Chat - Time: Freitag 19 - 20 Uhr!!

Bestimmung einer einheimischen Camponotus [Camponotus cf. herculeanus]

Bestimmungsanfragen - bitte auf genaue Angaben achten.
Antworten
Benutzeravatar
M@rkus
Halter
Offline
Beiträge: 534
Registriert: 29. August 2007, 16:42
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

#1 Bestimmung einer einheimischen Camponotus [Camponotus cf. herculeanus]

Beitrag von M@rkus » 8. September 2008, 19:38

Hi
Ich bin gerade ziemlich verwirrt. Soeben habe ich mir einen Haltungsbericht über Camponotus herculeanus angeschaut und festgestellt das diese garnicht tief- schwarz sind sondern auch einen schwachen rot- Anteil haben. Nach mehreren Vergleichen bin ich erstens zum Entschluss gekommen das meine Camponotus doch nicht ligniperda sind sondern es sich eher um herculeanus handelt. Mir ist immer wieder aufgefallen das meine Arbeiterinnen nur ein sehr schwaches und dunkles rot aufweißen.

Wie bin ich darauf gekommen das Camponotus herculeanus tiefschwarz ist? Und jetzt komm ich zur eigentlichen Bestimmung. Verzeit bitte aber ich habe absolut keine Möglichkeiten zu fotografieren. Ich hoffe ihr könnt trozdem versuchen mir wenigstens Hinweiße zu geben.
In meinem Garten lebt eine Camponotus Kolonie die absolut tiefschwarz und total matt ist ( also keinen Glanz ). Ich hielt sie für Camponotus herculeanus. Das ist sie aber sicher nicht. Ich fang mal zum beschreiben an.

Camponotus spec.:

Fundort: Österreich (Graz), feuchte und teils schattige Bedingungen bei den Antraffsorten einzelner Majoren.
Aussehen der Arbeiterinen: Komplett schwarz, matt,
Größe: Majoren: 14mm

Besonderheiten: Ich treffe die schwarzen Camponotus spec. schon seit dem ich mich für Ameisen interresiere (seit einem Jahr) an, konnte aber bislang noch nicht das Nest ausfindig machen. :confused: Schon seit dem ich sie das erste mal antraf stand für mich fest das ist Camponotus herculeanus. Wie gesagt dem ist nicht so.
Meine Vermutung ist das die Majoren von weit außerhalb meines Gartens kommen um nach Nahrung zu suchen. Denn wie gesagt ich treffe ausschließlich Majoren an.

Das solls mal gewesen sein. Bei fehlenden Informationen meldet es einfach. Wäre echt super wenn jemand einfach eine Vermutung abgeben kann. Dann kann ich die Art googeln und vergleichen.

Danke
Camponotus cf. ligniperda (seit Juni 2008), Messor barbarus (seit 02.02.09), Tapinoma cf. erraticum (seit August 2009), Tetramorium spec. (seit Juni 2009), Lasius cf. niger (seit Juli 2009),

Benutzeravatar
Boro
Halter
Offline
Beiträge: 6156
Registriert: 28. März 2004, 19:00
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 9 Mal

#2 AW: Bestimmung einer einheimischen Camponotus

Beitrag von Boro » 8. September 2008, 21:23

Hallo M@rkus!
Ich habe deine Anfrage hierher verschoben!
Die einheimischen Camponotus-Arten sind relativ leicht zu unterscheiden, das gilt in eingeschränktem Maße auch für die Unterscheidung von Camponotus ligniperda u. Camponotus herculeanus.
Es gibt bei C. herculeanus fast ganz schwarze Tiere und solche deren Thorax dunkelrot ist. Es fehlt ihnen (im Gegensatz zu C. ligniperda) aber immer das mehr od. weniger deutlich orangerote erste Gastersegment.
Vergleiche hier:
http://www.ameisenforum.de/fotoberichte/29961-grosse-mitteleurop-camponotus-arten.html
Beste Grüße v. Boro

Nachtrag: Der Fundort bei Graz wäre allerdings der erste mir bekannte für C. herculeanus im Flach- u. Hügelland. Oder meinst du vielleicht den Schöckl? Vielleicht kommt C. vagus in Frage? Ein gutes Bild würde sofort Klarheit bringen!

Benutzeravatar
M@rkus
Halter
Offline
Beiträge: 534
Registriert: 29. August 2007, 16:42
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

#3 AW: Bestimmung einer einheimischen Camponotus

Beitrag von M@rkus » 9. September 2008, 11:44

Danke!
Die unterschiedlichen Farbvariationen bei Camponotus herculeanus finde ich echt beeindruckend. Tatsächlich sind die Ameisen auf deinem Link komplett schwarz und die Ameisen in den einem Haltungsbericht fast schon von der Färbung her wie Camponotus ligniperda.
Jetzt bin ich mir ziemlich sicher: Die schwarze Ameise im Garten und die Camponotus in meiner Haltung, die im Gegensatz zu Camponotus ligniperda ein nur sehr schwaches rot haben, sind beide Camponotus herculeanus.
Glaub ich halt :-)
Eigentlich hätte ich lieber Camponotus ligniperda gehabt aber Camponotus herculeanus ist auch eine schöne Ameise :spin2:

Grüße, markus
Camponotus cf. ligniperda (seit Juni 2008), Messor barbarus (seit 02.02.09), Tapinoma cf. erraticum (seit August 2009), Tetramorium spec. (seit Juni 2009), Lasius cf. niger (seit Juli 2009),

Benutzeravatar
Jacky
Fortgeschrittener Halter
Offline
Beiträge: 538
Registriert: 29. Juli 2008, 13:50
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

#4 AW: Bestimmung einer einheimischen Camponotus

Beitrag von Jacky » 9. September 2008, 12:27

Hallo,

mich haben diese beiden Arten ebenfalls schon mal getäuscht. Ich konnte heuer im Garten meiner Eltern eine recht große Camponotus Kolonie beobachten und war durch die deutlich sichtbare Rotfärbung davon überzeugt das es sich um Camponotus ligniperda handelt. Ich wurde dann in einem anderen Forum eines besseren belehrt das es sich doch um Camponotus herculeanus handelt.

Hier zwei Bilder die ich von einer Majorarbeiterin machte:
Dateianhänge
ameise2.jpg
ameise1.jpg

Benutzeravatar
Boro
Halter
Offline
Beiträge: 6156
Registriert: 28. März 2004, 19:00
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 9 Mal

#5 AW: Bestimmung einer einheimischen Camponotus

Beitrag von Boro » 9. September 2008, 15:41

Hallo Jacky!
Keine Frage, das ist Camponotus herculeanus. Schade, dass du damals nicht in unserem Forum nachgefragt hast!
Mit ihrem dunkelroten Thorax (bei vielen Exemplaren auch fast ganz schwarz!) kann sie für eine Sekunde ein Rätsel aufgeben. Die für Camponotus ligniperda typische orange Färbung auf dem ersten Gastersegment fehlt völlig. Das ist auf den ersten Blick das beste Kennzeichen, um die beiden Arten zu unterscheiden.
Sehr wichtig ist allerdings, dass man sich immer die Zeit nimmt und durch längere Zeit möglichst viele Individuen eines Nestes anschaut! Die Färbung der Tiere eines Volkes ist nicht einheitlich!
Beste Grüße Boro

Antworten

Zurück zu „Bestimmung von Ameisen“