Haltungsbericht Camponotus fedtschenkoi

Unterfamilie: Formicinae
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#1 Haltungsbericht Camponotus fedtschenkoi

Beitrag von Cptflitz » 24. Januar 2021, 18:11

Hiho,

Wie der ein oder andere eventuell schon mitbekommen hat bin ich seit Anfang Januar stolzer Besitzer einer Messor barbarus Kolonie. Nun soll eine zweite Kolonie folgen. Einige Zeit habe ich hin und her überlegt welche zweite Art ich mir zulegen möchte. Polyrhachis dives und Meranoplus bicolor standen in der engeren Auswahl. Bei den Polyrhachis dives hatte ich ein schlechtes Bauchgefühl aufgrund der Aggression, Kolonie Größe und Platzbedarf. Die Meranoplus bicolor waren mir als potentielle zweite Kolonie zu klein und brauchen ein wenig mehr Zeit in der Entwicklung. Außerdem gibt es kaum langfristige Haltungsberichte zu diesen beiden Arten.
So fiel meine Wahl dann auf Camponotus fedtschenkoi.
Die Gründe dafür:
- Robust
- Recht schnelles Koloniewachstum
- Mit ca.1000 Tieren überschaubare potenzielle Koloniegröße
- ne gute Ameisen Größe 6-15 cm mm
- polygyn (als Gegensatz zu meinen Messor barbarus)
- die Optik (gelb)
- exotisch
- keine Winterruhe

Nach der Entscheidung für diese Art habe ich dann um einige Fragen zu klären bei myantz.de angerufen. Dort wurde ich dann in meiner Entscheidung noch ein wenig bestärkt.
Für die Gründungsphase biete ich den Camponotus fedtschenkoi den Antcube Combi M an. Aktuell probiere ich verschiedene Heizmatten aus um die angegebenen Temperaturen von 23-28°C zu erreichen.
Wenn die Temperaturen passen werde ich die Arena mit dem roten Sand-Lehm Bodengrund vom Antstore befüllen. Ist der Antcube fertig vorbereitet werde ich mir die neue Kolonie bestellen. Es ist ein Geburtstagsgeschenk an mich selbst🙈.

Anregungen, Tipps und Kritik sind gerne gesehen.

LG Flitzi
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#2 Haltungsbericht Camponotus fedtschenkoi

Beitrag von Rapunzula » 24. Januar 2021, 23:11

Hallo cptflitz,

Camponotus fedtschenkoi sind Camponotus nicobarensis sehr ähnlich, außer dass sie eine viel hellere Farbe haben und gemäß Angaben viel kleinere Kolonien ausbilden, da würde ich mich aber nicht all zu sehr darauf verlassen, die Angaben der Koloniengrösse ist immer mit Vorsicht zu genießen, im Normalfall werden die immer größer (sagt man)

Ich (bzw „Wir“) bin/sind gespannt auf Fotos und Deinen Haltungsbericht!

Gruss
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#3 Haltungsbericht Camponotus fedtschenkoi

Beitrag von Cptflitz » 28. Januar 2021, 14:49

Ein kleines Update zur Vorbereitung meines Camponotus fedtschenkoi Formicariums.

In den letzten paar Tagen habe ich, wie auch schon die letzten Wochen viel über die Ameisenhaltung recherchiert. Viele Youtube Kanäle, Haltungsberichte und diverse Shops habe ich mir angeschaut. Umso mehr ich gesehen habe desto unsicherer wurde meine persönliche Meinung, dazu wie mein Weg in der Ameisenhaltung aussehen soll.
Gestern wurde mir dann bewusst das ich mehr nach Bauchgefühl handeln sollte. Es gibt so viele unterschiedliche/gegensätzliche Meinungen zu den klimatischen Bedingungen und dem Formicarienbau bei Ameisen. Es ist halt nicht wie in der Mathematik in der es immer einen bzw. wenige Lösungswege gibt.
Zeitweise habe ich sogar an der Entscheidung für die Art Camponotus fedtschenkoi gezweifelt.

Die klimatischen Bedingungen in Nest (26-28°C) und Arena (23°C) haben mir Kopfzerbrechen bereitet. Meine kleine 3 Watt Heizmatte hatte keine Chance in der Arena die Temperaturen zu verändern.
Danach probierte ich ein 20 Watt Halogen Lampe aus. Diese hat viel zu viel Power für die kleine 20x20x20cm Arena. Auf dem Bodengrund lag ich bei 35°C. :evil: :cry:

Eine regulierbare 23 Watt Heizmatte ist nun meine Lösung für den Anfang. Mit voller Power komm ich auf knappe 22°C in der Arena.

Das Nest war etwas problematischer. Die Idee des Erdnestes in der integrierten Farm des Antcube Combi M habe ich inzwischen verworfen. Die unterschiedlichen Temperaturen in Nest und Farm sind schwierig zu managen wenn beides combiniert ist. Auch Berichte darüber das meine Camponotus Art kein Fan von Erdnestern hat mir ein wenig zu denken gegeben. Also kein Erdnest.
So hätte mir natürlich eine "einfache" Glasarena gereicht :?

Ich hab nun ein zweites Reagenzglas von einem Händler aus England bestellt das ich als zweites Nest anbiete. Das RG ist ganz schick aufgearbeitet mit Kammern, Sand und die Möglichkeit der Befeuchtung am Ende des RG. Es ist einfach zu beheizen und kann mit Adapter in der 27mm Bohrung der Arena angeschlossen werden. Dies ermöglicht mir nach einem eventuellen Kolonieumzug sehr gute Einsicht ins Nest. Dies sollte für mich als Anfänger sehr interessant sein.
Wenn dieses RG ankommt und die Temperaturen darin stimmen sollten, werde ich Anfang nächster Woche die Camponotus fedtschenkoi Königin bestellen.

Die 3 W Heizmatte kann ich eventuell sogar für dieses Reagenzglasnest verwenden. Sollte das nicht funktionieren ist sie ideal für die Farmen meiner Messor barbarus Kolonie.

Inzwischen bin ich guter Dinge und gehe mehr mit der "learning by doing" Einstellung an Sache heran 8).

Noch ein kleine Info zu der Art Camponotus Fedtschenkoi. Aus dem englischen übersetzt heißen sie Zimmermann Ameisen da sie gerne im morschen Holz nisten. Ein sehr schöne Bezeichnung für eine Ameisenart wie ich persönlich finde. Leider kann ich noch nicht sagen ob das auch die lateinische Bezeichnung für diese Ameisen ist.

Übrigens habe auch ich mich entschlossen einen externen Diskussionthread über meinen Haltungsbericht zu erstellen.
Ich freu mich über Anmerkungen, Kritik, Verbesserungsvorschläge und andere Tipps.
viewtopic.php?f=116&t=61465

Liebe Grüße und bleibt gesund!
Flitzi
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#4 Haltungsbericht Camponotus fedtschenkoi

Beitrag von Cptflitz » 5. Februar 2021, 22:43

Hiho Leute,

Vor zwei Tagen war es endlich soweit. Meine Camponotus fedtschenkoi sind endlich eingezogen 8). Vorab wunderschöne Tiere. Ich hatte ja einige Fotos und Videos gesehen. Aber in Natur Wow! :o
Aber "step by step". Am Montag den 1 Februar hab ich die schon etwas länger geplante Bestellung aufgegeben. Eine kleine Camponotus fedtschenkoi Kolonie mit 4-10 worker wie im Shop angegeben. Dazu orderte ich noch etwas Seramis, zinnroten Bodengrund, Talkum, ein digitales Hygro-Thermometer, zwei Packungen Schokoschaben und zwei 15 W Heizkabel.
Im Anschluss klärte ich noch einige Fragen mit dem Händler. Wie auch beim ersten Kontakt sehr freundlicher Service. Mir wurde sogar die größte Kolonie versprochen als ich nach der Individuen Anzahl fragte.
Bis zum Liefertag am Mittwoch war ich "heiß wie Frittenfett". Am besagtem Tag checkte ich immer wieder die Sendungsverfolgung und bastelte noch am Formicarium herum. Mit Temperaturen und Luftfeuchtigkeit hab ich im Nest und der Arena noch ein wenig herumgespielt.

Dann klingelte es und das Paket war endlich da :D. Die verpackten Ameisen stellte ich erstmal für einige Stunden zum akklimatisieren in eine ruhige Ecke. Das "Heatpack" schien gut funktioniert zu haben. Der Inhalt des Paketes hatte trotz der kalten Außentemperaturen, immer noch Zimmertemperatur. Inzwischen bereitete ich das Formicarium weiter mit Heizkabeln, Seramis usw. vor.
Dann kam endlich der große Moment. Ich war sogar noch etwas aufgeregter als bei der Messor barbarus Ankunft. Das Reagenzglas war etwas größer als bei meinen Messoren und mit einer dicken Schaumstoffrolle verpackt. Als ich das Reagenzglas aus dieser Rolle zog war ich erstmal sprachlos. Die Arbeiterinnen gab es in allen Größenstufen. Von 4 mm bis 15mm. Jede der 10-12 Tiere ist durch die verschiedenen Gelbtöne optisch zu unterscheiden. Die beiden größten Arbeiterinnen, die sowieso schon sehr beeindruckend waren, besitzen verschiedene dunkle Tupfer am Ende des Gasters. Die Königin konnte ich nur zum Teil erkennen da sie sich zwischen den mitgelieferten Sträuchern versteckte (ein paar Sträucher bei der Lieferung im RG zu verwenden halte ich für eine sehr gute Idee). Alle Tiere schienen aktiv und wohlauf.
Ich platzierte das RG in der Mitte der 20x20 Arena. Dann bekam der hintere Teil des Glases schonmal eine Abdeckung. 30 Minuten Eingewöhnungszeit und dann wurde die Steinwolle (ebenfalls gute Idee als RG Stopfen) entfernt.
Die Camponotus fedtschenkoi schienen ähnlich aufgeregt zu sein wie ich. Sie erkundeten schnell die ganze Arena. Es war eine richtig kleine Ameisenparty )=99. Es gab ja auch alles was dazu gehört. Filetierte Schokoschaben, eine warme Sauna (noch leeres Nest), eine Rutsche (die Abdeckung des RG mit glatter Oberfläche) und dieses geile Zeug das man Zuckerwasser nennt :roll: :lol: . Innerhalb von nicht mal fünf Minuten wurde der Tropen weggeschlürft und mit der restliche Party Gemeinschaft geteilt. Die Tropholaxie ist ja so schön zu beobachten. Ich hatte das Gefühl das der Zucker die Ameisen richtig "aufgeputscht" hat.

Nachdem ich dann schlafen gegangen bin wurde für mich persönlich ein kleines Wunder in der Nacht vollbracht 3) . Innerhalb von 7-8 Stunden hat diese Hand voll Ameisen das komplette Reagenzglas mit Kies zugebaut, die Schokoschabe restlos verspeist und eine Treppe vor dem Nesteingang errichtet. Man muß das ne Nacht gewesen sein )=99 :lol:.

Nun noch einige technische Details. Im Gegensatz zu meinem Messor barbarus Formicarium (Parafinöl) habe die Camponotus fedtschenkoi Arena mit Talkum gesichert. So kann ich vergleichen was für mich besser ist. An den vier innenliegenden oberen Seiten der Arena habe ich doppelseitiges Klebeband angebracht und dieses dann mit Talkum bestrichen.
Das Nest das ich anbiete ist ein aufgearbeitetes Reagenzglas wie im vorigen Beitrag vom 28.1 erwähnt. Dies hab ich zusätzlich noch mit etwas Sand befüllt. Das RG hat fast perfekt in die 27mm Bohrung gepasst. Noch ein paar Drehungen Fixierpflaster habe ich um den Eingang des Nestes gewickelt. So konnte ich den Durchmesser perfekt anpassen. Für das Ganze habe ich eine dreieckige Holz-Styropor Konstruktion gebastelt. Diese ist innenliegend mit Heizkabeln ausgestattet.

Für das erste bin ich äußerst zufrieden mit meinen neuen Mitbewohnerinnen 4) . Der Bericht ist doch recht lang geworden. Deshalb die Tage mehr.

Bei Anregungen, Kritik oder sonstigem Kram könnt ihr mir gerne im Diskussionsthread schreiben. viewtopic.php?f=116&t=61465&p=435392#p435392

LG und bleibt gesund Flitzi
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#5 Haltungsbericht Camponotus fedtschenkoi

Beitrag von Cptflitz » 22. Februar 2021, 15:57

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Hiho,

Aus den im vorigen Haltungsbericht erwähnten Paar Tagen sind gute zwei Wochen geworden. Nach der ersten Aufregung ist es auch erst einmal ruhig bei meiner Camponotus fedtschenkoi Kolonie geworden.

Es wurde immer wieder an dem Eingangswall aus Kies und Seramis gebastelt. Im Prinzip werden da halt immer nur Steine hoch und runter getragen. Ist aber sehr unterhaltend anzusehen. Die Baumeisterin ist nach der Entdeckerin die kleinste Ameise in meiner Kolonie. Sie schuftet sich immer mit Kieselsteinen ab die fast genau so groß sind wie sie (5mm). Die Aufgabe könnte auch einfach eine der beiden Major Arbeiterinnen machen. Diese scheinen aber die Leibgarde der Königin "Cersei" zu sein. Diese Leibgarde traut sich wenn überhaupt nur die Antennenspitzen aus dem Schatten der Nestabdeckung zu strecken.
Aber zurück zu der kleinen Baumeisterin. Passend zu ihrem Job hat sie eine schöne bräunliche Färbung. Sie ist zudem sehr schlank was ihr beim buddeln bestimmt viel helfen kann.
Die Arena schien aber generell nicht so interessant für die Kolonie zu sein. Das Erdnest und das aufgearbeitete Reagenzglas wurden nicht einmal mit dem Gaster angeschaut. Der Futterplatz wurde nur gelegentlich mal besucht und nur wenn er direkt am Nest lag.

Das gab mir zu denken. Im Zuge der Ameisenhaltung habe ich ein altes 30x30cm Terrarium mit Moosen, Farnen usw. bestückt. Diese Pflanzen züchte ich dort für eine geplante große Arena vor. So bin ich darauf gekommen doch eine kleine 20x10cm Arena herzurichten. Bisher hab ich über Camponotus fedtschenkoi gelesen das sie in Halbwüsten und Waldrändern Leben. Deshalb hab ich in der neuen Arena normale Terrarium Erde verwendet. Darunter etwas Lavamulch und Seramis. Unter einem Stück Baumrinde habe ich eine kleine Kuhle in der Erde frei gelegt. An dieser unterirdischen Höhle ist das aufgearbeitete Reagenzglas angeschloßen. Vielleicht kriege ich sie so in das kleine Glasnest gelockt.
Die Baumrinde, Steinchen und ein wenig Erde habe ich mit etwas Moos bepflanzt. Das Moos habe ich mit der Schere mehrmals zerkleinert,mit etwas mit Wasser eingeweicht und diese Masse dann auf die genannten Orte geschmiert. Mal schauen was daraus wird.

Die Arena wurde super angenommen. Die kleine Baumeisterin hat natürlich gleich alle Schlauch Eingänge mit Erde oder Kies verbaut. Die Forscherin hält sich fast nur noch in der neuen Arena auf. Sie ist die kleinste und kürzeste und sieht fast ein wenig wie eine Heuschrecke aus, wenn sie ihren Kopf und Oberkörper hochdrückt und abwartet.
Es scheint so das Ameisen sich nur wirklich wohlfühlen wenn sie sich schnell verstecken können und dies können sie nun in der neuen Arena. In der Erde wird fleißig gebuddelt und ich habe das Gefühl das sie dies lieben. Der Beckenverbinder dient als Wachstube für eine Ameise die kontrolliert wer ein und ausgeht.
Die Hälfte der Futterarena wird von unten mit einem Heizkabel erwärmt. Die Arena habe ich mit Deckel bei myantz bestellt. Der Deckel ist leider schlecht verarbeitet. Die Gaze lösen sich schon leicht von der Halterung. Trotz dessen ist der Deckel fast immer auf der Arena und sorgt so für eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Rapunzula hat mich dazu inspiriert mal ein Stückchen Apfel anzubieten. So konnte ich meine Futterstelle ausprobieren. Die kleine Forscherin hat das Apfelstück sehr schnell entdeckt, kurz daran herumgeknabbert und ist in zurück in das Nest gelaufen.
Hier kommt jetzt die lebende Vorratskammer ins Spiel. Dies ist die Ameise mit dem dicksten Gaster. Dieser ist fast glasklar und hat nur einen kleinen schwarzen Tuper am Ende. Die Ameise erinnert ein wenig an die lebenden Futterspeicher der Honigtopfameisen.
Nachdem der Futteralarm in der Kolonie ausgelöst wurde ist sie immer die erste an der Nahrung. Meißt frisst oder säuft sie sich schon eine halbe Stunde voll und dann kommen erst 1-2 andere Ameisen.
Diese Arbeitsteilung ist spannend zu beobachten.
Da der Apfel so beliebt war werde ich erstmal kein Zuckerwasser mehr verfüttern. Dafür stehen jetzt Äpfel und Birnen auf der Speisekarte.

Ich bin sehr zufrieden mit der Futterarena und "Flohloch" genannt. Die Namen lehne ich an die "Game of thrones" Romane an. "Flohloch" ist das Viertel ist das an den "roten Bergfried" grenzt. Hier sind die Suppenküchen der Armen und die Straßen bestehen nur aus festgetretener Erde. Ich fand den Namen sehr passend.

Meine Camponotus fedtschenkoi Kolonie kann ich charakterlich als zierlich und schüchtern bezeichnen. Die Kommunikation über die verhältnismäßig langen Antennen läuft immer ganz vorsichtig und filigran ab.

Ich hoffe noch insgeheim das die Kolonie die Erdhöhle "Flohloch" umzieht. So könnte ich die große 30x30cm Arena neu einrichten. Ich bin zufrieden mit meiner Kolonie und ich hoffe auch Kolonie mit mir als Halter🙈. In den nächsten Tagen werde ich das erste Mal unter die Abdeckung des Reagenzglases schauen. Mal schauen was man dort erkennen kann.

LG Flitzi

Vielleicht kann mir einer bei drei Fragen weiterhelfen. 1.Kann es passieren das ich die kleine Kolonie mit Äpfeln überfüttere? Ich hab gestern das Stück Apfel entfernt da ich Angst hatte das sich die Ameisen überfressen.
Generell, muß ich aufpassen was ich füttere? Sprich darf ich z. B Zucker/Früchtenur nur in bestimmten Mengen anbieten damit Appetit auf Insekten/Proteine bleibt?

2.Hat jemand Erfahrung mit einheimischen Moosen? Wenn ich sie frisch aus dem Wald in die Arena pflanze, kann das negative Auswirkungen auf die Ameisen haben(kleine Insekten im Moos oder Milben)?
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#6 Haltungsbericht Camponotus fedtschenkoi

Beitrag von Cptflitz » 26. Februar 2021, 23:07

Hiho,

Es passiert momentan viel bei meiner Camponotus fedtschenkoi Kolonie. Deshalb jetzt schon wieder ein neuer Beitrag. Die neue Futterarena "Flohloch" wird super angenommen. Es sind immer mindestens zwei Ladies in der Arena. Ich habe mir kleine Heimchen eingefroren die gut angenommen wurden. Das erste Heimchen wurde in die Erdhöhle gezogen und dort verspeist. An einem kleinen Stück Birne wurde zu dritt zwei Tage gefuttert. Beim Fressen lassen sich die Mädels ja überhaupt nicht stören. Mit einer Wassersprühflasche hab ich die kleine Arena befeuchtet. Die Forscherin fängt dann immer ein paar Minuten an rumzuwuseln bevor sie dann wieder zu Ruhe kommt. Aber den Birnenfresserinnen ist das s***** egal. Die fressen einfach weiter egal ob es regnet 8-)

Nun habe ich in "Flohloch" noch einen feuchten Schwamm installiert an dem Testweise auch mal genukkelt wurde. Ist halt kein Zucker drinnen. Also doch erstmal uninteressant nach dem Geschmackstest.

Die Major Arbeiterinnen (Cersei's Leibgarde) haben scheinbar meine Beschwerde über ihre Faulheit mitgelesen. Der Eingangswall der bis zur Decke des Reagenzglases aufgebaut war wurde über Nacht von den großen Majorarbeiterinnen eingerissen. Endlich zeigen sie mal was sie können. 8) Die brauchen sich auch gar nicht verstecken dann sie sind echt derbe schön zu beobachten. Da die kleinen Arbeiterinnen mit anderen Sachen beschäftigt sind müssen dicken Schlachtschiffe (Major) auch mal ran
Auch die Zugänge zum "Flohloch" wurden vergrößert. Bisher waren sie so eng das nur die kleineren Ameisen teilweise auf dem Rücken kriechend rein und raus kamen. Beeindruckend ist die Höhenvermessung der Schlauchbarrikaden. Ich konnte gerade beobachten wie die "Baumeisterin" mit ihren Antennen die Oberfläche des Erdwalls abtastet. Das schaut aus als würde ich mit meinen Händen etwas auf dem Schrank suchen.

Gestern gab es nach den ersten drei Wochen nun die erste Nest Kontrolle. Das Abnehmen der Abdeckung hat niemanden interessiert 4). Ganz entspannt hat die Truppe weiter ihr Ding gemacht. Brut konnte ich nicht erkennen. Liegt aber auch eventuell an dem Gestrüpp im Reagenzglas.

Draußen ist das erste mal Frühlingswetter und das scheint auch meine Kolonie "Cersei" zu merken. Ich sitze am Tag mindestens eine Stunde vor den Ameisen. 8)

LG Flitzi
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