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Pheidologeton diversus Haltungserfahrungen

Unterfamilie: Myrmicinae
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eXplosioN
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#1 Pheidologeton diversus Haltungserfahrungen

Beitrag von eXplosioN » 13. März 2013, 10:39

Hey Community,

wie der Name des Topics schon sagt, handelt es sich um Pheidologeton diversus.

Nachdem ich sie schon knapp 1 Jahr halte und sich die Kolonie soweit stabilisiert hat, habe ich mir gedacht,
dass ich sie euch nun vorstellen werde.

Kurze Anmerkung:

Ja das ist mein erster Beitrag im Ameisenforum.
Wollte schon immer mal hier einen Haltungsbericht erstellen, kam aber nie dazu.
Sonderlich viele Haltungsberichte über diese ganz spezielle Art gibt es nicht.
Ich hoffe ich kann durch meine Faszination dieser Art euch diese auch näher bringen und so positiv auf das "Forumleben" miteinwirken.

Vorgeschichte

Ich war seit ich diese Art gesehen habe, sozusagen ein "Fan".
Die Kasten der Arbeiterinnen, angefangen ab ca. 2 mm bis gewaltige ~ 2 cm "Panzer", deren Köpfe noch größer waren als die der Königin.
Die Königin selbst ist aber auch ein kräftiges und großes Tier.
Und ein rasantes Wachstum der Kolonie, das ständiges abwechslungsreiches füttern der Kolonie bedarf!

Jedoch habe ich schnell gemerkt, wie viele an dieser Art doch gescheitert sind.
Nach weiteren Recherchen tauchten Anfälligkeit für Milben, plötzliche hohe Sterberate von Minorarbeiterinnen, verstorbene Königinnen sowie ganze Zusammenbrüche der Kolonien auf.

War diese Art wirklich so schwer zu halten?

Noch anspruchsvoller als Blattschneiderameisen?
Das kann ich nicht beurteilen, da ich selbst nie welche gehalten habe.
Im Ameisenwiki wird Pheidologeton diversus mehr oder weniger als fast nicht Haltbar eingestuft.
Nach meiner jetzigen Erfahrung stimmt das nicht ganz!

Pheidologeton diversus sind sehr anspruchsvoll und verzeihen, vor allem am Anfang, KEINE Fehler!
Auch sind sie weder für Anfänger, noch für Leute mit wenig Zeit, Geld und Geduld geeignet!


Nichts desto trotz kann sich diese Art unter den passenden Bedingungen und nötigen Kapitalaufwand gut entwickeln.

Klein angefangen sieht das in etwa so aus:


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Fängt man so klein an, ist es aus meiner Sicht erforderlich, jeden Tag proteinreiche Nahrung und kleine Samen zu reichen.
Selbst bei optimalen Bedingungen gehört noch etwas Glück dazu.


Alles entwickelte sich...

...in einem mittelgroßen Glasbecken, dass 1/3 mit einer leicht modifizierten Sand/ Lehm Mischung gefüllt war:

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Viele Bilder von dieser Zeit habe ich nicht, da ich damals die Ameisen nicht in ihrem Sand/ Lehmbecken beobachten konnte.
Ca. ein 3/4 Jahr habe ich sie darin gehalten, dann musste zwingend eine Erweiterung her:

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Beim Bau von großen ausbruchssicheren Nestern braucht man einen Plan.
Wild drauf los bauen, da kommt man echt nicht weit.
Ein Nest aus Gips dieser Größe braucht Stabilität und einen Ausbruchsschutz.
Deshalb hat es von mir auch einen Rahmen aus Plexiglas bekommen.


Nach und nach werde ich hier meine Erfahrungen mit dieser Art posten.
Und da ich jetzt sehr guten Einblick in das Nestleben habe, kann ich auch ein paar schöne Bilder knipsen.
Habe mir Mühe gegeben gute Bilder zu machen, jedoch lässt sich die Mühe durch die Technik der Kamera einschränken.

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Für Fragen, Meinungen, Kritik etc. :

http://www.ameisenforum.de/meinungen-fragen-zu-den-haltungsberichten/49493-pheidologeton-diversus-diskussionsthread.html#post342537

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#2 AW: Pheidologeton diversus Haltungserfahrungen

Beitrag von eXplosioN » 15. März 2013, 21:52

Update

Alles hat einen Anfang…

Eine der Hürden bei Pheidologeton diversus ist es, die Anfangszeit zu überstehen.

Hört sich so leicht daher gesagt an?

Im Gegenteil.
Viel Zeit habe ich anfangs mit Überwachung der Temperatur und Luftfeuchtigkeit verbracht.
Auch musste ich zuvor für die richtigen Haltungsparameter sorgen.
Da ich aber wusste, woher die Tiere stammen, habe ich mir kurzerhand ein Klimadiagramm besorgt und die Temperatur angepasst:

Tagsüber war die Temperatur im Becken bei 26°C und 70 % Luftfeuchtigkeit.
Nachts sank die Temperatur auf 22°C - 21°C.


Aber im Wesentlichen ging es mir darum, ein Becken so zu konstruieren, dass der Boden feucht bleibt ohne zu schnell aus zu trocknen.
Hab mir anfangs den Kopf zerbrochen, jedoch habe ich mir dann eine Konstruktion überlegt, die das Becken von unten her befeuchtet:

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Oben kommt Wasser in das Metallröhrchen das sich auf dem Bodengrund verteilt.
Der Boden besteht aus einer 0,5 cm dicken Gipsschicht in die ich Seramies gestreut habe.
Gips + Seramies halten das Wasser ziemlich gut gespeichert.

Nachdem ich mich vorbereitet hatte setzte ich die Kolonie ein:

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Ich bekam diese Kolonie mit ca. 300 - 400 Arbeiterinnen und einer Königin.
Verhältnismäßig wenig für die Art.

Pheidologeton diversus brauchen einiges an Platz.
Deshalb ist es aus meiner Sicht NOTWENDIG, genügend Raum für kommende Erweiterungen zu haben.
Nach nur 7 Monaten hatte sich die Kolonie verzehnfacht, wenn nicht sogar noch mehr, denn
diese Art zieht sehr viel Nachwuchs auf.
Um es ein wenig zu verdeutlichen:
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Die folgenden Bilder sind vom aktuellen Stand der Kolonie.

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Um euch das ganze Schauspiel mal näher zu zeigen, habe ich mich mal an Nahaufnahmen gewagt:


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Das war es erst mal.
Habe noch einiges zu Berichten wie z.B. die Adoption einer zweiten Königin, was ein nicht alltägliches Spektakel war, aber das kommt nach und nach.

Aber als Ameisenhalter ist man ja in Geduld geübt.

So far

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#3 AW: Pheidologeton diversus Haltungserfahrungen

Beitrag von eXplosioN » 24. März 2013, 12:34

Update


Zurzeit habe ich einen unglaublichen Nachwuchs an neuen Arbeiterinnen.

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Dies erfordert auch eine dementsprechende Futterversorgung.


Ausgewachsene Heimchen? Fliegenmaden? Oder Fliegen selbst?


Das gibt es bei mir nur noch als Beilage!
Weit komme ich mit diesen „Leckereien“ nicht mehr.

Derart viel Brut braucht große Mengen an proteinreicher Nahrung.
Um dies sicherzustellen, gibt es i.d.R. jeden 2. Tag eine große Heuschrecke oder eine große Schabe, als Beilage serviere ich ihnen Mehlwürmer oder auch eine kleine Handvoll (!) Fleischfliegenmaden.

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Etwas näher:

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Nur anhand ihrer Fühler werden Schwachstellen gesucht.
Dabei werden weiche Stellen am Futterinsekt in Angriff genommen.

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Unterstützt werden die Kleinsten (Minorarbeiterinnen) durch ihre größeren Schwestern (Mediaarbeiterinnen). Nur selten kommen Majore aus dem Nest.
Beobachten konnte ich es bislang nur bei Lebendfutter (auch nicht immer: die kleineren sind sehr gute Jäger) oder wirklich harten „Brocken“, sprich große Schaben.
In weniger als 48 Stunden ist außer den restlichen Teilen des Exoskeletts nichts mehr zu sehen.

Die Anzahl der Larven kann ich nur schwer abschätzen, da diese gern an der Wand aufgehängt oder aber auch einfach zwischen den Puppen gelagert werden.

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Auch Eier sind nicht immer einfach zu erkennen!
Aber nach einer Weile habe ich doch einige ablichten können, so gut wie ich konnte:

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#4 AW: Pheidologeton diversus Haltungserfahrungen

Beitrag von eXplosioN » 24. März 2013, 12:36

(SRY musste den Beitrag teilen, da ich nur 10 Anhänge hochladen darf)


Hier habe ich für euch noch ein paar weitere Bilder von der Brut:

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Und zuletzt, eine der Königinnen:

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Das war es schon wieder, hoffe euch gefällt das Update.

So far

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#5 AW: Pheidologeton diversus Haltungserfahrungen

Beitrag von eXplosioN » 14. April 2013, 13:31

Update


Hey Ameisen Community,

heute gibt es wieder ein Update, aber nur ein kurzes.



Der Kolonie geht es weiterhin prächtig.
Viel Brut in allen Stadien, beide Königinnen leben noch.


Durch die Erhöhung der Proteinzufuhr haben sich zwei Dinge verändert:
(Könnten möglicherweise noch weitere Faktoren zu berücksichtigen sein)

1. Es wurde nochmals mehr Brut aufgezogen
2. Die Aufzucht von möglichen Geschlechtstieren (siehe Bild)



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Ungewöhnlich viele große Larven werden aufgezogen.
Die großen Larven haben zwei „Hörner“ und sind gepunktet.

Gut zu sehen, die "Hörner":

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Auch die vielen Punkte kann man gut erkennen:

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Leider fehlt mir das Wissen für die Fachausdrücke.
Für eine Aufklärung wäre ich dankbar!

Ich gehe stark davon aus, dass die großen Larven zu Geschlechtstieren heranwachsen.
Kann nicht mehr lange dauern, bis sie sich verpuppen.

Bis dato müsst Ihr sowie ich gespannt warten, was wird.


Und wie immer, Fragen, Kritik, Meinungen, etc. :

http://www.ameisenforum.de/meinungen-fragen-zu-den-haltungsberichten/49493-pheidologeton-diversus-diskussionsthread.html



So far


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#6 AW: Pheidologeton diversus Haltungserfahrungen

Beitrag von eXplosioN » 23. April 2013, 23:24

Update


Viel los im Ameisenvolk.


Da die Kolonie momentan richtig "boomt", habe ich die Proteinzufuhr weiter gesteigert.

Dadurch steigt auch die Anzahl der Arbeiterinnen an.

Viel neuer Nachwuchs ist auf dem Weg:


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Neue Arbeiterinnen, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Eine davon ist es, ein Kellergeschoss zu errichten:

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Mehrere dieser Löcher gibt es im Nest.


Hier sieht man wieder, dass ab einer gewissen Koloniegröße ein wirklich abgesichertes Nest von nöten ist!


Hätte ich das Nest nicht mit Plexiglas ummantelt, dann ... naja Ihr könnt es euch bestimmt denken.




Was meint Ihr zu folgenden Bildern:

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Habe schon des öfteren beobachten können, wie Brut auf Majoren abgelagert wird.
Diese werden zum Teil in den Brutberg eingegraben und nur noch der Kopf ist zu sehen.

Ich bin der Meinung, dass ein Aufgabenbereich der Majore darin besteht, Nahrung zu Speichern und es wieder abzugeben.
Deshalb auch diese Larvenkonzentrationen auf bestimmten Majoren.



So, dass war es auch wieder.

Abschließen werden ich diesen Beitrag mit einem Foto.
Ihr dürft natürlich gerne Raten, was das wohl ist...


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#7 AW: Pheidologeton diversus Haltungserfahrungen

Beitrag von eXplosioN » 12. Mai 2013, 18:32

Hey Ameisen Community,

heute gibt es nur ein kurzes Update.

Da ich z.Z. viel um die Ohren habe, kann ich leider nicht viel schreiben.


Aktueller Stand:

Sehr, sehr viel Brut.
Wahrscheinlich sehe ich die hälfte nicht einmal, da sie ja, wie ich im vorherigen Post erwähnt habe, einen "Keller" haben.

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Auch sind ziemlich dicke, längliche große Larven vorhanden.
Noch größer als die der Männchen.
Vielleicht bekomm ich ja noch Jungköniginen?

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Männchen sind auch geschlüpft, genauer gesagt das erste vor 3 Tagen.
Habe 6 Stück gezählt, ein Männchen davon hat deformierte Flügel.



Sobald ich wieder Zeit finde, kann ich auch mehr berichten.


So far

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#8 AW: Pheidologeton diversus Haltungserfahrungen

Beitrag von eXplosioN » 7. Juni 2013, 14:09

Hey Community,

bin zur zeit ganz schön im Stress, deswegen fällt dieser Post auch nur klein aus.
Ein Bild habe aber ich für euch:

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Hat es doch noch für Jungköniginen gereicht.
Vier Puppen konnte ich sehen.
Bin richtig erfreut über die Entwicklung meiner Pheidologeton diversus.

Melde mich natürlich demnächst wieder !

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