Ist kalkhaltiges Wasser schädlich?

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Lenzig
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#1 Ist kalkhaltiges Wasser schädlich?

Beitrag von Lenzig » 30. August 2007, 18:24

Hey, ich bräuchte Mal wieder Hilfe bei einer recht ungewöhnlichen Frage:

Ist zu kalkhaltiges Wasser für Ameisen schädlich? Bzw. kann man durch abkochen des "Futterwasser" den Kalkgehalt senken, wenn denn dieser schädlich sein sollte?

PS: ich weiss auch nich wie ich immer auf sowas komme:baeh:
Nimm das Leben nich so ernst, du kommst da sowieso nich lebend raus!!!

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anthrax
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#2 AW: Ist kalkhaltiges Wasser schädlich?

Beitrag von anthrax » 30. August 2007, 18:32

Gute Frage was den Gesundheitszustand von Kalkwasser konsumierenden Ameisen angeht. Ich habe keine Ahnung welchen Einfluss das nimmt.
Falsch ist jedoch Wasser abzukochen, um Kalk zu entfernen, damit erhöhst du durch die Verdunstung den Kalkgehalt!
Du müsstest das verdampfende Wasser auffangen, das würde gehen. Demnach ist jede Art von Kondenswasser als kalkfreies Wasser empfehlenswert. Wasser aus Kühlanlagen, Klimaanlagen, Kühlschrankabtauwasser beispielsweise (Nicht Kühlflüssigkeit!). Regenwasser würde ich nicht empfehlen weil der Regen die Schadstoffe in der Luft an sich bindet (Man erinnere sich: saurer Regen).
Meine Ameisen bekommen nur echtes Mineralwasser (ohne Kohlensäure).
Wir werden erwachen, unter falschen Propheten,
um als Kinder dieser Erde unser Erbe anzutreten.
www.Ameisenreich.de

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Lenzig
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#3 AW: Ist kalkhaltiges Wasser schädlich?

Beitrag von Lenzig » 30. August 2007, 18:35

Hey das ist ein SUPERTIPP!!! Klar, Mineralwasser, wieso bin ich da nich drauf gekommen:verrueckt:??? Danke, das ist´s was ich gesucht habe:bananadancer:
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Sebastian
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#4 AW: Ist kalkhaltiges Wasser schädlich?

Beitrag von Sebastian » 30. August 2007, 19:26

Ich habe meinen Garten mit einer Plane abgedekct um den Ameisen im Freien das giftige Regenwasser zu ersparen. Im Zoofachhandel gibt es für 1.99EUR eine Literflasche mit Tierwasser, da sind dann Algenspuren drin und so. Damit gieße ich dann jeden Abend meinen Garten. :bananadancer::verrueckt:

Ansonsten kann man zu dem Wasser auch Salzsäure dazudosieren, das bricht die Härte auf und reagiert zu unschädlichem CO2.
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Gast
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#5 AW: Ist kalkhaltiges Wasser schädlich?

Beitrag von Gast » 30. August 2007, 20:04

Voooorsicht Sebastian!

Bring den Händler unseres Vertrauens nicht auf dumme Gedanken, sonst gibt es im Shop bald Mineral-Leitungswasser Gemisch, 10 ml für 2.99 plus Porto!

Lol!

Merkur

heldgop
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#6 AW: Ist kalkhaltiges Wasser schädlich?

Beitrag von heldgop » 30. August 2007, 20:06

wenn man wasser abkocht wird dadurch natürlich der kalkgehalt gesenkt, wo soll denn sonst der kalk in kesseln oder wasserkochern herkommen??

zwar zerfällt nur ein teil (die carbonathärte) zu unlöslichem kalk, aber vorallem in gebieten mit kalkböden macht dieser teil die hauptbelastung aus.


und salzsäure hilft auch nur gegen den kalk, der sich bereits abgesetz hat bzw ausgefallen ist. das im wasser gelößte calciumhydrogencarbonat wird davon nicht beeinflusst.


ob der kalk im wasser schadet weis ich nicht. kann ich mir allerdings nicht vorstellen, ich gebe meinen meisen immer normales leitungswasser, in der tränke und auch in den rg tanks.
nur das wasser das ich im pumpsprüher habe, ist mit destiliertem wasser verdünnt (bzw umgekehrt), sonst gibt so hässliche kalkflecken an den scheiben.


was die anderen genannten möglichkeiten angeht, wasser ausm kühlschrank würde ich nicht nehmen. im kühlschrank sind doch die verscheidensten bakterien, pilzsporen und sonstige keime vorhanden. wegen der niedrigen temp entwickeln sie sich zwar nicht, aber wenn man das wasser dann auf ameisenfreundliche temps erwärmt hat......

und bzgl. mineralwasser, nur weil es in flaschen abgefüllt ist, heist das nicht das es weniger kalk enthalten muss, als leitungswasser. die obergrenzen für kalk in mineralwasser ist deutlich höher als die grenze im leitungswasser.

mfg[font="]
[/font]

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anthrax
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#7 AW: Ist kalkhaltiges Wasser schädlich?

Beitrag von anthrax » 30. August 2007, 23:51

(Im Wasserkocher verdampft Wasser, der Kalkgehalt im verbleibenden Wasser erhöht sich, da das ihn vorher lösende Wasser verdampft, und der überschüssige Kalk setzt sich an den Metallteilen des Kochers oder Topfes ab. Sprich: Der Kalkgehalt im Gefäss erhöht sich, der Anteil des verdampfenden Wassers bleibt im Gefäss zurück.) Gut, das mit dem Kühlschrankwasser mag stimmen, ich schwöre wie gesagt ohnehin auf Mineralwasser. Was kostet eine Flasche Mineralwasser? Eigentlich nichts. Wie lang kann man ein Ameisenvolk wohl mit einem dreiviertel Liter Wasser versorgen? Also hört mir auf mit dem "Mineralwasser ist viel zu teuer"! Mineralien sind wichtig für dir Kleinen, und da hat anständiges Mineralwasser (kein Tafelwasser) eben mehr zu bieten als Leitungswasser. Leitungswasser ist ein sehr kontrolliertes Produkt, aber das wird eben beim Erzeuger in die Leitungen gegeben (und dort die zur Messung herangezogenen Werte abgenommen) und muss dann noch den Weg durch teils uralte Leitungen nehmen bis es aus unserem Wasserhahn tropft.
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Sebastian
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#8 AW: Ist kalkhaltiges Wasser schädlich?

Beitrag von Sebastian » 31. August 2007, 09:36

heldgop hat geschrieben:und salzsäure hilft auch nur gegen den kalk, der sich bereits abgesetz hat bzw ausgefallen ist. das im wasser gelößte calciumhydrogencarbonat wird davon nicht beeinflusst.[font="]
[/font]

-> Falsch (ein Hoch auf mein abgebrochenes Chemiestudium).

anthrax hat geschrieben:Im Wasserkocher verdampft Wasser, der Kalkgehalt im verbleibenden Wasser erhöht sich, da das ihn vorher lösende Wasser verdampft, und der überschüssige Kalk setzt sich an den Metallteilen des Kochers oder Topfes ab. Sprich: Der Kalkgehalt im Gefäss erhöht sich, der Anteil des verdampfenden Wassers bleibt im Gefäss zurück.

-> Auch Falsch, die Karbonhärte konzentriert sich nicht durch das kochen, sondern es fällt aus und setzt sich ab.

Härte des Wassers wird unterschieden zwischen Karbonhärte und Gesamthärte, die Karbonhärte ist der Teil der auch beim Kochen des Wassers verloren geht, dabei fallen diese Karbonate als unlöslicher Kalk aus (das weiße Zeugs im Kessel). Unter der Karbonhärte wird oft auch das Säurebindungsvermögen von Wasser verstanden.
Das Hydrogencarbonat ist also nur der Karbonhäarte Teil des Wassers, auch temporäre Härte genannt.

Lassen wir das mal reagieren:
HCO3- + HCL -> H2CO3 + CL- (H2CO3 ist Kohlensäure)

Und Kohlensäure zerfällt bekanntlich:
H2CO3 -> H2O + CO2

Es bleibt also Wasser und Kohlendioxyd, und die Karbonhärte ist weg.

Edit: vergessen:

Ca(HCO3)2 ist das genannte Calciumhydrogencarbonat

Ca(HCO3)2 + 2 HCl ->CaCl2 + H2O + 2 CO2

Ich bin seit langem Aquarianer und dort ist es das normalste Wasser mit Hilfe von Salzsäure zu enthärten und den Ph Wert zu senken. Auch bei verschiedenen Pflanzen ist es üblich vor dem gießen einen Schuß Säure in das Wasser zu geben um die Härte zu nehmen.
Ordo ab Chao

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