Toblin's Lasius niger Formicarium

Fotos von Formicarien und anderen Behausungen fĂŒr Ameisen.
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Toblin
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#1 Toblin's Lasius niger Formicarium

Beitrag von Toblin » 9. Juli 2005, 18:29

Dieser Thread soll besonders AnfÀngern (aber auch Fortgeschrittenen) eine Hilfe beim Bau eines Formicariums sein. Ich werde auch meine negativen Erfahrungen hier posten, denn: Nicht alles ist Gold was glÀnzt!
VerbesserungsvorschlÀge und Fragen sind hier daher gerne gesehen...http://ameisenforum.de/ameisen-allgemein/3129-diskussionsthread-zu-toblins-lasius-niger-formicarium.html?highlight=toblin (Persönliche Anmerkungen und Kommentare werde ich in Klammern setzten, ich hoffe es stört den Lesefluss nicht zu sehr...;-)


Aquarium: 50x30x25
Besatz: Lasius niger, seit Mitte MĂ€rz 05
Nestart: Ytong



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Das Nest

Das Ytong Nest sitz passgenau zwischen den AquariumwĂ€nden und hat an Front- und Stirnseite viele Kammern, die zum Teil auch weit ins innere des Steins ragen. Viele GĂ€nge und Kammern habe ich mit Sand (roter Terrariensand) wieder verschlossen so, dass die Ameisen sich ihre Wege und Kammern zum Teil selbst buddeln mĂŒssen.
Das ganze habe ich dann nach beiden Seiten mit passend geschnittenen Glasscheiben wieder verschlossen, so kann ich das Nest im Notfall auch rausnehmen ohne gleich allen Meisen die Freiheit zu schenken...

Übrigens: Der Sand im Nest hat einen weiteren Vorteil: Man kann anhand seiner Farbe die Feuchtigkeit im Nest ablesen, denn nasser Sand ist dunkler als trockener. Bisher scheint genĂŒgend Feuchtigkeit vorhanden zu sein, auch wenn der Stein nicht bis oben hin durchzieht. (mehr dazu im Kapitel BewĂ€sserung)

Neuerdings fĂ€ngt der Ytong leider von außen an schimmeln. Einige feuchte Stellen sind mit einem weißen Pelz ĂŒberzogen. Vielleicht hĂ€tte ich den Ytong vor dem Einbau im Backofen rösten sollen um alles Leben auf dem Stein zu vernichten?!?


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hier sieht man des Nest ohne Folie. Eine Zeitlang hab ich die Ants auch mal graben lassen (rechts neben dem Stein sieht man den nassen Sand)


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nur zur Anschaulichkeit: die Konturen der Kammern


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hier mal eine Seitenansicht


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Ein Àlteres Bild der Kolonie, kurz nach dem Einzug.



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Die Kolonie im August '05. GeschÀtzte 100 Ameisen. Auf dem Bild sind leider nicht alle zu sehen, viele halten sich in dem kleinen Verbindungsgang (links) auf.
Sie haben sich auch schonmal zur 2 Kammer durchgegraben aber den Gang dann schnell wieder zu gemacht.





BewÀsserung

Das Formicarium besitzt einen doppelten Boden. Unter dem Auslauf und dem Nest befindet sich der Wasservorrat. Der Ytong ist von unten mit vielen Löchern (so tief es eben ging) versehen in denen dicke, ausgefranste Kerzendochte stecken, die bis in den Wasservorrat reichen. Das Wasser saugt sich ĂŒber diese Dochte in den Stein (Kapillarwirkung). NachgefĂŒllt wird alle 6 bis 8 Wochen ĂŒber eine Bohrung im Stein, die mit einem Stopfen verschlossen wird.
Der Ytong wird an den höchstgelegenen Stellen nicht ganz feucht (man sieht es auf den Bildern deutlicher als in Wirklichkeit). Es scheint wichtig zu sein, dass die Dochte fast durch den ganzen Stein fĂŒhren. Der Vorteil bei der Sache (vielleicht liegt’ s auch an der BewĂ€sserungsart?!?) ist, dass sich keine StaunĂ€sse (Kondenswasser) bildet und ich immer freie Sicht auf die Emsen habe.

Den unteren Bereich des Aquariums habe ich von außen schwarz lackiert, damit das Wasser vor Licht und somit auch einigermaßen vor Algen geschĂŒtzt ist.

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hier mal ne Explosionszeichnung



Verdunkelung

FĂŒr das echte, dunkle „NestgefĂŒhl“ darf natĂŒrlich die rote Folie nicht fehlen. Die Folie „klebe“ ich einfach mit Wasser von außen an die Scheibe. Das sieht sauber aus, ist sehr gut geeignet zu beobachten (Folie kann einfach abgenommen werden), erfordert aber ein wenig Arbeit, da das Wasser hinter der Folie verdunstet und die Folie nach einigen Tagen abfĂ€llt wenn man nicht gelegentlich ein paar Tropfen nachfĂŒllt.

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Ausbruchsicherung

Die Abdeckung besteht aus einem (lackierten) Glasrahmen der passgenau auf dem Formicarium liegt und von unten mit Talkum eingestrichen ist.
Der nicht sichtbare Talkumrand kommt der gesamten Optik sehr entgegen. Leider platzen sofort kleine StĂŒckchen ab wenn man versehentlich mal an der Abdeckung hĂ€ngen bleibt. Die landen dann auf dem roten Sand, dass sieht natĂŒrlich nicht so toll aus.

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Leider ist mir der Glasrahmen durch eine unvorsichtigen Bewegung zu allem Überfluss auch noch gerissen.... Fazit: Glas sieht zwar gut aus, ist aber innerhalb meines Aktionsradius wohl unangebracht ;-)

Beim nĂ€chsten mal werde ich auf eine Abdeckung mit speziellem Fliegengitter zurĂŒckgreifen, da sowohl Talkum als auch Parafinöl mich nicht ĂŒberzeugen konnten. Beides ist wohl eher eine temporĂ€re Lösung die auf Dauer keinen Sinn macht.


Futter

Obwohl die Kolonie nun fast schon 50 Tiere und ĂŒber 100 Puppen umfasst sind die kleinen nicht bereit sich ihr Futter im Auslauf zu besorgen. Was dort liegt bleibt liegen! Ich denke das der Weg vielleicht noch etwas zu weit und zu steil ist fĂŒr die kleine Kolonie, daher lege ich es ihnen meist direkt vor die HaustĂŒr. Ich hoffe das Ă€ndert sich noch im laufe der nĂ€chsten Wochen....


Es gehört vielleicht nicht ganz hierher, trotzdem noch ein paar Worte mehr zum Thema Futter:

Die benötigte Futtermenge ist am Anfang sehr gering zu halten. ZunĂ€chst habe ich immer relativ große Brocken Hackfleisch oder Ei angeboten. Viel besser kommen aber sehr kleine und damit transportable Portionen an. Die StĂŒcke sollten die GrĂ¶ĂŸe von einer Larve haben, dann wird das Futter auch ins Nest geschleppt. Das sorgt fĂŒr Bewegung und Aktion im neuen zu Hause!
Am liebsten mochten meine die Larven anderer Kolonien (wahrscheinlich weil in eine Larve alles an NĂ€hrstoffen drin steckt was eine Larve braucht ;-). Ich habe in unserem Garten einige „Futternester“ ausmachen können an denen ich mich hin und wieder bedient habe.
Mittlerweile bin ich zu abgekochten, zerschnittenen MehlwĂŒrmern ĂŒbergegangen. Die werden gerne genommen und auch bis ins Nest getragen. Die Reste werden entsorgt.

Achtung: Nicht zu viel Futter anbieten sonst verschimmelt es im Nest! Auch damit habe ich schon schlechte Erfahrungen gemacht. Zu GlĂŒck haben die Ameisen sich dazu ĂŒberwunden den schon recht flauschigen Heimchenkopf aus dem Nest zu tragen, sonst hĂ€tte ich das irgendwie machen mĂŒssen...
Übrigens ist an der Stelle an der der Kopf lag heute immer noch ein kleiner Schimmelfleck der die Ameisen zu faszinieren scheint. Fast immer kann ich eine Ameise beobachten die dort beschĂ€ftigt ist... mit was auch immer?!?



Licht

Aus KostengrĂŒnden verzichtete ich vorerst auf eine professionelle Abdeckung mit integrierter Beleuchtung. Eine alte Schreibtischlampe muss herhalten um Licht zu spenden. Wenn ich die Ausbruchsicherung erneuere werde ich auch diesen kleine Manko beseitigen.



Zum Schluss noch eine kleine Bilanz tödlicher UnfÀlle:

-1 Ameise vom Zuckerwassertropfen ĂŒberrollt und ertrunken
Aufpassen wie man das Reagenzglas hinlegt...schrÀg ist gefÀhrlich...

-1 Ameise ungewollt ausgebrochen
Sie hing unter dem Futternapf als ich ihn raus genommen hab und ließ sich auch nicht mehr einfangen. Ich hĂ€tte nicht gedacht das Ameisen so schnell laufen können! Sie war nie wieder gesehen :-(
Alles grĂŒndlich kontrollieren was man aus dem Formicarium entnimmt...

-5 Ameisen ĂŒber Nacht in angetrocknetem Zuckerwasser kleben geblieben und verendet
Zucker und Honiglösung immer auf Watte anbieten...

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Hier nochmal zu Erinnerung: Diskusionthread Toblin's Ln Formicarium


So, das wars erstmal von meiner Seite. Vielen Dank fĂŒrs lesen!



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