Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Unterfamilie: Myrmeciinae
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#41 AW: Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 11. September 2007, 14:57

Scheinkämpfe bei Myrmecia Arbeiterinnen

Heute konnte ich ein völlig neues Verhalten bei meinen Myrmecia pavida beobachten.
Aus irgend einem Grund scheinen die Arbeiterinnen heute besonders aggressiv zu sein.
Kaum kommt man in die nähe des Beckens stürmen einen gleich etliche Tiere mit geöffneten Mandibeln entgegen.
Aber auch untereinander waren die Tiere aggressiv.

Hab das ganze dann mal eine weile beobachtet.
Das ganze hat sich unter dem Wärmestrahler abgespielt.
Einige der größeren Arbeiterinnen sind immer wieder auf andere bestimmte Arbeiterinnen los gegangen. Andere haben sie dagegen zwar angegangen, aber dann nicht weiter beachtet.
Der Aggressor hat sein gegenüber regelrecht angesprungen und dann entweder an den Mandibeln oder einem Bein festgehalten.
Das angegriffene Tier hat nichts weiter unternommen sondern blieb völlig ruhig. Zum Teil haben sich besonders die kleineren nur flach auf den Boden gedrückt.
Dann hat die Angreiferin sein Opfer langsam einige Zentimeter gezogen. Die gezogenen haben sich nur leicht dagegen gestemmt. Anschließend hat die aggressive sein gegenüber nur noch eine Weile festgehalten ohne das weiter etwas passiert ist.
Andere Arbeiterinnen sind zum Teil aufmerksam geworden und zu den beiden Kontrahenten gelaufen. Dort haben sie die beiden intensiv mit ihren Fühlern betrillert, woraufhin sich die Streitenden meist voneinander gelöst haben.

Im Nest war weiter nichts auffälliges zu sehen. Die Brut und der Großteil der Arbeiterinnen befand sich direkt unter dem Nesteingang da es dort am wärmsten ist.
Das könnte das allgemein nervöse Verhalten mir gegenüber erklären, da die Brut sich ja sehr nah unter der Oberfläche befindet und so bei angriffen schnell in Gefahr währe.

Aber warum reagieren die Arbeiterinnen untereinander so aggressiv?
Gibt es bei Myrmecia Rangkämpfe unter den Arbeiterinnen um ihre Position in der Kolonie
rauszufinden?
Mir ist bisher nichts derartiges bekannt.

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#42 AW: Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 11. Oktober 2007, 23:06

11.10.2007

[SIZE="3"][color="DarkRed"]Jungkönigin geschlüpft[/color][/SIZE]

Tja, die großen Puppen sind tatsächlich Geschlechtstier-Puppen. Heute hebe ich eine frisch geschlüpfte Jungkönigin im Nest gefunden. Das Tier ist genauso groß wie die Altkönigin.
Etwas überrascht bin ich schon, ich hatte noch nicht am Ende des ersten Jahres mit Geschlechtstieren gerechnet. Bin gespannt wie viele insgesamt noch schlüpfen.
Auch weis ich noch nicht was jetzt mit diesen Tieren geschehen soll. Männchen zu bekommen dürfte schwierig werden. Erfahrungen anderer Halter haben auch gezeigt, dass eine erfolgreiche Verpaarung nicht so einfach ist.

Zwei Bilder der Prinzessin:
Bild


Bild

Ansonsten macht sich inzwischen die Temperatur Absenkung bemerkbar.
Die Königin hat zwar noch mal Eier gelegt, dieses aber viel später als sonst und auch bei weitem nicht so viele.
Auch die Brut entwickelt sich viel langsamer als bisher. Ich muss nur noch jeden zweiten Tag füttern, da die Futtertiere nicht mehr so schnell gefressen werden wie sonst. Honigwasser wird dagegen immer mehr gefressen. Muss das jetzt öfter die Woche auffüllen.
Larven sind auch nicht mehr ganz so viele im Nest und auch diese wachsen sehr langsam.

Wenn die Wärmelampe für einige Tage mal ausgeschaltet war und dann wieder in Betrieb genommen wird, versammeln sich jetzt immer viele Arbeiterinnen mit Puppen unter dem Strahler.
Auch die Eier werden jetzt in der wärmsten Kammer gelagert.

Etwas negatives habe ich leider auch beobachtet. So konnte ich einige Milben im Nest entdecken. Es sind nicht viele und an den Ameisen selber hab ich bisher keine gesehen. Die Milben selber sind recht groß und liefen an den Scheibe rum. Besonders in der Kammer in der die alten, leeren Puppenhüllen gelagert werden. Ich hoffe das diese Milben nur von den Abfallresten im Nest leben und sich nicht an der Brut oder an den Ameisen vergreifen. Aber das muss ich noch weiter beobachten, bisher hab ich sie auch nur ein einziges mal gesehen danach nicht mehr.

Stand: etwas über 110 Arbeiterinnen, 60-70 Puppen, 50-60 Larven und Eier und eine Jungkönigin.

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#43 AW: Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 14. Oktober 2007, 17:14

Inzwischen sind noch einige Jungköniginnen geschlüpft.
Eine besonders vorwitzige war sogar schon außerhalb des Nestes unterwegs um sich unter dem Strahler zu wärmen.


Hier noch einige Bilder der Kolonie:


Bild
Wenn der Strahler an ist, kommen die Arbeiterinnen zum Wärmetanken aus dem Nest.


Bild
Am Honigwasser ist fast immer Betrieb.


Bild
Bis auf zwei Kammern wird inzwischen das ganze Nest genutzt.


Bild
Die Arbeiterinnen drängen sich gerne eng zusammen in nur wenigen Kammern.


Bild
Die Puppen füllen die Kammern bis oben hin.

Stand: etwas über 110 Arbeiterinnen, 60-70 Puppen, 50-60 Larven und Eier und drei Jungköniginnen.

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#44 AW: Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 9. November 2007, 15:00

09.11.07

[SIZE="3"][color="DarkRed"]Jahresrückblick des ersten Haltungsjahres [/color][/SIZE]

So jetzt ist es schon ein Jahr her, dass ich meine Myrmecia Königin mit zwei Puppen bekommen habe. Zeit um zurück zu blicken und sich Gedanken über die Haltung zu machen.

Zuerst der aktuelle Stand der Kolonie:
130 Arbeiterinnen, etwa 24 Jungköniginnen ( davon eine mit abgeworfenen Flügeln, 40-50 Puppen, und etwa 70-80 Laven in allen Größen.

Die Haltungsbedingungen scheinen soweit in Ordnung zu sein, da ein ständiges und durchgehendes anwachsen der Kolonie zu beobachten ist.
Etwas verwundert bin ich über die Aufzucht so vieler Jungköniginnen im ersten Jahr. Mir scheint es, dass die Kolonie noch lange nicht ihre entgültige Volksstärke erreicht hat. Zurzeit werden ja wieder sehr viele Arbeiterinnen herangezogen. Aufgrund der Abkühlung für eine Winterruhe sind diese im Moment sehr klein und brauchen etwas längere Entwicklungszeiten, aber das scheint nicht weiter von Bedeutung.
Gestorben sind bisher auch nur etwa 5 Arbeiterinnen. Da die Lebenserwartung bei 1,5-2 Jahren liegt, wird sich die Kolonie auch nicht so schnell verkleinern.

Ein anderes Thema ist die Beckengröße, hier hab ich Myrmecia unterschätzt. Trotz einer Entwicklungszeit von etwa 10 Wochen, ist die Kolonie doch schneller gewachsen als ich dachte.
Sollte die Kolonie noch deutlich größer werden, ist dass derzeitige Becken auf Dauer zu klein und ich werde es in einigen Monaten durch ein größeres tauschen müssen.

Das erste Jahr ist also ziemlich erfolgreich verlaufen. Es gab keine größeren Probleme und ich hoffe das nächste wird genauso gut.



Hier kann diskutiert werden.

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#45 AW: Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 21. Dezember 2007, 11:12

21.12.07

Da ich kürzlich umgezogen bei, musste ich die Kolonie für etwa 3 Wochen in einem ungeheiztem Zimmer "zwischenlagern".
Die Myrmecia haben sich in dieser Zeit ziemlich zurück gezogen und sind kaum noch in der Arena unterwegs gewesen.
Sie haben auch fast nichts mehr gejagt und nur noch Honigwasser gefressen. Im Moment sind auch keine Eier gelegt worden, die Brut besteht nur aus Larven und Puppen.

Die Jungköniginnen sind noch immer im Nest, soweit ich sagen kann wurde auch noch keine getötet. Inzwischen haben aber schon etliche ihre Flügel abgeworfen. Da am Ende etwa 50-60 Jungköniginnen geschlüpft sind, machen diese einen großen Teil der Kolonie aus.
Man kann aber die Altkönigin daran erkennen, dass die Arbeiterinnen sich ducken oder davon laufen wenn sie durchs Nest schreitet. Das war von Anfang an so, die müssen ziemlichen Respekt vor ihrer Königin haben. Auf die Jungköniginnen reagieren die Arbeiterinnen aber gar nicht.

Stand: etwa 150 Arbeiterinnen, 50-60 Jungköniginnen, 70-80 Larven und ca. 60 Puppen.

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#46 AW: Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 9. Januar 2008, 15:52

09.01.08


Tja, scheinbar hat mein Umzug nun doch einige "Opfer" gefordert.
Einige der frisch geschlüpften Arbeiterinnen sind nur Stunden später gestorben, noch nicht mal ausgefärbt.
Ich vermute das kommt von der längeren Zeit die sie ungeheizt verbracht haben.
Bisher sind es aber nur 4-5 Tiere gewesen, also nichts was die Kolonie zu sehr beeinträchtigt.

Die Jungköniginnen werden noch immer im Nest toleriert. Wenn sie nachts aber aus dem Nest kommen und sich im Becken aufhalten, dann sammle ich sie ab. Ich hoffe sie so nach und nach aus der Kolonie zu bringen. Schließlich sind sie nur nutzlose Esser, die der Kolonie unnötig Energie kosten.

Bild
Wenn die Wärmelampe für einige Stunden am Tag brennt, bringen die Arbeiterinnen einen Teil der Puppen an die Oberfläche um sie in das warme Licht zu legen.
Hinten links, ist der Eingang zum Nest.

Larven und Puppen sind vorhanden, aber es wurden noch immer keine Eier gelegt.

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#47 AW: Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 5. Februar 2008, 14:45

05.02.08

Massensterben.
Die Kolonie macht mir gerade einiges an Sorgen.
Bisher wurden alle frisch geschlüpften Arbeiterinnen aus dem Nest gebracht und zum Teil getötet. Einige wurden nur halb aus ihrem Kokon befreit und dann damit auf die Müllhalde gebracht. Wenn ich die lebenden Arbeiterinnen aus dem Kokon befreit habe( dauert nicht mal ne Minute ) und ins Becken zurück gesetzt habe, wurden sie sofort attackiert. Habe ich die Tiere nicht ins Becken zurück gesetzt sonder separat gehalten sind sie auch nach 2-3 Tagen gestorben. Jetzt sind aber auch keine Kokons dieses Schubes mehr vorhanden.

Die restlichen Larven werden noch immer aufgezogen und einige haben jetzt angefangen sich zu verpuppen. Ich hoffe sehr, dass diese nicht getötet werden. Meine Hoffnung ist, dass nur dieser letze Schub durch meinen Umzug und der daraus längeren kühlen Haltung, irgend einen Schaden davon getragen hat.

Endlich wieder Eier!
Einen Hoffnungsschimmer habe ich gestern entdeckt, es sind endlich wieder einige Eier im Nest. Die ersten seit etwas mehr als zwei Monaten.
Auch das sonstige Verhalten hat sich diese Woche langsam wieder normalisiert.
Bisher sind kaum noch Arbeiterinnen aus dem Nest gekommen und es wurde auch nicht gejagt. Insekten musste ich bisher direkt ins Nest geben, damit sie überhaupt noch ihre Larven füttern konnten.
Seit einigen Tagen kommen aber immer mehr Arbeiterinnen aus dem Nest und jagen jetzt auch wieder und laufen nicht mehr weg wenn ein Insekt in ihre nähe kommt.
Hoffen wir das Beste und das sich wieder alles einpendelt.

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#48 AW: Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 21. März 2008, 11:57

21.03.2008 Arbeiterinnen schlüpfen

So, seit einigen Tagen schlüpfen nun wieder neue Arbeiterinnen.
Zuerst war der Schrecken groß, als wieder zwei frischgeschlüpfte Tiere aus dem Nest gezerrt wurden und auf die Müllhalde der Kolonie verfrachtet wurden. Beide Tiere machten einen apathischen, ungesunden Eintrug.
Doch nachdem zwei Tage lang keine weiteren Arbeiterinnen aus dem Nest gebracht wurden, hab ich mal einen Blick in selbiges riskiert.
Dort konnte ich zu meiner Erleichterung drei frischgeschlüpfte Arbeiterinnen sehen. Alle drei waren noch etwas heller als der Rest der Meute und hatten eine normale, lebhafte Erscheinung.
Passend dazu lagen fünf leere Kokons im Nest.
Was auch immer los ist mit den neuen Arbeiterinnen, es betrifft nicht alle. Ich hoffe nur das bald nur noch gesunde Tiere schlüpfen.

Larvenaufzucht
Ansonsten werden gerade wieder Unmengen an Larven aufgezogen.
Komisch ist auch, dass die Arbeiterinnen nicht immer gleich oft auf Futtersuche gehen. In letzter Zeit war es eher ruhig im Becken und ich musste ihnen die Heimchen fast aufzwingen.
Jetzt, seit etwa zwei Wochen, sind jeden Abend wieder duzende Arbeiterinnen auf Futtersuche im Becken unterwegs.
Wurden zuvor, obwohl auch da schon alle Eier geschlüpft waren, vielleicht zwei Mal die Woche Heimchen genommen, werden im Moment jeden Tag etwa 3-4 Heimchen gefressen.

Jungköniginnen sind auch noch im Nest, wenn auch nicht mehr so viele. Bisher wurde auch noch keine einzige aus dem Nest gejagt oder getötet.
So bald eine aus dem Nest kommt fange ich sie weiterhin ab um so langsam alle los zu werden.
Die Altkönigin lässt sich noch immer leicht erkennen am verhalten der Arbeiterinnen ihr gegenüber. Ausserdem ist sie einfach erhabener als die Jungen. Sie schreitet mit hoch über den Boden gehaltenen Körper dahin, während sich die anderen eher flacher halten.

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