Fragen zur geeigneten Art, Nest und Becken

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#9 AW: Fragen zur geeigneten Art, Nest und Becken

Beitrag von Imago » 13. Mai 2009, 20:41

Hallo A. Meise!

Also Camponotus ligniperda ist eine geeignete Ameisenart um als AnfĂ€nger wahrscheinlich ohne herbe RĂŒckschlĂ€ge, dieses Hobby genießen zu können.

Grundvorraussetzungen sind natĂŒrlich etwas Eigendiziplin um sich einzulesen, wie bei jeder Art. Besonderheit bei Camponotus ligniperda ist der endogene Rhythmus:
http://www.ameisenforum.de/europ-ische-ameisenarten-allgemeines/endogener-exogener-jahresrhythmus-t34342.html

Camponotus ligniperda ist die grĂ¶ĂŸte in Europa vorkommende Ameisenart und bildet drei Unterkasten der Kaste Arbeiterin aus:

Minor- Media und Major, wobei die Kasten bei den Arbeiterinnen fließend in einander ĂŒbergehen können. Was ich auch zu einem sehr interessanten Aspekt zĂ€hle.

Die VolksstÀrke betrÀgt so um die 10.000 Tiere, bei einer ausgewachsenen Kolonie.

Camponotus ligniperda beansprucht im VerhĂ€ltnis zu den Individuen viel Platz. Sie benötigen um ihre Brut heran zu ziehen aufgrund ihrer GrĂ¶ĂŸe viel Eiweiß, darum beanspruchen sie ein großes Terrain um genĂŒgend Nahrungs/Eiweißquellen erschließen zu können. In der Natur furagieren Arbeiterinnen einer großen Kolonie bis 40m vom Nest entfernt. Dieses lĂ€sst sich in der privaten Haltung natĂŒrlich stark einschrĂ€nken.

In NestnÀhe werden die Arbeiterinnen ab eine gewissen VolksstÀrke sehr aggressiv und setzen gerne ihre krÀftigen Mandibeln ein, mit denen sie auch gerne ihre Nester im Todholz anlegen und bearbeiten.

Camponotus ligniperda kĂ€mpft gezielt mit den Mandibeln, ihre Kampfstrategie definiert sich in einem Ruckartigen vorrĂŒcken mit Angriff der Mandibeln, mit denen sie andere Ameisen leicht köpfen kann.

Wenn Beuteinsekten angegriffen werden, beißen sie mit ihren Mandibeln zu, halten sich fest, strecken die Gaster nach vorn und ihre GiftdrĂŒse kommt zum Einsatz. Ein Vorsichtiger Angriff gestaltet sich mit vorgestreckter schnell nach oben und unten bewegender Gaster richtung Gefahr.

Die FÀrbung der Tiere ist wirklich interesant und schön im Licht, im Sonnnelicht entfallten diese Tiere erst ihre Wahre Schönheit.

Die Ameisen bewegen sich im allgemeinen trÀge, erst ab 25°C. werden sie auch wirklich flink, wenn keine Gefahr besteht. Trotz des allgemeinen trÀgen Eindrucks sollte man die Geschwindigkeit dieser Tiere nicht unterschÀtzen, wenn sie wollen sind wirklich sehr schnell.

Das Koloniewachstum wird durch die GrĂ¶ĂŸe der Tiere und der dem entsprechnden langen Entwicklungsphasen der Stadien die, die Brut durchlĂ€uft stark gebremmst.

Und hier noch mal die Entwicklungszeiten von dem Ei zur Imago:

[font=Calibri]Entwicklungsberechnung im gĂŒnstigsten Fall: Entwicklungsberechnung im ungĂŒnstigsten Fall:[/font]


[font=Calibri]05.07.2008 .................................................. ...................05.07.2008 [/font]
[font=Calibri]+ 9 Tage bis zur Larve ................................................+ 16 Tage bis zur Larve[/font]
[font=Calibri]= 14.07.2008 .................................................. ............= 21.07.2008[/font]


[font=Calibri]14.07.2008 .................................................. .................21.07.2008[/font]
[font=Calibri]+ 10 Tage bis zur Puppe ...........................................+ 14 Tage bis zu Puppe[/font]
[font=Calibri]= 24.07.2008 .................................................. ..........= 04.08.2008[/font]


[font=Calibri]24.07.2008 .................................................. ...............04.08.2008[/font]
[font=Calibri]+ 12 Tage bis die Imago schlĂŒpft ...........................+ 24 Tage bis die Imago schlĂŒpft[/font]
[font=Calibri]= 05.08.2008 .................................................. ........= 28.08.2008[/font]


Die Daten stammen aus meinem Haltungsbericht:
http://www.ameisenforum.de/europ-ische-arten/33877-camponotus-ligniperda-haltungserfahrungen.html

LG Imago



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