Die Schadameise Wasmannia auropunctata („Kleine Feuerameise“) erobert Hawaii

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Homwer
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#10 AW: Die Schadameise Wasmannia auropunctata („Kleine Feuerameise“) erobert Hawaii

Beitrag von Homwer » 5. April 2014, 17:48

Um mal auf das Thema zurück zu kommen;
Ich finde es erstaunlich wie machtlos sich die Bevölkerung darstellt. Wäre das Problem wirklich so extrem (Handelsembargo) dann sollte man doch erwarten, dass ein paar Leute mit Pestiziden und Schutzanzügen ausrücken und etwas unternehmen.
Oder anders gesagt, wo kommen die Meisen ursprünglich her und warum haben sie sich dort nicht so extrem verhalten?
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NIPIAN
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#11 AW: Die Schadameise Wasmannia auropunctata („Kleine Feuerameise“) erobert Hawaii

Beitrag von NIPIAN » 5. April 2014, 19:06

Hoi,


wenn sich die Leute an deinen Vorschlag halten, würden die paar Typen mit Pestiziden und Schutzanzügen sämtliche Organismen abtöten.

Oder anders gesagt, wo kommen die Meisen ursprünglich her und warum haben sie sich dort nicht so extrem verhalten?
Weil sie dort zu Hause sind. Die meisten verhalten sich zu Hause anders als in fremder Umgebung. Meistens deshalb, weil Mama und Papa als direkte Gegner für nettes Verhalten sorgen.
Ist immer nur eine Frage der Stärke der entsprechenden Mitspieler.

Gast
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#12 AW: Die Schadameise Wasmannia auropunctata („Kleine Feuerameise“) erobert Hawaii

Beitrag von Gast » 5. April 2014, 20:45

@ Diffeomorphismus (Post # 6):
Sorry, hatte ich übersehen. Aber jetzt kommt wenigstens etwas Diskussion in Gang! ;)

Danke an NIPIAN, für den Link auf http://www.ameisenforum.de/neuigkeiten/49000-haltung-invasiver-arten-ektoparasit-re-milben-auf-blattschneiderameisen.html

@ Homwer (Post # 10):
Dazu hat NIPIAN (#11) ja auch schon das Wichtigste zusammengefasst. In den Foren und im Internet gibt es zu dem Thema sehr viel (zu viel!) zu lesen.

Ich will nur ein paar ganz leicht verständliche Argumente (wieder mal ;)) vorbringen:
Es gibt keine für eine bestimmte Ameisenart selektiven Pestizide, nicht einmal gegen Ameisen allgemein selektive Mittel; was Ameisen vernichtet, vernichtet alle anderen Insekten, meist auch andere Arthropoden dazu!

Die Insekten haben nur das eine „Glück“: Weil Honigbienen auch dem ungebildetsten Politiker als nützlich bekannt sind, werden Insektizide auf „nicht bienenschädlich“ getestet. Im Kleingedruckten steht dann: „Bei vorschriftsmäßiger Anwendung“, also z. B. „nicht in die Blüte spritzen“.

Es gibt ja auch kein selektives Mittel gegen Milben. Sonst wären die Milbenprobleme in der Ameisenhaltung „pffffft…“ – Geschichte!

Ein weiterer „Schutzfaktor“ für Insekten gegen allzu rabiate Insektizide sind die Interessen der Angler und der Fischfangindustrie: Auch diese haben dazu geführt, dass wohl jede Insektizidpackung den Aufdruck trägt: „Schädlich für Fische und Fisch-Nährtiere“. Kleingedruckt: „Nur mit mindestens 5 m Abstand zu Gewässern einsetzen. Rückstände nicht in Gewässer entleeren.“ (sinngemäß).

Zum Thema „wo kommen die Meisen ursprünglich her und warum haben sie sich dort nicht so extrem verhalten?“:

Alle aus menschlicher Sicht invasiven Arten, ob Tiere, Pflanzen, Pilze usw., hatten sich in ihrer ursprünglichen Heimat über 100.000e bis Millionen Jahre mit den im dortigen Ökosystem lebenden Organismen auseinander zu setzen, mit ihren Nahrungsquellen, Fressfeinden, Krankheitserregern. Im "ökologischen Gleichgewicht" leben sie, können aber nicht überhand nehmen.

Bringt man eine solche Art in ein fremdes Ökosystem, kann es sein, dass dort die natürlichen Gegenspieler fehlen (und nicht direkt mit eingeschleppt wurden). Die Folge kann eine Bevölkerungsexplosion sein. (Längst nicht alle etwa bei uns eingeschleppten Organismen finden passende Nischen; die große Mehrzahl „verschwindet“ unbemerkt, zum Glück. ABER: Welche unter 100 oder 1.000 eingeführten Arten verschwinden, welche werden invasiv? – Kein Hellseher ist in der Lage, das VORHER zu sagen!

Viele Invasionen sind zunächst auffällig, manche zunächst invasiv erscheinenden Arten werden nachfolgend allmählich in bestehende Ökosysteme eingegliedert, bis sie allmählich unauffällig werden (Bsp. Kanadische Wasserpest; neuer: Asiat. Marienkäfer). Andere breiten sich über Jahrzehnte oder Jahrhunderte hinweg aus und bleiben dauerhaft schädlich (Bsp. Pharaoameise; wahrscheinlich: Linepithema humile)

So, jetzt höre ich auf! Die ganze Invasionsbiologie ist eine (Bio-)Wissenschaft für sich. :)


MfG,
Merkur

Krafty
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#13 AW: Die Schadameise Wasmannia auropunctata („Kleine Feuerameise“) erobert Hawaii

Beitrag von Krafty » 5. April 2014, 21:31

Merkur hat geschrieben:
So, jetzt höre ich auf!

MfG,
Merkur



Das ist wohl der beste Satz in dem ganzen Thema....

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myrmikonos
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#14 AW: Die Schadameise Wasmannia auropunctata („Kleine Feuerameise“) erobert Hawaii

Beitrag von myrmikonos » 6. April 2014, 09:33

Sehr geehrter Merkur,
vielen Dank fuer das erstellen eines interessanten Themas.
Das Video ist recht huebsch gemacht, zeigt aber auch die Ironie der Invasionsthematik: der Mensch hat sich diese Flecken der Natur zuvor selbst angeignet, ueberfallen & nach seinen Beduerfnissen eingerichtet. Zudem ist diese dargestellte Situation ein Folgeproblem menschlicher Betriebsamkeit. Die Mechanismen der Invasionsbiologie wuerden wohl prinzipiell auch ohne den Menschen stattfinden, aber in diesem Fall sowie in vielen anderen ist er selbst die Ursache + Teil des Prozesses. Ich sehe hier nur die Fortsetzung vom Elend, die sich aus dem zivilisatorischen Zerwuerfnis zwischen Mensch & Natur von selbst ergeben. Das tragische Element ist, daß der Mensch an der Illusion von Macht & Kontrolle festhaelt. Das Dilemma wird bis zum Untergang der Menschheit selbst fortbestehen, da sich unser Gehirn kein Sinn auf das herrschende Chaos bilden kann.

zu den Milben: mir war so, als ob in diesem Forum an mehreren Stellen (user swagman, alpha chuby) verduennte Milchsaeure als Mittel gegen Milbenbefall vorgeschlagen wurde. Koennte dies nicht als ein Mittel gegen Milben betrachtet werden?
Grueße

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Zöschi
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#15 AW: Die Schadameise Wasmannia auropunctata („Kleine Feuerameise“) erobert Hawaii

Beitrag von Zöschi » 6. April 2014, 15:03

Geschlossene Ökosysteme sind in dieser Hinsicht besonder gefährdet. Es zeigt sich z.B. in Australien, das anderorts harmlose Tiere schnell zur Plage werden.

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#16 AW: Die Schadameise Wasmannia auropunctata („Kleine Feuerameise“) erobert Hawaii

Beitrag von Gast » 6. April 2014, 17:29

Milbenbekämpfung

@myrmikonos (# 13):
Siehe:
http://ameisenwiki.de/index.php/Milben
Dort verlinkt auch:
http://www.antstore.net/viewtopic.php?t=6213
Sowie:
http://eusozial.de/viewtopic.php?f=26&t=2512&sid=faf5ef5c004eb723aa90184fd9f2dcfd

Ein wirklich allgemein brauchbares Mittel ist mir nicht bekannt geworden.
Bei Bedarf kann man gerne einen der alten Threads hier wieder aufleben lassen.

Edit: Der letzte mir bekannt gewordene Versuch: http://www.ameisenforum.de/pheidologeton-exotisch/50413-pheidologeton-cf-affinis-2.html

MfG,
Merkur

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