Camponotus nicobarensis betreiben Wasserbevorratung

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Erne
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#1 Camponotus nicobarensis betreiben Wasserbevorratung

Beitrag von Erne » 21. Januar 2022, 20:39

Ameisen befeuchten ihr Nest selber, wenn es nur konkretere Berichte gäbe die das dokumentieren.
Für mich oftmals verallgemeinert und für so manche Art mehr als Entwicklungsschädigend, bzw. tödlich.
Eher gehe ich davon aus, dass eingetragenes Wasser an Larven verfüttert wird oder diese damit beleckt werden.

Bei der Haltung von Camponotus nicobarensis mehrfach beobachtet, dass sie mehr Wasser trinken als Zuckerwasser.
Wo bleibt das, was machen sie damit?
Das sich diese Art ohne jegliche Nestbefeuchtung halten lässt, ist sicherlich nicht nur mir aufgefallen.

Eher ein Zufall die jetzige Beobachtung.
Sie leben in einem Nest das kaum Wasser aufnimmt oder weiter verteilt, Beton/feiner Sand mit besonders hohen Zementanteil.
In unteren Kammern stehen 2 – 3 mm Wasser, das baldigst abnimmt wenn es kein Trinkwasser gibt.
Wie zusehen herrscht dort reger Betrieb, die Ameisen fühlen sich wohl.
Dass das Wasser nicht aus heruntergelaufenen Kondenswasser hervorgeht, lässt sich aus der vollkommen trockenen Scheibe ableiten.
Wie im Video ersichtlich, im Nest ist es sonst völlig trocken.



Grüße Wolfgang
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#2 Camponotus nicobarensis betreiben Wasserbevorratung

Beitrag von Gastuevian » 22. Januar 2022, 16:39

Ich hab auch schon gelesen, dass man bezweifelt, dass Ameisen selbst bewässern können. Ich kann nur sagen, dass ich mehrere (größere) Kolonien habe, die ich längst nicht mehr befeuchte sondern nur noch Tränken zur Verfügung stelle und trotzdem die Nester feucht sind. Und ich weiß auch, dass viele (erfahrene) Halter dasselbe tun. Von daher wäre es bestimmt schon bekannt geworden, wenn es dabei Probleme geben würde.

Also allgemeine Empfehlung (nicht nur meinerseits):
Jungen Kolonien immer beim Befeuchten des Nestes helfen bzw. möglichst lange im Reagenzglasnest lassen. Ab einer gewissen Koloniegröße kann man das Befeuchten des Nestes allmählich verringern und schließlich gänzlich einstellen. Wichtig ist dabei natürlich für ausreichend Tränken zu sorgen.
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#3 Camponotus nicobarensis betreiben Wasserbevorratung

Beitrag von PincoPallino » 22. Januar 2022, 16:58

Hallo,

ich kann von meinen Camponotus nicobarensis mittlerweile auch bestätigen, dass sie ihr Nest selbst bewässern. Sie haben seit mehr als einem Jahr ein großes Korknest (30 x 20 x 20 cm), das ich nie befeuchtet habe. Trotzdem herrscht dort immer eine höhere Luftfeuchtigkeit als in meinem Wohnzimmer vor. Meistens um die 70 %, aber eigentlich nie unter 60 %. Das ist nur so zu erklören, dass die Ameisen Wasser eintragen. Die Luftfeuchtigkeit ist dort fast genauso hoch wie in dem Becken, dass ich regelmäßig gieße.

In ihrem alten Nest, das nur ein bis zwei cm tief ist (hochkant stehend) stand unten vor ca. 2 Jahren das Wasser auch mal mehrere cm hoch. Nach einiger Zeit war es aber wieder verschwunden. Und das war eine bisher einmalige Aktion von ihnen.

Grüße vom Pinco
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#4 Camponotus nicobarensis betreiben Wasserbevorratung

Beitrag von Erne » 22. Januar 2022, 19:31

Ergänzungen:
Die Kammerwände des Nests sind so dicht das kein Wasser durchläuft.
Die Nestkammern sind mit Lehm ausgestrichen, Lehm der durch Dunkelverfärbung Wasser, bzw. Feuchtigkeit anzeigt, es gibt keine derartigen Verfärbungen in den anderen Kammern.
Auf gleicher Ebene, neben den etwas mit Wasser gefüllten Kammern, gleich nebenan, eine kaum belaufende Kammer, völlig trocken.
Ohne Wassertränke ist das Wasser in den Kammern nach ein paar Tagen verschwunden.
Gibt es wieder reichlich Trinkwasser wird wieder Wasser in diese Kammern eingelagert, in allen anderen Kammern bleibt es trocken.
Es handelt sich nicht um Kondenswasser das sich in den Kammern sammelt.
Eine interessantes und merkwürdiges Verhalten.

Höhere Luftfeuchtigkeit in einem nicht bewässerten Nest, hatte ich ebenfalls auf Nestbefeuchtung durch Ameisen zurückgeführt.
Als nichtschlüssig wieder verworfen, denkbar das es sich dabei um Ausdünstungen der Larven handeln könnte, wir Menschen geben auch Feuchtigkeit ab, bzw. atmen diese aus.

Danke für Eure Informationen.

Grüße Wolfgang
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#5 Camponotus nicobarensis betreiben Wasserbevorratung

Beitrag von PincoPallino » 22. Januar 2022, 20:24

Hmmm,

wie könnte man das denn jetzt mal klären?

Ich denke, aus unseren Beobachtungen geht eindeutig hervor, dass sie es könnten. Bleibt die Frage, ob sie es (bewusst) tun oder ob die erhöhte Feuchtigkeit auch andere Ursachen haben kann. Evtl. käme auch der Toilettenbereich als (eine der) Quellen in Frage.

Mein großes Nest hat ein ordentliches Volumen (1.200 ccm) und ich bezweifle, dass die Ausdünstungen der Larven dafür alleine verantwortlich sein können. 70 % Luftfeuchtigkeit ist nicht wenig. In meinem Wohnzimmer sind es im Winter mit Heizung wahrscheinlich meistens zwischen 40 und 50 %. Der Unterschied ist also beträchtlich. Und konstant.

Also, ich glaube, sie tun es. Warum sollten sie auch nicht, wenn sie es können (und lieber feuchter haben)?

@ Erne: Wieso hast du diese "Theorie" als unschlüssig verworfen? Gibt es etwas, das dagegen spricht?

Grüße vom Pinco

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#6 Camponotus nicobarensis betreiben Wasserbevorratung

Beitrag von Rapunzula » 23. Januar 2022, 00:55

Hallo.

Seit Eröffnung dieses Threads wollte ich mich auch melden, irgendwie ging’s aber unter.

Also ich habe bei meinen Camponotus nicobarensis im totalen 4 Korknester angeschlossen, nämlich 2 Stück 200x200x20 und zwei Stück 600x300x20 und ich habe meinen Damen noch nie ein Nest befeuchtet!

Ich konnte noch nicht wie bei PincoPallino beobachten, dass die Nester unten so feucht sind, dass da das „Wasser“ steht. Aber dass zuunterst das Nest eher feucht ist, glaube ich schon!


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Ich denke das Dunkle ist Feuchtigkeit, Ausscheidungen oder sonstigen Müll ist, ich denke aber nicht, dass da Kondensat mit dabei ist.

Mich nimmt Wunder wie das hintere Nest nun aussieht, da habe ich seit Sommer sozusagen keinen Einblick mehr, aber es sah in dem Moment gleich aus wie dieses!

Gruss Rapunzula
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#7 Camponotus nicobarensis betreiben Wasserbevorratung

Beitrag von Erne » 23. Januar 2022, 11:16

Das ihre Larven Feuchtigkeit ausdünsten oder eine Larvenbefeuchtung (belecken) für eine höhere Luftfeuchtigkeit verantwortlich sein könnten, nur eine der von mir gedachten Möglichkeiten.
Die Ameisen, eingetragene Futtertierteile, der angesprochene Toilettenbereich sind weitere Möglichkeiten.
Es ist nicht immer einfach eine gute Nestdurchlüftung/Belüftung hinzubekommen, trägt mit dazu bei das sich eine höhere Luftfeuchtigkeit hält.
Sind ja nur meine Theorien, Gedanken die ich mir mache, nichts davon muss zutreffen.

Ein Wort zur Luftfeuchtigkeit:
In der Formel zur Berechnung der relativen Luftfeuchtigkeit ist die Temperatur enthalten.
Ändert sich die Temperatur ändert sich die relative Luftfeuchtigkeit, ohne dass sich der Wassergehalt in der Luft ändert.
Ohne gleichzeitige Messung der Temperatur hat die relative Luftfeuchtigkeit wenig Aussagekraft.
Nach meinem Dafürhalten wird die relative Luftfeuchtigkeit in der Ameisenhaltung überbewertet, die Messung der absoluten Luftfeuchtigkeit wäre aussagekräftiger.

Mehr als 2 – 3 mm Wasser konnte ich auch nicht beobachten.
Bei Korknestern kommt mit dazu, ist ein sehr atmungsaktives Naturmaterial, das gut Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann, bevor sich da irgendwo Wasser sammelt, muss schon übermäßig was kommen.

Sind das alles Korkbrösel unten in den Nestern?

Für Menschen die sich für die Ameisenhaltung begeistern, ist es mitunter schon eine Freude diese zu füttern, sie bei ihren Aktivitäten zu beobachten, ihre Entwicklung mit zu begleiten.
Ab und an entwickelt sich das weiter und es kommen Fragen auf wie z. B. was machen sie da wirklich, so eine Art Forscherdrang.
Ansätze könnten auch sein, das was in den Foren nachzulesen ist, selber nachzuvollziehen oder zu beobachten.
Nicht selten kommt dabei die Frage auf, wie haben die das überhaupt gemacht um Rückschlüsse zu ziehen.

Wie auch immer, es lohnt sich und ist mehr als eine Bereicherung der eigenen Ameisenhaltung, sich Gedanken zu machen wie das Ameisenleben in der Gefangenschaft nachhaltiger ergründet werden kann.
Ein sich daraus entwickelnder Gedankengang, sehe ich z. B. in den Orientirungsversuchen die PincoPallino durchführt.

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#8 Camponotus nicobarensis betreiben Wasserbevorratung

Beitrag von Rapunzula » 23. Januar 2022, 11:28

Erne hat geschrieben:
23. Januar 2022, 11:16
Sind das alles Korkbrösel unten in den Nestern?
Ich nehme stark an, dass das Korkbrösel sind, sie verteilen diese auch in zwei Arenas.
Ist bei mir echt Komisch, in der Arena…
…wo Sand ist, ist Nix.
…wo nur Schrimpsröhrchen sind und sie ab und an Invertzucker kriegen haben die Camponotus nicobarensis eine Ecke wo sie Müll machen.
…wo nix ist, ist voll von „Korkbröseln“ und Sägespäne von den Wachsmaden.
…Wo sie Wachsmaden, Heimchen und Heuschrecken Kriegen ist voll von „Korkbröseln“ und Sägespäne.

Die Nester sehen unten alle so aus wie auf den Fotos von Post#6

Gruss
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