Ein paar Fragen eines Einsteigers

Sumpfgumpf
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#17 Re: Ein paar Fragen eines Einsteigers

Beitrag von Sumpfgumpf » 1. September 2019, 21:11

Ursprünglich wollte ich einen neuen Thread erstellen, aber da das Thema nicht treffender sein könnte, stelle ich meine weiteren Fragen mal hier rein. Ich hoffe Grayfox verzeiht mir das...

Ich habe mir bereits eine Arena zugelegt und bekomme Ende der Woche hoffentlich meine Formica cf. rufibarbis.
Nach der Winterruhe wollte ich mir dann ein externes Nest zulegen (SimAnts oder Myants - siehe vorigen Beitrag).
Hier ein Bild:
Arena.jpg


a) Sollte ich den Bodengrund (Sand-Lehm Gemisch) noch befeuchten, damit er "aushärtet" - oder lieber so lassen, damit sich die Kolonie dort über Winter schön einnisten kann?
b) Muss ich noch etwas an die Tränken anbauen (Stock), damit sie von den Tieren erreicht werden kann?

Munter!

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Harry4ANT

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#18 Re: Ein paar Fragen eines Einsteigers

Beitrag von Harry4ANT » 1. September 2019, 21:46

Prinzipiell müssten die Formica rufibarbis locker an dem Kunststoff der Tränken hochkommen - die Art klettert meines Wissens recht gut.
Rein optional kannst du ihnen natürlich z.B. einen kleinen flachen Stein oder so als Treppe davor stellen &/oder den Kunststoff ein wenig mit feinem Schmirgelpapier abreiben damit sie noch besser Halt bekommen.

Der Bodengrund wirkt auf dem Bild schon recht griffig und sollte den Damen beim Laufen guten Halt bieten.
Ansonsten mit der Sprühflasche befeuchten und mit den Fingern etwas andrücken.

Bei dem Aufbau ist es denkbar (besonders wenn der Bodengrund mal feucht werden sollte während der Haltung) das die Kleinen unter der Rinde oder unter dem Stein buddeln.
Du könntest den Bodengrund noch etwas dünner machen um dies zu vermeiden.
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#19 Re: Ein paar Fragen eines Einsteigers

Beitrag von Serafine » 1. September 2019, 23:17

Sumpfgumpf hat geschrieben:a) Warum SimAnts und nicht Myants?
Mir geht es dabei um das Detail, ob sich das "Fenster" aus Plexiglas nicht durch die Feuchtigkeit verzieht und man nicht lieber auf das Glas bei Myants setzen sollte?

Das Plexiglas verzieht sich nicht, auch nicht bei starker Befeuchtung.
Prinzipiell ist es egal welches Nest man nimmt, mir gefällt das Design der Simants-Nester einfach besser und dass man sie zu immer größeren Blöcken zusammenstecken kann ist eine absolute Stärke des Designs (man kann in alle vier Richtungen ein zusätzliches Nest anschließen, also z.B. einen 4x4-Block aus 16 Nestern formen).

Sumpfgumpf hat geschrieben:b) Wassertank und die Möglichkeit Heizkabel zu integrieren hat Myants doch auch? Gibt es dort gravierende Unterschiede?

Ich weiß nicht wie die Myants-Nester konstuiert sind, aber bei den Pro M/Pro S Nestern von Simants kann man mit einem einzigen Wärmekabel mehrere Nester beheizen, wenn man die Wärmekabelhalter an derselben Seite montiert. Für meine 6 Nester benutze ich zwei 15W Heizkabel, eines beheizt 4 Nester (jeweis ein Kabelhalter pro Nest) und das andere beheizt 2 Nester (ein Kabelhalter beim einen und zwei Kabelhalter am Ecknest, das so von zwei angrenzenden Seiten beheizt wird und damit etwas wärmer ist als der Rest - dort wird der Großteil der Puppen eigelagert).

Sumpfgumpf hat geschrieben:c) Liegende oder stehende Nester? - Aktuell würde ich aufgrund meines Platzangebotes zu stehend tendieren...

Ich bevorzuge liegende Nester, aber bei mir ist auch genug Platz vorhanden (auch lassen sich an die liegenden ProM-Nester einfach Wasser-Reagenzgläser anschließen). Wenn Platz ein Problem ist sind stehende Nester definitiv eine Option.

Sumpfgumpf hat geschrieben:d) Wenn wir bei stehenden Nestern bleiben: Macht es Sinn die Anschlüsse oben zu setzen und den Rest des Nestes mit z.B.: Sand 0-4 aufzufüllen, damit sich die Ameisen das Nest nach unten "erarbeiten" und nicht den freien Bereich aus Bequemlichkeit zumüllen?

Ich würde den Eingang unten setzen. Einige Ameisen haben bei vertikalen Nestern Probleme sich zurechtzufinden (speziell aus den tieferen Kammern zum Ausgang), nach unten finden sie in der Regel aber immer.
Generell sollte man Ameisen erst dann in ein Nest setzen, wenn die Kolonie groß genug ist (wenn im RG der Platz eng wird ist meist ein guter Zeitpunkt). Sand in ein vertikales Nest zu füllen halte ich für riskant, zum einen könnten die Ameisen da leicht auf dumme Ideen kommen (z.B. Sand zwischen Nest und Scheibe stecken um beide auseinanderzuhebeln) und bei starker Befeuchtung kann nasser Sand auch problematisch werden (v.a. wenn die Ameisen ihren Müll darauf ablagern). Generell ist es bei vertikalen Nestern eine gute Idee zumindest den unteren Teil der Scheibe mit Aquariensilikon festzukleben, um das oben beschriebene Problem zu vermeiden.
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#20 Re: Ein paar Fragen eines Einsteigers

Beitrag von Sumpfgumpf » 4. September 2019, 20:44

Vielen Dank für eure Antworten. Ich denke im April / Mai werde ich dann ein Nest kaufen um die Kolonie umzusiedeln.

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#21 Re: Ein paar Fragen eines Einsteigers

Beitrag von Sumpfgumpf » 5. September 2019, 19:35

Da mich mein Verkäufer allem Anschein nach mit der Kolonie versetzt, wollte ich an dieser Stelle noch einmal die Chance nutzen, um nachzuhaken, ob es eine Körner sammelnde Ameise gibt, die in punkto Koloniegröße nicht so groß wird wie z.B. Messor barbarus.

Bisher gesehen hatte ich Messor und Pogonomyrmex Arten. Aber da geht es immer um 4000 - 6000 Tiere.
1000 - 2000 fände ich eine wesentlich angenehmere Größe, um sie auch langfristig halten zu können.

Gruß

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#22 Re: Ein paar Fragen eines Einsteigers

Beitrag von Safiriel » 5. September 2019, 20:12

Leider fällt mir da prompt keine ein. Deine Überlegungen finde ich gut.
Über 2000 Tiere muss man erst einmal kommen, aber natürlich möchte man ja von einem optimalen Verlauf ausgehen. Von daher kann man ja schlecht einfach nur für weniger Ameisen planen und hoffen, dass diese Kolonie klein bleibt.

Wobei, wenn man sich die Haltungsberichte anschaut, sind ausgewachsene Kolonien wohl doch eher selten. Gefühlt bist du da mit europäischen Messor besser beraten, da Wachstum scheint etwas moderater.

Und Messor barbarus sind schon echt tapsige, spannende Ameisen. Wenn auch echte Dreckspatzen.
Übrigens lieben sie Steckmoos, so lässt sich eine Farm super günstig und einfach selbst bauen. Allerdings fehlt dann natürlich der Einblick in die Nestkammer.
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#23 Re: Ein paar Fragen eines Einsteigers

Beitrag von DerTyp » 5. September 2019, 22:57

Hallo,
Es gibt tatsächlich eine Solche Art. Goniomma hispanicum. Sind Körnersammler aus Südeuropa mit verkürzter Winterruhe. Sind halt nur 2 bis 3,5 cm Groß (Arbeiter) und Werden auch nur 500 tiere. Sind Körnersammler und aktive Jäger. Sind aber leider nur schwer zu bekommen.
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#24 Re: Ein paar Fragen eines Einsteigers

Beitrag von Safiriel » 5. September 2019, 23:31

Die Art hatte ich schon gar nicht mehr auf dem Schirm. Aber sie scheint schon früher schwer zu bekommen gewesen zu sein.

Hier gab es mal einen Haltungsbericht goniomma-hispanicum-haltungserfahrungen-t55350.html, bei dem sich dann leider schnell herausstellte, dass es sich doch um Tetramorium ssp. handelte.

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