User des Monats März 2025   ---   McLovin84  ---   Danke vom TEAM Ameisenforum  

Ein neuer Anfang

Wo braucht Ihr Hilfe, was an Fragen Eurer Ameisenhaltung möchtet Ihr diskutieren?
Imago
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

#9

Beitrag von Imago » 6. Dezember 2009, 17:57

Hallo polyIV!

Also eine Domestizierung von Lasius flavus, verursacht durch den Menschen, findet ganz bestimmt nicht statt. Eine Domestikation beschreibt z.B. die Isolierung von Wildtieren, welche sich über Generationen hinweg für den "Haushaltsgebrauch" oder der Veranschaulichung für den Menschen anpassen.

Lasius flavus kommt sehr gut mit den Bedingungen aus, inerhalb welcher sich auch Lasius niger wohlfühlt. Lasius flavus ernährt sich in der privaten Haltung ebenfalls oberirdisch von Insekten. Sie passen sich an. Oder besser gesagt, sie haben sich angepasst. In der Natur sieht man Lasius flavus auch tote Insekten eintragen, zwar selten, aber nicht niemals. Dies ist kein Art untypisches Verhalten, es ist in der Natur nur halt nicht die Regel.

Lasius flavus ist nicht so aggressiv wie Lasius niger und ist strenger Nestorientiert, sprich bei gleicher Individuenanzahl sind bei Lasius flavus mehr Individuen in Nestnähe.

LG Imago



Benutzeravatar
Maxi
Einsteiger
Offline
Beiträge: 26
Registriert: 18. April 2009, 16:59
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

#10

Beitrag von Maxi » 6. Dezember 2009, 17:58

Also im Wiki ist es so:
Lasius flavus ernährt sich von Honigtau, welcher von Wurzelläusen ausgeschieden wird. Während der von den Wiesenameisen gehaltenen Winterruhe und bei ausreichender Anzahl der Wurzelläuse ab Mitte Juni werden die Läuse selbst verzehrt.
Durch diese Art der Nahrungsversorgung verlässt die Wiesenameise nur selten das Nest um nach Nahrung zu suchen. Werden die Tiere jedoch in Gefangenschaft in einem Formikarium gehalten, so kann eine verstärkte unnatürliche Außenaktivität beobachtet werden. Da die Wurzellauszucht in der Haltung meist fehlt, sind die Arbeiterinnen gezwungen, oberirdisch nach Nahrung zu suchen.
Nun bin ich mir nicht so sicher ob es klappt, hattet ihr schon mal ähnliche Versuche?
Und denkt ihr es klappt?



polyIV
Offline
Beiträge: 3
Registriert: 17. November 2009, 18:16
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

#11 AW: Ein neuer Anfang

Beitrag von polyIV » 6. Dezember 2009, 18:02

Deswegen hatte ich das Wort domestiziert unter Anführungszeichen gesetzt, ist aber ein von mir ganz einfach falsch gewählter Ausdruck. "im Formikarium" wäre wahrscheinlich besser gewesen. Jedenfalls danke für die Korrektur meiner nicht ganz richtigen Darstellung.
lg polyIV



Imago
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

#12

Beitrag von Imago » 6. Dezember 2009, 19:38

Hallo!

Ich habe letzten Schwarmflug ein paar Lasius cf. flavus Gynen eingesammelt. Alle haben mehr oder weniger unteschiedlich stark/erfolgreich gegründet. Eine Kolonie hat ca. 20-30 Arbeiterinnen, manche haben noch nicht einmal Pygmäen und überwintern der Weil mit Larven.

Meine Lasius cf. niger Gynen, ebenfalls vom letzten Schwarmflug haben auch unterschiedlich stark/erfolgreich gegründet. Eine Kolonie habe ich aufgrund blöder Umstände gepushed.

Jedenfalls unterscheiden sich die beiden Arten zumindest bis zur jetzigen Phase stark von einander. Lasius cf. niger ist weitaus dominanter, aggressiver und viel forscher. Und das jetzt schon bei solch einem geringen Koloniestadium. Lasius cf. flavus ist sehr zurückhaltend und schutzsuchend. Lasius cf. niger schwärmt jetzt schon weit aus und furagiert weit ab vom Nest im Gegensatz zu Lasius cf. flavus.

Meine Lasius cf. niger sind auch schreckhafter als meine Lasius cf. flavus!

Die beiden Arten sind natürlich auf ihre Lebensweisen geprägt. Nichts desto trotz entwickeln sich beide Arten rasant, obwohl ich Lasius cf. flavus in Bezug auf die Wurzelläuse nicht naturnah halten kann. Lasius cf. flavus scheint es, vom Verstand her für diese Art extreme Lebensweise oder Haltung, nichts im Sinne des Koloniewachstums auszumachen. Dies zeigt auch wie anpassungsfähig diese Tiere sein können.

Lasius flavus ist in der privaten Haltung wohl wesentlich einfacher zu halten, wenn man auf den Versuch der Wurzellaushaltung verzichtet. Außerdem möchte man die wirklich schöne gefärbten Tiere auch sehen. Den ganzen Tag auf einen Erdhügel starren und sich vorstellen, was sich wohl darunter abspielt, wäre nicht in meinem Sinne der Haltung dieser Art.

Außerdem scheint den Tieren solch eine "oberirdische" Haltung nicht zu schaden.

LG Imago



Benutzeravatar
Maxi
Einsteiger
Offline
Beiträge: 26
Registriert: 18. April 2009, 16:59
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

#13

Beitrag von Maxi » 6. Dezember 2009, 20:15

Erstmal danke Imago

Ich hätte dann noch eine Frage wenn man z.B. Pinky Maden vom ANTSTORE kauft kann man diese auch wenn es zu viele sind einen Teil davon abbrühen trocknen dann einfrieren und wenn man sie benötigt wieder auftauen?



Imago
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

#14

Beitrag von Imago » 6. Dezember 2009, 20:23

Hallo!

Stelle sie in den Kühlschrank, am besten bei 8°C. Das verlangsamt die Entwicklung enorm.

Auch die Puppen der Goldfliege, also die verpuppten Pinkymaden lassen sich, nachdem man sie ca. 3 sek. in 90°C. heißes Wasser getaucht hat (dann sind sie von innen immer noch schön flüssig, wenn sie sich die Fliege nicht schon zu weit entwickelt hat, was aber auch kein Problem ist) wunderbar ferfüttern. So wie die fertige Fliege.

Sollten alle Puppen letztendlich geschlüpft sein kann man sie, nach dem sie 10 min. bei 8°C. im Kühlschrank waren, einfach mit einer Pinzette herausholen, ohne das sie wegfliegen, es ist ihnen zu kalt, ihr Bewegeungsapparat ist für solche Temperaturen nicht ausgelegt.

Ich würde erst die fertige Fliege einfrieren und vor dem Verfüttern kurz überbrühen. Überbrühst Du vor dem Einfrieren, frierst Du viel Wasser mit ein und Du hast dann evtl. einen Fliegenklumpen.

LG Imago



Benutzeravatar
Maxi
Einsteiger
Offline
Beiträge: 26
Registriert: 18. April 2009, 16:59
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

#15

Beitrag von Maxi » 6. Dezember 2009, 20:27

Also das ist sehr informartiv ich sag noch mal danke aber das beantwortet meine Frage immer noch nicht...
Jetzt nein oder ja?



Benutzeravatar
Kottan
Halter
Offline
Beiträge: 633
Registriert: 16. Juni 2009, 00:21
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

#16

Beitrag von Kottan » 6. Dezember 2009, 20:38

Nein :)

Das Trocknen weglassen. Also Maden überbrühen, in einem Sieb ordenlich(!) abtropfen lassen und in einer Tupperdose ins Gefrierfach. So habe ich es mit Mehlwürmern (sind auch Maden) gemacht und hat sich absolut bewährt.

Jan



Neues Thema Antworten

Zurück zu „Einsteigerfragen“