Was tun sprach Zeus

Bestimmungsanfragen - bitte auf genaue Angaben achten.
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macke1969
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#1 Was tun sprach Zeus

Beitrag von macke1969 » 27. Mai 2026, 07:51

Guten Morgen Zusammen,

ich züchte seit etwa 2-3 Jahren ein riesiges Areal von vermutlich Rossameisen Camponotus ligniperda. Es handelt sich um einen mit Buchen, Nussbäume und Büschen durchwachsenen Außenbereich mit Steinhaus (Küche) und einem Tinyhouse.
Im letzten Jahr hatten sich Ameisen (eine kleinere Art) in der Pavatex Isolierung der gemauerten Küche Freiraum verschafft. Da sind mir erstmals auch einzelne große Ameisen aufgefallen, die etwas benommen herumgelaufen sind.
Seit drei Tagen haben es nun die nachtaktiven Rossameisen auf mein Tiny-Holzhaus mit Hanfisolierung abgesehen. Dort hatte ich zuvor schon aus Angst vor Ameisen etwas Brandkalk an den Stützen verteilt. Das scheint sie nicht zu stören. Auch Kaffeesatz ist keine Barriere. Umsiedlungsversuche habe ich bereits gestartet mit umgedrehten Kübeln und feuchtem Isolierhanf. Ich sprühe mittlerweile auch ein Kräuterspray, das ich auch im Stall bei den Pferden verwende. Ohne Erfolg. Die wollen unbedingt auf den Holzstützen ins Tinyhouse. Unter den Steinplatten sind Gänge zu beobachten. Nun bin ich natürlich ratlos und sollte mir erst einmal sicher sein, ob es wirklich die Rossameise ist. Sind eigentlich scheu und brav, beißen etwas auf der Hand. Die Vorstellung, daß sie meine mühsam erarbeiten schönen Lebensräume zerstören könnten ist allerdings sehr sehr traurig. Was meint Ihr, bin um jeden Rat sehr dankbar.

Viele Grüße von Markus aus dem Allgäu auf knapp 700 m Höhe.

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Barristan
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#2 Was tun sprach Zeus

Beitrag von Barristan » 27. Mai 2026, 11:23

Hallo,

das ist denke ich Camponotus herculeanus (keine rötliche Färbung am Hinterleib). Umsiedlung ist immer schwer, wenn die Kolonie schon größer ist, da ziehen sie dann nicht mehr in Blumentöpfe usw. Evtl. helfen Leimringe, wie man sie bei Obstbäumen einsetzt? Wenn sie zu sehr stören, wird man wohl um langsam wirkendes Gift nicht herumkommen, so dass die Königin getötet wird.




macke1969
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#3 Was tun sprach Zeus

Beitrag von macke1969 » 28. Mai 2026, 07:58

Guten Morgen, die Ameisen sind unglaublich friedlich. Hatte mittlerweile Kaffeesatz an allen Stützen ausgelegt, doch das wurde komplett ignoriert. Das große Krabbeln beginnt um ca. 21:00Uhr, dann machen sich die Rossameisen auf den Weg in die Hanfisolierung des Tinyhouses. Noch höre ich nachts keine Geräusche, und im Innenraum sind sie noch nicht angelangt. Gestern habe ich spät abends alle Zugänge mit Buchenholz-Teer (das hatte ich als Hufpflege vorrätig) eingepinselt (sozusagen wie einen Leimring aufgetragen) Und siehe da: dies ist eine absolut nicht überwindbare Barriere. War toll anzusehen, wie sich vor der Barriere ein Stau bildete und keine der Ameisen sich auch nur einen mm über den Buchenholzteer wagte. Eher springen sie von der Metallstange der Zugdeichsel ab;)

Auf jeden Fall recherchiere ich gleichzeitig über Ködermaßnahmen. In alten Forenberichten von Dr. Gerhard Heller habe ich Interessantes gelesen. Doch nach fiktiver Mittelauswahl muss ich feststellen, daß diese Wirkstoffe Spinosad oder Fibronil komplett aus dem Verkehr gezogen wurden - vielleicht aus gutem Grund.
In neueren Berichten habe ich den Eindruck, daß sich die Köderauswahl nicht auf ein bestimmtes Produkt fokussiert. Sehe ich das richtig?

Kleine Bemerkung anbei: momentan werden wieder Pestizide großflächig ausgetragen. Auf meinem Radweg nach Hause hatte ein Landwirt neben der Straße gespritzt. Das hat augenblicklich zu einer starken Reizung von Augen und Hals geführt. Ich möchte nicht wissen, welche Gifte hier verwendet werden dürfen.

Schönen Gruß

Bin immer gespannt auf Antworten




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Lifestyler94
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#4 Was tun sprach Zeus

Beitrag von Lifestyler94 » 28. Mai 2026, 11:22

Guten Morgen,

in einem früheren Lebensabschnitt habe ich in einem großen Baustoffhandel und in der Betonindustrie / Bautechnik gearbeitet
und das ein oder andere auch im Bereich Hoch / Trockenbau (bezogen auf Holz-Werk/Baustoffe) und natürlich auch aus dem Fachgebiet GaLa-Bau.
Schwerpunkt bei mir war allerdings die Betonindustrie und der Tief-und Straßenbau.

Daher würde ich mich vor Ort bei einem Großhandel (nicht Einzelhandel) für Baustoffe informieren.
Oder auch in der Szene von Tiny-Haus Besitzern. Da gibt es sicher auch eigene Communities und Gruppen.

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Anbei habe ich mal ein altes Buch rausgeholt und etwas geblättert.

Hier steht:
Das Bauwerk muss vom Untergrund entkoppelt werden. Das heißt die Träger (hier die 4 Stützen)
müssten beispielsweise mit Bitumen bearbeitet werden.

Hier bitte selbst nach Schlagwörtern wie "Bitumenspray / Bitumenlack für Holz"
Fachbegriff wäre vermutlich Verwitterungsschutz für außenliegende / erdberührte Holzwerke / Holzbaustoffe.

Ich würde mich hier aber vor Ort von mindestens einer richtigen Fachkraft (meist mit ordentlicher Berufserfahrung)
beraten lassen bevor man hier das falsche Produkt kauft. Der Einzelhandel in den Baumärkten kann meistens nur oberflächlich zu den einzelnen Produkten etwas sagen.
Meistens fehlt da die Tiefenkenntnis oder der Erfahrungsaustausch am Tresen durch Handwerker, Gewerke, ( in dem Fall auch Jägern.. ) die entsprechend über die Zeit
beim Kaffee oder neuen Kauf von Waren ihre Erfahrungen im Gespräch mitteilen.

Auch Jäger haben häufig wegen den Jagdsitzen so ähnliche Probleme, da die Tragbalken/Pfähle im Boden stehen und der Witterung ausgesetzt sind.
Alte leicht verwitterte Objekte werden auch mal von Ameisen angezählt.

Wenn immerhin die Stützbalken deines Objekts geschützt sind, kann man da sicher schon ordentlich entgegen wirken.


Eine Idee hätte ich übrigens: Nach dem Bauprojekt zur Sicherung vom Tiny Haus könnte man
eine alte tote Baumwurzel oder einen Baumstamm anbieten. Könnte gut sein, dass die Ameisen gezielt darin einziehen.

Im Zweifel könnt man den eventuell in entfernter Zukunft gar deplatzieren / wegrollen mit Bekannten gemeinsam
woanders hinbringen. Jede Ameise wird man wohl nicht schützen können, aber vielleicht ist das auch erst ein Thema was man separat in Zukunft mal
besprechen könnte.


Eins fällt mir praktisch auch noch ein: Die behandelten Holzteile könnte man zusätzlich dann in Beton (Fix&Fertig Beton) einsetzen statt in bloßer Erde.
Zusätzlich könnte man sie mit Talkum oder Paraffinöl bestreichen oder einen Insektenleim (Raupenschutz) auftragen.

Das sollte immerhin dein Tinyhaus vom Untergrund "entkoppelt" und vor Ameisen schützen.

Wie gesagt: Ich würde mich im Groß&Fachhandel (nicht Einzelhandel) von Baustoffen separat informieren und mir unterschiedliche Meinungen einholen,
bevor es zu einer Ausführung kommt.

und ein Gedanke wäre da auch noch:
Metallbauer besuchen und die Holzpfähle durch Metallstützen austauschen... Wäre auch langfristig haltbar und unkaputtbar

Viel Erfolg

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macke1969
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#5 Was tun sprach Zeus

Beitrag von macke1969 » 28. Mai 2026, 13:46

Hey Livestyler,

Deine Anregungen finde ich sehr gut. Ja, in der Tat habe ich in einem Imkerforum Ähnliches gelesen. Und zwar haben die oft Probleme bei frei aufgestellten Bienenhäusern.
Hier wurde auch eine Barriere mit einer Art tellerförmiger Schale gefüllt mit Flüssigkeit, darüber eine umgedrehte Schale - mit Fett eingeschmiert - beschrieben.

Das Tinyhouse zu entkoppeln ist sicherlich möglich, da muss ich noch eine bessere Konstruktion (aus Stahl) wählen. Balken mit Dachpappe gegen Betonboden zum Beispiel sollte ich auch von meinen Projekten her kennen. Da war ich wohl zu blauäugig.

Holzstämme als Angebot für die Ameisen sind eine gute Idee - vergrößere ich so das Volk gar? Nicht unbedingt mein Ziel.

Sorge machen mir dann nur noch die benachbarten Gebäude;)

Lieben Gruß und Danke für die Ideen!




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