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Anfänger Art (Camponotus)

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PaHa
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#1 Anfänger Art (Camponotus)

Beitrag von PaHa » 9. März 2026, 17:16

Hallo,
Ich suche eine Ameisenart, die etwas größer, relativ einfach in der Haltung, aktiv ist und mit ca. 20-24 C° zurecht kommt (hatte mich bei der Recherche und auch in dieser Nachricht eher auf Camponotus spezialisiert, wäre da aber auch flexibel)...
An das Nestmaterial würde ich mich anpassen. Ich fände ein eher exotisches Aussehen schön und eine Art mit evtl. Soldaten/Majoren wäre interessant, darauf könnte ich jedoch auch verzichten.
Hatte auch schonmal ein bisschen recherchiert und bin auf C. nicobarensis und C. fedtschenkoi gestoßen. Jedoch sind diese beiden Arten hier (BW) soweit ich weiß nicht heimisch. Ich bin eigentlich noch ein Anfänger (halte zur Zeit nur eine kleine Kolonie Formica fusca), und somit weiß ich nicht genau, ob das ein Problem ist, und wie oft es vorkommt, dass sie z.B. ausbrechen und dann schaden anrichten könnten, oder man sie Aussetzten muss. Ich hatte mir auch C. habeeri angeguckt, die mich zwar mit ihrem Aussehen und weiterem beeindruckt haben, jedoch mögen sie es glaube ich eher warm. Die wichtigsten Punkte sind hierbei die Temperatur und die Anfängerfreundlichkeit... Hättet ihr evtl. noch andere Empfehlungen und was würdet ihr von diesen Arten halten?

Ich weiß es sind sehr viele Kriterien und es könnte schwierig werden eine Art zu finden die viele davon erfüllt (vor allem das mit dem heimischen könnte schwierig werden, aber wie gesagt ich weiß nicht ob das überhaupt ein Problem darstellt) aber man kann's ja mal versuchen 🤣😁

Dankeschön.
LG




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Barristan
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#2 Anfänger Art (Camponotus)

Beitrag von Barristan » 9. März 2026, 18:23

Hallo,

es gibt so viele schöne und gut haltbare Arten, dass die Auswahl schwer fällt. Ich versuche das mal stichpunktartig aufzuzählen (aber ich habe auch nur einen sehr geringen Bruchteil der verfügbaren Arten gehalten).

Ohne Winterruhe

  • Camponotus nicobarensis: Vorteile: günstig, leicht zu halten (auch in trockenem Nest), keine Winterruhe (wobei es da andere Meinungen gibt, bei mir lief es immer ohne problemlos), schnelles Wachstum. Nachteile: Wird extrem groß, am Anfang etwas wenig Aktivität, später fast zu viel Aktivität und Ausbruchsfreudigkeit, extrem schnelles Wachstum – das wird irgendwann zum Problem ;)

  • Camponotus brevis: Vorteile: leicht zu halten (auch in trockenem Nest), keine Winterruhe, soll relativ klein bleiben (aber meine Kolonie hat noch nicht das Maximum erreicht). Nachteile: relativ teuer

Verkürzte Winterruhe

  • Camponotus vagus: Vorteile: leicht zu halten (auch in trockenem Nest), riesige Ameisen (leicht zu beobachten, fotografieren), relativ schnelles Wachstum für so eine große Art (4 Wochen von Ei zur Arbeiterin), Kolonie bleibt recht klein. Nachteile: Winterruhe (obwohl verkürzt), nicht so häufig und durchgängig verfügbar

  • Camponotus lateralis: Vorteile: leicht zu halten (auch in trockenem Nest), wunderschöne Färbung, relativ schnelles Wachstum, Kolonie bleibt recht klein. Nachteile: Winterruhe (obwohl verkürzt), etwas kleiner als die großen Camponotus-Arten, nicht so häufig und durchgängig verfügbar, etwas teurer

  • Aphaenogaster senilis: Vorteile: leicht zu halten, fressen viele Insekten, bleiben klein, legen ihre agilen Larven an große Futterinsekten und man sieht, wie sie daran fressen. Nachteile: Winterruhe (obwohl verkürzt), man muss auf Nestbefeuchtung achten.

Volle Winterruhe

  • Formica rufibarbis: Vorteile: leicht zu halten (braucht aber ein feuchtes Nest), größer als Lasius niger, schnelles Wachstum, sehr aktiv und schnell. Nachteile: Ameisensäure kann bei empfindlichen Personen zu Reizungen führen, Winterruhe

Es gibt sicher noch viele weitere Arten und es werden sich denke ich noch mehr Halter hier melden.

Zum Thema tropische Ameisenarten und Gefahr für die Umwelt

Es gibt jetzt bereits seit etwa 26 Jahren den kommerziellen Ameisenhandel und es gab auch schon viele kleinere und größere Ausbrüche. Allerdings konnte sich weltweit bis jetzt keine einzige Ameisenart in einem Land ausbreiten, die von Ameisenhaltern eingeschleppt wurde. Auch sind keine Fälle bekannt, bei denen Parasiten aus anderen Ländern unseren heimischen Ameisenarten geschadet hätten. In jedem tropischen botanischen Garten und jedem Tropenhaus im Zoo gibt es freilebende Ameisenkolonien. Die können problemlos im Sommer ins Freie gelangen, und trotzdem ist nichts passiert.

Es ist also eher eine theoretische Möglichkeit (zumindest bei tropischen Exoten), deren Gefahr vor allem in den frühen 2000er-Jahren sehr übertrieben und emotional dargestellt wurde. Aus dieser Zeit stammen auch Empfehlungen wie "Immer mit einheimischen Ameisenarten anfangen" – das halte ich für Quatsch. Gerade die Winterruhe führt bei Anfängern und selbst erfahrenen Haltern immer wieder zu Problemen, da schnell etwas schief gehen kann, wenn man nicht aufpasst (z. B. Austrocknung des Nests).

Nicht halten würde ich exotische Arten aus gemäßigten Klimazonen, z. B. Nordamerika oder der südlichen Erdhalbkugel, da dort eher die Gefahr bestünde, dass sie sich hier ausbreiten könnten. Tropische und subtropische Arten überleben hier den Winter nicht.

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