Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Unterfamilie: Ponerinae
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#1 Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von MaxR » 7. Oktober 2011, 12:00

Moin

Ja, ich hab schon seid einer Woche meine kleine H. venator Kolonie. Ich wollte euch einfach den HB zu dieser interessanten Art nicht vorenthalten, auch wenn es bestimmt kräftig Kritik hageln wird

Warum Harpegnathos venator?
Harpegnathos venator war schon immer meine Traumart (Nach M. brevinoda ;) ). Eigentlich wollte ich sie sogar noch diesen Sommer kaufen, da ich aber dan mindestens für 3 Wochen weg war verschob sich der Wunsch auf ein paar Monate.

H. venator fastziniert mich einfach in so vielen Dingen. Ich habe noch nie eine so aufmerksame Ameise gesehen. Diese riesigen Augen verfolgen dich jedes mal wenn du auf das Formicarium zu gehst. Auch ihre Größe ist einmalig! Oder ihr "wedeln" mit dem Gaster bei Bedrohung.
Das interessanteste ist und bleibt aber immernoch das sie Gamergaten bilden. Das ist für mich ein riesiges paradoxon was ich mal unbedingt beobachten möchte, und auch dokumentieren möchte
Nun aber zum HB!
______________________________________________________________

Allgemeines
Heimat: weit verbreitet in Südost-Asien. Von Indien bis China, Malaysia, Philippinen, Thailand.
Habitat: ?
Kolonie: monogyn. Königin wird vermutlich später durch Gamergaten ersetzt.
Koloniegröße: gering, etwa 300 – 400 Tiere
Koloniealter: ?
Gründung: semiclaustral
Arbeiterinnen: monomorph
Nestbau: große Erdnester
Nahrung: zoophag und in geringem Umfang Nektar und Honigtau
Winterruhe: keine
Fortpflanzung: Jede Kolonie wird von einer, sehr selten mehreren, begatteten Jungköniginnen gegründet, eine alte Kolonie teilt sich niemals auf.
Ab einem gewissen Zeitpunkt kann die Königin vermutlich von Gamergaten ersetzt werden.


Aussehen / Färbung
Arbeiterinnen: schwarz, Hinterleibsende und Tarsen rot-braun
Königinnen: wie Arbeiterinnen
Männchen: schwarz, Hinterleibsende auffällig rot-braun


Größe
Arbeiterinnen: ca. 14 - 16 mm
Königinnen: ca. 14 - 16 mm
Männchen: ca. 12 - 14 mm


Entwicklungsdauer
Arbeiterinnen: ?
Eier - Larven: ?
Larven - Puppen: ?
Puppen - Imagines: ?


Bemerkungen
Es ist zu vermuten, dass die Entwicklung einer Kolonie ähnlich verläuft wie bei Harpegnathos saltator.

Diese Ameisen können 8 - 10 cm weit springen, rückwärts laufen und verfügen über gutes Sehvermögen.
Beutetiere werden durch den Stich gelähmt und können so einige Zeit von den Ameisen aufbewahrt werden. Sie erholen sich aber nicht mehr von dem Gift und sterben nach einiger Zeit.

Achtung: Diese Art nutzt einen Wehrstachel! Deren Gift kann von allergischen Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock führen. Aufgrund der stetig ansteigenden Allergiefälle in Zusammenhang mit heimischen Allergenen, steigt die Gefahr einer anaphylaktoiden Entgleisung bezüglich exotischer Giftexpositionen.
(Quelle: http://www.ameisenforum.de/artbeschreibungen-steckbriefe/harpegnathos-venator-t34711.html?ltr=H )

Der Anfang, 29.9.11
Als meine Kolonie ankam gabs ein paar Probleme. Meine Familie war nicht da und der Paketbote hatt ein Zettel hinterlassen das er das Paket bei unseren Nachbarn abgeliefert hatt. Naja super das man seine Schrift lesen kann geschweige dessen keine "20a" in der Straße als Nachbar hatt.
Ich durfte also einmal all unsere Nachbarn abklimpern ob sie mein Paket haben. Spätestens beim letzten war dan das Paket.

Man ihr könnt euch nicht vorstellen was das für ein Herzklopfen war als das Paket endlich da war!
Voller Freude machte ich das Paket auf, und konnte meine Lieblinge endlich in der "Hand" halten. Es waren ca. 7 Arbeiterin und 1 Königin und 3 Larven.
Es stellte sich herraus das später 2 Larven anscheinend beim Transport doch noch gestorben sind. Sie wurden von der Kolonie im Formicarium in die Ecke gelegt, und nicht mehr angerührt...

Was am schwierigsten war, ist die Königin zu erkennen. Sie unterscheidet sich überhaupt nicht von den Arbeiterin, sie ist wirklich nur an einen rundlichen Buckel auf dem Thorax und an den Stellen wo ihre Flügel waren zu erkennen
Nachts ist die Kolonie dan aus ihrem Transportbehälter ins RG gezogen

Koloniestand
Gyne: 1
Arbeiterin: 7
Puppen: 0
Larven: 1
Eier: 0


Es läuft ganz gut, 30.9.2011 - 07.10.2011
Ich habe bisher keine Probleme mit meinen Harpegnathos venator. Die Larve wird fleißig gefüttert und wird täglich größer was erkennbar mit dem bloßen Auge ist. Der Larve wurden Heimchenbeine abgerissen und dan auf ihr "raufgelegt" welche dan vertilgt wurden

Ich habe leider noch gar keine (guten) Bilder! Ich werde mal bei der nächsten Fütterung ein Video von ihnen machen.

Ein bisschen Sorgen mach ich mir das immer noch keine Eier vorhanden sind, aber ich denke mal das diese noch kommen werden.

Haltung
Zur Zeit sind sie vorrüber gehend in einem 30x20 kleinen Formicarium, das große Formicarium (60x30x30) ist schon auf dem Weg. Auch der nächste Ytong steht in bearbeitung.

Temperatur: 25-28°C
Luftfeuchtigkeit: 70-80% (Wobei ich diese auf 60-70% senken werde)

Als Substrat benutze ich Cocohum

Beobachtung
Täglich ist eine Pygmäe (?) unterwegs. Sie ist deutlich kleiner und dünner als ihre großen Schwestern. Sie ist so gut wie immer draußen, wird aber nicht von der Kolonie abgestoßen. Vielleicht nur eine Erkundschafterin?

Auch viel mir auf, das H. venator überhaupt gar nicht klettern kann zumindest auf Glas. Bisher hing keine einzige Arbeiterin an der Scheibe

Vorsorge vor Milben
Ja Harpegnathos ist bekannt für Milben nach all den HB´s die ich gelesen habe. Ich musste leider auch schon mit Milben bei meinen Reptilien bekanntschaft machen...

Als Vorsorge gegen Milben habe ich mir Weiße Asseln und tropische Springschwänze bestellt. Diese fressen kleine Bakterien und auch exkremente
Auch wenn ich gerade am PC bin oder allgemein in meinem Zimmer, mach ich den Deckel auf, damit keine Stickluft entsteht

Kampf zwischen Arbeiterin?
Genau jetzt gerade während ich den HB schreibe , "kämpfte" die Pygmäe (?) gegen eine andere Arbeiterin. Ich konnte nicht alles beobachten. Ich sah nur wie die Pygmäe die Arbeiterin trug und die Arbeiterin ihre Beine,Fühler einzog.
Als ich dan mit der Pinzette dazwischen ging war alles wieder gut, und die Arbeiterin verhielt sich als ob nichts gewesen wär.
Merkwürdig... Königin ist auf jedenfall vorhanden!

Hier der Diskussionsthread, klick mich!
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#2 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrung

Beitrag von MaxR » 9. Oktober 2011, 22:27

Es wurden Eier gelegt

Konnte gerade eben 3 Eier zählen im RG!

Der Kolonie geht es sonst soweit sehr gut!

Bin schon dabei das neue Ytong Nest zu bauen, und das Formicarium ist auf dem weg

Koloniestand
Königin: 1
Arbeiterin: 6
Larven : 1
Eier: 3
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#3 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrung

Beitrag von MaxR » 11. Oktober 2011, 17:32

Bilder von der Kolonie...

... habe ich euch ganz vergessen zu zeigen!

Ich konnte endlich ein Foto von der Königin sowie der gesamten Brut machen. Leider is die Quali nicht die schönste da das mit Handy fotografiert wurde. Ich hoffe ich darf euch das so zumuten

Hier eine Arbeiterin die sich nach der harten Arbeit (Müll wegbringen) die Mandibeln gründlich putzt!
Bild

Und dan hatt sie meine Kamera entdeckt :angst:
Bild

Hier noch die Bilder von der Königin + Brut. Die Königin ist rot gekennzeichnet. Man kann sie wirklich nur an den kleinen runden Buckel am Thorax erkennen.

Bild

Bild
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#4 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrung

Beitrag von MaxR » 12. Oktober 2011, 13:50

3 Eier fehlen?

Komme gerade von der Schule und konnte nur noch 1 Ei zählen??? Vielleicht sind die weiteren 3 an der Watte oder ähnliches geheftet, da ich nicht ganz genau nach geguckt habe mache ich mir nicht allzu große Sorgen...

Ich werde heut Abend wenns dunkel ist nochmal mit der Lampe nachgucken.

Von daher also erstmal

Koloniestand
Gyne : 1
Arbeiterin: 6
Puppen: 0
Larven: 1
Eier: 1 (3 fehlen???)
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#5 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrung

Beitrag von MaxR » 14. Oktober 2011, 13:21

Update

Die Eier...
... sind spurlos verschwunden! Von 4 Eiern konnt ich nur noch 1 sehen. Wurden sie gefressen? Futter war doch vorhanden

Der Kolonie...
... geht es sonst soweit ziemlich gut. Konnte immernoch keine Milben entdecken, und es gab keine Todesfälle. Wobei leicht vermehrte Außenaktivität bemerkbar ist, da das Nest wahrscheinlich zu klein ist. Da ich Ferien habe bin ich dabei das Nest vollständig fertig zu machen

Das Jadgverhalten...
.. hatt sich irgendwie entwickelt? Am anfang verfolgten sie zuerst das Futtertier (Heimchen) falls dies schneller war als die Ameisen (was sehr oft der fall war) gaben sie die Verfolgungsjagd auf. Zudem hatten sie große Probleme das Tier zu stechen, wobei ich davon ausgehe das sie locker den Chitinpanzer (Das Außenskellet bzw. der Panzer eines Insekts) eines Heimchens durchbrechen sollten.

Naja aber seid ein paar Tagen springen sie sofort auf alles was sich bewegt und legen das Tier innerhalb von Sekunden lahm!

Das Fressverhalten...
... ist zudem auch ein wenig merkwürdig. Sie fressen beim Heimchen wirklich immer nur die Beine (Sprungbeine werden nicht immer gefressen). Das Heimchen ansich wird ab und zu mal angenagt.

Ich konnte bei den Futtertierleichen...
... beobachten, das diese sich an der Unterseite rot bzw. pink/rosa verfärben. Allerdings war dies nur bei den 1. und 2. Futtertier zu beobachten. Die anderen sehen genau so aus wie vorher

Was könnte das sein? Reaktion auf das Gift?

Der Speiseplan...
... der Ameisen ist bisher zugegebn sehr eingänig. Heimchen werden immer genommen. Ich wollte Wachsmottenlarven versuchen, aber diese Bewegen sich einfach zu wenig als das sie als Futter erkannt werden. Ich werde mal Testen was sie alles aufnehmen und dies auch dokumentieren

Koloniestand
Gyne: 1
Arbeiterin: 6
Puppen: 0
Larven: 1
Eier: 1
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#6 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrung

Beitrag von MaxR » 15. Oktober 2011, 13:00

Besitzt die "Pygmäe" keinen Giftstachel?

Ich habe langsam das Gefühl als ob meine kleine Pygmäe keinen Giftstachel besitzt! Sie entdeckt meistens als erstes das Futtertier da sie oft draußen ist, und sie sticht wirklich tausend mal ein und das kann mehrere Minuten dauern und das Heimchen wird nicht gestochen bzw. nicht vergiftet. Das geht solange bis eine ältere Schwester das Heimchen entdeckt und dan ein gezielten Stich ausübt bis das Tier dan tot ist

Könnte der Stachel abgebrochen sein??
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#7 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrung

Beitrag von MaxR » 19. Oktober 2011, 13:41

Update

Der Kolonie...
... geht es ziemlich gut. Hatte bisher keine Rückfälle!

Vermehrte Außenaktivität...
... konnte ich beobachten. Sie fangen an Substrat ins Nest zu tragen. Ob sich die Larve wohl bald verpuppen wird?

2 neue Eier...
... wurden anscheinend gelegt. Hoffendlich verschwinden diese nicht wieder sofort!

Das Ytong Nest...
... war fast fertig! Ich brauchte nur noch das Plexiglas raufkleben dan währe es fertig gewesen. Mein Hund aber hatte wieder seine 5 minuten, daher hatt er es geschafft gegen den Tisch zu kommen wobei dan das GANZE Nest runterfiel :andiewand:
Ich darf also alles wieder von vorne machen -.-

Die rote Verfärbung bei Futtertieren...
... trat wieder auf. Ich war fuer 2 Nächte weg (Angeln) und habe den H.venator noch ein Heimchen da gelassen. Als ich wiederkam lag es wie gewohnt bei dem Müllhaufen. Dieses Futtertier war aber wieder rot verfärbt!
Entsteht diese Farbe erst nach längerer Zeit wenn das Heimchen tot ist?

Kolonie
Gyne: 1
Arbeiterin: 6
Puppen: 0
Larven: 1
Eier: 3
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#8 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrung

Beitrag von MaxR » 20. Oktober 2011, 11:30

Der 1. Todesfall

Schade! Heute als ich ins Formicarium blickte, sah ich die Pygmäe tot im Formicarium liegen. Ich schätze sie ist wegen ihrem Alter gestorben da für mich sonst keine anderen Faktoren in Frage kämen.

Ich hab sie gründlich nach Milben durchsucht und konnte zum Glück keine finden.

Ich werde mal versuchen gute Fotos zu machen!

Kolonie
Gyne: 1
Arbeiterin: 5
Puppen: 0
Larven: 1
Eier: 3
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