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Tetramorium cf. caespitum Haltung ohne Winterruhe- Haltungsbericht

Unterfamilie: Myrmicinae
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Guppy
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#1 Tetramorium cf. caespitum Haltung ohne Winterruhe- Haltungsbericht

Beitrag von Guppy » 16. Juni 2020, 08:46

Allgemeines:
Heimat: Europa bis Westsibirien. Planar bis collin, allgemein verbreitet.
Habitat: Xerotherme Offenlandhabitate, an gut besonnten Waldrändern, am Rand von Feldwegen, in Trockenwiesen mit Steinauflage. In den Städten besonders häufig unter Pflastersteinen
Kolonie: monogyn, bis zu 80.000 Arbeiterinnen
Gründung: Claustral
Verhalten: Agieren langsam und bedacht, selbst Größe Nester fallen dadurch nicht direkt ins Auge. Innerhalb der eigenen Art eine hohe Aggressivität, häufig große Kämpfe zwischen benachbarten Nestern mit tausenden Toten
Nestbau: Meist unter Steinen, wenn auf freier Fläche meist mit kleinem Hügel
Nahrung: Trophobiose mit Wurzelläusen, zoophag und granivor.
Winterruhe: Oktober-März.
Fortpflanzung: Die Geschlechtstiere schwärmen vor allem im Juli/August am frühen Vormittag.

Dies wird also mein erster Haltungsbericht und dann auch noch gleich mit einem so kontroversen Experiment.

Kleine Warnung: Ich neige dazu Texte unter Umständen etwas ausführlicher zu gestalten, wer also Lesefaul ist wird vermutlich nicht viel gefallen an diesem Haltungsbericht haben. An alle anderen viel Spaß beim Lesen

Aber woher rührt das ganze. Fangen wir Mal ganz vorne an, als ich vor etwas mehr als drei Jahren mich für Ameisen zu interessieren begann war Tetramorium cf. caespitum einer der ersten Arten die mir so in unserem Garten auffielen. Ich fand die winzigen Arbeiterinnen mit ihrer ruhigen Art schon damals sehr spannend und irgendwie cool. Als ich dann im Spätsommer eine Königin dieser Art fing, viel es mir trotzdem erst nicht auf, da ich sie aufgrund meiner fehlenden Erfahrung nicht als diese Bestimmte. Ich dachte knappe vier Wochen lang ich hätte eine Solonopsis fugax Königin gefunden. Erst als die erste Arbeiterin ausgefärbt war, viel mir mein Fehler auf und ich erkannte schnell was ich da wirklich gefunden hatte, warum ich das nicht zumindest früher in Betracht zog, weiß ich heute auch nicht mehr. Auch wenn ich Solonopsis fugax sehr schön fand/finde und erst auch etwas enttäuscht war fand ich schnell gefallen an der kleinen Tetramorium Kolonie. Bis zur ersten Winterruhe hatte die Kolonie tatsächlich so circa 10 Arbeiterinnen und ich verabschiedete sie nur sehr ungern in die Winterruhe da sie bis zu letzte sehr aktiv waren.
Nach der ersten Winterruhe war ich etwas enttäuscht denn die Kolonie hatte fast ihre ganze Brut und auch einige Arbeiterinnen verloren. Doch das war schnell wieder aufgeholt und die Kolonie wuchs prächtig, zumindest empfand ich es so, denn bis zur nächsten Winterruhe waren es bestimmt 500 Arbeiterinnen und jede Menge Brut. Und genau da lag der Knackpunkt für mich, die Kolonie wollte trotz reduzierter Temperatur einfach nicht ins Winterprogramm schalten und so entschied ich mich dafür die Kolonie durchzuhalten. Auch wenn ich mir nicht sicher war wie gut das war, so wollte ich nicht wieder soviel Brut verlieren. Und dies Klappte auch sehr gut, denn die Kolonie wuchs weiter und weiter ohne Anzeichen das ihnen irgendwas fehlte. Dies ging solange bis die Kolonie bestimmt 2000 Arbeiterinnen hatte. Doch dann kam eine Dämlichkeit von mir ihnen im die Quere, ich stellte die Kolonie nämlich in Fenster-Nähe. Ersteinmal war das kein Problem doch als ich dann Mal übers Wochenende wegfuhr trocknete mir das Nest aufgrund von Sonneneinstrahlung aus und die gesamte Kolonie war tot als ich wieder kam. So endete leider meine erste Kolonie Tetramorium cf. caespitum.

Doch da war doch was, nämlich die anscheinend nicht benötigte Winterruhe und genau das will ich mit einer neuen kleinen Kolonie überprüfen. Und bevor mich jetzt hier einige Steinigen wollen, ich werde sehr vorsichtig vorgehen, es gut beobachten und falls die Kolonie Anzeichen zeigen sollte in eine Winterruhe gehen zu wollen, habe ich ganzjährig die Möglichkeit ihnen diese bieten zu können.

Dann kann hier jetzt auch der richtige Haltungsbericht beginnen:

Die Königin haben ich letztes Jahr realtiv spät gegangen und so hat sie vor der Winterruhe keine Eier mehr gelegt. Und so hat sie nun die ersten vier Arbeiterinnen aufgezogen. Und Brut hat die Kolonie auch noch. Es dürften zwei Puppen, so circa zehn Larven und einige Eier sein. Ganz so leicht zu zählen ist dies nicht da die Königin sich meist über der Brut positioniert.

Gehalten werden sie aktuell nur in einem RG da ich die Erfahrung gemacht habe das die kleinen Ameisen so zuverlässiger ihr Futter finden. Gefüttert werden sie mit Zuckerwasser und kleinen Insekten die mir so über den Weg laufen wie Spinnen, Fliegen und Mücken.


Bilder folgen im nächsten Beitrag.

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