Archäologische Streifzüge im Sultanat Oman

Berichte (z.B. Reiseberichte, Ameisenfotoalben, Ausflüge, Schnappschüsse, etc.) mit vielen Fotos von Ameisen und Natur.
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Fabey93
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#1 Archäologische Streifzüge im Sultanat Oman

Beitrag von Fabey93 » 16. November 2020, 22:06

Hallo ihr Lieben!

Vom 16.02. bis 23.03. diesen Jahres verbrachte ich mit der Uni (zwar einem anderen Fach, aber dem gleichen Institut angegliedert) Etwas mehr als einen Monat im Sulatanat Oman - im Übrigen mein erstes Mal außerhalb Europas und meine längste Flugreise bisher und das noch vor dem Lockdown und wahrscheinlich längerer Zeit ohne Flugreisen (jedenfalls fände ich das inmitten einer Pandemie verantwortungslos). Leider nicht zum Spaß, sondern zum Arbeiten, da ich am Al-Mudhaybi-Survey - einem von mehreren Projekten, die im gleichen Zeitraum dort stattfanden - teilnahm, welcher archäologische Fundstätten im Gebiet um die Städte Sinaw/Sanaw und Al-Mudhaybi lokalisieren, bzw. evaluieren sollte. Das bedeutet natürlich auch ausgedehnte Streifzüge inmitten unberührt scheinender Natur - hauptsächlich Geröllwüste und Steppe,
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da die Sandwüste leider sehr viel weiter südlich beginnt und unsere Zeit am einzigen freien Tag in der Woche, dem Freitag, nicht ausgereicht hätte, um hin und wieder zurück zu kommen. Da noch während unseres Aufenthaltes Covid-19 begann, ein globales Problem zu werden, untersagte die Regierung im Oman den Besuch von Touristenattraktionen wie einem immer Wasser führenden Wadi, dem Strand, der Hootah-Höhle, der Altstädte - also eigentlich allem, was es zu sehen lohnt. Da wir kurz danach pandemiebedingt sowieso abreisten, ging uns so nur ein Freitag verloren, den wir dann damit verbrachten, viel zu viel viel zu günstigen Sprit in der Steppe zu verbrennen und dabei bappiges Fastfood zu essen, viel zu viel zu rauchen (die guten Shamlan aus dem Jemen :? ) und, zumindest die Mitfahrer, die Reste unseres mitgebrachten Alkoholes (kaufen kann man nur als langfristig dort lebender Ausländer) zu vernichten - aber wo sonst kann man schon mal einen geländegängigen Pick-Up seiner Bestimmung zuführen und mal so richtig schön asozial sein, weil einen die Einheimischen sowieso als Barbaren wahrnehmen? ;) :D
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Das ist auf jeden Fall auch was, was ganz anders läuft als hier: man will irgendwo hin, die Straße wäre ein Umweg? Egal, querfeldein geht immer! Und wenn keine Piste da ist, werden Leute unseren Spuren folgen und irgendwann gibt es eine ;) Das Bild zeigt solche Pisten und im Vordergrund eine behelfsmäßige Moschee in der Nähe von Tierverschlägen, damit man auch, wenn man die Tiere umsorgt, immer rechtzeitig zum Beten kommt.

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Das ist übrigens eines der ältesten - wenn nicht sogar DAS älteste Bewässerungssystem der Welt. Also nicht diese explizite Leitung, aber der sog. Faladsch, der aus teilweise mehreren hundert Kilometer langen Wasserleitungen besteht, bewässert seit Jahrtausenden die Oasen und Felder im Oman und ist ein Unesco Kulturerbe.

Trotz der oben angesprochenen kargen Landschaft ist es dennoch nicht eintönig - es hat mich wirklich verwundert, wie unterschiedlich die Landschaften teilweise waren, obwohl nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Am eindrucksvollsten fand ich die Wadis, ausgetrocknete Flussbetten, bzw. Abflussrinnen, die nur nach starken Regenfällen Wasser führen.
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Auf dem zweiten Bild sieht man auch arbeitendes Volk ;)
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ABER ich will euch ja nicht auf die Folter spannen - jetzt kommen die Fotos, die euch sicher am meisten interessieren: und zwar von Flora und Fauna ;)
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Wie viel Grün man doch sieht, wenn man den ganzen Tag geradeaus auf den Boden schauend durch die Gegend läuft, hätte ich mir vorher auch nicht ausmalen können.
Oder dass man solche komischen Gebilde sieht:
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Was könnte das sein?

Und nun zu den Tieren:
Allgegenwärtig waren natürlich Dromedare und Ziegen, dieses Exemplar nannten wir (aus Gründen) liebevoll "Prinzessin Schimmelzahn" - sie verfolgte uns einen Tag lang :D
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Falls ihr euch an die Nachrichten - abseits von Covid-19 - im Februar/März diesen Jahres erinnert: in Ostafrika gab es eine Heuschreckenplage, die von Südindien/Sri Lanka aus mit dem Wind über den indischen Ozean getragen wurden. Das hier ist mutmaßlich ein Exemplar von ihnen:
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Denn vereinzelt landeten sie auch im Oman und im Jemen.

Wenn wir schon bei Heuschrecken sind:
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Und hat jemand von euch eine Idee, was das da sein könnte:
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Irgendwie erinnert es mich an eine Grille...

Noch ein schöner Falter (die Augenzeichnung find ich toll!)
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Und natürlich, worauf alle warteten: AMEISEN!
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Leider sehr unscharf, aber ich vermute Crematogaster sp., die sich an einem Apfelstück gütlich tun.

Natürlich sind das nicht alle Bilder, die ich geschossen habe, aber gehe gerade meine Bilder chronologisch nach Datum durch und bearbeite die schönsten, um sie hier ins Forum stellen zu können. Und - weil ich mir nicht sicher war, ob das gewünscht ist - ich habe erstmal keine Bilder von Tiermumien hochgeladen, die es da fast so häufig zu sehen gibt, wie Steine, weil eventuell empfindlichere Mitlesende damit nicht klar kämen. Wenn es aber aus eurer Sicht ok ist, kann ich die skurrilsten oder interessantesten Exemplare mit hoch laden ;)

Ansonsten werde ich euch innerhalb der nächsten Wochen mit neuen Fotos versorgen. Bis dann!
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#2 Archäologische Streifzüge im Sultanat-Oman

Beitrag von Fabey93 » 17. November 2020, 13:39

Apropos: heute vor 50 Jahren setzte Sultan Qabus seinen Vater ab - die Geburtsstunde des heutigen, modernen Sultanats und das Ende der fast noch mittelalterlichen Zustände dort, in deren Zuge viele der traditionellen Lehmziegelsiedlungen aufgelassen wurden.
Auch diese werde ich innerhalb der nächsten Wochen mit Bildern zeigen, war deren Erforschung doch auch eines der Ziele unserer Projekte dort.
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#3 Archäologische Streifzüge im Sultanat-Oman

Beitrag von Ameisenstarter » 18. November 2020, 12:47

Hallo Fabey93!

Ein sehr schöner Bericht. Wie Merkur im AP schon vermerkt hat, bei der "Grille" dürfte es sich um eine Mantis handeln. Allerdings ist das sogar schon ein adultes Tier, zumindest meine ich die eher kurzen Flügel zu erkennen.
http://www.ameisenportal.eu/viewtopic.php?f=46&t=2308

Ich bin mir sehr sicher, dass das Tier zur Gattung Eremiaphila gehört, die häufig auch als "Desert Mantises" bezeichnet werden. Ich kann zwar kein Altgriechisch, aber aus der Vermutung heraus habe ich kurz recherchiert, eremia (ἐρημία) heißt tatsächlich Wüste. Entsprechend findet sich das typische Habitat der Arten dieser Gattung schon im Gattungsname.

Besonders spannend ist, wie diese Mantiden für die Lebensweise in häufig sehr kargen und heißen Gebieten angepasst sind. Die meisten Mantiden lauern immerhin irgendwo im Bewuchs und warten dort auf Beute. Eremiaphila spp. halten sich zumeist, wie auch im Bild, auf dem Boden auf.


Liebe Grüße,
Ameisenstarter :)
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