Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

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eastgate
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#1 Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von eastgate » 25. August 2010, 11:07

[align=center][align=center]Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen[/align]
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[align=center][align=center][img]http://img.secretpicdump.com/original_1193_b6981_54709_p1020397.jpg[/img]
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[align=center][align=center]Vorwort[/align]
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Aus vielen Haltungsberichten, von denen viele leider recht schnell und unglücklich endeten, ist die Art Harpegnathos venator bereits bekannt. Da mich diese Art aber sehr interessiert und ich dieses Interesse nicht mit Hilfe von Haltungsberichten stillen kann, habe ich mich dazu entschieden, diese Art selbst zu halten. Natürlich spielt auch der Spaß an der Haltung dabei eine Rolle, dass ich diese Art nun habe. Wichtig ist mir auch, die Kolonie so lange wie möglich zu halten um am Ende festzustellen, ob es zur vermuteten aber nicht bewiesenen Bildung von Gamergaten kommt, imdem sich Männchen der eigenen Kolonie mit Arbeiterinnen paaren.


[align=center][align=center]Artbeschreibung
Danke an Swagman für die schöne Artbeschreibung.
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Allgemeines

Heimat:
weit verbreitet in Südost-Asien. Von Indien bis China, Malaysia, Philippinen, Thailand.
Habitat:
?
Kolonie:
monogyn. Königin wird vermutlich später durch Gamergaten ersetzt.
Koloniegröße:
gering, etwa 300 – 400 Tiere
Koloniealter:
?
Gründung:
semiclaustral
Arbeiterinnen:
monomorph
Nestbau:
große Erdnester
Nahrung:
zoophag und in geringem Umfang Nektar und Honigtau
Winterruhe:
keine
Fortpflanzung:
Jede Kolonie wird von einer, sehr selten mehreren, begatteten Jungköniginnen gegründet, eine alte Kolonie teilt sich niemals auf.
Ab einem gewissen Zeitpunkt kann die Königin vermutlich von Gamergaten ersetzt werden.


Aussehen / Färbung

Arbeiterinnen:
schwarz, Hinterleibsende und Tarsen rot-braun
Königinnen:
wie Arbeiterinnen
Männchen:
schwarz, Hinterleibsende auffällig rot-braun


Größe

Arbeiterinnen:
ca. 14 - 16 mm
Königinnen:
ca. 14 - 16 mm
Männchen:
ca. 12 - 14 mm

Achtung:
Diese Art nutzt einen Wehrstachel! Deren Gift kann von allergischen Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock führen. Aufgrund der stetig ansteigenden Allergiefälle in Zusammenhang mit heimischen Allergenen, steigt die Gefahr einer anaphylaktoiden Entgleisung bezüglich exotischer Giftexpositionen.

Eine Ausführliche Artbeschreibung findet sich hier:
Harpegnathos venator


[align=center][align=center]Überlegungen / Schwierigkeiten bei der Haltung[/align]
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Natürlich habe ich auch einige Bedenken gehabt, bevor ich mir die Kolonie angeschafft habe. Auf der einen Seite ist mir grad erst die Oecophylla-Kolonie über den Kopf gewachsen, auf der anderen Seite habe ich schon viel schlechtes über Harpegnathos venator gelesen & gehört. Viele Leute haben / hatten ja Probleme mit Milben. Dabei muss man sich aber überlegen, sind die Ameisen wirklich besonders anfällig für Milben oder ist das Problem vielleicht, dass viele Halter mit diesen Ameisen zum ersten Mal eine Art halten, die es eher feucht mag? Wir wissen: Feuchtigkeit und vor allem mangelnde Lüftung und Staunässe begünstigen den Befall einer Kolonie mit Milben.
Nunja, es bleibt abzuwarten, wie sich die Kolonie entwickelt.


[align=center][align=center]Haltung[/align]
[/align]
[font=Verdana]Was erwarte ich mir von dieser Art? Ganz einfach: Aufgrund ihres Verhaltens, der optischen Wahrnehmung, der Fähigkeit, Rückwärts zu laufen und mehrere Zentimeter zu springen sollte sich die Haltungs als äußerst interessant erweisen. Vielleicht gibt es ein paar spannende Jagtszenen zu beobachten.
Außerdem habe ich vor, diese Art vorerst so einfach wie möglich zu halten. Ohne viel schnick-schnack und auch kein riesiges "Tropenbecken" in dem man gerade bei einer kleinen Kolonie alle Jubeljahre mal ne Ameise zu sehen bekommt. ^^

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#2 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von eastgate » 27. August 2010, 21:14

[align=center]27.08.2010
[size=84]Erster Bericht von der kleinen Kolonie

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[align=center][align=center]Von Ankunft bis jetzt...
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Ich habe die Kolonie schon vor einer ganzen Weile erhalten, um genau zu sein am 19.06. Als ich die Ameisen bekam hatten sie keine Brut, nur eine Puppe, die dann später verstarb. Da ich vorher mit dem Verkäufer kontakt hatte und er mir zugesichert hat, ich würde eine neue bekommen falls es Probleme gibt, störte mich der Brutstatus wenig.

Zu meiner Freude hat die Königin ca. 1-2 Wochen nach der Ankunft bei mir mit der Eiablage begonnen. Erst ganz langsam, dann immer mehr. Recht schnell entwickelten sich die ersten Larven, von denen einige gleich wieder starben. Ich hatte sie wohl zu trocken gehalten. Mitlerweile habe ich einge Puppen und viele Larven und Eier:
[align=center][img]http://img.secretpicdump.com/thumbnail_1253_326bb_p1020763.jpg[/img][/align]

Leider starben in den ersten Wochen doch recht viele Arbeiterinnen. Ca. 10 Stück. Woran es lag kann ich nicht sagen. Das Arbeiterinnensterben hörte aber recht zügig wieder auf und seitdem gab es keine toten mehr.
Mitlerweile läuft es echt super. Den Ameisen scheints gut zu gehen. Neulich wurde eine Puppe "geschält" und die darin befindliche Vorpuppe an die Larven verfüttert.

[align=center]Hier mal ein Bild der Königin (roter Pfeil) und einer Larve, die sich grad verpuppt und mit Sand überdeckt wurde (grüner Pfeil):
[img]http://img.secretpicdump.com/thumbnail_1254_3aa89_p1020687.jpg[/img][/align]


[align=center][align=center]Haltungsparameter & Nahrung
[align=left]Joa, die Haltungsparameter lassen sich ganz einfach beschreiben: warm und feucht. Aber nicht zu feucht, da ist fingerspitzengefühl gefragt eine LF von ca. 75-90% sind ganz ordentlich. Temperaturen zwischen 22-26 Grad sind für diese Ameisen anscheinend ganz gemütlich. Am wichtigstens ist aber eine ausreichende Belüftung. Die Harpegnathos sind kleine Drecksfinken, die mit Müll (Nahrungsreste) den Eingang und das Nest zukleistern. Hat man da Staunässe und stehende Luft kommt Schimmel und irgendwann die Milben. Im Becken gibt es Futtermilben, diese sind aber nicht im Nest! Wenn die Arbeiterinnen Müll rausbringen dann kommen Sie an die Reste und fressen diese. Wenn man die regelmäßig entfernt scheint das auszureichen.
Sie fressen bis dato bei mir am liebsten Heimchen. Eigentlich nur. Fliegen und anderes Insektenfutter wurde ignoriert. Am Zuckerwasser habe ich noch nie eine Arbeiterin gesehen.

Diese Art ist für ihre ausgefallene Jagttechnik, in der sie die Futtertiere anspringen und erstechen, bekannt. Leider konnte ich das bis dato weder filmen noch fotographieren - es geht alles so schnell. Die Arbeiter erspähen ein Futtertier, näher sich langsam mit einem noch oben gerichteten und erregt wedelnden Gaster und dann springen sie, stechen und die Show ist vorbei. Sehr interessant zu beobachten![/align]


Das Becken
[align=left]Es handelt sich dabei um einen s.g. "Antcube", ein Würfel mit den Maßen 20x20x10 und einen Kreisrunden Ausschnitt an der Oberseite sowie Lochbohrungen für Erweiterungen:[/align]
[img]http://img.secretpicdump.com/thumbnail_1256_b3bc0_p1020764.jpg[/img]

[align=left]Diesen habe ich mit Sand-Lehm, einer echten Pflanzen und ein paar unechten Pflanzen gefüllt. Als Nest dienen 2 umgedrehte Plastikpetrischalen. Zwar habe ich dadurch nur Einsicht ins Nest von unten, aber das ist schon ok. Die beiden Petrischalen scheinen ihnen zu gefallen.
[align=center][img]http://img.secretpicdump.com/thumbnail_1257_6e7f5_p1020767.jpg[/img]

[align=left]Als Deckel nutze ich so ein rundes Ding mit feiner Metallgaze. Das ist ganz gut, da die Luft schön zirkuliert. Eine Ausbruchsicherung habe ich nicht. Die Ameisen sind groß genug, dass sie nirgends durchpassen.[/align]
[img]http://img.secretpicdump.com/thumbnail_1259_af148_p1020769.jpg[/img]
[/align]
[/align]


Planung
[align=left]Wenn die Kolonie erstmal gewachsen und stabil ist, möchte ich diesen gegen ein größeres und vor allem höheres Becken tauschen. Das soll noch Zeit haben. Aber so wie ich mitbekommen haben klettern diese Ameisen sehr gerne und lauern von erhöhten Stellungen auf Beutetiere. Von einem größeren Becken erhoffe ich mir, ein natürlicheres Verhalten der Kolonie. Im Moment zeigt die Kolonie dieses Verhalten offensichtlich nicht. Das jetzige Becken ist meiner Ansicht nach Ideal für Gründerkolonien, um dieses aufzupeppeln und die optimalen Haltungsparameter zu finden - diese lassen sich bei einem kleinen Becken eher verändern als bei einem großen. Allerdings ist ein größeres Becken auch viel Dekorativer :-)[/align]


Zum Abschluss noch ein Bild einiger Larven:
[img]http://img.secretpicdump.com/thumbnail_1258_45117_p1020761.jpg[/img]


[align=left]So, das solls für heute gewesen sein.

Über Anregungen und Fragen usw. würde ich mich riesig freuen. Gerne auch Lob und Kritik.
Das ist der Diskussionthread (Klick!!!)

Gruß

eastgate[/align]
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