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Pachycondyla apicalis - Haltungserfahrungen

Unterfamilie: Ponerinae
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DerThomas
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#1 Pachycondyla apicalis - Haltungserfahrungen

Beitrag von DerThomas » 18. August 2008, 19:57

Hallo. Ich habe nun beschlossen, meinen Pachycondyla apicalis Haltungsbericht auch in diesem Forum zu veröffentlichen.

Ich habe vor einiger Zeit von einem Bekannten eine Pachycondyla apicalis Königin erworben.
Wie aber in einem anderen Forum schon zu lesen ist, war diese leider mit Milben infiziert und wurde gegen eine größere Kolonie umgetauscht. Deshalb fängt der Bericht hier erst ab dem Umtausch an.



Nachdem ihr von meinem letzten Haltungsbericht nicht mehr allzuviel gehört habt, da es sich ja um Blattschneider handelt und nicht viel großartiges passiert, habe ich nun für euch einen neuen Haltungsbericht, der vielleicht den ein oder anderen interessiert. Meine Freundin und ich haben uns entschlossen diese Art gemeinsam zu halten, da ihr diese großen Ameisen sehr gut gefallen Bild Wir haben kurz vorher Paraponera clavata gesehen und wollten eigentlich zuerst diese kaufen. Nach genauerem Studieren haben wir uns aber dann doch für apicalis entschieden. Die Ameisen waren ein frühzeitiges Geburtstags Geschenk von meiner Freundin und ich möchte mich an dieser Stelle bei ihr für dieses schöne Geschenk bedanken, und auch dafür dass sie dieses Hobby so gerne mit mir teilt Bild *Kuss*

Wie schon in der Überschrift erwähnt wird, handelt es sich um Pachycondyla apicalis.
Hier erst mal ein paar Grundinformationen zu der Art.

Taxonomie: Unterfamilie Ponerinae, Tribus Ponerini

Verbreitung: Mittel- bis Südamerika (Meine kleine wurde in Französisch-guayana gefangen)

Aussehen: Sehr groß 18-22mm; Sehr große Augen (sieht sehr sehr gut, orientiert sich hauptsächlich optisch); schwarz; sehr graziles und flinkes auftreten - schlank

Nest: In der Natur bauen sie ihre Nester in der Regel in Totholz

Nahrung: Insekten / Honig- oder Zuckerwasser

Ponerinae sind nicht so ausführlich untersucht wie die meisten anderen Ameisen, daher ist es schwierig verlässliche Informationen zu finden. Ebenso schwierig ist es, keine falschen Informationen weiterzugeben.
Daher bitte ich euch eventuelle fachliche Fehler zu verzeihen und mich zu korrigieren.

Pachycondyla apicalis besitzt im Gegensatz zu einigen anderen Pachycondyla Arten keine Gamergates. Des Weiteren ist sie monogyn.
Die Arbeiterinnen sehen fast genau so aus, wie die Königin. Es ist sehr schwer sie zu unterscheiden wenn man sie zum ersten mal sieht. Der Thorax der Königin scheint ein klein wenig länger und breiter zu sein.
Pachycondyla apicalis ist eine sehr flinke und aktive Jägerin.
Sie verfolgt ihre Beute, springt sie regelrecht an und lähmt sie mit ihrem Giftstachel.
Pachycondyla apicalis besitzt auch keinen sozialen Magen. Sie können also nicht, wie zum Beispiel Schuppenameisen, Honigtau o.ä. in ihren Körper aufnehmen, und ihre Kolleginnen füttern.

Die meisten Ponerinae haben aber eine Technik entwickelt die diesen Nachteil ausgleicht. Sie sind in der Lage, Wassertropfen und auch Honigtau, tröpfchenweise zwischen den Mandibeln zu tragen, und bringen so den anderen Ameisen etwas zu trinken.
Apicalis besitzt sehr auffallende Brut. Die Eier sind zylinder-, schon fast stäbchenförmig. Sie sind sehr dünn, aber fast 4-5 mm lang.
Die Larven sind "behaart". Es sieht aus als hätten die Larven am ganzen Körper Stacheln. Man kann die Larven dank ihrer Größe sehr deutlich beim "betteln" beobachten, wenn sie Hunger haben. Die Puppen sind dunkelbraun bis fast schwarz gefärbt.

Als Becken habe ich für sie ein 80cm x 35cm x 40 cm Aquarium vorbereitet.

Nach Aussagen von einigen Wissenschaftlichen berichten, und von Leuten die Erfahrungen mit dieser Art haben, gehört Pachycondyla apicalis zu den intelligentesten Ameisen. Sie ist sehr gelehrig, und lernt sogar, das Futter aus der Hand entgegen zu nehmen.
Mir ist auch aufgefallen, dass sie sehr neugierig ist und sehr beobachtend.

Da es viele anscheinend für erwähnenswert halten: Pachycondyla apicalis kann bei Erregung, Neststörung oder Neugierde deutlich hörbar stridulieren. Sie kann also pieps-, klick- und summgeräusche von sich geben.

Gestern kam mein Verkäufer mit einem 60x30x30cm Becken an und brachte mir wie versprochen die Pachycondyla apicalis Kolonie mit. Haben gleich gecheckt ob es der Königin gut geht oder ob es Probleme mit weiteren Parasiten gibt. Wir konnten soweit nichts feststellen.

Wir haben sie schnell in mein Becken umgesiedelt.
Sie leben unter einer sehr morschen Wurzel. An der unterseite sind einige tiefe Schlitze in denen sie leben


Hier der Link zum Diskussionsthread. Bitte schreibt rein :) :

http://www.ameisenforum.de/meinungen-fragen-zu-den-haltungsberichten/pachycondyla-apicalis-haltungsbericht-von-derthomas-diskussion-t33539.html
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DerThomas
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#2 AW: Pachycondyla apicalis Haltungsbericht

Beitrag von DerThomas » 18. August 2008, 20:02

Hallo. Update So 20. Juli 2008
Die Kolonie war am Anfang sehr lange eingeschüchtert und kaum aktiv.
Langsam aber kommen nach und nach immer mehr Arbeiter heraus.
Sie fangen auch an unter der Rinde Substrat herauszutragen.

Die Kolonie frisst sehr viele Insekten, aber manchmal kann ich sie auch beobachten, wenn sie einen Tropfen Zuckerwasser herumtragen, dies allerdings sehr selten. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sie diesen bis zur Königin bringen ohne dass er herunterfällt oder ähnliches.

Hier gibt es ein paar Bilder zu einer Gruppe von Arbeitern, die heute am Haupteingang standen und eine andere Arbeiterin ein bisschen gezwickt und abgeleckt haben. Vielleicht wurde diese nur kräftig geputzt...
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DerThomas
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#3 AW: Pachycondyla apicalis Haltungsbericht

Beitrag von DerThomas » 18. August 2008, 20:04

Hallo Bild Update So 27. Juli 2008 Für manche ist es bestimmt ein sehr interessantes, andere wissen damit nicht viel anzufangen Bild

Es geht um Makroaufnahmen....
Heute wurde mir die erste tote Arbeiterin herausgetragen. Natürlich wollte ich mich nach den letzten Geschehnissen doch ein wenig versichern, dass sie nicht durch Parasiten gestorben ist.

Ich beschloss, sie schnellstmöglich mit einer Nahlinse abzulichten. Das Ergebnis seht ihr hier Bild Also eine kleine Routine Untersuchung Bild
Ich konnte weiter nichts ungewöhnliches feststellen... Sollte jemand von euch etwas erkennen können bitte ich das hier zu schreiben.

Die Kolonie zeigt ein normales Verhalten. Sie holen kräftig Zuckerwasser. Sie schleifen mit der Gaster nicht auf dem Boden herum, sondern laufen aufrecht und sehr flink.

Die Mehlwürmer nehmen sie am liebsten lebendig an. Sie greifen sie an, und ziehen sie aus der Erde heraus. Der Mehlwurm wirft die Ameise um sich, während sie versucht den Stachel anzusetzen. Das ganze dauert meistens ca. 5 Sekunden, ab dann bewegt sich der Mehlwurm nicht mehr -wirksames Gift!

P.S. Freue mich sehr über Anregungen oder Kommentare im Diskussionsthread... Das motiviert einen doch gleich sich hier noch mehr ins Zeug zu legen Bild
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#4 AW: Pachycondyla apicalis Haltungsbericht

Beitrag von DerThomas » 18. August 2008, 20:11

Hi. Update 18. August 2008. Ich habe gestern das Becken vorgerutscht, um zu sehen, ob sie schon so weit umgegraben haben, dass man von unten unter die Wurzel gucken kann.
Und? Natürlich, seht selbst, denn ich habe ein paar Fotos gemacht.

Anscheinend geht es gut wenn ich mir die Brutmenge ansehe.
Immer wieder schön wie sauber alles sortiert wird.
Zu erkennen sind natürlich Puppen, kleine und große Larven, die bei Pachycondyla apicalis behaart aussehen und die kleinen stäbchenförmigen Eier.

P.S. Freue mich wahnsinnig über Einträge im Diskussionsthread :)
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DerThomas
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#5 AW: Pachycondyla apicalis - Haltungserfahrungen

Beitrag von DerThomas » 19. August 2008, 17:25

Heute gibt es Futter!

Habe ihnen gerade 6 Mehlwürmer reingeworfen. Es dauerte ca. 1 Minute bis alle von ihnen einen Stich abbekamen und abtransportiert wurden. Echt eine wilde Bande....

Hier ein paar Fotos!
Bild 1: Portrait
Bild 2: Makro
Bild 3: Auf der Jagd!
Bild 4: Zu zweit ist es leichter
Bild 5: Aber einsame Wölfe gibt es auch =)
Bild 6: Schwere aber lebendsnotwendige Fracht
Bild 7: Man erkennt, wie der Panzer des Mehlwurmes eingedrückt wird
Bild 8: Profilbild unten
Bild 9 und 10: Dieser Jägerin fehlt ein Bein. Als ich sie knipste, erschrak sie und drehte sich um.
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