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Lasius niger

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Linux248
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#1 Lasius niger

Beitrag von Linux248 » 18. November 2021, 15:01

Hallo Zusammen und vielen Dank für die Aufnahme im Forum

Ich werde mich im Forum separat Vorstellen, möchte hier aber noch eine Frage klären.

Ich würde gerne mit der Ameisenhaltung beginnen. Da ich gerne von Anfang an bei der Gründung dabei sein möchte, möchte ich im besten Falle mit Lasius niger beginnen. Ich denke eine Königin mit bis zu 20 Arbeiterinnen sollte dafür ausreichen. Nun die Frage. Kann man die bei den aktuellen Temperaturen bestellen, macht das Sinn? Sie würden dann in den Kühlschrank wandern um die beginnende Winterruhe zu beenden. Wie lange können die Kolonien in den Reagenzgläsern verweilen? Möchte erstmal eine kleine Box anschaffen und den Ameisen das RG als Nest anbieten. Oder wird das Wachstum im ersten Jahr dermaßen Groß ausfallen, das diese schon ein größeres Formicarium mit Nest benötigen?

Vielen Dank für ein Feedback.

Gruss Alex

Gastuevian

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#2 Lasius niger

Beitrag von Gastuevian » 18. November 2021, 17:16

Hallo Alex und herzlich Willkommen im Forum!

Schön, dass du ins Hobby Ameisenhaltung einsteigen willst. Eine Kolonie von wenigen Tieren an heranwachsen zu lassen, hat tatsächlich einen besonderen Reiz.

Wie du schon richtig erkannt hast, müssen die Lasius niger bis ca. Ostern im Kühlschrank bleiben. D.h. du hast momentan nicht viel von den Ameisen.
Also könntest du auch kurz vor Ostern eine Kolonie bestellen und sie mit der Bestellung quasi direkt auswintern. Ich würde von daher eher mäßige Temperaturen im März oder April abwarten und dann bestellen. Mit Heatpack ist der Versand bei niedrigen Temperaturen normalerweise kein Problem. Aber Versandverzögerungen um ein paar Tage kann zu Problemen führen.

Wie lange eine Kolonie problemlos im Reagenzglasnest verweilen kann, hängt von der Menge des Wassers im Wassertank ab. Wenn das Wasser leer ist, sollten die Ameisen in ein frisches Reagenzglasnest mit vollem Wassertank umziehen. Allerdings sind gerade Lasius niger beim Umziehen sehr eigenwillig. D.h. sie bleiben meist im ausgetrockneten Reagenzglasnest. Solange ein weiteres Reagenzglasnest mit Wassertank und/oder eine separate Tränke bereitsteht, ist das auch nicht weiter schlimm.

Im ersten Jahr reicht für Lasius niger normalerweise ein Reagenzglas. Ein zweites mit Wassertank wird ggf. auch mitbenutzt für Brut oder nur zum Chillen. Vermutlich werden sie erst nach der zweiten Winterruhe eine Koloniegröße erreicht haben, mit der ein Umzug Sinn macht und mit der sie von sich aus auch wirklich umziehen werden. Von daher passt dein Plan. Die Box sollte einigermaßen ausbruchsicher sein, da Lasius niger sehr klein sind und gut klettern können. So lange sie aber ordentlich versorgt werden, sind sie nicht besonders ausbruchfreudig. Ein Ölrand reicht normalerweise als Ausbruchschutz aus. Zudem würde ich dir aus praktischen Gründen eine Größe empfehlen, bei der das Reagenzglasnest plus Tränke, Honigspender und Futternapf bequem reinpassen und du gut mit Hand oder Pinzette hantieren kannst.
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Harry4ANT

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#3 Lasius niger

Beitrag von Harry4ANT » 18. November 2021, 17:41

Auch von mir ein Willkommen :D

Als eventuelle Alternative zu L. niger kann ich dir noch Formica fusca empfehlen.
Die sind optisch und vom Verhalten her sehr ähnlich, haben aber den Vorteil, dass sie etwas größer sind (besser zu Beobachten) und mittel- bis langfristig nicht ganz so zahlreiche Kolonien bilden wie L. niger.

Wenn es bei L. niger ins 5-stellige geht von der Arbeiterinnen-zahl werden sie recht wuselig, ausbruchsfreudig, aggressiv und sollten dann auch mit entsprechendem Platz (Nest- und Arenafläche) sowie ausreichend Futter versorgt werden.
Mit F. fusca tut man sich da deutlich leichter als Einsteiger.
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#4 Lasius niger

Beitrag von Rapunzula » 18. November 2021, 19:23

Auch ich begrüße Dich recht herzlich hier im Ameisenforum.

Eigentlich ist dem was meine Vorredner gesagt haben nichts auszusetzen. Ich persönlich würde keine Lasius niger kaufen, die Fliegen einem im Juni/Juli richtig um die Ohren! Aber meine erste Kolonie habe ich auch gekauft und es waren (rate mal) Lasius niger. Aber da wusste ich ja noch nicht viel über Ameisen und ich wusste nicht wie man die erkennt/findet! Ach ja, ich habe meine Lasius niger im September (oder gar Oktober) gekauft und sie musste ziemlich gleich in die Winterruhe! -> das war dann der Grund warum ich mir im Dezember eine Camponotus nicobarensis gekauft habe.

Wenn Du jetzt bereits eine Lasius niger kaufst und sie dann gleich in Winterruhe schickst hat das einen Vorteil, Du lernst so Geduld zu haben, denn genau das braucht es als Ameisenhalter, GEDULD! Vorallem für den Einsteiger ist das eine Zerreißprobe, bei mir ging’s nicht besser!

Das erste Jahr passiert mit Lasius niger nicht gerade viel, erst nach der ersten erfolgter Winterruhe geht es mit der Kolonie aufwärts!

Meine erste Kolonie Lasius niger fiel mir letztes Jahr auf den Boden, der zweite Versuch (auch erfolgreich gegründet) haben sich die Gören durch die Watte im Reagenzglas durchgebissen und sind dann ertrunken!

Aber wie Du Dich auch entscheidest, bitte schreib hier hin und wieder was Du bzw die Ameisen nun so machen!

Gruss
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#5 Lasius niger

Beitrag von Linux248 » 19. November 2021, 07:34

Gastuevian hat geschrieben:
18. November 2021, 17:16
Hallo Alex und herzlich Willkommen im Forum!

Wie du schon richtig erkannt hast, müssen die Lasius niger bis ca. Ostern im Kühlschrank bleiben. D.h. du hast momentan nicht viel von den Ameisen.
Also könntest du auch kurz vor Ostern eine Kolonie bestellen und sie mit der Bestellung quasi direkt auswintern. Ich würde von daher eher mäßige Temperaturen im März oder April abwarten und dann bestellen.
Sehe das genau so. Stress habe ich keinen, möchte mich aber auch gut vorbereiten. Der reiz für das Bestellen zum Aktuellen Zeitpunkt besteht eher darin, das Überwintern mitzulernen und sie im Frühjahr selbständig aus der Winterruhe zu holen. Aber ich denke ich warte noch ab mit der Bestellung.
Harry4ANT hat geschrieben:
18. November 2021, 17:41
Als eventuelle Alternative zu L. niger kann ich dir noch Formica fusca empfehlen.
Klingt ebenfalls interessant als Alternative. Werde mich da mal etwas einlesen. Lasius niger war eher so die Idee da ich mal eine Kolonie gesehen habe eines Kolegen, der die Königin selbst gefangen hatte. Das war aber schon ziemlich lange her.
Rapunzula hat geschrieben:
18. November 2021, 19:23
Eigentlich ist dem was meine Vorredner gesagt haben nichts auszusetzen. Ich persönlich würde keine Lasius niger kaufen, die Fliegen einem im Juni/Juli richtig um die Ohren! Aber meine erste Kolonie habe ich auch gekauft und es waren (rate mal) Lasius niger. Aber da wusste ich ja noch nicht viel über Ameisen und ich wusste nicht wie man die erkennt/findet! Ach ja, ich habe meine Lasius niger im September (oder gar Oktober) gekauft und sie musste ziemlich gleich in die Winterruhe! -> das war dann der Grund warum ich mir im Dezember eine Camponotus nicobarensis gekauft habe.
Gruss
Wie ich sehe bist du auch ein Schweizer (Wie ich aus der Region Bern) :D
Ameisen ohne Winterruhe hatte ich mit auch überlegt, bin mir da aber bei der Artenauswahl ziemlich unschlüssig geworden, da ich doch noch unerfahren bin was künstliche Beheizung und Lichtquellen anbelangt. Werde mich da wohl mal in deinem Haltungsbericht einlesen und die Art prüfen. Die Idee ist auch grundlegend eine Kolonie im Büro aufzubauen die dann später durch die Gänge Wuseln kann.
Rapunzula hat geschrieben:
18. November 2021, 19:23
Aber wie Du Dich auch entscheidest, bitte schreib hier hin und wieder was Du bzw die Ameisen nun so machen!
Gruss
Das werde ich doch machen:-)

Und generell an alle:-)--> Danke für die Nette Aufnahme. Freut mich und macht spass wenn sich jemand Zeit nimmt um mich dabei zu unterstützen :)

Gastuevian

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#6 Lasius niger

Beitrag von Gastuevian » 19. November 2021, 09:33

Ich wollte nicht in eine Grundsatzdiskussion/Anfängerberatung abschweifen. Zumal ich immer sehr ausführlich bin, gern abschweife und deshalb viel Text zusammenkommt. Aber da in den Antworten jetzt schon ein paar Alternativen aufgezeigt wurden und eine Beratung bei neuen Mitgliedern generell nie schaden kann, will ich doch "ein paar Gedanken" loswerden oder erstmal mit 3 Fragen starten:

Wie kamst du auf Lasius niger? Hast Du Dir die Art unter mehreren, für dich in Frage kommendende, Arten ausgewählt oder folgst du der gängigen Empfehlung, dass Lasius niger DIE Einsteigerameise/Anfängerart schlechthin ist?

Falls es wirklich DEINE Lieblingsameise ist, brauchst du nicht weiterlesen. Falls du dich vielleicht doch vom Begriff Einsteigerameise hast verleiten lassen, kannst gerne weiterlesen.

Erstens ist schon der Begriff Anfängerart oder Einsteigerameise diskussionswürdig.
Eine Ameisenkönigin kann über 20 Jahre lang Eier legen und damit eine Kolonie am Leben halten. Das heißt die Kolonie begleitet Dich für einen sehr langen Zeitraum. D.h. es sollte wirklich die Ameise sein, die Dir am besten gefällt. Und die natürlich auch für DEINE Heimhaltung passend ist und Du Dir auch zutraust, sie korrekt halten zu können. Allein daraus ergeben sich schon eine ganze Menge Fragen, die nur Du beantworten kannst.

Unter "am besten gefällt" fallen so Dinge wie: Größe der Ameise, Größe der Kolonie, Farbe, Verhalten, Aktivität, Winterruhe, Nestbau...

Bei "DEINE Heimhaltung" musst Du Dir Fragen stellen wie: Hast du ausreichend Platz für die Becken; hast du Möglichkeiten für eine (verkürzte) Winterruhe; kannst du das richtige Futter in den richtigen Mengen beschaffen; hast du auch die finanziellen Mittel für die entsprechende Art; will oder kann ich selbst basteln oder will/muss ich viel kaufen?

Der letzte Punkt: "traust Du Dir zu, die Ameise korrekt zu halten" ist nicht ganz so einfach zu beantworten, wie die vorherigen zwei Punkte. Denn wie soll ein Anfänger bewerten, was er kann und was Ameisen wirklich benötigen. Das ist zudem höchst individuell. Zunächst mal muss man natürlich grundsätzlich bereit sein, sich zu informieren. Am allerbesten VORAB informieren. Das Informieren allein ist aber auch schon teilweise ein Problem, da ein Anfänger "gute Quellen" von "schlechten Quellen" nicht unterscheiden kann. Wenn ich dann so Tipps in Gruppen lese, wie: "Lies dich ein!"...sehr hilfreich für den Anfänger.

Aber Du bist ja hier gelandet. Und hast Deine Frage auch vor dem Kauf gestellt. Also schon mal alles gut :)

Wenn sich jemand (sehr) gut informiert, sind mMn sehr viele Arten in der Haltung möglich. Viele Arten sind ähnlich robust wie eine Lasius niger oder zumindest robust genug für eine "normale" Haltung und sterben nicht gleich weg, wenn die Temperatur im Nest nicht aufs Grad genau stimmt. Ebenso ist es ein Unterschied, ob man eine einzelne Gyne kauft, eine sehr kleine Kolonie betreut oder ob es sich um eine Kolonie mit mehreren hundert oder gar tausend Arbeiterinnen handelt. Die oftmals als Anfängerart betitelte Messor barbarus kann in der Gründung und als junge Kolonie heikel sein. Als große Kolonie snd sie Selbstläufer.

Um meinen nächsten Gedanken einzuleiten, will ich noch kurz etwas vorneweg einschieben:
Ein großer Unterschied für mich in der Haltung ist z.B. trockenes Becken vs. tropisches Becken. Der Aufwand ein tropisches Becken gut am Laufen zu halten ist im vergleich zu einem trockenen Becken deutlich höher (Technik, Bodenpolizei). Manchmal sind Arten, die eine tropische Umgebung brauchen auch sensibler, z.B. bei Schwankungen der Luftfeuchtigkeit. Man muss sich also über deutlich mehrere Dinge informieren, wenn man ein Tropenbecken betreiben will und im Zweifel auch deutlich detaillierter. Also nicht nur breiter, auch tiefer. Das nur kurz vorneweg. Wäre vielleicht besser beim Punkt "DEINE Heimhaltung" aufgehoben, aber bringt mich zum nächsten diskussionswürdigen Punkt und da wären wir wieder beim Thema "was soll sich ein Anfänger zutrauen".

Eine weitere Annahme, die mich nämlich oft stört ist, dass viele der Meinung sind, man qualifiziert sich durch die längere Haltung von Einsteigerarten für "Fortgeschrittenenarten". Warum soll man erstmal 2; 3; 5 Jahre eine Lasius niger halten, um dann eine Urameise im tropischen Becken halten zu dürfen oder eine Blattschneiderameise? Was bringt einem die Erfahrung aus einem trockenen Becken einer heimischen Art für die Haltung einer tropischen Art oder eines vegetarischen Spezialisten? Und für den Wissensvorsprung des absolut Grundsätzlichen, wie: "Eine Ameise braucht Kohlenhydrate, die Brut braucht Proteine und alle brauchen Wasser", muss man nicht erst eine Einsteigerart 2 Jahre halten. Und überhaupt: Was macht man dann nach der 2-jährigen Qualifizierung mit der Einsteigerart? An den nächsten Anfänger weitergeben?

Ist natürlich teilweise überspitzt formuliert von mir, aber ich erlebe das oft genug genau so in Diskussionen, wenn sich mal wieder ein Anfänger traut zu fragen: "Ich bin Anfänger. Wo kann ich Blattschneiderameisen kaufen?"
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#7 Lasius niger

Beitrag von Linux248 » 19. November 2021, 10:15

Gastuevian hat geschrieben:
19. November 2021, 09:33
Wie kamst du auf Lasius niger? Hast Du Dir die Art unter mehreren, für dich in Frage kommendende, Arten ausgewählt oder folgst du der gängigen Empfehlung, dass Lasius niger DIE Einsteigerameise/Anfängerart schlechthin ist?
Na dann werde ich doch versuchen deine Fragen zu Beantworten. Ich denke der entscheid "Lasius niger" ist ein Mix aus all deinen Erwähnungen. Da gehört wohl auch dazu, das ich diese immer im Schwarmflug beobachten kann und Mann diese Ameisenarten überall bei unseren Gärten beobachten kann. Dass diese aus den Gärten nicht wegzukriegen sind, vermittelt mit auch eine gewisse Sicherheit was Haltungsfehler anbelangt. Natürlich sind dann weitere Faktoren wie "Videos" verantwortlich, dass ich auf diese Art aufmerksam geworden bin. Aber es dürfen natürlich auch andere Arten sein. Da lasse ich mich gerne überzeugen.
Gastuevian hat geschrieben:
19. November 2021, 09:33
Falls es wirklich DEINE Lieblingsameise ist, brauchst du nicht weiterlesen. Falls du dich vielleicht doch vom Begriff Einsteigerameise hast verleiten lassen, kannst gerne weiterlesen.
Das wird sich noch herausstellen. Als Anfänger ohne Haltungserfahrung, ist es für mich schwierig diese Art als Lieblingsart zu bezeichnen :D
Gastuevian hat geschrieben:
19. November 2021, 09:33
Erstens ist schon der Begriff Anfängerart oder Einsteigerameise diskussionswürdig.
Eine Ameisenkönigin kann über 20 Jahre lang Eier legen und damit eine Kolonie am Leben halten. Das heißt die Kolonie begleitet Dich für einen sehr langen Zeitraum. D.h. es sollte wirklich die Ameise sein, die Dir am besten gefällt. Und die natürlich auch für DEINE Heimhaltung passend ist und Du Dir auch zutraust, sie korrekt halten zu können. Allein daraus ergeben sich schon eine ganze Menge Fragen, die nur Du beantworten kannst.

Unter "am besten gefällt" fallen so Dinge wie: Größe der Ameise, Größe der Kolonie, Farbe, Verhalten, Aktivität, Winterruhe, Nestbau...

Bei "DEINE Heimhaltung" musst Du Dir Fragen stellen wie: Hast du ausreichend Platz für die Becken; hast du Möglichkeiten für eine (verkürzte) Winterruhe; kannst du das richtige Futter in den richtigen Mengen beschaffen; hast du auch die finanziellen Mittel für die entsprechende Art; will oder kann ich selbst basteln oder will/muss ich viel kaufen?
Viele Fragen die ich mir noch nicht konkret gestellt habe. Wichtig ist der Faktor Platz. Ich habe ab nächstes Jahr mehr als genügend Platz im Eigenheim. Möchte aber noch ein Projekt in Betracht ziehen, eine Ameisenart im Büro an meinem Arbeitsplatz zu halten. Wir sind ein Familiäre Team mit Terrarienhalter (Keine Ameisen). Aber das erwähnen des Projektes ist auf viel Zuneigung gestoßen. Ziel ist natürlich auch, klein anzufangen und stetig erweiterbar aufzubauen. Falls möglich in Eigenbauregie:-).. Handwerklich ist das kein Problem. Finanziell auch nicht, aber möchte das Geld nicht sinnlos verschwenden. Basteln gehört zum Hobby 8) Ich hab in meinen 35 Jahren so einige Hobby angefangen und teilweise nach Jahren wieder eingestellt. Das Restrisiko bleibt natürlich bestehen. Aber mit dem Ziel "Gleich wieder aufzuhören" würde ich hier auch nicht Beginnen wollen.
Gastuevian hat geschrieben:
19. November 2021, 09:33
Wenn sich jemand (sehr) gut informiert, sind mMn sehr viele Arten in der Haltung möglich. Viele Arten sind ähnlich robust wie eine Lasius niger oder zumindest robust genug für eine "normale" Haltung und sterben nicht gleich weg, wenn die Temperatur im Nest nicht aufs Grad genau stimmt. Ebenso ist es ein Unterschied, ob man eine einzelne Gyne kauft, eine sehr kleine Kolonie betreut oder ob es sich um eine Kolonie mit mehreren hundert oder gar tausend Arbeiterinnen handelt. Die oftmals als Anfängerart betitelte Messor barbarus kann in der Gründung und als junge Kolonie heikel sein. Als große Kolonie snd sie Selbstläufer.

Um meinen nächsten Gedanken einzuleiten, will ich noch kurz etwas vorneweg einschieben:
Ein großer Unterschied für mich in der Haltung ist z.B. trockenes Becken vs. tropisches Becken. Der Aufwand ein tropisches Becken gut am Laufen zu halten ist im vergleich zu einem trockenen Becken deutlich höher (Technik, Bodenpolizei). Manchmal sind Arten, die eine tropische Umgebung brauchen auch sensibler, z.B. bei Schwankungen der Luftfeuchtigkeit. Man muss sich also über deutlich mehrere Dinge informieren, wenn man ein Tropenbecken betreiben will und im Zweifel auch deutlich detaillierter. Also nicht nur breiter, auch tiefer. Das nur kurz vorneweg. Wäre vielleicht besser beim Punkt "DEINE Heimhaltung" aufgehoben, aber bringt mich zum nächsten diskussionswürdigen Punkt und da wären wir wieder beim Thema "was soll sich ein Anfänger zutrauen".

Eine weitere Annahme, die mich nämlich oft stört ist, dass viele der Meinung sind, man qualifiziert sich durch die längere Haltung von Einsteigerarten für "Fortgeschrittenenarten". Warum soll man erstmal 2; 3; 5 Jahre eine Lasius niger halten, um dann eine Urameise im tropischen Becken halten zu dürfen oder eine Blattschneiderameise? Was bringt einem die Erfahrung aus einem trockenen Becken einer heimischen Art für die Haltung einer tropischen Art oder eines vegetarischen Spezialisten? Und für den Wissensvorsprung des absolut Grundsätzlichen, wie: "Eine Ameise braucht Kohlenhydrate, die Brut braucht Proteine und alle brauchen Wasser", muss man nicht erst eine Einsteigerart 2 Jahre halten. Und überhaupt: Was macht man dann nach der 2-jährigen Qualifizierung mit der Einsteigerart? An den nächsten Anfänger weitergeben?

Ist natürlich teilweise überspitzt formuliert von mir, aber ich erlebe das oft genug genau so in Diskussionen, wenn sich mal wieder ein Anfänger traut zu fragen: "Ich bin Anfänger. Wo kann ich Blattschneiderameisen kaufen?"
Da bin ich ganz deiner Meinung, wobei ich Blattschneiderameisen mal weglassen werde. In den meisten Titeln in Foren geht es gerade bei Einsteigern um das Thema Winterruhe! Wer will schon mit der Winterruhe beginnen. Da habe ich Verständnis, das Anfänger nach Arten suchen die keine Winterruhe abhalten. Da bin ich auch Offen und schaue mich um! Wer hat z.B schon mit einer Einheimischen Phyton aus der Schweiz den Einstieg in die Schlangenhaltung absolviert :lol: Du weisst was ich meine... ich stehe hinter deiner Meinung.

Alles in allem --> Danke das du dir die Zeit nimmst um mich zu Unterstützen! Sehr Cool :mrgreen:
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Beitrag von Gastuevian » 19. November 2021, 11:27

Ich hatte heute morgen technische Probleme (oder ich bin einfach zu blöd hier zu posten).
Mein Beitrag war eigentlich heute morgen gegen 7 Uhr schon fertig und sollte gepostet werden. Nicht erst 9:33 Uhr. Deshalb war das nicht als Antwort auf deinen Post vor meinem langen Post gedacht. Sondern als genereller Einschub. Wollte ich nur erwähnt haben.

Es war jetzt auch nicht als Frage-Antwort-Spiel gedacht. Du musst dich nicht rechtfertigen, schon gar nicht mir ggü. Es sollten nur generelle Denkanstöße sein, um auch von diesem einfältigen Einsteigerameisendenken wegzukommen und Anfänger mehr und bessere Möglichkeiten zu zeigen.

Dass Du Dir Zeit genommen hast zu antworten, finde ich gut. Und ich sehe auch, dass du gut vorbereitet bist. Das habe ich mir auch schon bei deinem Eingangspost gedacht und hab mir daher erstmal diese generelle Anfängerberatung gespart. Aber wenn es dich jetzt sogar in deiner Entscheidung bestärkt, umso besser. Ich finde Lasius niger auch eine tolle Art. Das Image der Einsteigerameise hat sie nicht verdient. Von daher wünsche ich dir ernstgemeint viel Spaß mit der Art.

Sich generell Inspiration zu holen als Anfänger lohnt trotzdem, da man als Anfänger gar nicht Überblickt, was es alles für Arten gibt und was deren Haltung mit sich bringt.

Die Blattschneiderameisen sollten zugegebenermaßen nur als plakatives Beispiel dienen!
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