Und das Töten geht weiter....Letzten Samstag war ich mit dem Bio-Sohn im Camponotus vagus-Revier um nach dem Rechten zu sehen. Die berüchtigte Ameisenkillerin
Callilepis sp. (hier gibt es beide Arten, Callilepis nocturna u. Callilepis schuszteri) muss ich nicht suchen, bei jedem größeren C. vagus-Nest kann man sie antreffen; eine oder gleich mehrere auf einmal, die auf die Jagd gehen.
Ein tolles Schauspiel: 2 relativ große u. blitzschnelle Gegner treffen aufeinander u. doch muss ich nach mehreren Jahren d. Beobachtung sagen, dass die oft fast doppelt so große Ameise kaum ein Chance hat. Beide - Jäger u. Beute - sehen recht schlecht, es kommt also auf andere Sinne an. Die Spinne hat die besseren Karten, sie
muss der Ameise gegenüber stehen, weil sie ausschließlich in eine Fühlerbasis der Ameise beißt. Das muss blitzschnell gehen, weil die
Mandibeln der Ameise ein Bein mit einem Biss abtrennen können. Die
Rezeptoren der Spinne für verschiedene Reize müssen hervorragend sein, das Gefühl für Distanz, die Ortung der Bissstelle, der richtige Zeitpunkt für die blitzschnelle Attacke........Der Biss selbst dauert nur den Bruchteil einer Sekunde, dann lässt die Spinne genau so blitzartig von ihrem Opfer ab, entfernt sich und wartet die Wirkung des injizierten Giftes ab; das dauert meist nicht einmal eine Minute, dann liegt die Ameise schon am Rücken u. zappelt mit den Beinen. Nun erfolgt manchmal ein zweiter Biss u. der Abtransport der Beute in ein Versteck, wo Verdauungssekrete eingespritzt werden, welche die inneren Organe d. Ameise auflösen. Dann wird sie ausgesaugt, zurück bleibt die leeer Hülle.
Am
Vormittag sind die Spinnen um diese Jahreszeit besonders aktiv, weil die Weibchen mit der Eiablage beginnen, diese erfolgt immer schubweise im Abstand v. einigen Tagen; da brauchen die Weibchen viel Energie.......
Wer sich für diese Geschichte näher interessiert und in Österreich die Carinthia II, 2. Band 2012 in die Hand bekommt, kann dort meine Publikation dazu lesen: Borovsky, V. (2012): "Beobachtungen zur Räuber-Beute-Beziehung zwischen Callilepis spp. (Araneae: Gnaphisidae) und Camponotus vagus (
Hymenoptera: Formicidae).
Diesmal hat der Sohn Fotos gemacht, an einer etwa 7 m langen Baumleiche (Föhre) gab es eine Reihe von Ein-/Ausgängen der Ameisen. Allein hier wurden
5 Spinnen auf der Jagd beobachtet!
1. Hier sehen wir ein golden gezeichnetes Weibchen, es schleppt die auf dem Rücken liegende Ameise unter sich in das Versteck:
2. Hier sieht man es noch besser:
3. Hier ein anderes Weibchen mit silberner Zeichnung auf der Lauer:
4. Kaum 15 Min. beobachtet, schon hatte sie Erfolg:
5.Da sehen wir ein Männchen. Sofort am schmalen Opisthosoma erkennbar
6. Manchmal zeigen die Spinnen wenig Respekt, sie scheinen sich ihrer Überlegenheit "bewusst" zu sein. Hier blickt das Männchen gleichzeitig mit der Ameise in den Eingang;
L.G.Boro