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Volk - Kolonie - Superkolonie

Wo braucht Ihr Hilfe, was an Fragen Eurer Ameisenhaltung möchtet Ihr diskutieren?
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Fraaap
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#17 AW: Volk - Kolonie - Superkolonie

Beitrag von Fraaap » 5. April 2008, 20:10

Ich halte vor allem die Formulierungsweisen vielerlei Dinge für unnötig. Für die Standard-Fremdwörter, die wirklich oft benutzt werden, habe ich vollstes Verständnis und stimme dem korrekten Gebrauch zu. Ob ich nun aber Kolonie oder Volk sage, das ist absolut nicht von belangen.

Ebenso missfällt mir die Art und Weise der Erklärung von Sahal.

-Das Nest bezeichnet eine geographische Ansammlung von Arbeiterinnen und zumeist mind. 1 Gyne zum Zwecke der Brutpflege und Nahrungsverteilung. ZB rezente Vertreter der Oecophylla betreiben mehrere echte Nester trotz Monogynie, dh sie verteilen dauerhaft ihre Brut auf etliche Nester, die bis zur Imago dort verbleiben. Lasius niger hingegen hat nur genau ein Nest, betreibt jedoch temporäre Vorposten mit Larven zur besseren Nahrungsverteilung.
- Das "Volk" bezeichnet die Gruppierung von Arbeiterinnen um ihre Gyne/n in einem autarken Nest/Nestern. Unabhängig von intraspezifischen Interaktionen nicht unikolonialer Natur. Das Volk bezeichnet also immer die Gruppe der Nachkommen ihrer Gyne/n.
- Die "Kolonie" bezeichnet mehrere autarke Völker, die sich gegenseitig tolerieren, jedoch stark beschränkt zusammenarbeiten. Der Begriff Kolonie setzt also mehrere Völker voraus.
- Die "Superkolonie" bezeichnet mehrere m.o.w. verwandte Nester, die Brut, Nahrung und Arbeiterinnen sowie Gynen austauschen können. Der Begriff Volk verwässert hier, da die Superkolonie die autarken Völker zugunsten eines Verbundes von Nestern aufgegeben hat. Die Superkolonie setzt jedoch eine gewissen Verwandschaftsgrad voraus! Medienwirksames Beispiel: Linepithema humilis.
- Die Spitze bilden dann unikoloniale Arten, bei denen Gynen, Brut und Arbeiterinnen unter Verzicht jeglicher Verwandschaft akzeptiert werden. Bekanntestes Beispiel sollten Monomorium pharaonis sein.
Rot: Nicht geläufig
Orange: Grenzwertig
Grün: Halbwegs geläufig

Um klar zu machen, welche Unterschiede zwischen verschiedenen Fachbegriffen bestehen, darf ich diese nicht mit weiteren Fachbegriffen erklären. Wird dies gemacht, müssen die anderen Fachbegriffe selbst noch einmal erklärt werden. In diesem Forum sind auch viele Anfänger und vor allem auch jüngere Personen versammelt, die sich weder mit Latein noch mit den "Ameisenfachbegriffen" auskennen.

Wie ich sehe gibt es in diesem Thread viele "Ja-Sager". Ich wette: Gerade einmal die Hälfte all dieser Personen hat die Erklärung wirklich verstanden! Ich habe überhaupt nichts gegen das benutzen von Fachbegriffen. Wenn, dann sollte man sie aber auch erklären können, und zwar auch Anfängern!



Gaster
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#18 AW: Volk - Kolonie - Superkolonie

Beitrag von Gaster » 5. April 2008, 20:15

@Fraaap: Der Text von Sahal ist vollkommen verständlich und die Fachbegriffe, die er benutzt hat, waren zu 95% nötig. Wenn man die Erklärungen zu einem Begriff nicht versteht, sollte man sich anderweitig informieren und dies nicht vom Verfasser des Postings verlangen/erwarten.
Wenn du willst, kannst du den Post von Sahal ja noch mal schreiben, ohne Fachausdrücke zu gebrauchen. Danach vergleichen wir sie dann und werden sehen, dass nur der Text von Sahal eindeutig ist.

Hier habe ich mal Links zu den von dir rot markierten Begriffen:

Über Google (erster Eiintrag): Rezent – Wikipedia

Über Google (schon wieder erster Eintrag): Autarkie – Wikipedia

Über Google (oh, schon wieder erster Eintrag): Polygynie - AmeisenWiki ([...]sind unikolonial, d.h. zwischen den Völkern auch weit entfernter Populationen bestehen keinerlei territoriale Grenzen, und Angehörige fremder Nester werden jederzeit akzeptiert. [...])



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NIPIAN
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#19 AW: Volk - Kolonie - Superkolonie

Beitrag von NIPIAN » 5. April 2008, 23:32

Hoi,

ganz ehrlich: wenn ich wischi-waschi-Formulierungen und über-den-Daumen-gepeile bei chronischer Wahrheitsverknotung suche, wende ich mich an die Politik, da hab ich schließlich keinen Einfluss drauf.
Aber wenn man sich tatsächlich für ein Thema interessiert, dann sollte man auch entsprechend tief einsteigen. Und dazu gehört nunmal die entsprechende Nomenklatur - Terminolgie.

Sahal hat's echt drauf. Also, entstaubt mal eure Gyri und nehmt davon ordentlich an, wenn's schon mal ganz angenehm verpackt und vor die Schnauze geworfen wird! Man lernt schließlich nie aus!



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Boro
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#20 AW: Volk - Kolonie - Superkolonie

Beitrag von Boro » 5. April 2008, 23:33

Ich finde diese Diskussion äußerst erquickend, wenig jedoch sind wir von persönlichen Attacken begeistert und ich möchte dringend ersuchen, dass persönliche Auseinandersetzungen nur per PN ausgetragen werden, wenn es schon unbedingt sein muss.
Sahals Stellungnahme ist bemerkenswert, es bleibt aber die Frage offen, ob man gerade die unterschiedliche Bedeutung der Begriffe Volk-Kolonie so schwer gewichten sollte.
Historisch betrachtet gilt eine Kolonie als in der Regel überseeische (auswärtige) Besitzung eines Staates. Dass diese meist aus einer Reihe von Siedlungen und Stützpunkten bestand, liegt auf der Hand. Allerdings wurde auch die Gründung einer ersten Ansiedlung, eines ersten Stüztpunktes von den Gründerstaaten (Kolonialstaaten) meist als "Kolonie" bezeichnet und (abgesehen von rein militärischen Stüztpunkten) von "Kolonisten" besiedelt.
Im Fremdwörterduden findet man unter "Kolonie" für den Bereich Biologie folgende Erklärung: "Zusammenschluss ein- oder mehrzelliger pflanzlicher oder tierischer Individuen einer Art zu mehr oder weniger lockeren Verbänden (häufig mit Arbeitsteilung verbunden)"
Wenn diese Erklärung wohl eher auf die oben angesproche Linie von Sahal hinweist, kann für mich der historische Aspekt des Begriffes für den Laien jedenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Alle Nicht-Biologen kennen die Begriffe "Kolonialstaat", "Kolonialismus" und dgl. aus dem Geschichteunterricht oder aus der politischen Diskussion.
So gesehen erscheint mir auch die Deutung von Merkur plausibel, der "Volk" und "Kolonie" als praktisch (auch für Ameisen) gleichbedeutend kennt.
Gruß Boro



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erix
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#21 AW: Volk - Kolonie - Superkolonie

Beitrag von erix » 6. April 2008, 01:58

Ich finde es durchaus angebracht, dass Sahal einige Begriffe klarstellt. Wer sich mit komplizierten Dingen befasst und darüber reden will braucht nun mal einen etwas speziellen Wortschatz.
Man sollte immer alles so einfach wie möglich ausdrücken, aber auch nicht einfacher. (Albert Einstein).
Ich selber wäre schon zufrieden, wenn einige zur Kenntnis nehmen könnten, dass Meisen Vögel sind.
Gruss: erix



Wasser
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#22 AW: Volk - Kolonie - Superkolonie

Beitrag von Wasser » 6. April 2008, 10:20

Hallo Sahal

Auch wenn es viele der Kleingeister hier wieder als Affront auffassen:
Woher stammen diese Definitionen? Gibt es Quellen/Referenzen dafür oder sind es deine eigenen?
Viele derer die an deinen Lippen hängen sehen es bestimmt anders aber ich möchte ungerne
Definitionen übernehmen die ich nicht verifizieren kann.



.



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DeusExMachina
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#23 AW: Volk - Kolonie - Superkolonie

Beitrag von DeusExMachina » 6. April 2008, 12:16

hydro hat geschrieben:Hallo Sahal

Auch wenn es viele der Kleingeister hier wieder als Affront auffassen:
Woher stammen diese Definitionen? Gibt es Quellen/Referenzen dafür oder sind es deine eigenen?
Viele derer die an deinen Lippen hängen sehen es bestimmt anders aber ich möchte ungerne
Definitionen übernehmen die ich nicht verifizieren kann.



.



Da muss ich hydro allerdings recht geben ,auch die hochtrabendst formulierte (;)) These hat ohne Belege anhand einer Quellenangabe kaum Überzeugungskraft , wie man aus dem Deutschunterricht wissen sollte.

Dennoch bin ich anderer Ansicht, was das Benutzen von Fremdwörtern angeht...es ist nun einmal viel praktischer und präziser Gegebenheiten mit einem lateinischen statt 9 deutschen Wörtern zu beschreiben.Im Endeffekt spart man durch ein Kundig machen also sogar noch Energie und schont die Fingermuskulatur, zumal die Chance aneinander vorbei zu reden mmn viel geringer ist.

Fragt euch also selbst ob ihr nicht den Ehrgeiz über das "Turboameisen"-Niveau mancher Laien hinaus zu kommen und stattdessen vll sogar einen wissenschaftlichen Anspruch entwickeln wollt.



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Nekis
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#24 AW: Volk - Kolonie - Superkolonie

Beitrag von Nekis » 6. April 2008, 12:24

Aber wie schon jemand mit den Hunde Beispiel gesagt hat:
Wenn man sich ein Tier hält (in diesen Fall Ameisen), sollte man schon darüber bescheid wissen und (wie jemand schon mit einen Mechaniker Beispiele erklärt hat) mit anderen Ameisenhaltern auf einer wissenschaftlichen oder vll. professionellen Basis diskutieren können.
<hierkönntejetzteinschönesbeispielstehen>



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