Ameisen (er)kennen keine Freunde
- Eaglesword
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#9 AW: Ameisen (er)kennen keine Freunde
Eine Sache indes wurde nicht bedacht:
Von Formica rufa ist kein innerartlicher Krieg bekannt. Grund ist eine genĂŒgend niedrige GeruchsdiversitĂ€t, so dass zwar eine fremde Arbeiterin bemerkt wird, aber kein Kampf erfolgt.
Eine Quelle kann ich leider nicht nennen, da der Artikel schon vor mindestens 1 Jahr erschien.
Wenn das wahr ist, stellt F. rufa eine Ausnahme dar.
AuĂerdem sind Artenpaare bekannt, also VerbĂŒndete. Ihre Nester haben getrennte Haushalte, liegen jedoch eng zusammen. Crematogaster scutellaris und eine Camponotusart zum Beispiel werden von Seifert erwĂ€hnt. Artnamen ist mir entfallen.
Von Formica rufa ist kein innerartlicher Krieg bekannt. Grund ist eine genĂŒgend niedrige GeruchsdiversitĂ€t, so dass zwar eine fremde Arbeiterin bemerkt wird, aber kein Kampf erfolgt.
Eine Quelle kann ich leider nicht nennen, da der Artikel schon vor mindestens 1 Jahr erschien.
Wenn das wahr ist, stellt F. rufa eine Ausnahme dar.
AuĂerdem sind Artenpaare bekannt, also VerbĂŒndete. Ihre Nester haben getrennte Haushalte, liegen jedoch eng zusammen. Crematogaster scutellaris und eine Camponotusart zum Beispiel werden von Seifert erwĂ€hnt. Artnamen ist mir entfallen.
- Smaug
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#10 AW: Ameisen (er)kennen keine Freunde
Schade, dass du die Quelle nicht angeben kannst, denn Seifert schreibt was ganz anderes ĂŒber das Kampfverhalten von Formica rufa: Kampfverhalten wie Formica polyctena, die jede Formica s. st., Coptoformica, Raptiformica, groĂe Camponotus und Lasius s. st. bekĂ€mpft, soweit diese territorial ist und Ă€hnliche Nahrungsressourcen nutzt. F. rufa ist der eigenen Art gegenĂŒber deutlich aggressiver als F. polyctena bedingt durch stĂ€rker ausgeprĂ€gte Monogynie.
- jkiefer
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#11 AW: Ameisen (er)kennen keine Freunde
Hallo,
noch ein kleiner Nachtrag...
Was denke ich soviel heiĂen soll wie, solange es kein Feind ist, ist es egal was es ist bzw. alles was nicht mein Feind ist, ist mein Freund!
Sie erkennen nur, da ist etwas und davon droht keine Gefahr weil es nicht nach Feind riecht. Darum wird auch kein "Pass" in Form eines speziellen Duftes benötigt. Naja vielleicht ist auch das Fehlen des "Passes" schon der "Pass"! Wie auch immer...
In dem Zusammenhang stelle ich mir jetzt die Frage wie das z.b. bei AmeisengĂ€sten wie BlĂ€ulingen, Ameisenasseln usw. funktioniert. Kopieren diese den Kolonieduft oder produzieren sie schlicht keinen Duft der sie als Feind brandmarkt? Letzteres wĂ€re sehr viel einfacher, wenn man meine Aussage von oben nimmt mĂŒssten sie ja nichtmal nach Freund, sondern nur nicht nach Feind riechen. Aber darĂŒber weiĂ ich nicht besonders viel, vielleicht kann ja jemand dazu was schreiben? Naja vielleicht beschĂ€ftige ich mich in nĂ€chster Zeit ein wenig damit.
Zumindest wĂ€re dieses passive Erkennen fĂŒr mich logisch und dann wĂŒrde auch die Aussage im Text stimmen, solange man das "aktiv" berĂŒcksichtigt.
Aber insgesamt ist es ein sehr heikles Thema wo es wohl noch sehr viel Forschungsbedarf gibt. Deshalb immer dran denken, meine Aussagen sind hauptsÀchlich spekulativ, auch wenn sie plausibel sein mögen.
MFG
noch ein kleiner Nachtrag...
Bis auf einmal (und dort wurde es wahrscheinlich einfach vergessen oder der Einfachheithalber weggelassen) ist im Text immer vom aktiven Erkennen die Rede, was ja passives Erkennen nicht ausschlieĂt.erkennen... nur ihre Feinde aktiv am Duft, nicht aber die eigenen Mitbewohner.
Was denke ich soviel heiĂen soll wie, solange es kein Feind ist, ist es egal was es ist bzw. alles was nicht mein Feind ist, ist mein Freund!
Sie erkennen nur, da ist etwas und davon droht keine Gefahr weil es nicht nach Feind riecht. Darum wird auch kein "Pass" in Form eines speziellen Duftes benötigt. Naja vielleicht ist auch das Fehlen des "Passes" schon der "Pass"! Wie auch immer...
In dem Zusammenhang stelle ich mir jetzt die Frage wie das z.b. bei AmeisengĂ€sten wie BlĂ€ulingen, Ameisenasseln usw. funktioniert. Kopieren diese den Kolonieduft oder produzieren sie schlicht keinen Duft der sie als Feind brandmarkt? Letzteres wĂ€re sehr viel einfacher, wenn man meine Aussage von oben nimmt mĂŒssten sie ja nichtmal nach Freund, sondern nur nicht nach Feind riechen. Aber darĂŒber weiĂ ich nicht besonders viel, vielleicht kann ja jemand dazu was schreiben? Naja vielleicht beschĂ€ftige ich mich in nĂ€chster Zeit ein wenig damit.
Zumindest wĂ€re dieses passive Erkennen fĂŒr mich logisch und dann wĂŒrde auch die Aussage im Text stimmen, solange man das "aktiv" berĂŒcksichtigt.
Aber insgesamt ist es ein sehr heikles Thema wo es wohl noch sehr viel Forschungsbedarf gibt. Deshalb immer dran denken, meine Aussagen sind hauptsÀchlich spekulativ, auch wenn sie plausibel sein mögen.
MFG
- Eaglesword
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#12 AW: Ameisen (er)kennen keine Freunde
Aha, dann war das mit Formica rufa offensichtlich eine Ente oder aber- wie so oft- missverstĂ€ndlich dargestellt. Gesagt wurde, dass Völker benachbarter HĂŒgel in Frieden lebten. Nahliegend hat man hier die Polydomie nicht miteinbezogen.
Wenn das mit Nichtfeind- Feindschema stimmt, stellt sich uns eine weitere Frage:
Wie merken die Ameisen den Unterschied zwischen einem Neutralen, also einem Nichtfeind und einem Beutetier?
Wenn das mit Nichtfeind- Feindschema stimmt, stellt sich uns eine weitere Frage:
Wie merken die Ameisen den Unterschied zwischen einem Neutralen, also einem Nichtfeind und einem Beutetier?
- Smaug
- Halter
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#13 AW: Ameisen (er)kennen keine Freunde
Zum Thema Ameisen und BlÀulinge:
Bei den Maculinea-Arten lĂ€uft es z. B. so ab: In den ersten drei Larvenstadien frisst die Raupe noch an Futterpflanzen. Nach der HĂ€utung zum vierten Larvenstadium lĂ€sst diese sich zu Boden fallen. Wenn sie von einer Wirtsameisenart gefunden wird (diese BlĂ€ulinge sind an bestimmte Ameisenarten gebunden, damit sie sich mit Erfolg entwickeln können), laufen unterschiedliche Verhaltensmuster ab. Einige Arten sondern aus einem DrĂŒsenorgan Sekrettropfen ab, welche von der erregten Ameise begierig aufgenommen werden. Dann kriecht die Ameise ĂŒber die Raupe und melkt diese eine halbe bis vier Stunden (!). Am Ende erhebt sich die Raupe auf ihren BauchfĂŒĂen, krĂŒmmt ihren Körper zu einem S und blĂ€ht die vorderen Segmente auf. Anscheinend wird durch diese Position eine Ameisenlarve imitiert und auf dieses Signal hin die BlĂ€ulingsraupe ins Ameisennest getragen. Auch werden Duftsignale von den Raupen benutzt, die denen der Ameisenbrut gleichen. Sie wird dann zurBrut gelegt, sorgfĂ€ltig beleckt und gepflegt ...
Dies ist nur ein kleiner (stĂŒmperhafter) Auszug aus dem Leben von BlĂ€ulingsraupen und Ameisen. Nachzulesen im Seifert 2007 ab Seite 73.
Siehe auch hier: Ameisen und BlÀulinge - Wissenschaft & Medien - AmeisenCafe
Bei den Maculinea-Arten lĂ€uft es z. B. so ab: In den ersten drei Larvenstadien frisst die Raupe noch an Futterpflanzen. Nach der HĂ€utung zum vierten Larvenstadium lĂ€sst diese sich zu Boden fallen. Wenn sie von einer Wirtsameisenart gefunden wird (diese BlĂ€ulinge sind an bestimmte Ameisenarten gebunden, damit sie sich mit Erfolg entwickeln können), laufen unterschiedliche Verhaltensmuster ab. Einige Arten sondern aus einem DrĂŒsenorgan Sekrettropfen ab, welche von der erregten Ameise begierig aufgenommen werden. Dann kriecht die Ameise ĂŒber die Raupe und melkt diese eine halbe bis vier Stunden (!). Am Ende erhebt sich die Raupe auf ihren BauchfĂŒĂen, krĂŒmmt ihren Körper zu einem S und blĂ€ht die vorderen Segmente auf. Anscheinend wird durch diese Position eine Ameisenlarve imitiert und auf dieses Signal hin die BlĂ€ulingsraupe ins Ameisennest getragen. Auch werden Duftsignale von den Raupen benutzt, die denen der Ameisenbrut gleichen. Sie wird dann zur
Dies ist nur ein kleiner (stĂŒmperhafter) Auszug aus dem Leben von BlĂ€ulingsraupen und Ameisen. Nachzulesen im Seifert 2007 ab Seite 73.
Siehe auch hier: Ameisen und BlÀulinge - Wissenschaft & Medien - AmeisenCafe