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Diacamma rugosum - Haltungserfahrungen

Unterfamilie: Ponerinae
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Panman
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#1 Diacamma rugosum - Haltungserfahrungen

Beitrag von Panman » 21. April 2009, 17:01

Mein Haltungsbericht über die
Diacamma rugosum

[size=84]Hier die Eckdaten meiner Haltung.

[/SIZE]Name: Diacamma rugosum
Heimat: Südost-Asien
Nest: Ytongnest
Nahrung: Lebende Insekten, Honigwasser
Temperatur: 22-28°C
Luftfeuchtigkeit: feuchttropisch ( 60-80%)
Anzahl der Becken: 1 Becken
Formicariengröße: Becken ab 60x30cm
Bodenbeschaffenheit: Sand, Lehm, Humus
Bepflanzung: tropisch
Formicarienzubehör: geregelte Heizung, Lampen
Besonderheit: Ein Führerin führt andere Arbeiterinnen im Tandemlauf zur Futterquelle. Sie jagen kleine Beutetiere in dem diese mit einem Stachel gestochen werden.

Haltungsbericht:

So nun der Neustart meiner Haltung, nach diversen Rückschlägen habe ich nun beschlossen weitere Ameisenarten zu pflegen.
Meine Wahl bezüglich Diacamma ist recht einfach beschrieben, da ich mit den Apicalis leider durch Selbstverschulden einen Totalverlust hinnehmen musste habe ich mich nun für die Diacamma entschieden, da sie optische Ähnlichkeiten mit den Apicalis haben.

Zum Becken:

Es handelt sich um ein 60x30 Becken mit einem Plexiglasdeckel, der Ausbruchschutz besteht aus PTFE und Fliegengitter.
Die Technik besteht aus 2 geregelten 8W Heizmatten und 2 Spotstrahlern.
Als Bodengrund habe ich Sand / Lehm, Humus sowie Moos verbaut.
Der Bodengrund ist nur dünn eingefüllt, da ich verhindern möchte, das die Diacamme im Erdreich nisten.

BildBildBild



Also dann, der hoffentlich erfolgreiche Haltungsbericht.

Erstmal möchte ich auf den nachstehende Link verweisen, hier wird beschrieben das Diacamme keine erkennbare Königin aufweist, sondern eine Arbeiterin mit sogenannten „Gemmae“ ausgestattet ist .
Details hierzu sind hier zu finden .

Die Gattung Diacamma gehört zu der Unterfamilie Ponerinae

Die Kolonie ist wohlbehalten heute angekommen, eine Zählung der Tier war mir leider nicht möglich, ich schätze mal so ca. 40-50 Tiere,
Brut konnte ich leider nicht erkennen. Da hoffe ich doch mal das da eine begattete Arbeiterin mit funktionierenden Gemmae vorhanden ist.
Dieses lässt sich leider optisch nicht erkennen. Es bleibt also nur zu warten und hoffen das auch Arbeiterinnen aus den Puppen schlüpfen.
Aus anderen Berichten ist ja schon oft zu lesen gewesen, das es bei diesen Arten auch schon vorkommt das lediglich Männchen produziert werden.

Gleich nach dem Öffnen der Box erkundeten zahlreiche Arbeiterinnen das Becken, es dauerte nicht ganz 2h da fingen die ersten Arbeiterinnen schon an ein Nest unter einer Pflanze zu erstellen, dieses habe ich dann allerdings schnell unterbunden, indem ich Pflanze aus dem Becken genommen habe.
Dann wurde auch das Ytongnest erkundet und gleich darauf wurde es für ok befunden.Wie schon gesagt die Kolonie ist gerade mal 3h hier und schon im Nest anzutreffen.
Bilder vom Nest möchte ich noch nicht machen, da es noch abgedunkelt ist.
Werde diese aber in den nächsten Tagen nachreichen.
Als das Zuckerwasser gefunden wurde konnte man sehr gut beobachten wie die Arbeiterinnen dieses unterhalb der Mandibillen zum Nest tranportieren, ein regelrechter Tropfen den es gilt vollständig zum Nest zu tragen, dabei nehmen die Diacamma eine recht impulsante Haltung ein. Kopf weit nach oben und ganz vorsichtig richtung Nest. Und das unheimlich zielgenau.
Beim aufnehmen der Zuckerlösung sind die guten etwas rabiat. Sie reissen die Mandibillen weit auf und tauchen mit dem gesamten Kopf unter und schnellen dann wieder auf. So fangen Sie sich die Tropfen ein um diesendann zu transportieren.

Der Tandemlauf der Diacamme ist erstaunlich genau, zielstrebig flitzen die Kleinen von Ausgangspunkt zum neuen Nest immer mit einer Arbeiterin im Schlepptau.

Hier ein Video

Ich glaube es git noch einiges interesanten zu beobachen und zu berichten also denn ......

Beobachtungen:

[font=Arial]Gestern und heute Morgen konnte ich beobachten dass sich zwei der Arbeiterinnen ständig bekämpften, Sie haben sogar Ihren Stachel eingesetzt. Handelt es sich doch um eine gepuschte Kolonie? Was ist aus diesem Verhalten zu deuten?[/font]


Diskutieren kann man hier:

Diskussion:


Fortsetzung folgt.....



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#2 AW: Diacamma rugosum - Haltungserfahrungen

Beitrag von Panman » 23. April 2009, 15:16

Hier schon mal eine kleine Update,

Die Kolonie ist nun vollständig in das Ytong Nest eingezogen, jedoch sind keinerlei Bauaktivitäten zu erkennen. Das Nest habe ich teilweise mit Humus befüllt damit die Ameisen sich das Nest nach belieben erweitern können.
Ein Heimchen sowie Zuckerwasser wurden bisher angenommen.
Ein seltsames Verhalten ist doch zu beobachten.
Es sind immer 4 Ameisen damit beschäftig sich selbst zu bekämpfen, zwei der Arbeiterinnen sind wohl so geschwächt das diese es nicht schaffen werden.

Der erste Gedanke war ja ein Gamegatekampf, jedoch konnte ich heute deutlich 4-5 stabförmige Eier erkennen, diese wurden von 2 weiteren Arbeiterinnen festgehalten.
Die beiden geschwächten Arbeiterinnen werden immer am Hinterleib festgehalten der Stachel ist dabei deutlich zu erkennen.
Vielleicht hat ja jemand eine Idee welches dieses Verhalten erklären würde.

Nachtrag vom 24.04.2009

Wie schon zu erwarten war sind heute 4 Ameisen verstorben. Ich denke mal dass ich dieses dem Stress zuordnen kann, der Rest der Kolonie befindest sich im Nest, undzwar alle an der wärmsten Stelle.
Das Nest wird einseitig beheizt so dass sich in der Breite ein Temperaturgefälle bildet. Die Ameisen haben somit die Wahl ob warm oder er kühl.
Ich habe einen Fühler ins Nest eingebaut und da stehe ich derzeit so bei 26Grad. an der anderen Seite dürfte es so um die 22 Grad sein.
Die Ameisen befinden sich wie schon gesagt alle im Nest. 2 sitzen vor dem Nest und bewegen sich kaum.
Außenaktivität gleich null.
Ich denke das wird sich mit der Zeit aber legen sobald es Brut zu pflegen gilt.

Also bis jetzt alles im grünen Bereich.

MFG
Stefan



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Panman
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#3 AW: Diacamma rugosum - Haltungserfahrungen

Beitrag von Panman » 1. Mai 2009, 11:41

Hallo,

Leider habe ich bzw. meine Diacamma einen herben Rückschlag erlitten.
Es sind weitere 20 Tiere verstorben. Sie weisen alle die gleichen Verhaltensmuster auf ( Vergiftung vermutlich ).
Ich habe die verbliebenen Ameisen jetzt in ein sterieles Becken gesetzt, hier ist ein kleines YTong Nest und Papier als Untergrund eingebracht. Das Becken steht draußen auf der Terasse. Da ich immer noch glaube das sich in meinen Räumlichkeiten noch Giftstoffe verbreiten. Lokalisieren kann ich diese jedoch nicht. Ich habe zwischenzeitlich eine Große Kolonie Lasius Sp. in einem Bambustopf gefunden, da diese Pfanze umgetopft werden musse habe ich die Kolonie in ein großes Becken gesetzt. Einige der Lasius SP habe ich wiederum in mein Büro gesetzt, in ein Becken wo mir einige Ameisen gestorben sind.
Jedoch hann ich bis Heute keine Verluste bei den Lasius verzeichnen.
Da kommt schon etwas Verzweifelung auf.
Ich werde jetzt mal beobachen wie sich die Diacamma draussen so machen, ob hier weiterhin Verluste auftreten oder ob es wirklich an der Raumluft liegt. Wobei ich mir das kaum vorstellen kann da gerade in den letzten Wochen das Wetter entsprechend war das eigentlich immer alle Fenster geöffnet waren .

Wenn jemand einen Tip für mich hätte wie ich der Sache Herr werden kann bitte den Diskusionstread benutzen.

Diskussion

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Stefan

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