Ameisenbefall in neuer Kellerdeckendämmung (vermutlich Lasius brunneus) – Gelbehandlung seit 3 Wochen

Hausameisen und ihre Bekämpfung
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Matmet
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#1 Ameisenbefall in neuer Kellerdeckendämmung (vermutlich Lasius brunneus) – Gelbehandlung seit 3 Wochen

Beitrag von Matmet » 6. Juni 2026, 23:00

Hallo zusammen,

ich benötige eine Einschätzung und Hilfe zu einem hartnäckigen Ameisenbefall in unserem Keller, da wir wirklich verzweifelt sind.
Vorab schon einmal ganz herzlichen Dank für die Unterstützung und hoffentlich hilfreichen Tipps.

Wir haben ein Haus (Bungalow mit vollständiger Unterkellerung, BJ 1980, massive Stahlbetondecken mit gemauerten Wänden, viel Grün, Bäume/Büsche ringsherum) 1 Jahr lang kernsaniert und ich habe im Keller auch alte Holzverkleidungen an den Decken abgemacht.
Während der gesamten Baumaßnahme (von Juli 2025 bis ca. April 2026) ist mir im Haus nicht eine einzige Ameise begegnet oder zumindest aufgefallen.

Bis vor etwa 2 Monaten wurde im gesamten Keller (150 m²) eine Kellerdeckendämmung aus PIR (12 cm) angebracht und möglichst vollflächig mit Klebemörtel verklebt (Kabelkanäle oder andere Leitungen mussten ausgeklinkt werden und es sind natürlich Hohlräume vorhanden). Anfang Mai bemerkten wir erstmals Ameisen bzw. wunderte ich mich, wieso in dem kleinsten Kellerraum (ca. 3,5 m²) an den Rändern immer wieder neue kleine PIR Dämmreste auftauchten. Erst dann hörte ich auch Geräusche und eine Art krabbeln oder rascheln in der Dämmung in diesem Bereich.

Ich öffnete dann einen kleinen Teilbereich der Dämmung in dem Raum und konnte eine Ameisenstraße entdecken.

Die Ameisen laufen an der Kellerdecke über eine deutlich sichtbare Straße zwischen einem kleinen Kellerraum (ca. 3,5 m²) in den angrenzenden Kellerflur.
Im benachbarten Kellerflur ist die Decke jedoch bereits komplett verputzt und verspachtelt, sodass ich dort nicht zerstörungsfrei an die Hohlräume oder Kellerdecke komme bzw. es ein wirtschaftlicher Ruin wäre.

Zusätzlich fällt auch immer mal wieder etwas Brut aus diesem Loch heraus bzw. kann ich erkennen, wie die Ameisen die Brut entlang der zwei Räumen an der Decke transportieren.

Seit ca. einer Woche sehe ich auch geflügelte Ameisen an der Kellerdecke, die von den Arbeiterinnen transportiert oder geleitet werden.
Gefühlt werden es jeden Tag mehr Sichtungen der geflügelten Ameisen an der Decke.

Seit inzwischen knapp 3 Wochen setze ich konsequent Advion Ameisengel ein. Die sichtbare Fläche ist aber nur knapp 30 cm groß wo ich die Punkte an der Decke anbringen kann.
Die Gelpunkte werden zum Teil gut angenommen und müssen teilweise täglich erneuert werden oder sind am nächsten Tag auch mit kleinen Dämmresten verunreinigt.
Ich habe aber das Gefühl, dass die Punkte nicht mehr so gut angenommen werden wie Anfangs noch.

Allerdings sehe ich auch weiterhin:

viele Arbeiterinnen auf der Ameisenstraße,
regelmäßigen Brut-/Eiertransport,
mehrere Austrittspunkte aus der Dämmung,
und seit etwa einer Woche zunehmend geflügelte Ameisen (Alaten) an der Straße und ganz vereinzelt auch schon im Keller oder sogar im EG an den Scheiben.
viele tote Ameisen fallen mir nicht auf

Was mich besonders verwundert:
Die Kellerdeckendämmung ist erst ca. 2 Monate alt. Daher frage ich mich, ob die Kolonie schon vorher im Gebäude vorhanden war und die Dämmung nur als neuer Brut- bzw. Laufbereich genutzt wird.

Interessanterweise habe ich im Außensockel an der Eingangstreppe auch die gleichen Ameisen gefunden, die entlang des Treppensockels laufen, aber immer nur wenige Ameisen.
Diese Stelle ist auch ungefähr in der Nähe des besagten Kellerraumes lokalisiert (ca. 2 m entfernt) aber der Keller besteht aus 36 cm dicken gemauerten Steinen und ist zusätzlich an beiden Seiten verputzt.
Löcher kann ich zumindest innen nicht erkennen.

Meine größte Sorge ist, dass die eigentliche Hauptkolonie oder Königin möglicherweise im verputzten Kellerdeckenflur oder in anderen Hohlräumen sitzt, die ich nicht öffnen möchte bzw. über die Zeit die gesamte Kellerdecke in Beschlag genommen wird.

Wir vermuten die Art Lasius brunneus oder Lasius emarginatus aufgrund von Recherchen in Foren und der Vergleich von Bildern.

Meine Fragen:

Ist es normal, dass nach fast 3 Wochen Advion noch so viele Ameisen unterwegs sind? Wie lange soll ich die Geldbehandlung durchführen?
Deuten die geflügelten Ameisen auf eine alte bzw. große Kolonie hin?
Würdet ihr weiterhin ausschließlich mit Gel arbeiten oder zusätzliche Maßnahmen ergreifen? Zum Beispiel doch vollflächig öffnen und mit Spray arbeiten?
Sollte ich einmal ein anderes Gel zusätzlich oder als Alternative verwenden und wenn ja welches? (in einem anderen Forum habe ich von "selbstgebauten" Ködern gelesen)
Macht es Sinn, die Decke des kleinen Kellerraums komplett zu öffnen, obwohl die Ameisen offensichtlich auch in den unzugänglichen Kellerflur laufen?
Hat jemand Erfahrungen mit Lasius brunneus in Kellerdeckendämmungen oder Hohlräumen und kann mir helfen? GIbt es Experten/Kammerjäger in der Nähe von Köln die sich damit auskennen?
Sollte ich den Außensockel an der Eingangstreppe öffnen und schauen, wo genau die Ameisen verschwinden (hierfür müsste ich platten entfernen und wahrscheinlich aufgraben)?

Vielen Dank für eure Einschätzung und Hilfe!!!

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#2 Ameisenbefall in neuer Kellerdeckendämmung (vermutlich Lasius brunneus) – Gelbehandlung seit 3 Wochen

Beitrag von Fulvo1964 » 7. Juni 2026, 10:58

Guten Tag Magmet
Bei dir scheint es sich um eine ausgewachsene, also grössere Kolonie zu handeln. Die Lasius brunneus scheinen mir auf diverse Giftstoffe sowieso sehr lange nur schwach zu reagieren, vor allem bei grösseren Kolonien. Ich denke mehr öffnen bringt gar nichts, die Giftstoffe, die anscheinend ja gut aufgenommen wurden, müssen direkt zur Königin gebracht werden, es kann gut sein, dass während der Schwarmzeit (Hochzeitsflug) die Gyne eher schlechter mit Nahrung bedient wird, da oft auch die Eiablage in diesen Wochen etwas reduziert vorhanden ist. Selbst wenn die Königin bereits mit Gift "versorgt" wurde, kann es länger dauern bis sie stirbt oder wenn bereits erfolgt, wird der Stamm noch selber länger aktiv sein. Da aber nur eine Königin im Stamm ist (Monogyn), ist der Fortbestand so kaum mehr möglich. Es dauert aber eventuell länger, bis der Stamm komplett auseinander fällt. Somit ist nicht gewährleistet, dass schnell eine markante Änderung eintrifft, aber mit ein wenig Geduld wird sich die Anzahl rasch dezimieren und der Stamm eingehen. Ich würde weiter anfüttern. Wenn du nach 2 Wochen noch immer dieselben Probleme hast, würde ich auf das Produkt "Capito STOP" der Firma Detia Freyberg GmbH aus Laudenbach ausweichen. Bei uns in der Schweiz läuft der Vertrieb ab Landi Schweiz AG. Das ist ein weisses Pulver, welches du auf die Laufwege ganz wenig verteilen kannst (auch Trockeneinsatz). In 5 Tagen ist dann definitiv Feierabend.

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#3 Ameisenbefall in neuer Kellerdeckendämmung (vermutlich Lasius brunneus) – Gelbehandlung seit 3 Wochen

Beitrag von Lifestyler94 » 7. Juni 2026, 15:48

Hallo und willkommen im Ameisenforum 🙏

die ganze Geschichte ist ein ziemlicher Brocken. Die Problematik aus der Sicht eines Lesers im Ameisenforum ist natürlich,
dass wir uns trotz guter Details und Beschreibungen nur oberflächlich an dieser Gesamt-Problematik rantasten und abarbeiten können.

Es geht hier wie im Text geschrieben tatsächlich auch um einen höheren Wert-Verlust und Schaden bei einer möglichen
Bekämpfung der Ameisen im Haus.

Rechtlich ist es so, dass man sich heute gar absichern muss, dass nicht mit dem Finger auf einen gezeigt wird,
wenn man falsche Ratschläge und/oder konkrete Lösungsansätze anbietet - die eben auch mit Geld, Aufwand (finanzieller Verlust) einher gehen können
und möglicherweise nicht so fruchten, wie man sich das hier aus der Fern-Diagnose und Behandlung vorgestellt hat.

Wir (in der großen Mehrheit) halten Ameisen als Hobby und sind keine Fachleute in der Bekämpfung. Es existieren zwar Erfahrungen,
aber bei diesem Befall ist doch immer auch etwas Vorsichtig walten zu lassen.

Daher würde ich grundsätzlich zu den Angaben, auch wenn die von @Fulvo1964 wirklich gut gemeint sind
und sicher absolut ihre Berechtigung haben dennoch einen Fachmann zur Bekämpfung zur Rate ziehen.

Eine einschlägige Seite zur Bekämpfung von Ameisen ist diese hier:
https://schaedlingskunde.de/schaedlinge ... n/ameisen/

https://schaedlingskunde.de/schaedlinge ... ekaempfen/

Die Beschreibung passt hier übrigens sehr gut auf deinen Fall:

Die Braune Wegameise kommt regelmäßig in Häusern vor, wo sie ihre Nester vor allem in morschen Balken anlegt. Regelmäßig geht in solchen Fällen ein Wasserschaden dem Befall voraus. Gerne bewohnt die Art Zwischendecken, wo sie ihre Nester in Dämmstoffen wie z. B. Styropor anlegt. Oft erfolgt die Koloniegründung auch im Bereich der Fußbodenheizung. Auch in Fertighäusern, die in Holzständerbauweise errichtet wurden, wurden schon Kolonien der Braunen Wegameise gefunden. Die Arbeiterinnen von Lasius brunneus tendieren dazu in Spalten zu laufen und vermeiden es freie Oberflächen zu überqueren. Aus diesem Grund wird diese Art im Haus häufig erst dann wahrgenommen, wenn z. T. große Mengen von geflügelten Männchen und Weibchen das Nest verlassen. Zwar können diese Ameisen weder stechen noch beißen - ihre bloße Anwesenheit löst allerdings bei den meisten Betroffenen Ekelgefühle aus. Die Braune Wegameise gilt, wie die anderen holzzerstörenden Ameisenarten auch, in erster Linie als Materialschädling. Werden in dem befallenen Objekt auch Nahrungsmittel von den Ameisen angenommen, so kann die Braune Wegameise in diesem Fall auch als Hygieneschädling eingestuft werden. Informationen zu Produkten, die bei der Bekämpfung von Braunen Wegameisen verwendet werden können, finden Sie auf unserer Extraseite Ameisen bekämpfen.

Bekämpfung der Ameisen:

Die Bekämpfung von Kolonien der Braunen Wegameise die sich im Haus angesiedelt haben ist meist recht schwierig da die exakte Lage des Nests meist nicht lokalisierbar ist und das Nest oft auch über ein größeres Areal verteilt ist. Verfahren und Methoden zur Bekämpfung der Braunen Wegameise haben wir in der folgenden Rubrik zusammengetragen: Holzzerstörende Ameisen

Gerne beraten wir Sie auch individuell wie man Braune Wegameisen bekämpfen kann. Für den Pauschalpreis von 100,00 € erhalten sie eine fundierte und ausführliche Beratung. Dies ist gut investiertes Geld wenn man berücksichtigt, dass tagtäglich ahnungslose Menschen skrupellosen Geschäftemachern auf den Leim gehen, die ohne die gesetzlich erforderliche Sachkunde Schädlingsbekämpfung zu horrenden Preisen anbieten und dabei nicht einmal Rücksicht auf die Gesundheit ihrer Kunden nehmen. Sollten Sie Opfer solcher Betrüger geworden sein, so können wir Ihnen auch mit der Erstellung eines Gutachtens weiterhelfen. Falls Sie sich unsicher sind ob Sie bei dem ausgewählten Dienstleister in den richtigen Händen sind oder nicht, so können wir Sie auch im Vorfeld beraten und gegebenenfalls einen seriösen Schädlingsbekämpfungsbetrieb empfehlen.

Ich weiß aus persönlicher Betroffenheit, dass man natürlich versucht hier möglichst kosten-sparsam an eine individuelle und effektive Bekämpfungsmöglichkeit zu kommen,
aber dafür sind die meisten Personen hier im Ameisenforum auch nicht ausgebildet.

Grundsätzlich kann ich nur bewerten wie schlimm der Fall hier geschildert wird - und das ist gar nicht ohne.

Bau-technisch: (auch mit dem beruflichen Background im Baustoff-Bereich )
mögliche Stelle, worüber die Ameisen vom Garten ins Haus eindringen:
Es reicht im Zweifel auch ein kleiner Mörtel-Abbruch in der Verzahnung der Kalksandsteine
Früher wurde die Kellerisolierung mit einem Dick-Anstrich / Schwarz-Anstrich versehen - insbesondere in der Lüneburger Heide hat der Boden diesen Anstrich gar zersetzt und undicht gegenüber
Witterungseinflüssen gemacht - am Ende sind dann nicht nur Wurzeln von anliegenden Pflanzen/Sträuchern sondern auch ganze Baum-Wurzeln in Richtung Mauerwerk gewandert, haben es beschädigt
und machen es entsprechend undicht für das Eindringen von Ameisen.

Somit kann das "Hauptnest" - ähnlch wie bei mir - 10-12 Meter an einer (hier) Mirabellen-Baum liegen und bei der Expansion im Bereich Mai-Juli/August eben dazu führen,
dass die Ameisen sich auch gerne Richtung Haus und Mauerwerk (Zwischenmauerwerk) begeben wollen. - Hier fing es an, da ein Maulwurf das eigentliche Hauptnest mehrfach gestört hat
und scheinbar die Ameisen einen "besseren Standort" aufsuchen.

Die Ameisenkolonie in den Ausmaßen wird auch nicht erst seit gestern im Haus gewesen sein - und da wird eben auch interessant,
was von Verkäufer-Seite aus alles geschildert, beziehungsweise verschwiegen worden ist.

Die meisten Markler sind beispielsweise rein Provisions-interessiert - egal was passiert , sie verdienen am Haus/ver/kauf ihre Prozente,
die "Mal eben" 10.000,00€ pro Ver/Käufer-Seite betragen können für ein normales Objekt im Bereich von 300.000-400.000,00€
(ist Ihnen sicher bekannt).

Es wäre also gar nicht unklug eventuell den Kontakt zu den Verkäufern aufzubauen und mal nachzufragen, ob
das Ameisenproblem bereits bekannt gewesen ist - es muss nicht so sein, kann aber. Das wäre nun weniger optimal für den Verkäufer, vermutlich wird er es pauschal verneinen.

Wie gesagt ist, auch hier ist die Abwanderung vom Garten Richtung Haus dieses Jahr zu erkennen - die letzten 5 Jahre war hier Ruhe.
Allerhöchstens Lasius niger unter den Betonsteinplatten im Terrassen-Bereich.

zum Baujahr 1980 I

Beton-Fundamente, mit Kalksandstein (8DF und spätestens im Übergang zum Klinker gibt es auch Bitumen-Streifen, die das Mauerwerk voneinander trennen sollen (Kapilarwirkung)
Aufsteigende Feuchtigkeit ins obere Mauerwerk - auch hier könnte es durch Mörtel und Schweißbahnabbruch zu Rissen gekommen sein (durch Verschleiß).

Hier müsste man also prüfen, von wo die Ameisen aus dem Gartenbereich ins das Haus eindringen könnten - denn wenn die Kolonie im Haus beseitigt sein sollte,
ist es beinahe nur eine "natürliche Reihenfolge", bis die nächste Kolonie den Platz einnehmen - könnte (nicht muss).

An der Stelle aber viel Erfolg mit der weiteren Bekämpfung und - hoffentlich - mehr Erfolg mit der weiteren Sanierung und Renovierung im neuen Eigenheim

Mit freundlichen Grüßen
Lifestyler94

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