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Anfängerfragen zu kleinen Koloniegrößen und Arten mit wenig Ausbruchsgefahr

Naldi
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#1 Anfängerfragen zu kleinen Koloniegrößen und Arten mit wenig Ausbruchsgefahr

Beitrag von Naldi » 5. September 2022, 17:01

Hallo ihr Lieben :D
Ich bin noch neu im Forum und seit ein paar Wochen stille Mitleserin.
Ich habe vor, mir Ameisen anzuschaffen. Möchte mich aber im Vorfeld ausführlich informieren.

Da ich noch unerfahren bin und sicher sein will meine Kollonie bis zum Schluss umsorgen zu können, brauche ich eure Erfahrung.

Gesucht ist, eine Kolonie, deren Wachstum überschaubar ist, sowohl was die Anzahl der Ameisen als auch den Platzbedarf betrifft.
Das hat den Hintergrund, dass ich ungerne mit einfrieren oder abkochen das Wachstum regulieren möchte und auch nicht durch aussetzen oder abgeben eine mir über den kopfwachsende Kolonie loswerden will.


Außerdem sollte es keine all zu ausbruchsfreudige Art sein, und (da ich ein etwas ängstlicher Mensch bin :lol: ) sollte sie im Falle eines Ausbruchs, keinen großen Schaden herbeiführen.

Ich habe mich ja schon etwas belesen und bin bei folgenden Arten hängen geblieben:
Leptothorax
Temnothorax
Formica (Serviformica) fusca
Camponotus lateralis

Und, von einem Armeisenshop würde schließlich noch zur Messor barbarus geraten, mit dem Hinweis durch die Menge an Futter könne ich das Wachstum regulieren...eine Meinung die hier nicht so populär zu sein scheint.

Bei den beiden erst genannten bin ich recht sicher, dass sie meinem Anspruch an die Große gut genügen...nicht so sicher bin ich mir hingegen, wie ich sie ausbruchssicher Unterbringen kann.

Eine Unterkunft basteln, so habe ich mitbekommen, wird Anfängern eher nicht empfohlen. Vielleicht habt ihr ja neben einem Tipp zur Art, auch einen Tipp zu geeigneten Unterbringungen?

Letzte Frage noch :lol: wie ist denn die Rechtslage, bzgl einfachen von Königinnen oder Kolonien. Es wird ja besonders Anfängern dazu geraten, im die Tiere auch wieder aussetzen zu können. Weiß da jemand genaueres?

Liebe Grüße und vielen Dank für eure Hilfe! :D
Naldi

AtTheAnt
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#2 Anfängerfragen zu kleinen Koloniegrößen und Arten mit wenig Ausbruchsgefahr

Beitrag von AtTheAnt » 5. September 2022, 17:18

Willkommen beim geilsten Hobby überhaupt.

Bei der rechtlichen Grundlage zum Aussetzen bin ich mir ziemlich sicher, dass du aussetzen könntest, was nicht invasiv ist. Mit Rücksicht auf einer intraspezifische Homogenisierung würde ich empfehlen, nur auszuwildern was du auch in der Gegend gefangen hast.

Theoretisch kann man über das Futterangebot die Koloniegröße regulieren. Allerdings werden Ameisen häufig 2-3 Jahre. Es gibt da also einen gewissen Versatz in der Geburtenkontrolle. Ich denke, dass es durchaus machbar wäre, deine Kolonie arm an Proteinen zu füttern. Erfahrungen habe ich damit keine. Die zuerst genannten Arten scheinen mir gut geeignet.

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Harry4ANT

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#3 Anfängerfragen zu kleinen Koloniegrößen und Arten mit wenig Ausbruchsgefahr

Beitrag von Harry4ANT » 5. September 2022, 23:57

Hallo Nadi und Willkommen im Forum,

bzgl. dem Fangen von Ameisen Gynen:

https://crazyants.de/gedanken-zur-haltu ... nd-fangen/

-->
- Sammle nur Gynen bei einem Schwarmflug, bitte keine Kolonien ausbuddeln oder ähnliches.

- Nur Gynen die ihre Flügel abgeworfen haben (diese sind wahrscheinlich begattet) und wenn du sicher bist, dass es sich nicht um eine geschützte Art handelt.

- Späteres Aussetzen nur von Ameisen, welche du auch in der Gegend gefangen hast.


Hinsichtlich der passenden Ameisenart für dich:

Hast du die Möglichkeit den Tieren eine Winterruhe (Kühlschrank, Keller, Garage, ...) zu gewährleisten oder wäre dir eine exotische Art, ohne WR angenehmer?

Und was heißt bei dir "überschaubarer Platzbedarf) oder anders formuliert; was kannst & möchtest du den Tieren mittel- bis langfristig an Platzt zur Verfügung stellen?


Die von dir genannten Arten sind alles für Einsteiger gut geeignet (alle mit WR).

Bei den Leptothorax & Temnothorax hast du, was den Platz- und Futterbedarf angeht, sicher mit die genügsamsten Ameisenarten. Dafür sind die Arbeiterinnen recht klein und eher ruhige Gesellen - lassen sich aber mit einer guten Handlupe sehr schön beobachten.

Etwas mehr Tumult, entsprechend auch mehr Platz und Futterbedarf dürfte dich bei Formica fusca erwarten. Vom Verhalten und Optik ähnlich den oft gewählten Lasius niger, wobei die Koloniegröße deutlich überschaubarer bleibt.

Camponotus lateralis hatte ich selbst nie in der Haltung, sind bzgl. der Aktivität & Platzbedarf wahrscheinlich zwischen F. fusca und Temnothorax anzusiedeln mit einer eher langsamen Entwicklung & klein bleibenden Kolonien --> Könnte ein guter Kompromiss für dich sein.


Messor barbarus ist auch eine ganz tolle (Einsteiger-)Ameisenart, diese bilden aber wirklich sehr große Kolonien.
Von der Methode die Koloniegröße durch das Futter zu begrenzen halte ich persönlich nicht viel, aber das muss jeder für sich entscheiden.
A.octospinosus_ 4) _C.cosmicus_ 4) _T.nylanderi_ 4) _C.nicobarensis_ 4) _P.megacephala_ 4) _A.gracilipes_ 4) _M. barbarus_ 4) _C.japonicus_ 4) _C.fellah

Wolfi91

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#4 Anfängerfragen zu kleinen Koloniegrößen und Arten mit wenig Ausbruchsgefahr

Beitrag von Wolfi91 » 6. September 2022, 11:34

Heyhey,

falls dir keine Winterruhe möglich ist. Kannst du dich mal zu den Camponotus cf. albosparsus einlesen. Halten keine Winterruhe. Die Kolonien sollen überschaubar sein 1.000-1.500 und auch die Arbeiter selbst sind nicht sehr klein was den Ausbruchsschutz etwas erleichtert, sind aber auch nicht besonders groß was wiederum den Platzbedarf etwas minimiert.

Ich meine in einem ameisen onlineshop (Antstore oder myants bin mir nicht sicher) gibt es die aktuell auch mit bis zu 25 Arbeitern zu kaufen. Wäre für einen Anfänger jedenfalls besser wie mit 3-5 Arbeiter zu starten.

Grüße Wolfi

Naldi
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#5 Anfängerfragen zu kleinen Koloniegrößen und Arten mit wenig Ausbruchsgefahr

Beitrag von Naldi » 6. September 2022, 13:03

Vielen Dank, für die verschiedenen Antworten :) ihr helft mir sehr weiter!

Dann scheine ich mit den Arten die ich in die Nähere Auswahl genommen habe ja nicht ganz falsch zu liegen :)

Der Kompromiss mit den Camponotus lateralis hört sich erstmal gut an...wobei ich vermutlich, wenn ich mit selber eine Königin fangen würde, auch nicht allzu wählerisch sein kann.

Auch die Art von dir, Wolfi werde ich mir nochmal genauer anschauen. Eine Winterruhe kann ich prinzipiell ermöglichen, aber natürlich fände ich es schön, wenn es auch im Winter was zu beobachten gibt, denn das ist ja grade die Jahreszeit wo man viel zuhause sitzt :D Allerdings ist die Königin, mit mehreren Arbeiterinnen gar nicht mal so preiswert. Das muss ich noch mal überlegen.

Zu dem Platz den ich den Ameisen gerne zur Verfügung stellen würde: Ich hatte für eine ausgewachsenen Kolonie an ein Nest + 2 Arenen (ca. 30*30*30) gedacht. Ob das so Sinn macht hängt ja vermutlich auch von der Art ab, für die ich mich entscheide. Es sollen aber lieber zwei kleinere Becken sein, damit ich etwas mehr Spielraum habe, wo ich die Ameisen platzieren und wenn ich es richtig verstanden habe, ist etwas Schlauch dazwischen grade für größere Kolonien sinnvoll, um ihnen Laufwege zu ermöglichen.

Noch mal vielen Dank und über weitere Denkanstoße freue ich mich :)

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Erne
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#6 Anfängerfragen zu kleinen Koloniegrößen und Arten mit wenig Ausbruchsgefahr

Beitrag von Erne » 6. September 2022, 13:27

Einen Denkanstoß den ich gerne anfügen möchte.
Unabhängig von einer möglichen Art, was möchtest Du in der Ameisenhaltung beobachten und wann möchtest Du es beobachten?
Einige Arten entwickeln sich derart langsam, dass es richtig lange dauern kann bis es in der Arena etwas zu beobachten gibt.
Gerade zu Beginn mit der Ameisenhaltung kann das sehr langweilig werden und die Lust ist vergangen bevor die Haltung richtig angefangen hat.

Grüße Wolfgang
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Naldi
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#7 Anfängerfragen zu kleinen Koloniegrößen und Arten mit wenig Ausbruchsgefahr

Beitrag von Naldi » 6. September 2022, 20:57

Erne hat geschrieben:
6. September 2022, 13:27
Einen Denkanstoß den ich gerne anfügen möchte.
Unabhängig von einer möglichen Art, was möchtest Du in der Ameisenhaltung beobachten und wann möchtest Du es beobachten?
Einige Arten entwickeln sich derart langsam, dass es richtig lange dauern kann bis es in der Arena etwas zu beobachten gibt.
Gerade zu Beginn mit der Ameisenhaltung kann das sehr langweilig werden und die Lust ist vergangen bevor die Haltung richtig angefangen hat.

Grüße Wolfgang
Ich finde es spannend etwas zu gestalten, was von kleinen Bewohnern belebt wird. Ich habe mich schon bei Mäusen und Hamstern ausprobiert, finde aber, dass die Terraristik auch sehr spannende Möglichkeiten bietet und nochmal anders einen Bezug zur Natur herstellt.

Bisher habe ich lediglich ein paar "ewige Terrarien" gestaltet mit einigen Asseln als Bodenpolizei. Und ich stelle es mir spannend vor eine kleine Landschaft für Ameisen zu gestalten, zu beobachten wie die Kolonie sich langsam entwickelt und das Formikarium erkundet.

Tatsächlich, ist mir beim Beantworten eine Frage aber auch klar geworden, dass ich es schöner fände, das ganze Jahr über was zum Beobachten zu haben, daher werde ich mich unter den Exoten nochmal intensiver umschauen, oder Leptothorax oder Temnothorax für den preisgünstigen pflegeleichten Einstige nehmen, mit der Aussicht nach ein paar Jahren etwas Anspruchsvolleres zu halten.

Wäre für die beiden Arten vielleicht sogar ein Setup möglich, was einem „Ewigem Terrarium“ ähnelt? Also in einem 25-30 cm breiten Schraubglas, oder einer breiten Vase mit aufliegendem Deckel, wobei natürlich täglich Wasser und Futter gegeben wird. Oder ist das für die Ameisen von den Bedingungen her unschön, bzw. für einen Einsteiger zu gewagt?

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Harry4ANT

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#8 Anfängerfragen zu kleinen Koloniegrößen und Arten mit wenig Ausbruchsgefahr

Beitrag von Harry4ANT » 6. September 2022, 21:50

Naldi hat geschrieben:
6. September 2022, 20:57
Wäre für die beiden Arten vielleicht sogar ein Setup möglich, was einem „Ewigem Terrarium“ ähnelt? Also in einem 25-30 cm breiten Schraubglas, oder einer breiten Vase mit aufliegendem Deckel, wobei natürlich täglich Wasser und Futter gegeben wird. Oder ist das für die Ameisen von den Bedingungen her unschön, bzw. für einen Einsteiger zu gewagt?
Für Temnothorax durchaus denkbar. Es sollte natürlich über eine Belüftung verfügen und die Öffnung so groß, dass du mit der Hand mal rein kommst wenn nötig.

Ich habe eine solche Kolonie z.B. in einem Setup aus Frischhaltedosen in Haltung:

https://www.ameisenforum.de/vorstellung ... =nylanderi
A.octospinosus_ 4) _C.cosmicus_ 4) _T.nylanderi_ 4) _C.nicobarensis_ 4) _P.megacephala_ 4) _A.gracilipes_ 4) _M. barbarus_ 4) _C.japonicus_ 4) _C.fellah

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