch „annehmen“, wie es z. B. L. fuliginosus und Co. machen.

Ist das nicht der Beweis dafür, dass die Geruchsannahme ein Weg ist, um eine Königin ins Volk zu bringen?

Wenn ich fragen darf, woraus begründet es sich, dass eine Königin keinen Geruch annehmen kann?

Bei sozialparasitären Arten sprechen wir davon, dass Königinnen häufig beim Eindringen so gut wie "geruchslos" sind. Erst später wird dann der Duft der fremden Kolonie übernommen. C. barbaricus macht das nicht, wieso auch, in der Natur würde sie ja einfach ihre Kolonie selber gründen. Sie kommt somit bereits mit ihrem eigenen Duft und wird sich auch beim Einsetzen erstmal nicht anpassen. Wie es dann später abläuft, wenn z.B. auch Nahrungsaustausch stattfindet, weiß ich nicht. Ich schätze, durch einen späteren engen Kontakt gleichen sich die Geruchsprofile immer mehr an.
Deshalb wäre mein Ansatz, um eine Königin erfolgreich einzugliedern erst sicherzustellen, dass die Kolonie keine verbleibenen Pheromone der alten Königin hat.

Guter Punkt. Derzeit sind die Arbeiterinnen noch an der toten Königin beschäftigt als würden sie es nicht wahr haben, dass sie nicht mehr lebt.

tote_k.jpeg

Ich werde sie noch über das Wochenende so liegen lassen und hoffe, dass die Arbeiterinnen ein klares Zeichen geben, dass sie sie für tot halten. In jedem Fall, werde ich die Königin danach entfernen. Dann werde ich versuchen die restlichen Arbeiterinnen aus dem Bereich zu bekommen. Ob ich dann sauber mache oder nicht, muss ich noch überlegen / diskutieren. Sauber machen würde Sinn machen weil die tote Königin dort lag und wahrscheinlich recht starken Duft verteilt hat (auch wenn sie tot ist?!). Nicht sauber machen würde Vorteile bringen wenn man generell den Duft der Kolonie in dem Bereich behalten will.

Was meint ihr?

Edit: ich hatte noch eine etwas wilde Idee, die tote Königin ein mal in der Mitte zu zerschneiden um es ggf. den Arbeiterinnen leichter zu machen zu merken dass sie tot ist?




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#18 Camponotus barbaricus - Integration einer neuen Gyne in eine bestehende Kolonie

Beitrag von Antkönig » 27. März 2026, 13:45

Barristan ↑
27. März 2026, 11:09

So ganz ist das aber nicht korrekt. Manche sozialparasitären Königinnen töten eine Arbeiterin der Wirtsart und versuchen so den Koloniegeruch der Wirtskolonie zu übernehmen (z. B. Lasius umbratus machen das), damit sie unbemerkt eindringen können. Würden sie das nicht tun, würde die Wirtskolonie diese sofort wahrnehmen und töten. Diese Arten haben gelernt das selbständig zu tun. Aber wenn man nachhilft, so dass der Koloniegeruch übernommen bzw. sich vermischt, könnte es auch bei nicht parasitären Arten klappen mit der Adoption.

Vollkommen richtig, das ist eine von vielen Strategien. Ich denke auch das die Adoption durchaus gelingen kann, nur denke ich eben das es dafür von Vorteil wäre die alte Königin zu entfernen. In Ameisenkolonien verläuft meist ein Großteil der Kommunikation über Duftstoffe. Ich denke, am ehesten "verstehen" tun es also die Ameisen, dass die Königin tot ist bzw. nicht mehr vorhanden ist, wenn ihr Geruch verschwindet.




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#19 Camponotus barbaricus - Integration einer neuen Gyne in eine bestehende Kolonie

Beitrag von sammy90 » 31. März 2026, 14:21

So, ich habe noch eine Weile gewartet ob die Arbeiterinnen die Königin als tot ansehen. Ich bin mir nicht ganz sicher ob es geklappt hat, aber sie war Richtung Müllberg gelegt und etwas ungünstiger platziert als vorher.

Ich habe nun die tote Königin entfernt und beide Ausgänge verstopft. Zusätzlich habe ich die Arbeiterinnen nun auch aus dem Aussenteil entfernt. Mit Watte ging das erstaunlich gut, da sich die Arbeiterinnen entweder verfangen haben oder sich daran festgekrallt hatten. Somit konnte man sie leicht antupfen und immer einen Teil rausholen.

Die Watte konnte ich einfach in der grösseren Aussenwelt ablegen.

watte.jpeg

Der kleine Aussenteil ist nun leer:

leer.jpeg

Und ich es mit Alkohol und Wasser gesäubert um den Geruch der toten Königin loszuwerden. Nun ist natürlich auch der Geruch der Kolonie weg, aber ich glaube es ist wichtiger den der Königin los zu werden.

sauber.jpeg

Wie ich bereits gesagt habe, finde ich das Nest eigentlich sehr gut. Der einzige riesige Nachteil ist dass der Innenteil (rechte Hälfte und linke Hälfte) nicht verbunden sind ausser durch den oberen äusseren Teil. Super nervig! Nun muss ich halt aufpassen, dass die rechte Seite nicht verhungert, da ich ja den Weg versperrt habe. Das limitiert leider auch etwas wie lange ich warten kann.

Ich bin mir nicht ganz sicher wie ich weiter machen soll. Ich könnte den oberen Teil nun wieder aufmachen und die Kolonie verbinden, den Duft wieder ansammeln lassen und, im Notfall, wieder die Ausgänge verschliessen und die restlichen Arbeiterinnen rausholen.

Die neue Königin hat bisher 1 Nanite und 1 Larve. Würdet ihr sie noch ein wenig in Ruhe lassen, oder soll ich bereits Futter anbieten?

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#20 Camponotus barbaricus - Integration einer neuen Gyne in eine bestehende Kolonie

Beitrag von Antkönig » 31. März 2026, 15:50

Hi zusammen,

das Nest ist in der Tat ungünstig für deinen Versuch. Kannst du nicht vielleicht die beiden Zugänge, die nun mit Watte verschlossen sind, mit Hilfe eines Schlauchs wieder verbinden? So können die Ameisen auf der rechten Seite wenigstens auf die linke Seite gelangen. Du könntest in diesem Zuge auch versuchen das Reagenzglas der neuen Königin an dieses Schlauchsystem anzuschließen. Ich hätte da Folgendes im Kopf: du schließt einen Schlauch an das Reagenzglas an. Dieser ist mit feiner Gaze verschlossen. So kommt erstmal nichts in das RG rein oder raus. Zusätzlich würde ich das andere Ende des Schlauchs, welches an das Schlauchsystem der Kolonie angeschlossen wird (im Optimalfall der Schlauch zwischen den beiden Nesthälften) ebenfalls mit feiner Gaze verschlossen. So gehst du sicher das die Tiere sich nicht berühren, aber trotzdem der Nestgeruch zur neuen Königin gelangt und umgekehrt. Alles sehr experimentell, aber es könnte funktionieren.

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#21 Camponotus barbaricus - Integration einer neuen Gyne in eine bestehende Kolonie

Beitrag von sammy90 » 31. März 2026, 17:09

Antkönig ↑
31. März 2026, 15:50

Hi zusammen,

das Nest ist in der Tat ungünstig für deinen Versuch. Kannst du nicht vielleicht die beiden Zugänge, die nun mit Watte verschlossen sind, mit Hilfe eines Schlauchs wieder verbinden? So können die Ameisen auf der rechten Seite wenigstens auf die linke Seite gelangen. Du könntest in diesem Zuge auch versuchen das Reagenzglas der neuen Königin an dieses Schlauchsystem anzuschließen. Ich hätte da Folgendes im Kopf: du schließt einen Schlauch an das Reagenzglas an. Dieser ist mit feiner Gaze verschlossen. So kommt erstmal nichts in das RG rein oder raus. Zusätzlich würde ich das andere Ende des Schlauchs, welches an das Schlauchsystem der Kolonie angeschlossen wird (im Optimalfall der Schlauch zwischen den beiden Nesthälften) ebenfalls mit feiner Gaze verschlossen. So gehst du sicher das die Tiere sich nicht berühren, aber trotzdem der Nestgeruch zur neuen Königin gelangt und umgekehrt. Alles sehr experimentell, aber es könnte funktionieren.

Hi Antkönig!

Danke für deinen Kommentar. Ich hab daraufhin mal nach Schläuchen geschaut und dabei mein altes Antcanada-Zeug gefunden. Da ist ein kleines Mini-Nest und ich könnte es als Nest im Nest platzieren! Das Gute ist, dass das Nest vollständig abgeschottet ist und die Stopfen Löcher haben. Somit kann der Geruch sich verbreiten, aber die Königin sollte vollständig geschützt sein. Leider ist im Aussenbereich dann nicht mehr viel Platz. Wenn ich dann die Watte entferne, mache ich mir etwas Sorgen, dass dann der Bereich überschwärmt wird. Vielleicht stelle ich erst mal das Nest rein und klebe die Zugänge mit einem Gitter ab, sodass der Geruch schon mal so zieht. Ich glaube nicht, dass die rechte Seite sehr leider würde, wenn ich sie ca. 1 Woche nicht füttere. Wasser haben sie ja. Vielleicht mache ich auch die Löcher kleiner, sodass nur kleine Arbeiterinnen in den Bereich kommen können.

mini-nest.jpeg
gaze.jpeg
nestimnest.jpeg



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#22 Camponotus barbaricus - Integration einer neuen Gyne in eine bestehende Kolonie

Beitrag von PincoPallino » 31. März 2026, 17:21

Diese AC-Mini-Arenen sind sehr praktisch. In deinem Fall schützen sie die Königin sogar vor Säureattacken. Sie dürfte darin perfekt geschützt sein und ihren Geruch auch über die Löcher im Deckel verbreiten können.

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#23 Camponotus barbaricus - Integration einer neuen Gyne in eine bestehende Kolonie

Beitrag von sammy90 » 31. März 2026, 17:26

PincoPallino ↑
31. März 2026, 17:21

Diese AC-Mini-Arenen sind sehr praktisch. In deinem Fall schützen sie die Königin sogar vor Säureattacken. Sie dürfte darin perfekt geschützt sein und ihren Geruch auch über die Löcher im Deckel verbreiten können.

Somit werde ich mal die Tube der aktuellen Königin anschliessen und hoffe, dass sie selbständig rüber geht. Leider ist dann kein Platz mehr eine weitere Tube mit Futter anzuschliessen, aber es ist ja bisher auch nur eine Königin mit 1 Nanite, somit kann ich das Nest rausholen und dann den Deckel aufmachen und einen Tropfen Zuckerwasser rein machen.

Irgendeine Meinung ob ich die Watte dann bereits entfernen soll? Ich hab etwas Sorge zurück zu kommen und das gesamte Nest ist mit zig Arbeiterinnen bedeckt xD




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#24 Camponotus barbaricus - Integration einer neuen Gyne in eine bestehende Kolonie

Beitrag von PincoPallino » 31. März 2026, 18:12

Ich würde nicht lange damit warten. Vielleicht ist es besser, wenn sich der Geruch langsam ausbreitet und die Arbeiterinnen nicht nach Tagen in eine dicke Pheromonwolke laufen.

Wenn sie das Nest bedecken wollen, werden sie es sowieso tun. Ob heute oder morgen.

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