Pincos Piraten - ein Haltungsbericht mit Polyrhachis pirata/baca

Berichte, Erfahrungen, Tipps, Beobachtungen Gattung Polyrhachis
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#65 Pincos Piraten - ein Haltungsbericht mit Polyrhachis pirata

Beitrag von PincoPallino » 23. August 2025, 02:19

weiter gehts. Hier also der Tandemweg in rot.

Abkürzung.JPG

Ich kann nicht genau sehen, wo sie ihr Nest gefunden haben, aber den Ort ziemlich eingrenzen. Sie sind vorne am Rand der Scheibe bis nach ganz oben, dann auf der Seitenwand bis ganz nach hinten und an dem Ast in der Ecke wieder nach unten. Dort verschwinden sie dann aus meinem Sichtfeld.

Und während ich so ganz fasziniert die Tandems beobachte, sehe ich mit einem Mal eine einzelne, sehr zielstrebige Arbeiterin auf dem selben Weg mit einer kleinen Larve zwischen den Mandibeln. Da war es dann ganz klar. Sie hatten einen Nistplatz gefunden, der ihnen zusagt. Offenbar auch bei mir in einer Höhle aus/im Holz. In der nächsten Stunde konnte ich dann noch drei transportierte Larven sehen, habe mich aber gewundert, warum die Pausen zwischen den Transporten so lang sind.

Bis ich dann irgendwann gemerkt habe, dass sie mich ausgetrickst haben. Kurz vor Sonnenuntergang habe ich in ihre Dose geschaut und gesehen, wie eine Dreiergruppe sie verlassen hat... auf dem anderen Stock. Die Führerin der Gruppe war allerdings nicht besonders gut, was mich besonders gewundert hat, als ich in der Mitte die Königin identifiziert habe. Alle drei sind falsch abgebogen und haben sich auf den Pflanzen verirrt. Dabei haben sie sich verloren. Ein Skandal! Die Eskorte verliert den Captain beim Umzug. Zum Glück hat ein wahrer Piraten-Kapitän eine gute Orientierung und die hat den Weg zum - ja wohin wollten die eigentlich? - gefunden.

Während ich den langen Tandemweg beobachte, haben sie längst die Evakuierung des Nests über eine Abkürzung (blauer Weg) fast abgeschlossen. Verdammt, dabei beobachte ich Ameisen so gerne dabei. Nach der Königin habe ich dann natürlich auch den anderen Weg im Auge gehabt, aber keine Brut mehr gesehen. Die war wohl schon komplett umgezogen.

Schade, aber zumindest war ich froh, dass sie schnell ein gemütliches Plätzchen im extra für sie konzipierten Becken gefunden haben. Ich scheine einiges richtig gemacht zu haben. Hoffentlich überlegen sie es sich irgendwann mal anders und "spinnen" sich ein Nest.

Ich bin mir sicher, dass schon vor Sonnenuntergang keine Ameise mehr im RG war. Und heute Mittag kam sogar eine Assel aus dem RG. Die haben sich auch sofort in die Dose ausgebreitet. Die ersten Zusammenstöße mit Asslen sind übrigens, wie erwartet, sehr friedlich ausgegangen. Man geht sich aus dem Weg...

Von der Freiheit bis zum vollzogenen Umzug sind also keine sieben Stunden vergangen. Das ging flott.

Auch nach Sonnenuntergang waren noch einige Kundschafterinnen unterwegs. Allerdings deutlich weniger als vorher. Heute Mittag war es dann relativ ruhig und ich habe mich gefragt, was ich ihnen als Willkommensmahlzeit anbieten soll. Beim Umzug ist mir übrigens auch aufgefallen, dass die Gaster auch bei dieser Art Dehnungsfalten haben. Manche hatten schön fette Hinterleiber. Da ich Urlaub habe, war ich gerade erst beim Frühstücksei und dachte mir, dass sie das noch nie hatten. Also habe ich mein Frühstück spontan geteilt.

IMG_20250822_155646.jpg

Erfolg! Wie praktisch, sie mögen Ei. dafür hat sich mindestens eine Ameise zwei Stunden lang interessiert. Hoffentlich kann ich sie dauerhaft an Heimchen oder Mehlwürmer gewöhnen. Oder an irgendwelche TK-Insekten. Bisher scheinen sie hauptsächlich Fliegen und Spinnen genommen zu haben. Zwei der drei Invertzucker-RG haben sie auch schon gefunden.

IMG_20250822_210734.jpg

Ihre Dose kann ich wohl morgen schon entfernen.

Das lief bisher richtig gut. Ich konnte auch schon mehrmals beobachten, dass sie sich Baumaterial ins Nest geholt haben. Erdklumpen und kleine Perlite(?)-Kugeln aus Blumenerde. DIe Wasserversorgung ist auch gelöst. Ich habe schon eine aus einer Bromelie trinken sehen. Ein schönes Bild :)

IMG_20250822_211128.jpg

Sie haben damit eigentlich alles, was sie brauchen. Der Futterplatz wurde auch schnell entdeckt. Und sie auf Pflanzen beim Erkunden beobachten zu können, ist super.

IMG_20250822_210655.jpg

Und obwohl sie so groß und alles andere als gut getarnt sind, sind sie doch schwer zu fotografieren. Dafür halten sie einfach nie still. Oder nur da, wo ich sie kaum sehen oder wegen zu wenig Licht schlecht fotografieren kann. Schön und fotogen, aber kaum brauchbare Bilder.

IMG_20250822_211040.jpg

Gestern habe ich mir die Wetterwerte der Philippinen angeschaut und mit denen in ihrem Terrarium verglichen. Die Temperatur passte exakt. Bei der LF lag ich zwei Prozent daneben und die Windgeschwindigkeit war bei mir auch Null. Die Piraten können sich echt nicht beklagen. Jetzt liegt alles bei ihnen.

Grüße vom Pinco
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#66 Pincos Piraten - ein Haltungsbericht mit Polyrhachis pirata

Beitrag von PincoPallino » 6. September 2025, 00:33

Hallo zusammen,

seit knapp zwei Wochen erkunden die Piraten ihre Insel und es gibt viel zu berichten.

Ausnahmsweise fange ich mal hinten an. Da die Piraten anscheinend sehr ausgeprägt tagaktiv sind, kann ich sie nicht wie meine anderen Ameisen erst (spät) abends füttern. Gestern habe ich meine Homeoffice-Mittagspause dafür genutzt. Nachdem sie mich schon beim Umzug ausgetrickst und abgelenkt haben, ist ihnen das gestern wieder gelungen. Ich habe also erstmal geschaut, ob irgendwo an der Türscheibe oder in der Nähe Ameisen sind. Das Terrarium macht einen Ausbruchsschutz eigentlich unmöglich. Ich muss also den richtigen Moment erwischen. Da ich keine Ameisen gesehen habe, habe ich die Tür geöffnet, die alte Futterschale rausgenommen und durch eine neue ersetzt. Hat keine 10 Sekunden gedauert. Beim Türschließen habe ich dann einen Piraten in der Ritze zwischen Tür und Wand entdeckt. Hätte ich die Tür geschlossen, wäre sie zerquetscht worden. Ich habe also kurz gewartet bis sie raus war, die Tür zugedrückt und versucht, sie wieder einzufangen. Sie war schon auf dem Deckel und mit der Hand nicht mehr zu erwischen. Deswegen sollte man immer eine Federstahlpinzette griffbereit haben. Damit habe ich sie dann erwischt und schnell wieder zurückgesetzt. Beim Schließen der Tür habe ich dann eine Bewegung im Augenwinkel bemerkt. Da lief noch eine oben am Rahmen rum. Also dachte ich mir, suchste nochmal alle Oberflächen ab. Und tatsächlich, an der linken Außenwand war noch eine.

In dem Moment habe ich mir vorgenommen, alle Arbeiten am Becken, die sich in die Abendstunden verschieben lassen, auxh dann zu erledigen, wenn die Piraten schlafen. Ich habe dann nochmal alles abgesucht, aber keine mehr gesehen. Ein paar Stunden später stand ich dann wieder vor dem Becken, denke an Mittag, suche wieder alles ab und entdecke wieder einen Piraten oben auf dem Deckel. Wann, zum Klabautermann, sind die alle ausgebrochen? Und wo waren sie als ich vor dem Öffnen alles abgesucht habe? Ein kleines Ablenkungsmanöver an Steuerbord und alle anderen brechen an Backbord aus. Neugierig sind sie auf jeden Fall. Seit dem Moment schaue ich mich im Wohnzimmer ständig nach Ausbrechern um. Noch am selben Abend, als die Sonne im Becken schon untergegangen war, hätte ich dann fast einen Piraten zertreten. Er lief einfach so über den Boden. Aber an seinem Holzbein und der Augenklappe konnte ich ihn eindeutig identifizieren :) Den Captain erkennt man übrigens gut am Papagei auf der Schulter.

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Das wird noch lustig. Wie konnten so schnell sechs Arbeiterinnen unbemerkt abhauen? Ich habe tatsächlich seit dem Einzugstag nie mehr als drei Piraten gleichzeitig im Becken gesehen. Und dann brechen sechs aus, während mich ein siebter nur ein paar Sekunden ablenkt. Eine hinterlisitige und clevere Crew!

Es gibt aber auch viel Positives zu berichten :)

Das Wichtigste ist, dass ich mir um ihre Versorgung keine Sorgen mehr machen muss. Wasser sollte überhaupt kein Problem sein. Es regnet täglich zweimal und sie trinken aus Bromelien. Zumindest zwei von den drei RG mit Invertzucker haben sie gefunden. Das Nestnächste nutzen sie aktiv.

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Damit ist die Versorgung der Ameisen gesichert. Die Brut muss auch nicht hungern. Sie haben ihren Futterplatz, auch in Nestnähe, direkt gefunden und akzeptiert.

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Und die beste Nachricht für mich ist, dass sie nicht mehr nur Wildfang fressen, sondern auch Heimchen, Mehlwürmer und TK-Viecher. Letzte Woche habe ich auch Fliegenmaden u.ä. eingefroren, die besser zu ihrer Größe passen.

Und auch mit ihren Mitbewohnern haben sie kein Problem. Sie teilen sogar das Futter mit ihnen.

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Aggressives Verhalten konnte ich bisher noch nicht beobachten. Einmal habe ich zwei Asseln, zwei Schnecken und einen Piraten gemeinsam im RG gesehen. Es wurde ganz schön eng und kuschelig :)

Trotzdem wollte ich die Asseln von ihrem Futterplatz fernhalten. Ein kleiner Becher ist meie erste Idee gewesen. Funktionierte auch ganz gut... bis der Becher umgekippt ist. Erstmal bleibt es dabei, aber das ist noch optimierungsbedürftig.

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Ansonsten macht es einfach Spaß, sie bei ihrer täglichen Arbeit zu beobachten.

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Ich sehe auch immer mal wieder Piraten, die Baumaterial transportieren. Aber am Boden halten sie sich eigentlich nie auf. Glück gehabt. Ich habe ihnen das richtige Becken gebaut :) Jetzt müssen sie nur noch anfangen, ein Nest zu "weben". Immerhin haben sie das Schiff schon von oben bis unten inspiziert. Und sie haben schnell erkannt, dass die Frontscheiben gute Abkürzungen im dichten Dschungel sind. Besonders dünne "Wege" wie die Seile am Schiff gefallen ihnen wohl aufgrund ihrer Größe nicht.

Eine weitere gute Nachricht ist, dass das Terrarium offensichtlich ausbruchsicher ist. Von geöffneten Türen mal abgesehen. Wenn es irgendwo eine Öffnung gäbe, hätten sie sie bestimmt schon gefunden. An der Gitterdecke und sogar den Spritzdüsen der Beregnungsanlage habe ich sie schon gesehen.

IMG_20250830_203435.jpg

Rechts unten, wo anfangs ihre Box stand, ist jetzt eine große Lücke. Mit Pflanzen kann ich sie nicht füllen, dafür ist es dort zu dunkel. Aber ich habe schon eine Idee. Offensichtlich sind sie ja doch eher für ein Nest in Holz. Und auch wenn es sie eher in die höheren Gegenden zieht, könnte ich ihnen dort vielleicht etwas geeignetes (für später bei Koloniewachstum) anbieten oder einfach auch als Alternative. Noch scheinen sie bei der Wahl ihres ersten Nestplatzes zu bleiben.

Ein passendes Stück (morsches) Holz zu finden, dürfte nicht so schwierig sein. Aber ich will damit nicht wieder ungebetene Untermieter einziehen lassen. Und damit meine ich vor allem Spinnen und andere Ameisen. Dieses Stück Holz muss also vorher in den Ofen. Oder geht auch ein ausgiebiges Wasserbad? Für genügend Hohlräume im Holz kann ich zur Not auch selber sorgen. Außerdem werde ich versuchen, auf ein oder zwei Seiten Plexiglas anzubringen und so mit Glück Nesteinblick zu bekommen.

Sooo, das war gestern. Ich habe es nachts nicht mehr geschafft, auch noch die Fotos hinzuzufügen. Selbst ein Nachtmensch wie ich muss irgendwann ins Bett. Vor allem, wenn der nächste ein Arbeitstag ist.

Heute Mittag habe ich ihnen eine Motte gegeben, die ich tot vor dem Fenster gefunden habe. Tür auf, Motte rein, Tür wieder zu. 3 Sekunden. Habe die Türränder im Auge behalten. Keine Ausbrecher zu sehen. Nicht viel später läuft dann wieder eine "draußen" rum. Verdammt! Wie machen die das? Als ich dann kurze Zeit später wieder eine gesehen habe, war mir klar, dass sie nicht durch die Tür ausbrechen können. Zumindest nicht so viele in so kurzer Zeit. Heute waren es insgesamt wieder fünf bis sechs.

Bei diesem Becken gibt es zwei potentiell kritische Stellen. Das Lüftungsgitter unter den Türen an der Vorderseite und die Kabel- bzw. Schlauchdurchlässe hinten oben (unter meinem Deckel). Meine erste Vermutung war der Lüftungsschlitz. Die Ausbrecher waren eher in dieser Region zu sehen. Außerdem war es viel einfacher, diese Lücke zu schließen. Ein einfacher Streifen Tesafilm übernimmt jetzt den Job. Nach dem Abkleben musste ich noch zwei Ausbrecher zurücksetzen. Seitdem ist Ruhe. Das kann aber auch daran liegen, dass sie jetzt ihren Schönheitsschlaf halten. Wenn morgen Mittag nach dem Aufstehen keine Ausbrecher zu sehen sind, kann ich wohl vom Lüftungsgitter als Schwachstelle ausgehen. Dann silikoniere ich da auch ein Gitter vor und es ist Ruhe. Falls da wieder welche sind, muss der Deckel ab. Da habe ich eigentlich keinen Bock drauf.

Anscheinend haben sie vorgestern irgendeine Schwachstelle entdeckt, nutzen sie aber nicht wirklich konsequent. Trotzdem halten sie mich ganz schön auf Trab und machen mich fast schon paranoid. Ständig scanne ich die Oberflächen, Böden, das Becken, alles...

Zu allem Überfluss habe ich auch noch bemerkt, dass die Tasche an der linken Seite, in die ich die letzte kleine Ranke gesetzt habe, langsam absinkt.

Pfanztasche.JPG

Sie hängt schon ein paar cm tiefer als auf dem Bild. Irgendwie muss ich sie abstützen. Das wird nicht nur eine blöde Aktion. Ich muss dafür auch noch die Scheibe, vielleicht sogar beide Seiten, öffnen und das lange. Entweder mache ich das morgen Nachmittag, da könnte mir Besuch aufpassen helfen oder morgen Abend, wenn sie schlafen. Aber erstmal muss ich mir noch eine Lösung einfallen lassen. Abstützen und Terrarienschaum dahinter sprühen, wäre wohl das lanfristig Beste. Hoffentlich sind die Reste in der Dose noch nicht vertrocknet...

Wieder so eine Aktion, die ich eigentlich nicht eingeplant habe und die schnell wieder ein paar Stunden kosten kann.

Ich freu mich trotzdem immer noch mega, egal, was sie so anstellen. Bei Piraten muss man wohl das ein oder andere Fehlverhalten akzeptieren.

Grüße vom Pinco


Logbuch des Captains - inselzeit 34851
#2
Seit zwei Wochen erkunden wir die Insel. Sie scheint alles zu bieten, was wir brauchen. Es gibt Wasser, Wild und süße Früchte. DIe Kundschafter haben schon nach wenigen Stunden einen geeigneten Unterschlupf gefunden, in dem wir sofort unser Lager aufgechlagen haben. Seitdem sind die Aufgaben verteilt. Wasser und Vorräte werden regelmäßig gesucht, die Insel wird weiter erkundet und der Unterschlupf zum Piratennest ausgebaut. Gestern haben wir anscheinend einen Geheimgang entdeckt. Am Ende gibt es noch eine zweite Welt zu entdecken. Die ersten Kundschafter reden von einer riesigen, trockenen Ödnis. Wir müssen das auf jeden Fall weiter erforschen. Dort könnten gewaltige Schätze auf uns warten.
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#67 Pincos Piraten - ein Haltungsbericht mit Polyrhachis pirata

Beitrag von PincoPallino » 10. September 2025, 00:26

Hallo zusammen,

hier kommt ein kleines Ausbrecher-Update.

Freitag Abend habe ich die Front-Lüftungsschlitze abgeklebt und hatte trotzdem am Samstag noch ein paar Ausbrecher. Weil ich nicht den Deckel abnehmen wollte, habe ich sie noch als Ausbrecher von Freitag angesehen, die "draußen" übernachtet haben. Später am Tag habe ich dann keine mehr gesehen und war beruhigt.

Sonntag Mittag war das erste, was ich im Wohnzimmer sehe - scanne seit Tagen bei jedem Betreten alles ab - ein Pirat. Hmmm, könnte der auch noch von vorgestern gewesen sein? Aus Bequemlichkeit habe ich die Frage mit ja beantwortet und mich statt auf Ausbruchsstellensuche zu gehen mit anderen Dingen beschäftigt. Zwei Stunden später sehe ich dann wieder eine blaue auf dem Boden rumkrabbeln.

Ab dem Moment war klar, dass ich den Deckel doch abnehmen muss, um mir die Kabeldurchführungen genauer anzuschauen. Also los, Kabel und Verbindungen lösen und Deckel runter.

IMG_20250907_161557.jpg

So sieht das Becken ohne den Deckel aus:

IMG_20250907_161659.jpg

An die Pflanzen muss ich wohl mal ran. Und ein paar Asseln lagen da tatsächlich auch drauf. Natürlich waren unter dem Deckel auch ein paar Spinnweben.

IMG_20250907_161624.jpg

Und hier sind die beiden kritischen und einzig möglichen Ausbruchsstellen. Links ist der Schieber geschlossen und von innen mit Watte blockiert.

IMG_20250907_161730.jpg

Auf der rechten Seite konnte ich den Schieber tatsächlich noch ein wenig weiter schließen.

IMG_20250907_161742.jpg
IMG_20250907_161811.jpg

Auch hier ist innern ein Wattestopfen vorhanden, aber vermutlich sind sie hier zwischen den Kabeln raus. Anders kann ich es mir nicht erklären.

Hmm, und nun? Ich würde sagen, ich habe eine ameisenhaltertypische Lösung gefunden.

IMG_20250907_163104.jpg
IMG_20250907_163123.jpg

Habe vorsichtshalber alle Stellen bis in die Ecken und Zwischenräume mit feuchter Watte ausgestopft. Das sollte zumindest eine Weile reichen.

Den Deckel wieder aufzusetzen ist übrigens komplizierter als ihn abzunehmen. Irgendwie schaffe ich es trotzdem immer wieder. Oft möchte ich das aber nicht machen müssen.

Hat es sich zumindest gelohnt? Defintiv ja. Anzahl der Ausbrecher nach dieser Maßnahme und nach zwei Tagen: Null

Ich warte jetzt noch ein paar Tage und nehme dann das Tesafilm von den Lüftungsschlitzen. Die haben ja schließlich auch ihre Daseinsberechtigung. Ich erwarte dann aber keine Ausbrecher mehr. Auch wegen einer anderen Beobachtung bin ich mir sicher, dass die Kabeldurchführung das Problem war. Montag habe ich sie außergewöhnlich oft und viel am Gitterdeckel rumlaufen sehen. Sie haben offensichtlich eine andere Geheimtür gesucht, nachdem die erste blockiert war.

Ich hoffe, ich habe jetzt Ruhe und gebe irgendwann auch wieder das Scannen auf.

Grüße vom Pinco

PS: Die Reparatur der Pflanzentasche sieht auch nach zwei Tagen noch stabil aus. Ein erfolgreicher Sonntag! Für diese Maßnahme stand die Tür mindestens 10 Minuten lang offen. Aber da die Piraten bisher zu 100 % (Ausnahme ist die Erkundung ihrer neuen Welt in der ersten Nacht) tagaktiv sind, kann ich so was nach Einbruch der Dunkelheit im Dschungel offenbar problemlos machen.



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#68 Pincos Piraten - ein Haltungsbericht mit Polyrhachis pirata

Beitrag von PincoPallino » 2. November 2025, 20:32

Hallo zusammen,

um beim letzten Bericht anzuknüpfen: Alle Reparaturen waren erfolgreich. Die Pflanzen sind stabil und es gibt keine Ausbrecher mehr.

Ansonsten gibt es auch von den Piraten nicht viel Neues zu berichten. Es ist halt noch eine kleine Kolonie, die größtenteils im Verborgenen lebt. Aber ich bin mir sicher, dass sie kontinuierlich wächst. Obwöhl sie nicht viele Proteine zu nehmen scheinen, interessieren sie sich doch immer für ein frisches Angebot. Meist dauert es nur wenige Minuten bis sie ihr neueste Mahlzeit entdecken. Bis zum Abend fressen sie dann mehr oder weniger. Aber am nächsten Tag rühren sie die Reste nicht mehr an. Sie fressen auch meist direkt vor Ort. Nur einmal habe ich sie bisher Beute wegtragen sehen.

Letzte Woche haben sie ein Stück Mango bekommen, es aber vollkommen ignoriert. Ganz im Gegensatz zu Asseln und Schnecken. Die haben sich darauf gestürzt. Wahrscheinlich liegt das am Angebot von Invertzucker.

Die Pflanzen zeigen endlich den wilden Dschungel-Look, den ich ursprünglich wollte. Zwar anders als geplant, aber trotzdem schön.

Das Klima ist stabil, die Technik muss nicht viel eingreifen. Zum Glück. Den Nebler habe ich nämlich nicht mehr. Auch das Austauschgerät hat geleckt. Zum Glück stand es in einer Plastikwanne. Immerhin hat der Händler einen Austausch beim Hersteller veranlasst. Zum weiten Mal.

Der einzige Plan für eine Veränderung ist zur Zeit ein alternatives Nestangebot in einem Stück Holz. Das scheint (leider) ihre bevorzugte Nestumgebung zu sein. Hoffentlich ändern sich ihre Vorlieben, wenn die Kolonie wächst und sie "weben" dann Nester. In der Takelage ihres Schiffs...

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Um die Reste kümmern sich dann auch die "Verwerter".

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Aber dass sich Nacktschnecken im Becken befinden, wusste ich nicht. Die habe ich nach draußen gesetzt, bevor sie größer wird.

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erwischt beim Abtransport
erwischt beim Abtransport
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Und endlich hat dann auch mal eine so lange still gehalten, bis ich das Handy holen konnte.

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#69 Pincos Piraten - ein Haltungsbericht mit Polyrhachis pirata

Beitrag von PincoPallino » 26. Dezember 2025, 01:01

Hallo zusammen,

da zumindest ich noch nicht viel über meine Ameisen herausfinden konnte, ist für mich jede kleine Entdeckung auch eine "wissenschaftliche Entdeckung".

Als ich die Kolonie im August ins Terrarium entlassen habe, waren es ungefähr 50 Tiere. Daher kann man auch jetzt noch nicht viele Außenaktivitäten erwarten. Tagsüber sind aber immer ein paar irgendwo zu sehen. Meistens in der Nähe ihrer Futterstelle. Mehr als vier oder fünf sind aber echt eine Ausnahme. Und genau so eine konnte ich letztens beobachten.

Es fing alles mit einer Bewegung an, die ich am linken Rand auf mittlerer Höhe zwischen Seitenwand und Frontscheibe gesehen habe. Zwei Ameisen.

IMG_20251201_155417.jpg

Bei genauerer Betrachtung war eine davon tot. Die andere hatte sie wahrscheinlich gerade oder früher dort abgelegt. Mein erster Gedanke war, "scheiße, eine Tote", aber dann war klar, dass das einfach passieren kann. Dann kam, "ok, sie haben ihren Friedhof so weit wie möglich vom Nest entfernt angelegt". Nur höher oder tiefer wäre noch weiter weg gewesen.

Zu meiner Überraschung ist sie wirklich lange bei der Toten geblieben und hat sie immer wieder gezupft und gezogen. War sie mal weg, dann entweder in der Nähe unterwegs oder bald wieder da. Am nächsten Tag das selbe. Zu manchen Zeiten waren es aber auch mehrere Ameisen.

IMG_20251201_171132.jpg

Ich habe das nicht immer wieder fotografiert, aber das ging über zwei Wochen. Es war fast immer mindestens eine Arbeiterin bei der Toten, einmal habe ich sogar acht gezählt. So viele habe ich noch nie an einem Ort gesehen. Irgendwann war dann die Tote verschwunden. Entweder wurde sie nachts von den Asseln entdeckt oder sie ist einfach bei einer der "Zupfungen" heruntergefallen und dann den Asseln zum Opfer gefallen.

Für mich war das wie ein Totenkult oder eine Totenwache. Manchmal fühlte es sich auch an, als ob sie die Tote aufwecken wollen, sie zwicken, um sie zu einer Reaktion zu zwingen. Mal sehn, ob ich so etwas wieder beobachten kann.

Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Wenn ich sie füttere, sind sie meist innerhalb von Minuten vor Ort und bleiben dann mehrere Stunden. Sie scheinen lieber an Ort und Stelle zu fressen als Beute nach Hause zu schleppen. Das konnte ich bisher nur einmal beobachten. Ich achte darauf, dass ihre Insekten nicht zu groß oder zerschnitten angeboten werden. Sie könnten bestimmt alles tragen, wenn sie wollten. Wollen sie aber nicht. Nach Einbruch der Dunkelheit sehe ich sie nur sehr selten. Sie bleiben sehr tagaktiv.

Da sie regelmäßig Insekten wollen und ich sie in leicht steigender Zahl draußen sehe, schließe ich, dass die Kolonie im Stillen weiter wächst. Bei der Größe der Ameisen dürfte die Entwicklungszeit mindestens sechs Wochen dauern, eher länger. Sehr viel mehr werden es also nicht sein. Ich schätze, irgendwas zwischen 70 und 100. Sie scheinen zu haben, was sie brauchen. Hoffe ich zumindest.

Für die ersten beiden Januar-Wochen werden sie mit einem Ameisensitter vorlieb nehmen müssen. Danach werde ich mich ihnen mehr widmen und genauer schauen, was sie gerne mögen. Ich habe auch ein paar neue süße Angebote für sie geplant.

Ach ja, auf Früchte oder Obst sind sie bisher nicht gegangen. Das könnte aber auch am ständig verfügbaren Invertzucker liegen. Da dran sehe ich sie auch regelmäßig.

Meine vorher-nachher-Betrachtung fällt diesmal etwas kürzer aus. Bilder von der Zeit des Einzugs seht ihr in #66. Und so sah es ganz am Anfang vor 18 Monaten aus.

IMG_20240824_201744.jpg

Echt krass im Vergleich zu heute und so schön. Wie ihr wisst, sind im laufe der Zeit viele Pflanzen eingegangen. Einige haben sich aber etabliert und kämpfen mittlerweile den Kampf ums Licht. Vor allem die Einblatt muss ich manchmal zurückschneiden. Ihre großen Blätter nehmen den anderen zu viel Licht weg. Ansonsten versuche ich, möglichst wenig einzugreifen. Das ist schließlich ein Urwald.

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Auch der neue Nebler macht seinen Job, wenn er mal muss.

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Ich bin ziemlich happy. Es entwickelt sich alles wie es sollte. Ich hätte mir nur eine größere Pflanzenvielfalt gewünscht.

Grüße vom Pinco
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#70 Pincos Piraten - ein Haltungsbericht mit Polyrhachis pirata

Beitrag von PincoPallino » 20. Januar 2026, 17:04

Hallo zusammen,

meine Schnappis mussten die letzten gut zwei Wochen mit einem Ameisensitter auskommen. Aber der scheint seinen Job gut gemacht zu haben. Sie haben also alle zwei bis drei Tage eine kleine Insektenportion bekommen. WIe viel sie davon gefressen haben, kann ich nicht einschätzen, sie haben aber die ersten frisch getöteten Insekten auch nicht abgelehnt, die ich ihnen danach angeboten habe.

Tagsüber sehe ich sie wie immer manchmal auf ihren Erkundungstouren. Ans frische Futter gehen sie immer noch zügig und ich sehe sie jetzt viel öfter am Zuckerwasser. Sie scheinen mehr Ameisen ernähren zu müssen. Hoffe ich zumindest.

Da ich gelernt habe, dass sie wohl (leider) vorzugsweise in Holz nisten, möchte ich ihnen entsprechende Angebote machen. Eigentlich hatte ich dabei an einen hohlen Ast o.ä. gedacht, aber im Urlaub habe ich eine ALternative gefunden.

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An einem Strand in Thailanf habe ich diese alte vertrocknete Kokosnuss gefunden, die auch schon zwei Löcher hatte. Eins davon habe ich aufgebohrt. Nach zwei Quarantäne-Frostnächten durfte sie dann ins Terrarium.

IMG_20260118_112051.jpg

Bis jetzt habe ich aber noch keine Aktivität in der Nähe beobachten können.

Ich habe auch eine noch kleinere Kokosnuss gefunden, die in den nächsten Tagen auch ihren Weg ins Terrarium finden wird. Die werde ich in der Nähe ihres aktuellen Nests an die Rückwand kleben. Ich bin gespannt, ob ihnen das Angebot gefällt. Wenn nicht, ist es schöne und authentische Deko.

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oben aufgebohrt
oben aufgebohrt

Dieser nur wenige Meter breite Strandabschnitt war auch sonst sehr ergiebig. Für eine Sepiaschale zahlt man im Shop ein paar Euro. Ich habe drei gratis bekommen.

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Grüße vom Pinco




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#71 Pincos Piraten - ein Haltungsbericht mit Polyrhachis pirata

Beitrag von PincoPallino » 17. Februar 2026, 23:17

Hallo zusammen,

ich muss unbedingt mal wieder Bilder vom ganzen Becken machen. In letzter Zeit ist es ganz schön zugewuchert. Blöderweise kann ich die Türen nur öffnen, wenn das Licht aus ist und die Piraten schlafen. Das ist zum Fotografieren natürlich suboptimal. Mache ich die Bilder tagsüber, büchsen mir die Piraten aus. Wenn ich die Tür öffne und sei es nur für ein paar Sekunden zum Füttern, muss ich immer aufpassen. Die meisten "Ausbrecher" erwische ich dann noch an der Scheibe und überrede sie, wieder ins Becken zu gehen. Manche sehe ich aber auch Stunden später auf dem Boden, Wohnzimmertisch etc. herumlaufen.

Das spricht aber auch für ihre vermehrte Außenaktivität, die ich in den letzten Wochen deutlich erkennen kann. Sowohl auf ihren Erkundungstouren als auch an der Futterstelle. Waren da bis vor einiger Zeit nur ein bis drei, sind es jetzt manchmal über 10, die sich am und im Napf aufhalten. Daher vermute ich, dass sich die Zahl der Piraten seit August verdreifacht haben könnte. Und sie scheinen mehr Proteine zu benötigen. Das sind für mich alles sehr gute Zeichen. Der Kolonie scheint es gut zu gehen.

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Das macht aber auch ein Handeln von mir über kurz oder lang nötig. Sie scheinen ja leider keine "gewobenen" Nester zu bauen, sondern lieber in Holz zu nisten. Also brauchen sie mit steigender Anzahl ein größeres Nest. Im Moment sitzen sie wahrscheinlich in einem Hohlraum zwischen Rückwand und den aufgeklebten Holzteilen. Die Lösung ist einfach.

Sie bekommen einen präparierten Ast oder etwas Ähnliches. Nur wohin damit? Unten rechts auf dem Boden wäre noch Platz. Aber der Boden ist ja nicht ihr Revier. Dort sehe ich sie nur äußerst selten. Und dann suchen sie Baumaterial. Ich sehe daher nur eine Option. Ich lege an der Stelle einen Ast ab, der nach hinten oben an der Rückwand anlehnt und nach oben zeigt. So wären sie oberhalb des Bodens, im Holz und das Nest wäre stabil.

Eine andere Alternative fällt mir gerade ein. Auch ganz links neben dem Schiff ist noch Boden frei, auf dem ich etwas aufstellen könnte. Die Ecke ist auch noch nicht so zugewuchert. Aber der Platz am Boden ist begrenzt.

Vielleicht biete ich ihnen auch an beiden Stellen unterschiedliche Optionen an. Darüber muss ich mal nachdenken. Und auch ein Besuch im Wald steht wohl bald mal wieder an. Ich brauche ja schließlich geeignetes Holz.

Die Kokosnuss, die ich ihnen vor ein paar Wochen angeboten habe, haben sie bisher übrigens komplett ignoriert. Ich werde das Eingangsloch bei Gelegenheit vergrößern. Wahrscheinlich ist der EIngang einfach zu klein für sie. Und die zweite Nuss bekommt bei der Gelegenheit auch einen Platz im Becken.

Grüße vom Pinco

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#72 Pincos Piraten - ein Haltungsbericht mit Polyrhachis pirata/baca

Beitrag von PincoPallino » 19. Februar 2026, 00:15

Hallo zusammen,

ich habe gerade mit der KI gesprochen und interessante Infos bekommen. Hoffentlich stimmen sie auch und sind nicht nur herbei phantasiert. Sie hat nämlich deutlich mehr gefunden als ich bei meinen Recherchen.

Als ich meine Piraten bekommen habe, war ja eigentlich schon klar, dass es eigentlich baca sind, aber jetzt bin ich mir noch sicherer und werde bald einen Test machen, der hoffentlich endgültige Klarheit bringt. Den Titel des Berichts habe ich auch entsprechend angepasst.

Ich habe die KI gleichzeitig nach beiden Arten gefragt und bin davon ausgegangen, dass sie sich nur in Details unterscheiden. Anscheinend verhält es sich aber anders. Baca sind die typischen Waldbewohner, die sich gerne weiter oben aufhalten. Als kleine Kolonie nisten sie gern im Holz. Wenn sie größer werden, fangen sie an zu weben. Sagt die KI. und ich glaube ihr da gern :) Meine Ameisen verhalten sich schließlich genauso.

Es klingt auch plausibel. Zum Weben eines Nests oder zumindest dem Verspinnen von Blättern brauchen sie viele Larven im passenden Stadium. Die hat eine kleine Kolonie nicht und geht opportunistisch ins Holz, wo sie ihr Nest mit weniger Aufwand gestalten kann. Bis es zu klein wird... Vielleicht geben ich ihnen doch besser keine große "Holzhöhle". Das müsste ihren Spinntrieben entgegen laufen.

Die Wahrheit bringt wie immer die Zeit. Ich lasse das Setup jetzt erstmal wie es ist und gebe ihnen mehr Proteine. Hoffentlich fühlt sich die Königin dadurch motiviert, mehr Eier zu legen.

Die für mich aber totale Neuigkeit war eine Info über pirata. Angeblich haben sie ihren Namen von ihrer semiaquatischen (!) Lebensweise. Das hatte ich bisher nirgends gelesen. Sie können angeblich über Wasser laufen und sogar tauchen. Bei Gefahr suchen sie es sogar gezielt auf oder lassen sich hinein fallen. Sagt die KI.

Und sie hat mir einen Test vorgeschlagen, um die Unklarheit über meine Art zu beseitigen. Ihr könnt euch jetzt sicherlich vorstellen, wovon der nächste Bericht handeln wird :)

Das Verhalten ist angeblich ähnlich wie bei Polyrhachis sokolova, die in Magroven leben.

zwei Ameisen auf dem Wasser
zwei Ameisen auf dem Wasser

Was es nicht alles gibt... Dass Ameisen gezielt das Wasser aufsuchen ist mir echt neu. Ich weiß zwar, dass manche Arten bei Überschwemmungen lebende Flöße bilden, aber das ist etwas ganz anderes. Da kann ich ja schon froh sein, dass ich keine pirata bekommen habe. Und wenn sie es doch sind, brauchen sie ein anderes Habitat.

Kann irgendjemand diese Infos über pirata bestätigen? Ich bin da immer noch sehr skeptisch.

Ich brauche jetzt schnell Klarheit. Wenn es wirklich Piraten sind, müssen sie evtl. ins Nico-Becken umziehen und ich muss ihnen dort eine Wasserumgebung bauen. Jetzt hoffe ich schon, dass ich baca habe. Morgen mache ich den Test... Zu allem Überfluss bin ich nämlich gerade kurz davor, neue Nachfolger für die Nicos zu kaufen. Und das kann ich nicht, wenn die Piraten das Becken brauchen.

Ein kleiner Teil von mir hofft jetzt aber auch, dass ich ein Paludarium bauen und Piraten auf dem Wasser beobachten darf.

Beide Optionen haben jetzt noch mehr Reiz. Hoffentlich kann ich heute Nacht schlafen :)

Ich glaube, hier geht es sehr bald weiter.

Grüße vom Pinco

PS: Ich habe die Ki auch nach Bildern gefragt, die pirata auf dem Wasser zeigen. Das war die Antwort:
"Wissenschaftliche Bilder, die Polyrhachis pirata direkt in Aktion auf dem Wasser zeigen, sind extrem selten und meist nur in speziellen Fachpublikationen zu finden. ... Haltungsberichte: Im Ameisenforum gibt es Berichte wie „Pincos Piraten“, in denen Halter versuchen, dieses Verhalten im Formicarium zu dokumentieren."
Das war ein komischer Moment. Zum einen war klar, dass das nicht stimmt, denn ich habe noch nie versucht, dieses Verhalten zu dokumentieren. Zum anderen war auch die Konfrontation der Ki damit spannend. Sie ist aber locker darüber weggegangen und hat das wegignoriert. Spätestens ab dem Moment war ich noch skeptischer.
Oder die KI kann schon in die Zukunft schauen und mit meiner Manipulation ihre eigene Prophezeihung Wirklichkeit werden lassen :)




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