Lasius flavus? => Lasius cf. flavus

Bestimmungsanfragen - bitte auf genaue Angaben achten.
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JarJar
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#1 Lasius flavus? => Lasius cf. flavus

Beitrag von JarJar » 5. April 2021, 00:30

Hallo miteinander,

mein erster Beitrag hier im Forum. Ich hoffe man kann mir hier helfen... Da ich mich überhaupt nicht mir Ameisen auskenne, und diese die einzige gelbe Art ist, die ich auf anhieb gefunden habe, tippe ich mal ins Blaue Lasius flavus. Könnte das in die Richtung gehen?

Funddaten: Deutschland, Baden-Württemberg, Landkreis Waldshut, Katzenbuck-Halde bei Ühlingen-Birkendorf, 14.04.2013, unter Stein, ca. 2-4mm

LG und Dank,
Christoph
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#2 Lasius flavus?

Beitrag von Joachim123 » 5. April 2021, 00:42

Hallo Christoph.
Willkommen im Forum!

Ich denke auch das es die Lasius flavus sind. Die Form ähnelt jedenfalls stark der Form von Lasius. Die orangene Farbe spricht stark für die Lasius flavus.

Ich hoffe ich konnte dir helfen.
Lg Joachim!
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#3 Lasius flavus?

Beitrag von Rapunzula » 5. April 2021, 09:31

Auch bin meiner Seite her würde ich auf Lasius flavus schließen!

Gruss

Edit:
Lasius cf. flavus, Maddio hat im nächsten Post natürlich recht. Normalerweise kommuniziere ich jedesmal, dass es hier im Forum User gibt die viel viel besser bestimmen können als ich. Ich bin meistens froh, dass ich nur schon :D die Gattung erkenne, Spezies erkenne ich eh nur selten! Eigentlich dachte ich, dass die Chance für Lasius flavus hier am höchsten ist!
Ich glaube ich werde das noch in mein Profil schreiben, dass jede Bestimmung meinerseits mit Vorsicht zu genießen ist, da ich mich überhaupt nicht als Spezialist fühle!
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#4 Lasius flavus?

Beitrag von Maddio » 5. April 2021, 13:06

Hi!

@Joachim123
@Rapunzula

Wie genau würdet ihr anhand der Fotos andere gelbe Lasius Arten wie Lasius myops und Arten der Untergattung Chthonolasius ausschließen?

Sicher lässt sich nach Ansicht der (schönen) Fotos nur sagen, dass es sich um eine Lasius-Art der Untergattung Cautolasius (2 Arten), Chthonolasius (5 Arten) oder Austrolasius (2 Arten) handelt. Zumindest theoretisch sind das erstmal 9 Arten, die in Frage kommen. Korrigiert mich bitte, wenn ich damit falsch liege.

Lasius flavus ist wohl die häufigste gelbe Lasius-Art, aber allein die Farbe ist kein Alleinstellungsmerkmal. Nicht jede schwarze Lasius ist eine Lasius niger. Mein Vorschlag, ist in diesem Fall von Lasius cf. flavus zu sprechen, um die verbleibende Unsicherheit bei der Bestimmung zu berücksichtigen.

So wurde das zumindest bisher immer gehandhabt.

LG Maddio
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#5 Lasius flavus?

Beitrag von JarJar » 5. April 2021, 23:43

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Rückmeldungen! Lasius cf. flavus passt prima! Ich hab mir schon fast gedacht, dass die Bestimmung auf Artebene im Fall nicht so einfach sein könnte.
@Maddio: Besten Dank für deine ausführliche Antwort und Erklärung. Ich befürchte die Art bekommt man dann nur unter dem Bino raus, oder? :D

Lieben Gruß,
Christoph
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#6 Lasius flavus? => Lasius cf. flavus

Beitrag von Maddio » 6. April 2021, 23:29

JarJar hat geschrieben:
5. April 2021, 23:43
Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Rückmeldungen! Lasius cf. flavus passt prima! Ich hab mir schon fast gedacht, dass die Bestimmung auf Artebene im Fall nicht so einfach sein könnte.
@Maddio: Besten Dank für deine ausführliche Antwort und Erklärung. Ich befürchte die Art bekommt man dann nur unter dem Bino raus, oder? :D

Lieben Gruß,
Christoph
Hi,

ja, gerne :) . Ich habe auch echt kein Verlangen ein Spielverderber zu sein, nur ist unsere Welt wohl manchmal komplexer als es uns lieb ist. Wobei diese Vielfalt ja irgendwie auch das Salz in der Suppe ist^^

Es gibt schon noch Möglichkeiten, bei der Bestimmung weiter zu kommen, aber die sind teilweise nicht weniger aufwendig als eine Betrachtung unter dem Mikroskop.

Als erstes fällt mir dazu ein, dass von den drei genannten Untergattungen nur Cautolasius claustral gründen. Das bedeutet, ihre Königinnen gründen alleine und ohne fremde Hilfe eine Kolonie. Nicht selten kommt es auch zur Pleometrose; dabei tun sich einige oder auch viele Königinnen zusammen. In jedem Fall verläuft eine claustrale Gründung bei dieser Untergattung aber zunächst ohne Arbeiterinnen.

Im Gegensatz dazu gründen Königinnen der beiden anderen Untergattungen sozialparasitär. Ohne jetzt zu weit auszuholen: Sie sind auf die Hilfe von (fremden) Arbeiterinnen angewiesen und dringen dazu meist in bereits bestehende Kolonien ein, mit dem Ziel, diese zu übernehmen.

Wie hilft das jetzt, die Arten im Feld voneinander zu unterscheiden?

Je nach Vorgehensweise bei der Gründung weisen die Königinnen einen dafür charakteristischen Körperbau auf. So sind claustral gründende Königinnen in der Regel relativ groß und mit reichlich Reserven ausgestattet, so dass sie die Zeit bis die ersten Arbeiterinnen schlüpfen gut überstehen können.
Sozialparasitär gründende Gynen hingegen sind oft schlank und agil gebaut, nicht selten mit Mandibeln die zum Töten geeignet sind.

Im Gegensatz zu den Arbeiterinnen weisen die Königinnen also signifikante Unterschiede auf, die sich mit dem bloßen Auge erkennen lassen.

Jetzt könnte man hingehen und die ganze Kolonie ausbuddeln, um eine Königin zu finden, das gleicht aber der Suche einer Nadel im Heuhaufen und bringt erhebliche Zerstörungen mit sich.

Einfacher ist es, bis zum Schwarmflug zu warten, bzw. bis wenige Tage vorher. Dann finden sich im oberen Teil des Nests meist Jungköniginnen; am Tag des Schwarmflug selbst kommen sie sogar an die Oberfläche.

Eine andere Möglichkeit Arten auszuschließen, kann über regionale Verbreitungsgrenzen geschehen. Aus dem Stehgreif weiß ich nicht, ob das in diesem Fall Sinn macht, zumal Baden-Württemberg als südliches Bundesland generell sehr artenreich ist.

Dann kann man sich noch die Habitate anschauen usw..

Auch wenn so eine Eingrenzung möglich ist, gibt es oft nah verwandte Schwesternarten, die schlussendlich nur mit einem Bestimmungschlüssel voneinander unterschieden werden können, und teilweise braucht es dafür langjährige Erfahrung und/oder eine entsprechend große Serie an Exemplaren (Arbeiterinnen, Männchen und Königinnen).

Als Einsteiger kann man sich gut an unverwechselbare Arten, wie bspw. Lasius fuliginosus oder Formica sanguinea herantrauen und da relativ leicht zum Bestimmungserfolg kommen. Also nicht frustrieren lassen und mit der Zeit entwickelt man einen Blick für verschiedene Ameisen, auch wenn nicht immer die Bestimmung bis auf Artebene möglich ist.

LG Maddio
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#7 Lasius flavus? => Lasius cf. flavus

Beitrag von JarJar » 8. April 2021, 11:51

Maddio hat geschrieben:
6. April 2021, 23:29

Ich habe auch echt kein Verlangen ein Spielverderber zu sein, nur ist unsere Welt wohl manchmal komplexer als es uns lieb ist. Wobei diese Vielfalt ja irgendwie auch das Salz in der Suppe ist^^

Jetzt könnte man hingehen und die ganze Kolonie ausbuddeln, um eine Königin zu finden, das gleicht aber der Suche einer Nadel im Heuhaufen und bringt erhebliche Zerstörungen mit sich.

Auch wenn so eine Eingrenzung möglich ist, gibt es oft nah verwandte Schwesternarten, die schlussendlich nur mit einem Bestimmungschlüssel voneinander unterschieden werden können, und teilweise braucht es dafür langjährige Erfahrung und/oder eine entsprechend große Serie an Exemplaren (Arbeiterinnen, Männchen und Königinnen).

LG Maddio
Hallo Maddio,

hab mir mal ein paar Textstellen deiner sehr ausführlichen und tollen Rückmeldung herausgegriffen (vielen Dank dafür!)
Du bist absolut kein Spielverderber! Ganz im Gegenteil. Wie du ja selber schreibst, macht die Vielfalt das Salz in der Suppe aus :D Ich kenne noch ganz andere Familien die noch weit schwieriger zu bestimmen sind (z.B. die Schlupfwespen) naja kommen ja aus der selben Ordnung :D :D :D
Es ist zwar schön, wenn man bis zur Art kommt - aber es ist sicherlich kein Muss!
Das Ausgraben und damit einhergehend massive Stören von Arten kommt für mich eh nicht in Frage. Ich versuche die Arten bestmöglich zu fotografieren und damit hat es sich.
Und mein Anspruch ist es schon möglichst alle Arten zu fotografieren - egal ob häufig oder nicht. Ob sie dann auch bestimmbar sind steht, wie du schreibst, auf einem anderen Zellel.

Generell und überhaupt befasse ich mich schon recht lange mit allen möglichen Artgruppen. Wobei ich sagen muss, dass die komplexe Lebensweise der Ameisen schon extrem faszinierend ist. Diesen Winter habe ich mir das Buch "Ameisen" von Hölldobler/Wilson durchgelesen... einfach nur Klasse!

LG & Danke!
Christoph
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