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Myrmica rubra - Fragen zur Koloniegröße

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Heinzeins1
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#1 Myrmica rubra - Fragen zur Koloniegröße

Beitrag von Heinzeins1 » 18. Oktober 2020, 17:45

Hallo,

ich bin der Heinzeins1.

Ich möchte nach reiflicher Überlegung nach einem Jobwechsel jetzt mit der Ameisenhaltung beginnen.
Durch die Aufgabe meiner intensiven Montagetätigkeit kann ich jetzt auch verantwortungsvoll dieser Freizeitbeschäftigung nachkommen.
Ich habe mir sehr bewusst eine ruhige Freizeitbeschäftigung ausgewählt. Es war in meinem Leben bisher stressig genug.

Ich plane mir zwei bis drei Kolonien zuzulegen. Start soll nach der nach der Winterruhe, so ca. Ende März sein.
Ausrüstung für die Haltung der Ameisen ist bestellt und im Zulauf.
Einiges möchte ich auch selber bauen. Dazu habe ich zum einen die Ausrüstung und den Platz, aber auch die handwerklichen Fähigkeiten.

Was ich möchte ist folgendes:

1. Ein oder zwei Arenen mit angeschlossenem Nest mit jeweils einer Ameisenart besetzt.

2. Die Arenen und die Nester sollen nicht zu groß sein. Ich denke da so an 20 bis 30 cm pro Element. Dann kann das ganze auf einem Sideboard stehen.

3. Ich möchte möglichst einheimische ungefährdete Ameisen halten.

4. Ich möchte, das die Kolonien klein bleiben. Also so unter 1000 Individuen. Ich denke größere Kolonien würden mir keinen Spaß machen. Mir fehlt dann der Überblick. Ich mag es beschaulich und übersichtlich.

5. Die Entwicklung der Kolonien kann ruhig langsam sein. Ich habe Zeit. Ich möchte die Ameisen in Ihrem Verhalten beobachten und dafür dürfen die Ameisen auch langsam sein.

6. ich möchte Arten halten, die für einen Anfänger wie mich geeignet sind.


Nun komme ich mal zu meinen beiden Favoriten.

1. Temnothorax nylanderi - sind sehr klein- Kolonie bleibt auch klein (100 - 200 Individuen) - benötigen wenig Platz ich denke die Art passt gut für mich. Das Nest für die Kolonie kann auch sehr kein sein und für mein dafürhalten auch in der Arena sein. (kleine Wallnüsse, vorgebohrter alte Ast, etc...)

2. Myrmica rubra - sind auch relativ klein, die Art finde ich ganz interessant wegen der schönen Färbung. Zudem handelt es sich nicht um eine gefährdete Art und ich kann zwei kleine Kolonien von einem Bekannten von mir bekommen. (jeweils zwei Reagenzgläser mit einer Königin und 20 bis 30 Arbeiterinnen, die gerade in der Winterruhe sind)

Ich denke ich kann auch für diese Art ausreichend gute Haltungsbedingungen schaffen.

Jedoch finde ich im Internet viele verschiedene Angaben zur Koloniegröße.

Einmal gibt es die Aussage: 15 Königinnen - 1000 Arbeiterinnen - das wäre für mich noch o.k.

Andersrum: 1 Königin bedeutet dann 1000 durch 15 = 67 Arbeiterinnen - kann man das wirklich so rechnen? Ich denke nein.

Dann gibt es die Information: bis zu 600 Königinnen und 20.000 Individuen. das würde dann bedeuten, dass 1 Königin auf 33 Arbeiterinnen kommt.

20.000 Individuen sind mir mindestens mal 18.000 Individuen zuviel.

Auch habe ich gelesen: Myrmia rubra in der Laborhaltung ca. 1000 - 1500 Individuen.

Jetzt meine Frage:

Was stimmt denn? Hat hier jemand für mich mal realistische Zahlen zur Koloniegröße von Myrmica rubra in der Haltung in einem Formicarium?

Wenn ich nur eine Königin habe, bleibt die Kolonie dann stabil gleich groß? Muss ich dann jedes Jahr die neuen Königinnen herausfangen und freilassen um die Koloniegröße beizubehalten?

Auch möchte ich nicht regelmäßig Arbeiterinnen entnehmen müssen, um so einen natürlichen Schwund nachzustellen.

Eine Regulierung über die Menge des angebotenen Futters finde ich auch nicht gut. Das geht meiner Meinung nach auch
schon etwas in die Richtung Quälerei. Die Ameisen können ja nicht eigenständig bei Futtermangel nach einem neuen Nestplatz suchen, da sie ja nicht aus dem Formicarium entweichen können.

Ich möchte ungern eine Kolonie aufziehen und dann nach drei Jahren feststellen, das es mir alles zu viel wird.
Aber bei Myrmica rubra gäbe es die Möglichkeit die Art wieder freizulassen.

Sie ist eine einheimische Art und somit findet keine Einschleppung einer fremden Art in die Umwelt statt.

Nur: Ist eine Kolonie aus der Haltung nach einigen Jahren noch robust genug für eine Auswilderung in die freie Natur?

Es stellen sich also sehr viele Fragen.

Könnt Ihr mir mit Eurer Erfahrung bitte helfen, die Frage zu beantworten, ob Myrmica rubra als Ameisenart für mich in frage kommt oder nicht?

Bei der Art Themnothorax nylanderi bin ich mir schon sicher, dass es passt.



Heinzeins1

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Manticor

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#2 Myrmica rubra - Fragen zur Koloniegröße

Beitrag von Manticor » 19. Oktober 2020, 09:23

Hallo,

ich bin der Heinzeins1.

Ich möchte nach reiflicher Überlegung nach einem Jobwechsel jetzt mit der Ameisenhaltung beginnen.
Durch die Aufgabe meiner intensiven Montagetätigkeit kann ich jetzt auch verantwortungsvoll dieser Freizeitbeschäftigung nachkommen.
Ich habe mir sehr bewusst eine ruhige Freizeitbeschäftigung ausgewählt.
Es war in meinem Leben bisher stressig genug.
Kann ich nachvollziehen

Ich plane mir zwei bis drei Kolonien zuzulegen.

Warum nicht zum Anfang erst mal eine?


Start soll nach der nach der Winterruhe, so ca. Ende März sein.
Ausrüstung für die Haltung der Ameisen ist bestellt und im Zulauf.
Einiges möchte ich auch selber bauen. Dazu habe ich zum einen die Ausrüstung und den Platz, aber auch die handwerklichen Fähigkeiten.

Was ich möchte ist folgendes:

1. Ein oder zwei Arenen mit angeschlossenem Nest mit jeweils einer Ameisenart besetzt.

2. Die Arenen und die Nester sollen nicht zu groß sein. Ich denke da so an 20 bis 30 cm pro Element. Dann kann das ganze auf einem Sideboard stehen.

3.
Ich möchte möglichst einheimische ungefährdete Ameisen halten.
Da kommt natürlich fast immer eine Winterruhe in Betracht!


4.
Ich möchte, das die Kolonien klein bleiben. Also so unter 1000 Individuen. Ich denke größere Kolonien würden mir keinen Spaß machen. Mir fehlt dann der Überblick. Ich mag es beschaulich und übersichtlich.
Schwierig. T.Nylanderi sind schon echt wenige mit 60-200 (weil sie mehrere Nester beziehen können quasi als Mehrfachkolonie. Gibt da nen Fachausdruck für, fällt mir aber gerade nicht ein)


5. Die Entwicklung der Kolonien kann ruhig langsam sein. Ich habe Zeit. Ich möchte die Ameisen in Ihrem Verhalten beobachten und dafür dürfen die Ameisen auch langsam sein.

6. ich möchte Arten halten, die für einen Anfänger wie mich geeignet sind.


Nun komme ich mal zu meinen beiden Favoriten.

1. Temnothorax nylanderi - sind sehr klein- Kolonie bleibt auch klein (100 - 200 Individuen) - benötigen wenig Platz ich denke die Art passt gut für mich. Das Nest für die Kolonie kann auch sehr kein sein und für mein dafürhalten auch in der Arena sein. (kleine Wallnüsse, vorgebohrter alte Ast, etc...)

2. Myrmica rubra - sind auch relativ klein, die Art finde ich ganz interessant wegen der schönen Färbung. Zudem handelt es sich nicht um eine gefährdete Art und ich kann zwei kleine Kolonien von einem Bekannten von mir bekommen. (jeweils zwei Reagenzgläser mit einer Königin und 20 bis 30 Arbeiterinnen, die gerade in der Winterruhe sind)

Ich denke ich kann auch für diese Art ausreichend gute Haltungsbedingungen schaffen.
Jedoch finde ich im Internet viele verschiedene Angaben zur Koloniegröße.
Ich würde immer mal vom worst case Szenario ausgehen. Ich habe z.B. eine exotische Camponotus Art die aus auf mehrere Hundert bringt also wohl max.999^^


Einmal gibt es die Aussage: 15 Königinnen - 1000 Arbeiterinnen - das wäre für mich noch o.k.

Andersrum: 1 Königin bedeutet dann 1000 durch 15 = 67 Arbeiterinnen - kann man das wirklich so rechnen? Ich denke nein.

Dann gibt es die Information: bis zu 600 Königinnen und 20.000 Individuen. das würde dann bedeuten, dass 1 Königin auf 33 Arbeiterinnen kommt.

20.000 Individuen sind mir mindestens mal 18.000 Individuen zuviel.

Auch habe ich gelesen: Myrmia rubra in der Laborhaltung ca. 1000 - 1500 Individuen.

Jetzt meine Frage:

Was stimmt denn? Hat hier jemand für mich mal realistische Zahlen zur Koloniegröße von Myrmica rubra in der Haltung in einem Formicarium?

Wenn ich nur eine Königin habe, bleibt die Kolonie dann stabil gleich groß? Muss ich dann jedes Jahr die neuen Königinnen herausfangen und freilassen um die Koloniegröße beizubehalten?

Auch möchte ich nicht regelmäßig Arbeiterinnen entnehmen müssen, um so einen natürlichen Schwund nachzustellen.

Eine Regulierung über die Menge des angebotenen Futters finde ich auch nicht gut. Das geht meiner Meinung nach auch
schon etwas in die Richtung Quälerei. Die Ameisen können ja nicht eigenständig bei Futtermangel nach einem neuen Nestplatz suchen, da sie ja nicht aus dem Formicarium entweichen können.
Ich möchte ungern eine Kolonie aufziehen und dann nach drei Jahren feststellen, das es mir alles zu viel wird.
Aber bei Myrmica rubra gäbe es die Möglichkeit die Art wieder freizulassen.
Bin ich kein Freund von. Entweder möchte ich die, mit allen Konsequenzen oder ich schaffe sie nicht an und suche ggf. eine Art die mir eher zusagt und meinen Bedürfnissen sowie deren gerecht wird.



Sie ist eine einheimische Art und somit findet keine Einschleppung einer fremden Art in die Umwelt statt.

Nur: Ist eine Kolonie aus der Haltung nach einigen Jahren noch robust genug für eine Auswilderung in die freie Natur?

Es stellen sich also sehr viele Fragen.

Könnt Ihr mir mit Eurer Erfahrung bitte helfen, die Frage zu beantworten, ob Myrmica rubra als Ameisenart für mich in frage kommt oder nicht?
Bei der Art Themnothorax nylanderi bin ich mir schon sicher, dass es passt.
Die sind wirklich sehr cool, aber durch die Größe schwierig zu beobachten.

Heinzeins1

Will dir das ganze aber auch nicht vermiesen, sondern nur meine Anmerkungen dazu schreiben. Wie gesagt hol dir eine Hauptkolonie und dazu nach die Temnothorax die fallen nicht ins Gewicht.
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#3 Myrmica rubra - Fragen zur Koloniegröße

Beitrag von Rapunzula » 19. Oktober 2020, 20:15

Heinzeins1 hat geschrieben:
18. Oktober 2020, 17:45
Ich plane mir zwei bis drei Kolonien zuzulegen. Start soll nach der nach der Winterruhe, so ca. Ende März sein.
Ausrüstung für die Haltung der Ameisen ist bestellt und im Zulauf.

Du musst ja nicht gleich zwei oder drei Kolonien beschaffen, obwohl das viele machen, ich hatte am Anfang auch gleich zwei, davon lebt eine Kolonie noch (und wie!)
Themnothorax nyderlanderi gibts momentan gerade im Antstore und so teuer sind die gerade nicht! Du kannst sie ja auch überwintern!

Heinzeins1 hat geschrieben:
18. Oktober 2020, 17:45
Nun komme ich mal zu meinen beiden Favoriten.
Für kleine Kolonie die Du willst gute Wahl!

Heinzeins1 hat geschrieben:
18. Oktober 2020, 17:45
Andersrum: 1 Königin bedeutet dann 1000 durch 15 = 67 Arbeiterinnen - kann man das wirklich so rechnen? Ich denke nein.

Dann gibt es die Information: bis zu 600 Königinnen und 20.000 Individuen. das würde dann bedeuten, dass 1 Königin auf 33 Arbeiterinnen kommt.

20.000 Individuen sind mir mindestens mal 18.000 Individuen zuviel.

Auch habe ich gelesen: Myrmia rubra in der Laborhaltung ca. 1000 - 1500 Individuen.

Vergiss es, das kannst Du so nicht rechnen! Meistens sind die Kolonien größer als Dir irgend ein Shop angibt!

Heinzeins1 hat geschrieben:
18. Oktober 2020, 17:45
Wenn ich nur eine Königin habe, bleibt die Kolonie dann stabil gleich groß? Muss ich dann jedes Jahr die neuen Königinnen herausfangen und freilassen um die Koloniegröße beizubehalten?

Wenn überhaupt ist es besser die Kolonie einem anderen Halter zu verschenken, denn in der Natur von jetzt auf gleich kann die Kolonie nicht einfach ein Nest graben, fressfeinde würden die Kolonie wahrscheinlich vernichten.

Heinzeins1 hat geschrieben:
18. Oktober 2020, 17:45
Wenn ich nur eine Königin habe, bleibt die Kolonie dann stabil gleich groß? Muss ich dann jedes Jahr die neuen Königinnen herausfangen und freilassen um die Koloniegröße beizubehalten?
Bin der Meinung das das überhaupt nicht gelingt!
Lasse mich aber gerne von einem erfahreneren Halter als ich es bin belehren!

Heinzeins1 hat geschrieben:
18. Oktober 2020, 17:45
Auch möchte ich nicht regelmäßig Arbeiterinnen entnehmen müssen, um so einen natürlichen Schwund nachzustellen.
Das macht man nicht! Punkt!

Heinzeins1 hat geschrieben:
18. Oktober 2020, 17:45
Eine Regulierung über die Menge des angebotenen Futters finde ich auch nicht gut. Das geht meiner Meinung nach auch
schon etwas in die Richtung Quälerei. Die Ameisen können ja nicht eigenständig bei Futtermangel nach einem neuen Nestplatz suchen, da sie ja nicht aus dem Formicarium entweichen können.
Manche sagen, dass man damit eine Kolonie steuern kann, aber eher wenn sie schneller wachsen soll (möglich) aber doch bestimmt nicht wenn man sie hungern lässt dass die Kolonie kleiner wird/bleibt!

Heinzeins1 hat geschrieben:
18. Oktober 2020, 17:45
Ich möchte ungern eine Kolonie aufziehen und dann nach drei Jahren feststellen, das es mir alles zu viel wird.
Aber bei Myrmica rubra gäbe es die Möglichkeit die Art wieder freizulassen.
Denke nicht dass es so Zuviel wird, du „wächst“ mit der Kolonie mit!

Heinzeins1 hat geschrieben:
18. Oktober 2020, 17:45
Nur: Ist eine Kolonie aus der Haltung nach einigen Jahren noch robust genug für eine Auswilderung in die freie Natur?
Wie gesagt, ich denke: Nein!

Wünsche Dir viel Freude bei der Ameisenhaltung!

Gruss
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#4 Myrmica rubra - Fragen zur Koloniegröße

Beitrag von Erne » 20. Oktober 2020, 11:53

Ameisenhaltung ist immer mit Risiken verbunden.
Sicherlich verringern diese sich mit den Erfahrungen längerer Haltung, allerdings auch durch Haltung mehrerer Völker.
Besonders zu Anfang fehlt es oft an Wissen und Erfahrung um aus Beobachtungen die richtigen Maßnahmen abzuleiten.

Ob mehre Völker zu Anfang, würde ich heute mit „JA“ beantworten.
Ameisenhaltung muss begeistern damit ein Einsteiger dabei bleibt, dafür braucht es ein wenig „Aktion“.
Sich mehr mit Ameisen beschäftigen bringt mehr Anregungen und schneller Erfahrungen und das geht nur mit gleich einem richtig großen Volk oder mehreren kleinen.
Was ich auch als wichtig sehe, geht eine Königin, ein kleines Volk einem Einsteiger ein, was ja nicht unbedingt selten ist, hat er nichts mehr.
Viele Wochen in den "Sand" gesetzt, kann soweit frustrieren das gleich wieder mit der Ameisenhaltung aufgehört wird, bevor diese richtig anfing.
Gleich mit mehreren Völkern gestartet, ist das zwar weiterhin traurig für Ameisen und Ameisenhalter und nicht schön, allerdings hat er weiterhin Ameisen um bei der Haltung zu bleiben.
Das Negativerlebnis ist nicht mehr so groß um gleich wieder auf zu hören.

Arbeiterinnenanzahl von Myrmica rubra?
Nicht präzise zu beantworten.
Die Art ist polygyn, mit mehreren Königinnen werden das auch große Völker.

Grüße Wolfgang
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#5 Myrmica rubra - Fragen zur Koloniegröße

Beitrag von di4per » 20. Oktober 2020, 12:30

Hallo Heinzeins1,

Willkommen im Forum!

Ich mache es mal kurz: Beide Arten passen sehr gut zu den von dir genannten Kriterien!

Die im Freiland ermittelten Koloniegrößen lassen sich nur bedingt auf die Haltung übertragen. Es fehlen limitierende externe Faktoren und die Adoption begatteter(!) Jungköniginnen ist bei dir zu Hause recht unwahrscheinlich. Die Koloniegröße wird also (bei optimalen Bedingungen) nur durch Legeleistung der Königin(nen) und Lebensdauer der Arbeiterinnen bestimmt. Daher würde ich mich an den Laborwerten orientieren. Außerdem ist die Lebenserwartung bei Königinnen von Myrmica spec. recht gering (3 - 4 Jahre?). Ich würde mir also keine Sorgen machen, dass dir die Kolonie über den Kopf wachsen könnte.

Auswildern sollte man grundsätzlich nur der Nähe des Fundortes - bei einer gekauften Kolonie natürlich schwierig. Sollte man absolut keinen Abnehmer finden, kann es also passieren, dass man pragmatische Entscheidungen treffen muss...

Temnothorax spec. findet man übrigens ganz leicht unter Eichen. Einfach ein paar Eicheln untersuchen... Lange suchen muss man normalerweise nicht.

Viel Spaß!

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#6 Myrmica rubra - Fragen zur Koloniegröße

Beitrag von Rapunzula » 20. Oktober 2020, 19:27

Erne hat geschrieben:
20. Oktober 2020, 11:53
allerdings hat er weiterhin Ameisen um bei der Haltung zu bleiben.
Das Negativerlebnis ist nicht mehr so groß um gleich wieder auf zu hören.
In dem Punkt muss ich Erne recht geben und ja ich weiß, so wiederspreche ich mir selbst!
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#7 Myrmica rubra - Fragen zur Koloniegröße

Beitrag von Maddio » 20. Oktober 2020, 21:22

Es ist noch anzumerken, dass die Arbeiterinnenanzahl einer Kolonie keineswegs linear mit der Anzahl der Königinnen wächst.

Ich erinnere mich in der Fachliteratur gelesen zu haben, dass zu viele Königinnen auf engem Raum sich sogar hemmen können, während eine einzelne Königin sozusagen mit ihren Aufgaben wächst.

Bei Myrmica rubra gibt es dahingehend noch die Ausprägung mit Macro- und Microgynen, wo es nicht fern liegt anzunehmen, dass die Macroform bei einer monogynen Kolonie eine große Anzahl Nachkommen hervorbringen kann.

Zusammenfassend würde ich mich also nicht nach der Anzahl der Königinnen richten, sondern eher nach der Gattung/Art und den Startbedingungen (wie groß ist die Kolonie zu Beginn).

Ich denke aber auch, dass Myrmica rubra oder andere einheimische Myrmica-Arten einem in der Haltung nicht so schnell über den Kopf wachsen. Eine weitere Option könnte Formica fusca sein, die bleiben sehr überschaubar von der Koloniegröße her.

Tatsächlich ist es so, dass wohl der Großteil der Ameisenhalter das Interesse an der Ameisenhaltung schon wieder verloren hat, bevor eine Kolonie wirklich an ihre Wachstumsgrenze gestoßen ist. Das heißt jetzt nicht, das es in diesem Fall auch so kommen muss, aber erfahrungsgemäß ist es eher die Regel als die Ausnahme.

LG Maddio
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#8 Myrmica rubra - Fragen zur Koloniegröße

Beitrag von Heinzeins1 » 24. September 2021, 17:29

Hallo zusammen,

24.09.2021

ich bedanke mich bei Euch für die Informationen, die mir geholfen haben, meine Kolonien über den Sommer zu bringen.

Ich halte jetzt doch mehrere Arten.

Bitte lest meinen nächsten Beitrag.

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