Freitag, den 09. Dezember 2011:Da es schon ein paar Tage zurĂŒck liegt, dass ich etwas zu meiner Kolonie geschrieben habe, gibt es zuerst ein paar gute Nachrichten. Nachdem ich die Kolonie Ende April umgesetzt hatte starben nur noch wenige Arbeiterinnen und dann hörte das Sterben schnell auf. Woran es nun genau lag kann ich nur vermuten. Entweder die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit in dem Glasformikarium waren falsch, oder irgendetwas im Sand oder woanders war schĂ€dlich fĂŒr die Arbeiterinnen.
Ich habe dann Anfang August wieder ein neues 30x20cm Formikarium fĂŒr die Kolonie eingerichtet. Als Bodengrund habe ich dieses mal Termit-Sand von Antstore genommen und ein neues kleines Ytongnest. Im Laufe der letzten Monate ist die Kolonie prĂ€chtig gewachsen. HauptsĂ€chlich hat sie sich nur von Körnern ernĂ€hrt und hat jetzt rund 80 Arbeiterinnen. Dieser Zuwachs kam vor allem durch eine Heizmatte, welche eine Scheibe Zeitweise bis auf 30 °C aufgeheizt hat. Diese WĂ€rme tat der Kolonie sehr gut. Wobei das ganze Formikarium eher rund 22 °C hatte.
Zur Zeit ist kaum
Brut vorhanden, da die Kolonie wahrscheinlich eine leichte
Winterruhe macht. Sie steht momentan im Wohnzimmer bei rund 20 °C und auf die Luftfeuchtigkeit achte ich seit August gar nicht mehr, da es kaum Tote gegeben hat und die normalen 60% bis 80% Luftfeuchtigkeit in unseren RÀumen der Kolonie soweit zusagen.
Donnerstag, den 20. Dezember 2012:Ein Jahr ist nun vergangen und es geht der Kolonie gut. Es könnte besser sein, aber das wird es in Zukunft auch werden. Die Kolonie hat sich im Laufe des Jahres langsam aber stetig entwickelt. Zwischenzeitlich waren es wohl um die 150 Arbeiterinnen und jetzt dĂŒrften es rund 120 sein. Die Zahlen sind jedoch nur grob geschĂ€tzt. Besonders im FrĂŒhjahr war sehr viel
Brut vorhanden und auch dieses mal war die Heizmatte sehr begehrt. Allerdings habe ich ab einer bestimmten Zeit nicht mehr genug Feuchtigkeit rein gebracht und dadurch gab es leider viele Todesopfer zu beklagen. AuĂerdem ist die Kolonie im Laufe des Jahres fĂŒr das kleine Nest und das 30x20cm Formikarium zu groĂ geworden. Diesen Winter ĂŒber lasse ich sie noch da drin, aber im FrĂŒhjahr bekommen sie dann ein 40x30cm Formikarium und ein gröĂeres Ytongnest. Dieses habe ich schon vor ein paar Wochen fertig gestellt. Ăber den Sommer hat die Kolonie MehlwĂŒrmer, Körnermischungen und ab und zu Honigwasser bekommen. Das Honigwasser und die MehlwĂŒrmer wurden etwas besser angenommen als am Anfang, aber Begeisterung sieht anders aus

. Seit dem 18.12.12 ist die Kolonie in unserem Schlafzimmer bei rund 18 °C und bekommt eine kleine
Winterruhe .
Dienstag, den 29. Januar 2013:Heute habe ich die kleine
Winterruhe der Kolonie schon beendet, da ich mein neues Ytongnest fertig habe und die Kolonie dringend ein viel gröĂeres braucht. Ich habe ein neues Becken, welches 30cm x 40cm misst und 1 cm hoch mit Termite Sand von Antstore aufgefĂŒllt ist. Als neues Zuhause bekommen sie das neue Ytongnest. Dieses ist 30cm breit, 15cm hoch und hat 5 Kammern. Da es wieder ein stehendes Nest ist gibt es oben zwei getrennte Wassergraben. Zwischen dem Nest und der Scheibe vom Becken habe ich einfach eine rote Folie gesteckt, welche ich jederzeit zum fotografieren wegziehen kann.
Ich habe beide Becken mit einem Verbindungsschlauch verbunden und werde nun auf die Dinge die da kommen warten. Etwas Interessantes ist sogar schon passiert. Der neue Ytong hat eine komische Macke: wenn ich den rechten Wassertank fĂŒlle, leert sich dieser recht schnell und das Wasser lĂ€uft ganz sanft durch den ganzen Ytong runter. Ich vermute, dass im Ytong ein paar gröĂere Poren eine Art Tunnel nach unten und in eine Kammer bilden. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob das neue Becken bald erkundet wird. Beide Becken stehen jetzt auch im Wohnzimmer bei rund 20 °C bis 22 °C.
Mittwoch, den 30. Januar 2013:Es hat nur eine einzige Arbeiterin das neue Becken erkundet und diese kam dann noch nicht einmal wieder alleine zurĂŒck. Ich habe sie selber zurĂŒckgesetzt, weil sie den Eingang zum Verbindungsschlauch nicht mehr gefunden hatte. Da ich momentan leider etwas ungeduldig bin, habe ich ich das alte Ytongnest in das neue Becken gestellt und das neue Nest mit einer Heizmatte von auĂen erwĂ€rmt, um es attraktiver zu machen. Das neue Nest wurde zum Teil viel erkundet. Noch besser gefiel ihnen allerdings, dass der Sand unter dem neuen Ytongnest durch den âdefektenâ Wassertank feucht war. Also fingen sie sofort unter dem neuen Ytongnest an GĂ€nge zu graben. Ach Mensch, dabei habe ich mir doch so viel MĂŒhe gegeben das neue Nest zu machen

.
Insgesamt ist die Kolonie jedoch im Vergleich zu vorher sehr stark aktiv, da die Arbeiterinnen nicht mehr so trÀge sind. Entweder liegt das schon an den rund 3 Grad Unterschied oder es gab im alten Becken einfach nichts zu tun.
Donnerstag, den 31. Januar 2013:Heute ist viel passiert. Unter dem neuen Nest wurde fleiĂig weiter gearbeitet und der Aushub ist teilweise 2cm hoch. Um 20 Uhr bemerkte ich, dass der Umzug langsam losgeht. Es wurdn immer mehr
Brut in die neuen ausgehobenen GĂ€nge gebracht und auch die
Königin begab sich immer wieder zum Ausgang, kehrte jedoch immer wieder zurĂŒck. Nach einer Stunde, also gefĂŒhlt einer Ewigkeit, lief auch die
Königin in das neue unterirdische Nest. Im Ytong sitzen zwar rund 10 Arbeiterinnen und ein bisschen
Brut, aber so richtig begeistert sind sie noch nicht. Ich schÀtze aber, dass sie bald ein Stock höher ins Ytongsnest umziehen werden, sobald der Sand unten zu trocken wird. Das Ytongnest wird auch schon stÀrker ausgekundschaftet.
Der Umzug hat rund 2 Stunden gedauert, denn um 22 Uhr war die gesamte
Brut und die
Königin im neuen Erdnest. Ansonsten wurde bisher nichts an neuen Körnern, Banane oder Sprossenkeimlingen angenommen. Auch Wasser oben auf dem Ytong (der normale Wassergraben behĂ€lt das Wasser fĂŒr rund 2 Stunden) wird nicht groĂ angenommen. Mal schauen, wie sich das alles entwickelt. Mein Ziel ist es, dieses Jahr die optimalen Bedingungen zu schaffen, damit die Kolonie richtig schön explodiert (Von der Anzahl der Arbeiterinnen natĂŒrlich).

Hier ist das alte Nest noch voll:
Hier ist die schĂŒchterne
Königin kurz vor dem Umzug:
Hier beginnt der ungewollte neue Nestbau:
Das alte und das neue Nest:
Hier sind sie schon fleiĂig am buddeln:
rechts das alte und links das neue Formikarium:
Der Umzug ist im vollen Gange
Hier ist schon fast alles fertig ausgehoben unter dem Ytong: