Allgemeiner "Lichtbedarf" !?

Allgemeine Fragen und Themen über europäische Ameisenarten (hier keine Berichte)
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rumpelstielzchen
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#1 Allgemeiner "Lichtbedarf" !?

Beitrag von rumpelstielzchen » 15. Dezember 2012, 12:55

Hallo

und gleich zu meiner Frage:

Ist es möglich Ameisen fast gänzlich ohne Licht zu halten ?
Damit meine ich auch kein Licht in der Arena usw...

Gibt es dazu bereits Erfahrungen oder "Experimente" von Haltern ?
Die Aspekte die auf eine artgerechte Haltung verweisen sind mir bewusst und ich habe nicht vor meine kleinen Freunde im dunkeln zu lassen...

Ich frage rein aus Interresse :-)

Bitte um fachkundige Antworten lg Rumpel


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Cephalotus
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#2 AW: Allgemeiner "Lichtbedarf" !?

Beitrag von Cephalotus » 15. Dezember 2012, 15:21

Kurz und kanpp: nein, sie brauchen kein Licht.

Nicht einmal Cataglyphis brauchen Licht unbedingt, zumal man sie ja in kleinen (gegenüber der Natur) Becken hält und ein Verlaufen somit schwierig wird.

Grüße
Ceph


C. largiceps (50+), Camponotus singularis (200+), Messor cehphalotes (600+), Pachycondyla impressa (1), Pachycondyla villosa (150+), Paraponera clavata (110+), Pheidole noda (500+)

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kkloete
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#3 AW: Allgemeiner "Lichtbedarf" !?

Beitrag von kkloete » 15. Dezember 2012, 20:28

Möglich, mit Sicherheit bei den meisten Arten. Aber wenn ich mir Gigantiops anschaue, wird das mit Sicherheit nicht ganz das wahre für die Kleinen sein...

Oder Harpegnathos. Diese erjagen ja ihre Beute und verlassen sich dabei auf ihre ausgezeichneten Augen...

Oder auch Myrmecia...

Und Cataglyphis brauchen denke ich mal auch Licht, da sie sich nicht großartig über Pheromone orientieren... auch in einem kleineren Becken wird so in absoluter Dunkelheit der Rückweg zum Nest etwas schwierig.


Also, ich denke es kommt natürlich ganz auf die Ameise an, auf die sich diese Frage bezieht, aber so einfach wie sich Ceph das macht, geht das auf gaaar keinen Fall ;).


Greetz



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rumpelstielzchen
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#4 AW: Allgemeiner "Lichtbedarf" !?

Beitrag von rumpelstielzchen » 15. Dezember 2012, 22:44

Hallo

erstmal danke für die bisherigen Antworten :-)
Das es prinzipiell schon irgendwie möglich sein wird habe ich mir schon gedacht....

Was mir jedoch sehr lieb wäre sind wie gesagt etwaige Erfahrungsberichte, oder Fundierte Quellen.

Eventuell haben erfahrene "Langzeituser" hier im Forum ja schonmal eine Arbeit dazu gelesen und können mich dahingehend verlinken!?

lg Rumpel


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Ferdinand1
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#5 AW: Allgemeiner "Lichtbedarf" !?

Beitrag von Ferdinand1 » 15. Dezember 2012, 23:38

Hallo Rumpelstielzchen,

mir fällt als erstes Lasius flavus ein, die ja bekanntlich in Trophobiose mit Wurzelläusen leben und damit kaum gezwungen sind ihre Erdnester zu verlassen. Interessant wäre zu wissen, ob Geschlechtstiere ohne Licht ausschwärmen.

Edit: Wenn es dir tatsächlich um Haltung geht, dann wäre Lasius flavus wegen der Wurzelläuse vielleicht nicht gerade einfach umzusetzen.

mfg
Ferdinand


Der größte Feind des Wissens ist nicht der Irrtum, sondern die Trägheit.
Haltungsbericht Camponotus fallax

Cephalotus
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#6 AW: Allgemeiner "Lichtbedarf" !?

Beitrag von Cephalotus » 16. Dezember 2012, 09:36

Also ich halte meine große Kolonie der Camponotus singularis im Flur. Dieser ist innenliegend im Haus, kein Fenster, nicht absolut dunkel, da eine der Türen eine Milchglasscheibe hat, aber aus dem dahinter liegenden, nach Osten ausgerichteten Raum kommt fast kein Licht. Außerdem sind dort derzeit meine Paraponera untergebracht. Catas habe ich dort auch mal gehalten, natürlich mit Licht, aber ich hatte auch mal 10 Tage kein Licht, weil Lampe kaputt, war kein Problem.
Die meisten Gründungskolonien hält mal ja im RG mit Alufolie drum, ergo: kein Licht.
Die Myrmecia haben manchmal bei Licht nicht alle Heimchen sofort erjagd. Am nächsten Morgen, wenn ich aufstehe, waren aber alle Heimchen tot im Nest. Sie können also auch bei Dunkelheit jagen.

Die Frage bleibt, warum du in diese Richtung Interesse hegst.

Grüße
Ceph


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AIS
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#7 AW: Allgemeiner "Lichtbedarf" !?

Beitrag von AIS » 16. Dezember 2012, 09:56

Hey rumpel,

seit einiger Zeit beherberge ich eine Harpegnathos venator Kolonie, sie sind durchaus auch im Dunkeln in der Lage zu jagen.

Wenn ich abends Heimchen ins Becken setze, werden sie am nächsten Morgen bereits im Nest zerlegt.

Vermutlich jagen die Harpegnathos dann eher passiv und warten bis die Heimchen ihnen sozusagen direkt vor die Mandibeln laufen.

Eine Messor barbarus Kolonie wohnt schon seit Monaten bei mir im Schrank, weil ich noch nicht dazu gekommen bin ein schönes Becken einzurichten,
sie kommen aber problemlos ohne Licht aus.

LG, AIS



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rumpelstielzchen
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#8 AW: Allgemeiner "Lichtbedarf" !?

Beitrag von rumpelstielzchen » 16. Dezember 2012, 16:56

Heyhey :-)

Danke für die Tollen Antworten

@AIS: Zeigen deine Messor irgendwelche atypischen Verhaltensmuster? Konntest du soetwas schon beobachten? Wurde zb Honig schneller oder langsamer angenommen, setzte eine Winterpause früher oder gar später ein ?

@Cephalotus: Mir gehts ja hier nicht ausschließlich um Gründungskolonien ;) Im entferntesten Sinne stelle ich mir die Frage ob sich solch ein "Umwelteinfluss" negativ auf die Koloniegröße-Entwicklung usw... auswirkt..
Was natürlich auch vollkommen artspezifisch zu sein scheint.(ist)
Im einen Jahr kann sowas ja noch kein Problem darstellen aber in den weiteren Jahren hätte es ja vielleicht sehr negative oder vielleicht sogar positive Auswirkungen....

Zwecks meinem Interesse: Ich beobachtete diesen Sommer Camponotus fallax auf meiner Terasse (wunderschöne Tiere) denen es nichts auszumachen schien das ihre Brut ganznormal im hellen Tageslicht herrumgedümpelt ist.... Sie nisteten sich zuerst in meinem Bienenstock ein, danach entdeckten sie aber schnell eine transparente Hohlkammerplatte in die sie sich einnisteten....
also: laut Wikipedia :D aktualisiertes Interesse
(Wecken eines bestehenden individuellen Interesses durch Reiz).



danke für eure Antworten, wenn nochjemand etwas berichten kann/möchte bitte posten

bg Rumpel


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