Ungewolltes Pushing, eingriff sinnvoll?

Allgemeine Fragen und Themen ĂŒber europĂ€ische Ameisenarten (hier keine Berichte)
Hammerkonda
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#1 Ungewolltes Pushing, eingriff sinnvoll?

Beitrag von Hammerkonda » 30. April 2018, 20:54

Hey Leute, wieder 2 Jahre her mit dem letzten Beitrag, nachdem damals die Königin ja ausgebĂŒxt ist und die andere gefundene ein paar Tage spĂ€ter tot im Rg lag, war der Haltungsversuch 2016 total gescheitert. :(
Letztes Jahr habe ich wieder eine Lasius niger Königin gefangen und sogar erfolgreich ĂŒberwintert.
Hat bzw. hatte zwar auch nur 3 PygmÀen(?), war aber nicht weiter tragisch.

Jetzt bitte verflucht mich, hasst mich aber helft mir :)
Habe vor ein paar Wochen einen BlumenkĂŒbel(Mörtelwanne) wieder umgeschichtet, um ihn fĂŒr die Gartensaison fit zu machen, die paar Ameisen an der OberflĂ€che waren nicht dramatisch, als ich fast bei der Drainage angekommen war gab es dann allerdings plötzliche, heftige Gegenwehr :gatling: .... das Ameisennest das mir wohl um die 5 Jahre hier massive Probleme bereitet hat war gefunden.
Auch wenn ich Ameisen liebe, auf dem Balkon möchte ich sie dennoch nicht, besonders nicht in solch einer Menge.
Da ich die Königin nicht finden konnte, habe ich mich also auf die Larven konzentriert.. mit der Menge hĂ€tte man 3 dieser kleinen KaffesahnebehĂ€lter fĂŒllen können. Genau das war aber auch der Grund weshalb ich sie nutzen wollte.
Also gesammelt, von Ameisen getrennt und im KĂŒhlschrank aufbewahrt.
Da es den Fischen sehr gemundet hat, dachte ich fressen die Ameisen sie wohl auch, wÀre ja super Protein.
Hier hÀtte ich vielleicht mal besser google nutzen sollen ... :andiewand:
Da die paar Larven die ich ihnen jeden Tag gab, immer verschwunden waren dachte ich sie wÀren gefressen worden.
Am Wochenende hatte ich jetzt mal das Rg aus der Arena genommen .... ein riesen Berg an Larven und die Königin sitzt oben drauf.
Einige scheinbar vertrocknete/gefressene/jedenfalls tote liegen auch 3 cm vor der Watte.
Aus der Ruhe geholt hatte ich sie gegen Ende MĂ€rz und dann auch alle 2 Tage 3-5 Larven ''gefĂŒttert'', daher ist mitlerweile doch eine ziemliche Menge bei rausgekommen.

Mein Problem, eine Arbeiterin ist mir wohl schon verstorben jetzt, liegt das vielleicht am Stress?
Das 2 Arbeiterinnen keine 50 Larven durchfĂŒttern können ist klar, daher Frage ich euch.
WĂŒrdet ihr mit der Pinzette versuchen die Larven/Eier zu entnehmen oder eher abwarten ?
Die Königin sitzt wirklich genau auf dem Larvenhaufen, eigene Eier hat sie zudem auch gelegt, wie gehen Ameisen damit um, können sie ''kluge'' Entscheidungen treffen und die Larven entfernen oder schuften sie sich nun eher tot?
Das war in diesem Jahr das 2. mal das ich in's Rg gesehen habe und damit hÀtte ich wirklich nicht gerechnet. :huh:
Beim googeln gestern bin ich dann auf das Thema Pushing gestoßen, daher hat der Name auch Verwendung im Betreff gefunden.
Mich graust es bei dem Gedanken das ''Nest'' zu stören und dann noch Larven fischen ohne ihre Eier oder gar sie zu schÀdigen, daher Frage ich mal lieber nach, bevor noch ein Fehler unterlÀuft. Einer pro Jahr ist meiner Meinung nach auch vollkommen ausreichend.

Ich danke euch allen und wĂŒnsche euch noch einen schönen Abend. :clap:

Viele liebe GrĂŒĂŸe

Hammerkonda



Basti87

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#2 Re: Ungewolltes Pushing, eingriff sinnvoll?

Beitrag von Basti87 » 30. April 2018, 21:01

Ich persönlich wĂŒrde es Jetz so belassen.
Die larven die es schaffen, schaffen es. Die anderen werden entsorgt oder gefressen.
Denke sie wissen schon was sie da machen die kleenen.
FĂŒttere mal nur Fruchtfliegen die sind fĂŒr Lasius niger vollkommen ausreichend und machen dazu wenig Arbeit fĂŒr sie.
Gruß Basti
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#3 Re: Ungewolltes Pushing, eingriff sinnvoll?

Beitrag von Hammerkonda » 30. April 2018, 21:07

Ich liebe dieses Forum :D eines der wenigen Fachforen das nicht verstorben ist. :)
Ich danke dir fĂŒr deine ANTwort(höhö) das mit den Obstfliegen ist vermutlich am besten, denke mal die werden auch noch angenommen wenn sie gefroren waren ?
Habe Tk Obstfliegen noch auf Lager fĂŒr meine Fische.^^
Heute gab es allerdings schon ein abgebrĂŒhtes Spinnchen aus dem Bad. :fettgrins:



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Serafine

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#4 Re: Ungewolltes Pushing, eingriff sinnvoll?

Beitrag von Serafine » 30. April 2018, 21:24

Wenn nicht genug Futter da ist (oder herangeschafft werden kann) um die Larven zu versorgen wird einfach ein Teil der Larven gefressen (bzw. weiterverfĂŒttert), das ist bei Ameisen nicht unĂŒblich in Zeiten von Nahrungsknappheit. WĂŒrde einfach abwarten und sehen welche (und wieviele) Larven das HĂŒhnchendinner gewinnen.



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Safiriel

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#5 Re: Ungewolltes Pushing, eingriff sinnvoll?

Beitrag von Safiriel » 1. Mai 2018, 09:07

Beim Abwarten scheinen wir uns alle einig zu sein.

Die Störung, denen nun wieder Brut wegzunehmen, ist sicherlich grĂ¶ĂŸer als die Aufgabe auf der sie jetzt (buchstĂ€blich) sitzen.

Interessant wird es, wenn die Puppen erst einmal zu Imagos geworden sind. Bei drei Arbeiterinnen waren es sicherlich noch PygmĂ€en, die Arbeiterinnen eines so großen Nestes wie du es beschreibst, dĂŒrften grĂ¶ĂŸer und krĂ€ftiger sein. Gut möglich, dass dir dann noch die ein oder andere Arbeiterin verstirbt.
Bei Lasius niger habe ich noch nicht gepusht, wohl aber bei Messor barbarus, wo es natĂŒrlich viel einfacher war neue von alten Arbeiterinnen zu unterscheiden, weil es dort viel grĂ¶ĂŸere GrĂ¶ĂŸenunterschiede gibt. Nicht alle Arbeiterinnen waren unverletzt, ich vermutete damals, dass sie beim Pushen fĂŒr mich nicht sichtbare Verletzungen davon getragen haben. Die "fremden" Arbeiterinnen starben auch zum Teil recht frĂŒh, sodass sich die GrĂ¶ĂŸe des Volkes wieder selbst reguliert hat. Es blieb pendelte sich so ein, dass es durchaus noch eine normale Entwickling hĂ€tte gewesen sein können.
Eine der Ursachen hierfĂŒr sehe ich darin, dass das Verhalten der Kolonie nicht nach schieren Zahlen geht.
Es wird also sehr spannend, was sich ergibt.

Da fĂ€llt mir noch etwas ein: Wenn du den Beginn meines Lasius niger HB liest, wirst du feststellen, dass ich meine Lasius damals von Colophonius ĂŒbernommen habe. Der hatte mehrere Königinnen an einem Tag gesammelt und unterschiedlich grĂŒnden lassen. Am Ende war "meine" GrĂŒndung die erfolgreichste. Eine ohne Eingriff. Vielleicht findest du da auch noch ein paar Zeilen, die dich interessieren.
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#6 Re: Ungewolltes Pushing, eingriff sinnvoll?

Beitrag von Maddio » 1. Mai 2018, 11:59

Safiriel hat geschrieben:Interessant wird es, wenn die Puppen erst einmal zu Imagos geworden sind.


Kleiner Hinweis: Der Plural von Imago ist Imagines. Das Wort Imagos gibt es nicht. Ich will hier nicht den Oberlehrer spielen, aber bei Fachbegriffen sollte man es schon genau nehmen. So steht es zumindest auch in den Forenregeln:

1.3.1 Richtige Schreibweise von FachausdrĂŒcken
Damit keine Fehlinformationen im Ameisenforum verbreitet werden, sollte unbedingt darauf geachtet werden,
dass FachausdrĂŒcke sowohl richtig benutzt als auch geschrieben werden.



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#7 Re: Ungewolltes Pushing, eingriff sinnvoll?

Beitrag von Safiriel » 1. Mai 2018, 12:19

Das stimmt absolut.

Ein guter Grund, um den Fehler so wie er hier steht nicht auszubessern, sondern stehen zu lassen.
:dippie:
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Hammerkonda
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#8 Re: Ungewolltes Pushing, eingriff sinnvoll?

Beitrag von Hammerkonda » 1. Mai 2018, 13:40

Hoffen tue ich vor allem das die beiden letzten Arbeiterinnen nicht versterben.
Puppen gab es ja zudem auch noch keine, daher bin ich doch ein wenig besorgt.
Habe zudem 2 Gip's und ein Ytongnest von 2016 da stehen, wÀre schön, wenn wenigstens eines mal bezogen werden könnte.^^

Hatte hier aber doch eine etwas andere Meinung erwartet, lt. Internet soll Pushing ja die GemĂŒter spalten :D
Davon war mal nichts erkennbar.^^

BezĂŒglich der Unterschiede bin ich aber auch gespannt, ein paar grĂ¶ĂŸere wĂ€ren bestimmt nicht von Nachteil.^^
Was mach ich denn beim nÀchsten Topf?
Stehn noch 2 90L hier rum die ebenso umgesetzt werden sollen, in einem vermute ich aber eine Kolonie Lasius emarginatus.
Nicht so enorm wie die niger aber dennoch zahlreich.
Hatte sich beim umsetzen auch gezeigt, die L. niger hatten die hinteren 6-8 m und die emarginatus die vorderen.
Am Tag des umsetzens entstand zudem ein kleiner Krieg, rein augenscheinlich hÀtte ich als Gewinner die emarginatus gesehen.
Waren zwar nicht so zahlreich, aber scheinbar schneller und geschickter.
Selbst ein Zweikampf auf dem noch nicht genutzten BohnengerĂŒst, welches ĂŒber den Miniteich gelehnt war, war zu beobachten ... ging auch bestimmt 10 Minuten lang, bis die niger gepackt und scheinbar ins Wasser geworfen wurde.(habe sie dennoch rausgeholt :rolleyes: )
WĂ€re auch nicht die erste Kolonie gewesen die den ''Krieg'' verliert, einen anderen zwischen einer fĂŒr mich zumindest nicht bestimmbaren winzig kleinen Art konnte ich auch mal beobachten, die Winzlinge waren unter den Bodenplatten, die emarginatus irgendwo gegenĂŒber in Topf oder- und Mauer. 4 Platten waren voller Ameisen, immer irgendwann wenn es dunkel wurde, dann war der Balkon nicht mehr betretbar :irre:
Die kleinen sind aber innerhalb kurzer Zeit vollstÀndig verschwunden.
Meint ihr eigentlich das die große Kolonie zusammenbricht durch einen solchen eingriff oder hocken sie bald eher im Apfelbaum ?

Habt alle vielen Dank fĂŒr eure Antworten, habt mir wirklich sehr geholfen.

Liebe GrĂŒĂŸe



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