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Gigantiops destructor - Haltungserfahrungen

Berichte, Erfahrungen, Tipps, Beobachtungen Gattung Gigantiops
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Chemitech
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#1 Gigantiops destructor - Haltungserfahrungen

Beitrag von Chemitech » 20. Dezember 2008, 15:23

[font="]Ich hab mich auch entschlossen diese Art mein eigen zu nennen.

Zunächst nochmal die Allgemeinen Infos:[/font]
  • [font="]Taxonomie[/font][font="]: Unterfamilie Formicinae, Tribus Gigantiopini[/font]
  • [font="]Verbreitung[/font][font="]: Südamerika[/font]
  • [font="]Farbe[/font][font="]: schwarz[/font]
  • [font="]Größe[/font][font="]: Königin: 15 mm, Arbeiterinnen: 10 - 15 mm[/font]
  • [font="]Nahrung[/font][font="]: Honig- und Zuckerwasser sowie Insekten[/font]
  • [font="]Winterruhe[/font][font="]: Nein [/font]
  • [font="]Klima[/font][font="]: tropisch[/font]
  • [font="]Nestbau[/font][font="]: Diese Art nistet im Boden, hohlen Ästen usw. (Sehr geeignet für Haltung in Ytong-Steinen)[/font]
  • [font="]In der Natur, häufig mit Paraponera clavata zusammen (Teilen sich den Nesteingang)[/font]
  • [font="]Bepflanzung[/font][font="]: Verschiedene Regenwaldpflanzen (empfohlen)[/font]
  • [font="]Haltungsklasse[/font][font="]: mittel[/font]
  • [font="]Aktivität[/font][font="]: Tagaktiv (Für gute Beleuchtung sorgen)[/font]
  • [font="]Besonderheiten[/font][font="]: Formicine mit riesigen Augen und sehr gutem Sehvermögen. Bewegt sich in kleinen Sprüngen von Blatt zu Blatt. Sie erkennt ihre Beute schon auf größere Distanz. Personen werden häufig mit wippenden Bewegungen des Kopfes verfolgt. Wenn sie sich dabei bedroht fühlt, ist sie in der Lage schnell rückwärts zu laufen. Kann ihre Säure gezielt einsetzen um Angreifer abzuwehren.[/font]
  • [font="]Ergänzungen zu den Besonderheiten (aus der Literatur)[/font][font="]:Können feste und flüssige Nahrung bei einem Beutezug aufnehmen, bis zu 7 Termiten zwischen den Mandibeln tragen, erkennen Bewegungen bis in ~50 cm Entfernung, orientieren sich an Gegenständen und nicht am Magnetfeld[/font]
[font="]Die Art scheint sehr Transportempfindlich zu sein, daher auch die Selbstabholung und kein Versand!!![/font]

[font="]Zum Becken[/font][font="]:

Maße: 60x45x60
Technik: T5 13Watt Leuchtbalken
40 Watt Heizkabel plus Lüfter in einer Korkwurzel[/font]
[font="]Bepflanzung:[/font][font="] 1x Bromelie(Art unbekannt)
2x Hoya (1x MacGregory)
1x Philodendron Monstera obliqua
1x Tillandsie[/font][font="]
1x Passiflora biflora[/font]
[font="] 1x Orchidee [/font]

[font="]Wände: Weißtorfplatten
Bodengrund: Seramis und Terrarienhumus und Kokoschips[/font]

[font="]Nesttyp: Wie Ytong oder Gipsnest, jedoch aus Blumensteckmasse[/font]
[font="]
Nesttyp-Story:[/font]

[font="]Als ich die Kolonie bei Frank abgeholt habe, konnte ich mir die große Kolonie ansehen und fand sie sehr beeindruckend. Vor allem im Vergleich zu den Bildern hier, sieht das Becken im Realen deutlich anders aus. Auffällig fand ich das Nestmaterial, welches Frank bei seiner Kolonie verwendet hat, da die Struktur für Ytong zu fein war und auch kein Gips sein konnte. Auf Nachfragen erzählte er, dass es ein Stück Surfbrett sei und er die Bearbeitung von Ytong nicht so super findet. Dies habe als Inspiration genommen und für die Kolonie nach einer anderen Haltungsmethode mit Nesteinblick gesucht. Da es in meinen Baumärkten hier, kein Styrodur gab, ist mir nur noch ein Material eingefallen und zwar Blumensteckmasse.
Nach langer Suche im Internet bezüglich Giftstoffe, bin ich zudem Entschluss gekommen das es keine in der Steckmasse gibt, da die Steckmasse biologisch Abbaubar sein muss, nach den Friedhofsgesetzen (Gibt es selbst für die Toten Gesetzte?). Dummerweise gibt es aber zwei Arten von Steckmasse die ich ausprobieren musste, darum besteht das Nest zur Hälfte aus Feuchtsteckmasse und die andere Hälfte aus Trockensteckmasse.[/font]

[font="]Vorteil von Blumensteckmasse:[/font]

[font="]Leicht zu Bearbeiten[/font]
[font="]Geringes Gewicht[/font]
[font="]Grabaktivität der Ameisen möglich[/font]
[font="]Ungiftig (?, wird die Zeit zeigen :angst: )[/font]

[font="]Nachteile[/font]

[font="]Bewässerung je nach Art der Steckmasse[/font]
[font="]Nur als Nest im Becken zu gebrauchen, da überall neue Eingange gebaut werden können[/font]
[font="]Giftig ?[/font]

[font="]Beobachtungen und Beginn des Berichtes[/font]

[font="]Die erste Woche nachdem ich die Kolonie abgeholt habe, wurde sie dunkel gehalten um den Stress möglichst gering zu halten, nicht das es noch zu Todesfällen kommt. Man konnte gut erkennen wann die Aufregung sich gelegt hatte, da deutliche Aktivität (Nahrungssuche), außerhalb des bisherigen Nestes zu sehen. Davon hab ich leider keine Fotos, da die Kolonie in einer milchig trüben Dose lebte. Anhand der Schatten konnte ich aber erkennen wenn Ameisen in der Dose herumliefen.[/font]
[font="]Nachdem die Kolonie zur Ruhe gekommen war, wurde alles für den Umzug in ihr neues Heim vorbereitet. Es hat nicht lange gedauert und die Kolonie ist von der Dose in die Steckmasse eingezogen und zwar in die Trockensteckmasse. [/font]

[font="]Seither geht es mit der Brutentwicklung voran, es gibt Larven in verschiedenen Stadien sowie eine Reihe von Puppen. Erste neue Arbeiterinnen sind auch schon geschlüpft. Die Farbe der frische geschlüpften Tiere ist zu Begin grau bevor sie ins schwarz wechselt. [/font]

[font="]Als Futter biete ich große Drosophila und Springschwanze an. Die Jagdstrategie sieht dabei wie folgt aus, dass das Futter zunächst genau fokussiert wird, um die Entfernung abzuschätzen, bevor sie angesprungen und erlegt wird.[/font][font="]Auf den Fotos ist einmal das Becken zusehen, in dem Korkast (mitte rechts) ist das Heizkabel versteckt. Auf dem zweiten bild sind zwei Arbeiterinnen zu sehen, die sich gegenseitig die Fruchtfliege streitig gemacht haben. Letzten Endes konnte die Fliege entkommen.[/font]

[font="]Eine Beobachtung die ich fast vergessen hätte, auf der hellen Dose konnte man gut erkennen, dass die Ants auf der Suche nach Süßem die ganze Dose einmal abgeleckt haben.

Diskussion hier[/font]
http://www.ameisenforum.de/meinungen-fragen-zu-den-haltungsberichten/diskussion-weiterer-haltungsbericht-zu-gigantiops-destructor.html#post203148
Dateianhänge
Jagd verlust.jpg
Becken komp.jpg



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#2 AW: Gigantiops destructor - Haltungserfahrungen

Beitrag von Chemitech » 26. Dezember 2008, 16:01

Viel gibt es nicht zu berichten, bisher gibt es keine Probleme mit dem Nestmaterial, auch die Larven entwickeln sich ganz normal.

Das Foto hab ich auf die schnelle gemacht. Zusehen ist die Trockene-Blumensteckmasse (grau, Feuchtsteckmasse ist grün). Gut zu sehen ist, dass die Ants den Spalt zwiscen Nest und Glas mit der Steckmasse gefüllt haben. Abgesehen davon sitzt oben links die Königin o. rechts und unten je eine Arbeiterin. Die Brut wurde auch aufgeteilt, so liegen Eier und Larven oben, näher an der Feuchtsteckmasse, als die Puppen.
Dateianhänge
Gigantiops Nestblick.JPG



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#3 AW: Gigantiops destructor - Haltungserfahrungen

Beitrag von Chemitech » 5. Januar 2009, 17:38

Es gibt neue Beobachtungen die ich gerne berichten möchte. Was mir immer wieder bei den Ants auffällt ist das Verhalten wenn sich zwei treffen. Aufgeregt wird mit den Fühlern getrillert und dann ganz langsam einander genähert und gegebenenfalls Futter ausgetauscht. Dies ist jedoch nicht die Beobachtung die interessant ist sondern:
Dreht sich Arbeiterin 1 um , sodass sie Arbeiterin 2 aus den "Augen" verliert und schaut danach wieder in die Ursprüngliche Richtung (sieht Arbeiterin 2 wieder) beginnt das ganze spiel wieder von vorn. Also Fühler trillern, Annäherung und Futter tausch.
Dies geschieht dann nicht ein- zweimal sondern solang bis eine der Arbeiterinnen was interessanteres findet und geht. Es schein als währe die bessere Sicht auf kosten der "Intelligenz" entstanden.

Beobachtet man aber das Jagdverhalten scheinen die Ants wie ausgewechselt. Zunächst wird das Ziel ganz genau anvisiert, dann blitzschnell angesprungen und mit den Mandibeln gepackt. Nach diesem Jagderfolg rennt die Arbeiterin jedoch nicht direkt zurück zum Nest sondern bearbeitet das Futter auf unterschiedliche arten.
Springschwänze werden an Ort und Stelle zu einem Brei zerkaut und aufgenommen um weiter Jagen zu können.
Bei Drosophila zeigt sich ein sehr erstaunliches Verhalten (wie ich finde). Wenn die Fliege gefangen wurde, reicht die Kraft der Mandibeln nicht aus um die Fliege zu töten, weshalb ganz gezielt die Säure eingesetzt wird (es sieht aus als ob die Fliege erstochen wird).
Eine andere Strategie die ebenfalls eingesetzt wird ist das hin und her drücken der Fliege auf dem Boden bis sie sich nicht mehr rührt und um sie in den Mandibeln richtig auszurichten. Dazu wird die Fliege auf den Boden gedrückt und mithilfe der Fühler und des vorderen Beinpaares an der Flucht gehindert, während der Kopf die Fliege hin und her bewegt, sowie in die richtige Richtung dreht.

Ich versuche das ganze in Video Form zu bringen, den Bilder sagen mehr als Worte



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#4 AW: Gigantiops destructor - Haltungserfahrungen

Beitrag von Chemitech » 31. Januar 2009, 12:17

Nach etwas Wartezeit mal wieder ein Update.

Viel neues gibt es jedoch nicht. Die Kolonie wächst und gedeiht. Futter wird gerne gejagt und schnell ins Nest gebracht.

Aber immerhin hat es mit dem Video funktioniert.

Zudumm das Yout** die Quali so sehr ändert.

Hier gehts zur Jagdhttp://www.youtube.com/watch?v=nuYs1CVD48U



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#5 AW: Gigantiops destructor - Haltungserfahrungen

Beitrag von Chemitech » 9. Februar 2009, 16:10

Schlagzeile des Tages: Bevölkerung wächst!

Nach neuster Volkszählung hat sich ergeben, dass ein Bevölkerungswachstum festzustellen ist. Aus den anfänglich ~ 6 Individuen sind inzwischen 18 geworden. Es ergab sich dabei, dass die Anzahl der Kinder von der Anzahl der Erwachsenen abhängt.
Es konnte auch ein klarer Trent zur Wohnsituation festgestellt werden. Während die Kinder gern im Matsch (feuchter) spielen, fühlen sich die Puppen im trockenen wohler.

BildBild

Nahrungstechnisch liegt der Trend klar bei Drosophila und Zucker, Springschwänze werden einfach ignoriert.

PS: Bisher keine Probleme wegen der Steckmasse.



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#6 AW: Gigantiops destructor - Haltungserfahrungen

Beitrag von Chemitech » 29. März 2009, 13:54

Nach über einem Monat wieder mal ein Update.

Wie es aussieht hat meine Königin auch Frühlingsgefühle bekommen und für neue Nachkommen gesorgt. Bisher zeigt sich ein Verhältnis von 2-3 Teilen Brut zu 1 Teil Arbeiterinnen. Die frisch aufgekeimten Frühlingsgefühle führten auch zu dem Wunsch Prinzessinnen heranzuziehen, von denen bisher 3 oder 4 im Nest zu sehen sind.
Nachfolgend habt ihr auch ein aktuelles Bild der Kolonie. In der oberen Kammer, auf der Linken Seite, ist eine der Prinzessinnen zu erkennen.

Bild

Weiterhin liegt die Hauptnahrung bei Drosophila die sehr gern gejagt werden.



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#7 AW: Gigantiops destructor - Haltungserfahrungen

Beitrag von Chemitech » 31. Oktober 2009, 12:07

Nach sehr langer Zeit nun das letzte Update zur Kolonie.

Wie bereits bei anderen Haltern ist auch meine Kolonie sehr rasch eingegangen.

Vor etwa 1-2 Monaten ist mir aufgefallen, dass ich nur noch selten Arbeiterinnen auf Futtersuche sehe. Als ich daraufhin das Nest kontrolliert habe kam die Ernüchterung, es waren nur noch 6 Arbeiterinnen, die Königin und ein paar Larven vorhanden. Kurze Zeit später dann nur noch die Königin, die kurz darauf gestorben ist.

Woran die Kolonie zugrunde gegangen ist kann ich nicht sagen. Die Bedingungen haben sich nicht geändert.
Was mir jedoch aufgefallen war, die Ants hatten Schwierigkeiten damit bei großen Futterangebot zu jagen und es zeigte sich während der Haltung, dass sie Überwiegend das Futter auf grünem Untergrund jagen, als ob sie den Kontrast zur besseren Wahrnehmung bräuchten.



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