Messor ebeninus - Haltungserfahrung

Unterfamilie: Myrmicinae
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Mucki
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#1 Messor ebeninus - Haltungserfahrung

Beitrag von Mucki » 3. September 2012, 09:31

Guten Tag!

Seit 28. August sind wir stolze Besitzer einer Kolonie Messor ebeninus. Wir haben eine Königin mit einem Hofstaat von rund 100 Arbeiterinnen, darunter einige Mediaarbeiterin und Majore.

Wir haben uns für diese Art entschieden, da wir gerne, nebst unserer Lasius niger Kolonie, die noch sehr klein ist, gerne eine bereits etwas größere Halten wollen, welche keine Diapause macht.
Zwischen Messor barbarus und Messor ebeninus war das (niedrige) Motiv ausschlaggebend, dass letztere kostengünstiger war.

Für unsere Kolonie haben wir ein Wüstenbecken (60x30) eingerichtet mit Ytong-Nest. Als Ausbruchsschutz dient ein Plexi-Deckel mit feinmaschigem Netz. (Bilder folgen)


Bisherige Beobachtungen:
- es sind sehr quirlige und neugierige Ameisen
- sehr empfindlich wird auf Erschütterungen jeglicher Art reagiert (Deckel auf, Deckel zu)
- Proteine in Form von Insekten werden gerne genommen
- Sittichfutter eignet sich hervorragend, zu den Lieblingssämereien zählen jedoch auch Grassamen und Mohn.

Obwohl jetzt sicher einige die Hände über dem Kopf zusammenschlagen werden, gestehe ich unverhohlen: wir sind recht "resche" Umsiedler. Die Ameisen sind in einer Box mit Toilettenpapier geliefert worden. Also... Deckel auf, Toilettenpapier vorsichtig rausgenommen, in die Arena gelegt, Königin mit einem Haarpinsel vorsichtig aufgenommen und rein ins Nest. Basta! Nach 2h war das ganze Gefolge auch dort.

Da wir ein relativ großes Ytong-Nest gemacht haben, haben wir die meisten Kammern mit feuchtem Terrariensand (rot) verschlossen. Das hat bei den Kleinen großen Anklang gefunden. Die Königin hat sich hinter einer "Sandwand" eingenistet (ist uns auch ganz recht, da wir nun auch die Grabarbeiten der Arbeiterinnen beoabachten können). Die Körner werden stetig von einer Kammer in die nächste Transport nach dem Knacken.
Wie schon bereits angemerkt, reagieren die Ameisen sehr empfindlich auch Erschütterung. Da die Kolonie bis dato noch auf einem provesorischem Tisch steht, unserem Basteltisch :fettgrins:, lassen sich kleinere Erschütterungen kaum vermeiden. Die Königin reagiert darauf sehr oft mit einem Umzug in eine andere Kammer.

Bezüglich der Futteraufnahme lässt sich beobachten, dass sie sehr neugierig sind. Unter jedem Stein wird gegraben. Beim Futterfinden sind sie nicht so geschickt wie z.B. Lasius niger. Es dauert immer eine Zeit bis sie die Sämereien gefunden haben.


So weit mal unsere ersten Beoabachtungen. Auf jeden Fall haben wir sehr viel Freude mit den Kleinen.


Der Diskussionsthread findet sich hier: http://www.ameisenforum.de/messor-exotisch/48555-messor-ebeninus-diskussion.html

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#2 AW: Messor ebeninus - Haltungserfahrung

Beitrag von Mucki » 3. September 2012, 10:08

Photos findet Ihr hier: http://flic.kr/s/aHsjBSVBdY

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#3

Beitrag von Mucki » 5. September 2012, 08:36

Ernährung

Schlechte Idee:
  • gequetschten Mohn (bekommt man in Österreich zum Backen) servieren... der schimmelt nämlich nach kürzester Zeit
  • Hirsesamen, die von den Meisen neben den Trinkwasserbereich gebracht werden treiben nach 2-3 Tagen aus. Gut für Bauern, schlecht für Formicarien-Besitzer. Also: Hirsesamen absichern.

Gute Idee:
Honig wird gerne genommen. Ich habe ihn auf einem Stück Alufolie serviert, wobei ein Teil des Honigs auf den Bodensand geronnen ist. Nach "Beschau" des klebrigen Zeug wurde es von den Meisen in Beschlag genommen. Zuerst wurden, wie wild, alle Sandkörner, die mit dem Honig in Berührung kamen ins Nest gebracht. Dann wurde sorgfältig der flüssige Honig mit Sand zugeschüttet und nun werden nach und nach auch diese Sandkörner ins Nest gebracht.


Rote Folie
Zu Beginn hatten wir den gesamten Nestbereich mit roter Folie abgeklebt. Da sich die Meisen jedoch im Ytong-Nest hinter dem Sand, den wir teilweise in die Kammern gegeben haben, eine Art zweites Nest für die Königin/Brut gebaut haben, haben wir versuchsweise die rote Folie entfernt.
Es gibt nach 3 Tagen keinerlei Unterschied zu mit/ohne Folie. Die Königin lugt genauso oft aus ihrer Kammer hervor. Die Brut liegt teilweise im dunkeln (hinter Sand), teilweise direkt am Plexiglas und die Ameisen ziehen sich nicht in die dünkleren Bereiche zurück.
Also lassen wir es mal ohne rote Folie :)



Gestern konnte ich beobachten, wie eine Minorarbeiterin eine - vermeindlich - tote Arbeiterin von einer Kammer in die nächste transportierte. Als sie diese abgelegt hatte, beoabachtete ich, dass sich die totgeglaubte bewegte. Es war eine Imago! Die Gaster war schon etwas dünkler, aber der Thorax noch recht hell. Also ich hab mich gefreut! =)

Auf Erschütterungen wird immer noch empfindlich (fast schon panikartig) reagiert. Es reicht, wenn man den Deckel abhebt und die brutpflegenden Arbeiterinnen tragen die Eier und Larven sofort in eine andere Kammer.

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#4 AW: Messor ebeninus - Haltungserfahrung

Beitrag von Mucki » 11. September 2012, 09:39

Hallo!

Die Kolonie entwickelt sich unserer Einschätzung nach sehr gut. Einige Larven haben schon eine beträchtliche Größe angenommen und auch der Hunger lässt nicht nach. Momentan sind im Schnitt immer 10-20 Arbeiterinnen am Furagieren.

Das Bewässerungsloch im Ytong hatten wird mit einem Watterpropfen, den wir mit dem Reagenzglas einer anderen Kolonie mitbekommen hatten, verschlossen. Die Kleinen fanden jedoch das Bewässerungsloch sehr gemütlich und haben die Watte regelrecht abenagt und sich am Boden des Lochs ein gemütliches Nest gemacht (gepolstert, sehr komfortabel). Mit Hilfe einer Spritze und einer Kanüle haben wir dann Wasser vorsichtig ins Loch gespritzt und somit die Kleinen herausgetrieben.
Um Ertrinken und Einnisten im Bewässerungsloch zu verhindern, hat mein Freund in ein Stück Plastikrohr (welches wir schon vorher hatten, aber nicht eingesetzt) einige Löcher gebohrt. Das ganze schoben wir ins Bewässerungsloch und verschlossen es mit einem Stöpsel eines Reagenzglases, wo eigentlich meine Vanilleschoten drinnen sind (welche Opfer bringt man nicht für die Ameisen).

Bis dato haben wir 5 Todesfälle zu beklagen. Zwei Arbeiterinnen sind ein einer kleinen Schale mit 4 Wassertropfen (sic!) ertrunken, obwohl wir ihnen eine "Ausstiegshilfe" hineingelegt hatten. Bei den drei anderen wissen wir es nicht.

Ein Halter hat mal berichtet, dass seine Ameisen gerne Shrimps annehmen als Proteinquelle. Wir haben das auch probiert und mit zwar mit großem Erfolg! Ein 1/4 Shrimp (ausgewaschen von der Lake) fand riesigen Anklang für 2 Tage. Ich werd nun einige Shrimps vierteln und einzeln einfrieren, sodass ich sie immer Portionsweise entnehmen kann.
Das Proteinfutter ist somit gesichert und wir müssen keine Mehlwürmer etc halten.

Alles Liebe,
Mucki

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#5 AW: Messor ebeninus - Haltungserfahrung

Beitrag von Mucki » 10. Oktober 2012, 14:05

Neue Photosvon unserer Kolonie :)

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#6 AW: Messor ebeninus - Haltungserfahrung

Beitrag von Mucki » 29. Oktober 2012, 09:13

Projekt Honigbaum:

Man nehme ein Watterstäbchen, schneide es in der Hälfte des Plastikteils durch, tauche es in Wasser, schmiere Honig auf die Watte und stecke es in den Sand im Formicarum.
Et voila.... ein "Honigbaum" für die Ameisen, wo sie gerne raufklettern und der Honig sicher ist, sodass sie nicht kleben bleiben. :)

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#7 AW: Messor ebeninus - Haltungserfahrung

Beitrag von Mucki » 17. April 2013, 14:31

Zwischenstand aus dem Land der Messor ebeninus:
Die Kolonie entwickelt sich prächtigst (geschätztes Wachstum seit Anfang der Haltung: +50-70%). Mittlerweile haben wir auch schon einige richtig große Majore.
Sehr gerne werden in letzter Zeit Haferflocken angenommen.

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