Messor minor hesperius - Haltungsbericht

Unterfamilie: Myrmicinae
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Matze
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#1 Messor minor hesperius - Haltungsbericht

Beitrag von Matze » 8. Februar 2013, 21:29

Taxonomie
-Familia: Formicidae (Ameisen)
--Subfamilia: Myrmicinae (Knotenameisen)
---Tribus: Pheidolini
----Genus: Messor Forel, 1890
-----Subgenus: -
------Species: Messor minor


Allgemeines
Heimat: Kanarische Inseln
Habitat: Gebirge und Flachland
Kolonie: monogyn
Koloniegröße: ?
Koloniealter: ?
Gründung: claustral, semiclaustral, solitär und in Hesmose oder tödliche Kämpfe, es folgt keine weitere Adoption, die Kolonie stirbt mit dem Tod dieser Königin.">Pleometrose
Arbeiterinnen: Polymorph, Minor bis Major mit fließenden Übergängen.
Nestbau: Sandnester; Wichtig: Trockenanteil für Körner und Puppen, Feuchtanteil für Larven und Eier.
Nahrung: Zoophagie, Graniphagie
Winterruhe: laut Shops keine bis hin zu leichter Winterruhe


Aussehen/Färbung
Minors-Majors: hochglänzend, Corpus schwarz; Caput der Majors rot-braun bis schwarz;
Königinnen: Corpus schwarz, Caput rot-braun bis schwarz;
Männchen: ?


Größe
Minors-Majors: ca. 4 - 11mm
Königin: ca. 12 - 13mm
Männchen: ?


Entwicklungsdauer
Arbeiterinnen: ca. 5 - 8 Wochen
Eier - Larven: ca. 10 - 14 Tage
Larven - Puppen: ca. 13 - 21 Tage
Puppen - Imagines: 12 - 21 Tage


Besonderheiten
Messor minor hesperius ernährt sich, wie jede zur Gattung Messor zählende Art, fast ausschließlich granivor. Darunter versteht man die Herstellung des sogenannten Ameisenbrotes. Dabei werden die Körner unter großem Energieaufwand zerkleinert und mit Enzymsäften aus der Labialdrüse vermischt. Dadurch wird die Stärke in Glucose umgewandelt, welche dann als Nahrung dient. Da das Ameisenbrot nicht lange haltbar ist wird immer nur ein kleiner Teil der eingelagerten Körner verarbeitet und verbraucht.


Haltung
Empfohlen für Anfänger: weniger geeignet
Temperatur:
Tag: 22 - 30°C
Feuchtigkeit: Feuchter und trockener Nestanteil erforderlich, Luftfeuchte 60% - 70% in der Arena.
Nest: Ytong, Gips, Sandnest
Formicariengröße: Minimum 30x20 cm für kleine Kolonien.


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#2 AW: Messor minor hesperius - Haltungsbericht

Beitrag von Matze » 8. Februar 2013, 21:43

Vorwort:

Endlich ist es auch bei meinem Messor minor hesperius Haltungsbericht soweit. Ich habe für mich persönlich ein kleines Ameisentagebuch geführt und werde dieses hiermit rückwirkend veröffentlichen. Da die Kolonie aber noch bei mir ist und auch noch lange bleiben wird, werde ich diesen Haltungsbericht in Zukunft immer weiter mit neuen Berichten aktualisieren. Rückwirkend betrachtet war doch einiges los während der Haltung, es gab viele Hochs und Tiefs, aber lest am besten selbst :).



Mittwoch, den 10. März 2010:

Hurra, heute kam meine Messor minor hesperius Königin an. Ich habe lange nach einer Königin dieser Art gesucht und endlich sollte es sein. Sie kam mit 5 Larven gut und wohlbehalten bei mir an und lebt jetzt in einem normalem Reagenzglasnestmit ausreichend gefülltem Wassertank. Aus Erfahrung mit meiner Messor barbarus Kolonie weiß ich, dass Ruhe das Beste ist, also ab in eine ruhige Ecke und abwarten, so schwer es auch fällt :).

[size=84][size=84]Alle folgenden Bilder sind vom 18.[size=84] März und zeigen die [size=84]Larven und/oder die Kön[size=84]igin
[/SIZE][/SIZE][/SIZE][/SIZE][/SIZE]
[img]http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6786-y-e369.jpg[/img] [img]http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6786-10-1c38.jpg[/img] [img]http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6786-11-19ca.jpg[/img][img]http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6786-12-a5bf.jpg[/img]


Dienstag, den 6. April 2010:

Da ich es nicht mehr ausgehalten habe, musste ich einfach nachschauen, wie es meiner neuen Königin geht. Was ich gesehen habe, hat mir sehr gut gefallen. Jetzt sind 4 Puppen und ein kleiner Eierhaufen mit 8 Eiern vorhanden. Das heißt die Königin hat eine Larve gefressen, aber es ist schön, dass es schon mal 4 Puppen bis hierher geschafft haben.


Donnerstag, den 8. April 2010:

Bei einem kurzen Kontrollblick konnte ich erkennen, dass weiterhin vier Puppen vorhanden sind und eine scheint sogar schon leicht bräunlich zu sein. Vielleicht habe ich ja schon bald meine erste Arbeiterin :). Das Eierpaket mit 8 Eiern ist weiterhin vorhanden.


Sonntag, den 11. April 2010:

Auch wenn ich nicht so oft nachschauen wollte, schaue ich in der letzten Zeit öfter rein, wie man an den Einträgen sieht :). Da die Brutentwicklung jedoch weiterhin gut voran schreitet, gehe ich davon aus, dass dieser Stress nicht zu stark ist. So, jetzt zu den guten Nachrichten: Eine Puppe ist schon fast komplett bräunlich bis schwarz und dürfte bald schlüpfen. Zwei von den vier Puppen sind jetzt leicht dunkel gefärbt und eine ist noch weiß. Ansonsten sind weiterhin Eier vorhanden, aber Larven konnte ich bisher nicht ausmachen.


Donnerstag, den 15. April 2010:

Hurra, heute ist es endlich soweit. Die erste Pygmäen Arbeiterin ist geschlüpft und ist schon voll munter. Zur Feier des Tages habe ich ein paar zerdrückte und ein paar ganze Körner dazugelegt. Ebenfalls gab es etwas Honigwasser in das Reagenzglasnest.
PS: Meine Freundin hat oben zuerst nur gelesen „Zur Feier des Tages habe ich ein paar zerdrückt.....e“ und war zuerst voll erschrocken ;).


Sonntag, den 18. April 2010:

Heute ist die zweite Arbeiterin geschlüpft und somit ein weiterer erfreulicher Zuwachs meiner noch jungen Kolonie. Die dritte Puppe müsste auch bald schlüpfen, da diese sich ebenfalls immer dunkler färbt. Die vierte Puppe ist allerdings noch vollkommen weiß. Ob die Körner oder das Honigwasser wirklich angenommen wurden, konnte ich bisher leider nicht beobachten, aber es ist ja auch noch eine kleine Kolonie.


Dienstag, den 20. April 2010:

Es ist endlich soweit, die dritte Pygmäen Arbeiterin ist geschlüpft und schon sehr mobil. Jetzt ist nur noch eine weiße Puppe vorhanden und ein Eierhaufen, wobei auch schon kleinere Larven dabei sein könnten, was ich beim kurzen Reinschauen in das Reagenzglasnest nicht genau erkennen konnte. In dem Nest sind weiterhin verschiedene Körner und ich habe ihnen heute noch mal etwas frischen Honig und einen zerteilten Mehlwurm angeboten.
Dateianhänge
Messor minor hesperius, 18.3.10, C.jpg
Messor minor hesperius, 18.3.10, B.jpg
Messor minor hesperius, 18.3.10, Abearbeitet.jpg
Messor minor hesperius, 18.3.10, A.jpg
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#3 AW: Messor minor hesperius - Haltungsbericht

Beitrag von Matze » 8. Februar 2013, 22:00

Samstag, den 19. Juni 2010:

In den letzten zwei Monaten sind drei weitere Arbeiterinnen dazugekommen,so dass es jetzt 6 sind. Die neusten Arbeiterinnen sind auch schon etwas größer als die ersten drei Pygmäen. Ansonsten sind 6 Puppen, 6 Larven und ein großer Haufen Eier vorhanden. Die Kolonie entwickelt sich weiterhin gut und es gibt keine einzige tote Arbeiterin, was besonders am Anfang ungünstig sein kann.

Die Bilder sind alle vom 7. September und zeigen die Kolonie in Ihrem Reagenzglasnest.
[img]http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6786-13-a577.jpg[/img][img]http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6786-14-d67d.jpg[/img][img]http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6786-15-d645.jpg[/img]

[img]http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6786-16-3416.jpg[/img][img]http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6786-17-a1d0.jpg[/img]


Samstag, den 9. Oktober 2010:

In den letzten drei Monaten sind viele weitere Arbeiterinnen dazu gekommen. Jetzt sind es insgesamt 25, wobei schon zwei Media-Arbeiterinnen vorhanden sind. Da ich bisher kaum Interesse an Honigwasser oder Zuckerwasser feststellen konnte, gehe ich davon aus, dass diese Messor Art, genauso wie meine Messor barbarus, am Anfang nicht groß auf zuckerhaltiges steht. Körner aller Art und Proteine sind dagegen sehr begehrt, wobei die Körner für meine Messorder absolute Favorit sind. Weiterhin ist viel Brut zu erkennen. Momentan sind 10 Puppen mit leichten Größenunterschieden, 12 Larven und mehrere Eier vorhanden.
Wie bei den Messor barbarus sind auch hier kleine Milben im Terrarium vorhanden. Diese sind weißlich bis gelblich und bis zu 2mm groß. Sie sind allerdings nur im Terrarium und nicht im Nest oder auf/an den Arbeiterinnen. Dank meines Mikroskopes konnte ich die Milben bestimmen und zum Glück sind es nur die „Abfallbeseitiger“ [img]http://bella.monoceres.uberspace.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif[/img] . In den letzten Monaten sind 3 Arbeiterinnen gestorben.


Donnerstag, den 21. Oktober 2010:

Die Kolonie gedeiht weiterhin sehr gut und die Volksstärke ist jetzt auf 37 Arbeiterinnen angestiegen. Davon sind zwei mit ca. 6mm schon als Mediaarbeiterinnen einzuschätzen. In der letzten Zeit sind drei Arbeiterinnen gestorben, wobei mir die Ursache bisher nicht klar ist.


Donnerstag, den 28. Oktober 2010:

Die Kolonie entwickelt sich weiterhin gut und bisher gab es keine weiteren Toten und das beruhigt mich sehr. Es sind nun schon 40 Arbeiterinnen plus die Königin natürlich [img]http://bella.monoceres.uberspace.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif[/img] .
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#4 AW: Messor minor hesperius - Haltungsbericht

Beitrag von Matze » 9. Februar 2013, 00:04

Sonntag, den 20. März 2011:

So, nach langem endlich wieder ein Eintrag Bild . Ich habe die Kolonie den Winter über bei rund 18 °C warm durch gepflegt. Die Arbeiterinnen waren in der Zeit etwas träger als im Sommer, was aber bestimmt an der Temperatur liegt. Somit bekam sie eine sanfte Winterruhe. Leider sind in der Zeit immer wieder mal Arbeiterinnen gestorben. Den genauen Grund habe ich bisher noch nicht feststellen können. Da das Formikarium mit 25cm x 15cm langsam doch zu klein ist, werde ich der Kolonie in der nächsten Zeit ein Neues einrichten und vielleicht gibt es dann weniger Tote.


Dienstag, den 17. April 2011:

Heute ist mein neues Formikarium fertig geworden. Dazu habe ich ein 30x20cm großes Formikarium mit feinem hellen Vogelsand gefüllt und ein Ytongnest mit rein gestellt. Das Ytongnest hat 3 Kammern und oben einen Wassertank, da es ein stehendes Nest wird. Da ich eine rote Plexiglasscheibe genommen habe brauche ich das Ytongnest nicht extra abzudunkeln. Als Futter gab es wieder neue Körner und auch Proteine in Form von abgebrühten Drosophilas. Jedoch sind und bleiben Körner der „Renner“, wenn es ums Futter geht.


Dienstag, den 19. April 2011:

Das Arbeiterinnensterben geht leider weiter. In den letzten 5 Monaten sind jetzt ca. 30 Arbeiterinnen gestorben. Den genauen Grund habe ich bisher immer noch nicht heraus gefunden. Das neue Nest wurde zwar erkundet, aber ein Umzug fand nicht statt.
Insgesamt geht es jedoch mit meiner Messor Kolonie Stück für Stück bergauf. Es sind jetzt ca. 50 bis 60 Arbeiterinnen vorhanden und Brut gibt es in allen Entwicklungsstadien. Das ist schon mal ein gutes Zeichen.


Freitag, den 22. April 2011:

Die Kolonie war in den letzten drei Tagen weiterhin meist recht ruhig und wirkte eher träge. Ich habe der Kolonie ein Stück Apfel und etwas Zuckerwasser angeboten, beides wurde kaum angenommen. Leider gab es wieder 3 tote Arbeiterinnen und eine Weitere scheint im Sterben zu liegen. Ich werde demnächst mal die Temperaturen etwas verändern, da die Sterberate vielleicht damit im Zusammenhang steht. Im Ameisenforum gibt es einen Bericht über eine erfolgreiche Haltung der gleichen Art bei ca. 25 bis 28°C, bei mir sind allerdings 22 bis 24°C. Vielleicht liegt das Sterben ja daran. Brut ist jedoch weiterhin vorhanden, was zeigt, dass nicht alle Haltungsparameter falsch sein können Bild . Das Futter werde ich aber auch etwas ändern. Die Kolonie bekommt jetzt öfter, mehr und vielfältigeres Futter als vorher und ich hoffe, dass auch dadurch die Brutmenge erhöht wird.


Dienstag, den 26. April 2011:

Vom 22. bis zum 25.4, also innerhalb von 4 Tagen sind 13 Arbeiterinnen gestorben. Bisher hatte ich im Formikarium immer nur ein Thermometer, aber zur Sicherheit habe ich noch ein Hygrometer dazugelegt und war sehr erstaunt. Die Luftfeuchtigkeit war laut meinem Hygrometer bei teilweise 90% . Ich hatte es zuerst nicht glauben wollen und ein anderes Hygrometer als Test dazugelegt, aber das zeigte ebenfalls ähnliche Werte an. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Sterben daran lag und hab jetzt die Lampe näher an das Formikarium gestellt. Dadurch steigt die Temperatur auf rund 26°C und die Luftfeuchtigkeit liegt bei ca. 50 bis 60%. Sobald die Lampe aus ist und die Temperaturen wieder auf 20°C sinkt, steigt die Luftfeuchtigkeit leider wieder auf ca. 80%.


Freitag, den 29. April 2011:

Gestern und Vorgestern starben zwar weiterhin Arbeiterinnen ,aber heute ist der erste Tag, an dem Keine gestorben ist. Ich hoffe, dass ich das Problem mit der Lampe jetzt gelöst habe und die letzten Tage die Toten sozusagen noch Nachwirkungen waren. Ich hoffe ganz doll, dass ab jetzt keine mehr stirbt und durch die höheren Temperaturen die Brut gehörig zunimmt.


Sonntag, den 31. April 2011:

Gestern fand ich nur eine tote Arbeiterin, aber heute waren es schon wieder 3 weitere. Ich habe mich entschieden die Kolonie wieder in ein neues Formikarium zu setzen. Sie befinden sich jetzt wieder in einer großen Plastikschale, welche mit Vogelsand gefüllt ist. Ich hoffe, dass jetzt das Sterben aufhört, denn ansonsten weiß ich nicht mehr weiter.
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#5 AW: Messor minor hesperius - Haltungsbericht

Beitrag von Matze » 9. Februar 2013, 00:14

Freitag, den 09. Dezember 2011:

Da es schon ein paar Tage zurück liegt, dass ich etwas zu meiner Kolonie geschrieben habe, gibt es zuerst ein paar gute Nachrichten. Nachdem ich die Kolonie Ende April umgesetzt hatte starben nur noch wenige Arbeiterinnen und dann hörte das Sterben schnell auf. Woran es nun genau lag kann ich nur vermuten. Entweder die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit in dem Glasformikarium waren falsch, oder irgendetwas im Sand oder woanders war schädlich für die Arbeiterinnen.
Ich habe dann Anfang August wieder ein neues 30x20cm Formikarium für die Kolonie eingerichtet. Als Bodengrund habe ich dieses mal Termit-Sand von Antstore genommen und ein neues kleines Ytongnest. Im Laufe der letzten Monate ist die Kolonie prächtig gewachsen. Hauptsächlich hat sie sich nur von Körnern ernährt und hat jetzt rund 80 Arbeiterinnen. Dieser Zuwachs kam vor allem durch eine Heizmatte, welche eine Scheibe Zeitweise bis auf 30 °C aufgeheizt hat. Diese Wärme tat der Kolonie sehr gut. Wobei das ganze Formikarium eher rund 22 °C hatte.
Zur Zeit ist kaum Brut vorhanden, da die Kolonie wahrscheinlich eine leichte Winterruhe macht. Sie steht momentan im Wohnzimmer bei rund 20 °C und auf die Luftfeuchtigkeit achte ich seit August gar nicht mehr, da es kaum Tote gegeben hat und die normalen 60% bis 80% Luftfeuchtigkeit in unseren Räumen der Kolonie soweit zusagen.


Donnerstag, den 20. Dezember 2012:

Ein Jahr ist nun vergangen und es geht der Kolonie gut. Es könnte besser sein, aber das wird es in Zukunft auch werden. Die Kolonie hat sich im Laufe des Jahres langsam aber stetig entwickelt. Zwischenzeitlich waren es wohl um die 150 Arbeiterinnen und jetzt dürften es rund 120 sein. Die Zahlen sind jedoch nur grob geschätzt. Besonders im Frühjahr war sehr viel Brut vorhanden und auch dieses mal war die Heizmatte sehr begehrt. Allerdings habe ich ab einer bestimmten Zeit nicht mehr genug Feuchtigkeit rein gebracht und dadurch gab es leider viele Todesopfer zu beklagen. Außerdem ist die Kolonie im Laufe des Jahres für das kleine Nest und das 30x20cm Formikarium zu groß geworden. Diesen Winter über lasse ich sie noch da drin, aber im Frühjahr bekommen sie dann ein 40x30cm Formikarium und ein größeres Ytongnest. Dieses habe ich schon vor ein paar Wochen fertig gestellt. Über den Sommer hat die Kolonie Mehlwürmer, Körnermischungen und ab und zu Honigwasser bekommen. Das Honigwasser und die Mehlwürmer wurden etwas besser angenommen als am Anfang, aber Begeisterung sieht anders aus Bild . Seit dem 18.12.12 ist die Kolonie in unserem Schlafzimmer bei rund 18 °C und bekommt eine kleine Winterruhe .


Dienstag, den 29. Januar 2013:

Heute habe ich die kleine Winterruhe der Kolonie schon beendet, da ich mein neues Ytongnest fertig habe und die Kolonie dringend ein viel größeres braucht. Ich habe ein neues Becken, welches 30cm x 40cm misst und 1 cm hoch mit Termite Sand von Antstore aufgefüllt ist. Als neues Zuhause bekommen sie das neue Ytongnest. Dieses ist 30cm breit, 15cm hoch und hat 5 Kammern. Da es wieder ein stehendes Nest ist gibt es oben zwei getrennte Wassergraben. Zwischen dem Nest und der Scheibe vom Becken habe ich einfach eine rote Folie gesteckt, welche ich jederzeit zum fotografieren wegziehen kann.
Ich habe beide Becken mit einem Verbindungsschlauch verbunden und werde nun auf die Dinge die da kommen warten. Etwas Interessantes ist sogar schon passiert. Der neue Ytong hat eine komische Macke: wenn ich den rechten Wassertank fülle, leert sich dieser recht schnell und das Wasser läuft ganz sanft durch den ganzen Ytong runter. Ich vermute, dass im Ytong ein paar größere Poren eine Art Tunnel nach unten und in eine Kammer bilden. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob das neue Becken bald erkundet wird. Beide Becken stehen jetzt auch im Wohnzimmer bei rund 20 °C bis 22 °C.


Mittwoch, den 30. Januar 2013:

Es hat nur eine einzige Arbeiterin das neue Becken erkundet und diese kam dann noch nicht einmal wieder alleine zurück. Ich habe sie selber zurückgesetzt, weil sie den Eingang zum Verbindungsschlauch nicht mehr gefunden hatte. Da ich momentan leider etwas ungeduldig bin, habe ich ich das alte Ytongnest in das neue Becken gestellt und das neue Nest mit einer Heizmatte von außen erwärmt, um es attraktiver zu machen. Das neue Nest wurde zum Teil viel erkundet. Noch besser gefiel ihnen allerdings, dass der Sand unter dem neuen Ytongnest durch den „defekten“ Wassertank feucht war. Also fingen sie sofort unter dem neuen Ytongnest an Gänge zu graben. Ach Mensch, dabei habe ich mir doch so viel Mühe gegeben das neue Nest zu machen Bild .
Insgesamt ist die Kolonie jedoch im Vergleich zu vorher sehr stark aktiv, da die Arbeiterinnen nicht mehr so träge sind. Entweder liegt das schon an den rund 3 Grad Unterschied oder es gab im alten Becken einfach nichts zu tun.



Donnerstag, den 31. Januar 2013:

Heute ist viel passiert. Unter dem neuen Nest wurde fleißig weiter gearbeitet und der Aushub ist teilweise 2cm hoch. Um 20 Uhr bemerkte ich, dass der Umzug langsam losgeht. Es wurdn immer mehr Brut in die neuen ausgehobenen Gänge gebracht und auch die Königin begab sich immer wieder zum Ausgang, kehrte jedoch immer wieder zurück. Nach einer Stunde, also gefühlt einer Ewigkeit, lief auch die Königin in das neue unterirdische Nest. Im Ytong sitzen zwar rund 10 Arbeiterinnen und ein bisschen Brut, aber so richtig begeistert sind sie noch nicht. Ich schätze aber, dass sie bald ein Stock höher ins Ytongsnest umziehen werden, sobald der Sand unten zu trocken wird. Das Ytongnest wird auch schon stärker ausgekundschaftet.
Der Umzug hat rund 2 Stunden gedauert, denn um 22 Uhr war die gesamte Brut und die Königin im neuen Erdnest. Ansonsten wurde bisher nichts an neuen Körnern, Banane oder Sprossenkeimlingen angenommen. Auch Wasser oben auf dem Ytong (der normale Wassergraben behält das Wasser für rund 2 Stunden) wird nicht groß angenommen. Mal schauen, wie sich das alles entwickelt. Mein Ziel ist es, dieses Jahr die optimalen Bedingungen zu schaffen, damit die Kolonie richtig schön explodiert (Von der Anzahl der Arbeiterinnen natürlich). Bild

Hier ist das alte Nest noch voll:
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Hier ist die schüchterne Königin kurz vor dem Umzug:
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Hier beginnt der ungewollte neue Nestbau:
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Das alte und das neue Nest:
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Hier sind sie schon fleißig am buddeln:
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rechts das alte und links das neue Formikarium:
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Der Umzug ist im vollen Gange
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Hier ist schon fast alles fertig ausgehoben unter dem Ytong:
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#6 AW: Messor minor hesperius - Haltungsbericht

Beitrag von Matze » 9. Februar 2013, 00:42

Donnerstag, den 7. Februar 2013:

Vor 8 Tagen dachte ich die Kolonie zieht bald IN den Ytong, aber so richtig wird das nichts. Jedoch der Reihe nach. Die Kolonie hat so ziemlich den gesamten Sand unter dem Ytong weggebuddelt. Zuerst hatte ich Angst, dass dieser runterrutscht und die Königin mit Brut zerquetscht, aber auf unerklärliche Weise hält er und schwebt sozusagen. Damit trotzdem nichts passiert, versuchte ich die Kolonie zum Umzug in das Ytongnest zu bewegen.
Die Heizmatte an der Scheibe vor dem Ytong bringt nur teilweise etwas, da die Brut wird zwar in die erste Kammer des Ytongs getragen und dort so nah wie möglich zur Wärmequelle gelagert wird, aber sobald es Nachts wieder auskühlt, da ich dann die Matte aus mache, ziehen sie wieder runter. Auch von unten Beleuchten bringt nur solange etwas, bis die Lampe aus ist. Dann geht’s wieder runter. Tja, also heißt es Abwarten, es sei denn jemand hat ein super gute Idee für meinen Fall Bild .
Die Brut hat sich im Vergleich zum letzten Eintrag etwas erhöht. Es sind mehrere Eierpakete vorhanden, die Larven sind alle etwas größer geworden und auch eine Puppe habe ich heute sehen können. In den letzten Tagen habe ich der Kolonie nach und nach drei Mehlwürmer angeboten, welche ich frisch getötet hatte. Die ersten zwei wurden angenommen, aber der dritte war wohl zu viel des Guten und wurde beiseite gelegt. Von den angebotenen Körnern wurde nur etwas von den Haferflocken angenommen und auch alles Süße war nicht attraktiv genug.

Die folgenden Bilder sind zwischen dem 4. und 6. Februar entstanden:

Die Brut wird unter dem Ytongnest gelagert.
Bild

Hmmm lecker, ein Mehlwurm :)
Bild

Das Nest nochmal von unten:
Bild

Ebenfalls das Nest von unten:
Bild

Das ganze Formikarium von oben gesehen:
Bild


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Dateianhänge
ytong oben.jpg
Nesteingang.jpg
nest unten.jpg
nest unten zwei.jpg
hm lecker mehlwurm.jpg
brut unten.jpg
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#7 AW: Messor minor hesperius - Haltungsbericht

Beitrag von Matze » 2. April 2013, 17:27

Dienstag, den 2. April 2013:

Da mein letzter Eintrag schon etwas her ist, gibt es wieder etwas Neues.
Seit dem 25. März ist die „Winterruhe“ beendet, da ich seitdem wieder mit einer Heizmatte das Nest beheize. Der Kolonie tut das sehr gut und in der letzten Woche ist die Brut gut heran gewachsen.Allerdings ist ein Großteil der Brut und der Kolonie weiterhin lieber unter dem Nest als in ihm :).
Da ich nun gerne wissen wollte wie viele Arbeiterinnen und wie viel Brut genau vorhanden ist, habe ich auf den aktuellen Fotos nachgezählt. Es sind rund 300 Arbeiterinnen vorhanden und somit doppelt so viele, wie ich geschätzt hatte. Tja, Schätzen ist anscheinend nicht mein Ding in Bezug auf die Arbeiterinnenzahl :). Brut ist ebenfalls in großer Zahl vorhanden. Ich konnte rund 150 Larven, 30 Puppen und 50 Eier zählen, wobei es auch etwas mehr sein kann.
Das lässt mein Ameisenhalterherz höher schlagen und sollte die ganze Brut sich gut entwickeln, werde ich in rund 8 Wochen eine Verdopplung der Koloniegröße haben :).
Zum Schluss gibt es noch zwei aktuelle Bilder.


Hier kann man schön sehen, wie sich die Brut unter dem Ytongnest stapelt:
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Hier endlich wieder ein schönes Foto von der Königin inmitten der Brut:
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#8 AW: Messor minor hesperius - Haltungsbericht

Beitrag von Matze » 10. Juli 2013, 19:26

Donnerstag, den 11. April 2013:

Seit dem 4. April gibt es frische Arbeiterinnen. Seit dem sehe ich jeden Tag junge Arbeiterinnen, die gerade langsam ihre Farbe kriegen und mehrere Puppen, welche sich langsam dunkel färben. In der letzten Woche hat sich die Außenaktivität sehr verstärkt. Die Arena wird stärker erkundet und es sind auch immer rund 60 Arbeiterinnen im Nest. Doch die Brut liegt weiterhin unter dem Nest und auch dort befindet sich weiterhin die Königin. Es ist interessant, dass diese Messor Art nicht so viele Körner einlagert, wie meine Messor barbarus Kolonie. Unter dem Nest ist einiges an Körnern gelagert, aber meine weiterhin angebotenen Körner werden liegen gelassen. Auch im neuen Nest, obwohl es auch trockene Stellen hat, wird kein Korn eingelagert.
Heute gab es ein Stück frischen Schinken. Im Gegensatz zu Mehlwürmern wurden die Schinkenstücke und das Fettstück sofort ins Nest eingetragen und waren sehr begehrt.
Da die Kolonie nun langsam größer und aktiver geworden ist, befinden sich ständig einige Arbeiterinnen oben im Wassertank vom Nest. Das stört mich sehr, da ich immer nach dem Gießen die ganzen Arbeiterinnen aus dem Wasser fischen darf.
Das Problem gibt es bei meinen Messor barbarus dank des neuen Gipsnestes nicht mehr. Wird wohl irgendwann Zeit auch hier ein externes Nest zu basteln :).


Mittwoch, den 1. Mai 2013

Seit dem 11. April sind ca. 50 Arbeiterinnen gestorben. Ich habe seit 2 Tagen die Heizmatte nicht mehr angemacht um zu schauen, ob es an zu starker Hitze liegt. Außerdem war der Trinkvorrat anscheinend ein oder zwei Tage lang alle. Ich hoffe, dass mit neuem Wasser, keiner externen Hitzequelle und vermehrtem Wässern des Nestes sich die Todesrate wieder senken lässt. Etwas ähnliches hatte ich letztes Jahr schon einmal. Dort fand durch die erhöhte Temperatur von rund 28°C zwar eine starke Vermehrung der Kolonie statt, aber es s
ind auch mehr gestorben als sonst. Ich werde es auf jeden Fall im Auge behalten und nachdem wieder weniger bis kaum welche sterben, werde ich die Temperatur langsam erhöhen um den optimalen Punkt zu erreichen. Bei meiner Messor barbarus Kolonie entwickelt sich die Brut super bei rund 28°C im Nest und ich kann alle paar Tage nur ein paar Tote entdecken und das wohlgemerkt bei einer Kolonie mit mehr als 1000 Arbeiterinnen.


Mittwoch, den 10. Juli 2013

Die letzten drei Monate war eher eine unruhige Zeit für mich in Bezug auf die Kolonie. Durch die erhöhte Sterberate hatte ich mir Sorgen gemacht. Jedoch ist das jetzt vorbei. Jetzt sterben alle paar Tage mal eine Arbeiterin, was vollkommen ok ist. In den letzten drei Wochen hat sich alles von alleine geregelt. Im Nachhinein kann ich nicht sagen, was genau das Problem war, da die Regulierung der Nestfeuchtigkeit und Nesterwärmung keine Auswirkung gezeigt haben. Ich bin daher immer noch ratlos, was los war. Falls jemand eine Idee hat, freue ich mich über ein Kommentar.

So jetzt aber zum positiven. Trotz des kleinen Problems ist die Anzahl der Arbeiterinnen weiter gestiegen und meine Schätzung liegt bei rund 600 Arbeiterinnen mit ebenfalls viel Brut. Genau kann ich noch nicht sagen, da ich dafür eine Bildauszählung machen müsste und dafür gerade keine Zeit habe. Das nächste positive ist, dass unter dem Ytongnest endlich keine Arbeiterinnen und Brut mehr sind sondern nur noch Körner und das Ytongnest ist zu zwei drittel voll. Da freut sich das Ameisenhalterherz doch sehr :). An Körnern wurde in den letzten Monaten so einiges unter das Nest gebracht und auch diese Art mag die leichten Grassamen am liebsten. Momentan erhitze ich ein Teil des Nestes mit einer Heizmatte und befeuchte jede Woche das Nest oben einmal. Zusätzlich wird wie immer eine Vogeltränke mit Wasser angeboten. Dass scheint schon zu reichen, damit weiterhin viel Brut aufgezogen wird :).


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Meine Haltungsberichte: Messor barbarusund Messor minor hesperius

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