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Ameisen water proved

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Antikor
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#1 Ameisen water proved

Beitrag von Antikor » 24. Juni 2022, 16:19

Hallo,

in meinem großen Vivarium habe ich vor kurzem eine kleine Kolonie Ectatomma opaciventre einziehen lassen (Königin + 3 Nanitics). Das Becken enthält auch einen Wasserbereich in dem Schmerlen und bald auch Shrimps leben. Meine Hoffnung war das diese Art dank ihrem guten Sehvermögen und der Größe gut mit dem Wasser klar kommen. Eine der drei Nanitics, die aktivste Gräberin, ist allerdings bereits ertrunken. Ich habe diverse Sicherheitsmaßnahmen (siehe Bild) getroffen die ein ertrinken verhindern sollen. Beispielsweise emers wachsende Pflanzen (noch etwas kurz), ein Gitter auf dem Christmasmoos wächst das ins Wasser hängen soll, sowie einen Stoffrand mit Fransen an denen sie sich hoffentlich hochziehen können.
Bisher sind die Ameisen noch nicht aus dem Tube ausgezogen, allerdings gibt es sehr viele Larven und Puppen die bald soweit sein dürften. Die Frage die ich mir stelle ist ob ich die Art vielleicht doch entfernen und anderweitig unterbringen sollte. Die Ameisen sind sehr schlechte Kletterer, was gut für die Ausbruchssicherheit ist, aber wahrscheinlich zum ertrinken von Ameisen führen wird.

Nur zur Frage an euch, sollte ich es riskieren oder lieber eine andere Art einziehen lassen. Ich hätte gern eine Art die gut mit Wasser klar kommt und somit seltener zu unfreiwilligem Shrimp Futter wird. Möglichst groß sollte sie sein, um sie gut beobachten zu können. Keine Art die unkontrolliert explodiert wie Feuerameisen, aber vielleicht etwas schneller wachsender als die opaciventre. Möglichst tagaktiv.
Habt ihr da eine Idee was in Frage käme?

Danke schon mal.
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el_Bomber
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#2 Ameisen water proved

Beitrag von el_Bomber » 24. Juni 2022, 16:38

Ich kann dir da zwar nicht weiter helfen, aber kannst du dein Vivarium evtl. mal vorstellen?
Gerade auch den Aufbau, Konstruktion, Technik. Finde das immer sehr interessant!

Es könnte Sinn machen, die Ameisen erst einmal extern bis zu einer kritischen Masse zu ziehen und dann erst einzusetzen.
Jetzt ist der Verlust einer Arbeiterin noch recht schmerzhaft, später eher irrelevant.

Gruß

AtTheAnt
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#3 Ameisen water proved

Beitrag von AtTheAnt » 24. Juni 2022, 17:12

"Ich gebe Ihnen die Antwort, die ich für angemessen halte"

https://www.ameisenforum.de/ameisen-pal ... 42028.html

Also ein Paludarium ist eine coole Sache. Ohne dir grundlegend von der Idee anbraten zu wollen, du hast dir ja bereits ein paar gute Gedanken über den Aufbau gemacht, würde ich dir empfehlen, die Kolonie erst etwas größer werden zu lassen und dann ihre "Reaktion" mit Wasser zu beobachten. Vielleicht testest du das zuerst in einer kleineren Arena mit einem kleineren "See".

Ich weiß wie es ist, man möchte immer gleich groß anfangen. Du solltest aber erst klären, ob die eine Ameise aus Versehen ins Wasser gestolpert ist oder ob sie, wie dann der Rest vermutlich auch, gezielt den Tod durch Ertrinken einem Leben voller Entbehrungen vorgezogen hat.
Wenn deine Kolonie billiger wäre, würde ich vielleicht anders argumentieren.

Antikor
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#4 Ameisen water proved

Beitrag von Antikor » 24. Juni 2022, 23:56

Also zum Becken.
Es ist ein Aquarium Marke Eigenbau. Länge 120cm, Höhe 60cm, Tiefe 40cm eingesetzt in einen Stahlrahmen. Den Wasserbereich habe ich mit zwei weiteren Scheiben abgetrennt, der hat irgendwas zwischen 40 und 50 Liter.
Oben habe ich schmale überhengende Glasstreifen angebracht an denen ich unten Talkum angebracht habe als Ausbruchsschutz. Funktioniert sehr gut bei verschiedenen Arten, auch wenn es bei E.Opaciventre fast überflüssig ist die können an Glas nicht wirklich klettern. (getestet mit fusca und ein paar anderen) Als Licht nehme ich eine LED Leiste kaltweiß mit 4300 lm. Den meisten Pflanzen und Tieren gefällt es, nur die Waldveilchen haben als Schatten bzw. Halbschattengewächse den Löffel abgegeben. Beheizung bei Bedarf. Dazu eine Co2 Anlage und einen Oxidator, sowie einen Eckinnenfilter, für den Wasserbereich. Die Kabel/Schläuche gehen direkt aus dem Wasser sodass sich keine Ameise daran hoch hangeln kann.

Unten, im Waldbereich, habe ich eine Drainageschicht aus Kies nach oben abgetrennt mit Bewässerungsvlies. Über die kann ich auch die Feuchtigkeit im Nest steuern ohne den relativ trockenen Bereich in dem das Nest liegt, komplett Wässern zu müssen.
Ich habe für diee Diversität verschiedene Bereiche und Bodengründe gewählt so gut dies bei einem so kleinen Becken geht. Im trockenen Bereich eine Sand/Lehm/feiner Kies Mischung, im Waldbereich eine Erd/Humus Mischung gepimpt mit Hornmehl für den Anfang. Oben drauf noch eine Schicht bioaktiven Waldboden, Blätter und verschiedene Pflanzen.

Das Nest habe ich aus einem Ctongstein geschnitzt. Auf dem ersten Bild sieht man vor dem Tube einen Eingang, dieser führt zu einem kleinen, bisher durch Lehm abgetrennten, Bereich im Nest. Das Nest an sich hat noch einen Ausgang über einen Schlauch zum Waldgebiet und unten ein weiteres Loch über das sie sich ebenfalls in den Wald graben könnten. Außerdem habe ich ein Termomenter verbaut damit ich das immer im Blick behalten kann. Die E.Opaciventre mögen es zwischen 24 und 30 Grad.

Im Becken sind bisher verschiedene Regenwurm und Asselarten sowie exotische Springschwänze. Die sind super halten alles sauber und fressen sogar frei schwimmend den Bakterienfilm auf dem Wasser was einen Skimmer überflüssig macht. (zu sehen auf dem Wasserbild, die weißen Punkte). Dazu noch eine Nackschnecke und zwei mit Haus, sowie eine Ameisenwanze die sich rein geschmuggelt haben. Auch andere für die Ameisen ungefährliche Kleinstkäfer etc. Bisher sind mir keine Milben aufgefallen die zum Problem werden könnten. Im Wasser habe ich drei Beaufortia leveretti (nicht geplant, gerettet aus einem aufgelösten Becken), dazu kommen red fire Garnelen und sobald die sich zu stark vermehren 1-2 CPO Krebse. Das ist für mich eine der spannenden Sachen, alles so austarieren das keine Art explodiert und das Becken überrennt. Das war ein weiterer Grund für diese Ameisenart, keine super riesigen Nester, selbst in der Heimhaltung.

Das Wasserbecken habe ich aktuell durch verschiedene Maßnahmen gegen Ertrinken gesichert. Vorne rechts wächst eine Rotala Marcrandra. Die hat eine hübsche/stabile emerse Form und die Hoffnung besteht das Ameisen sich daran herrausziehen können.
Über dem Filter ist ein Ast befestigt, mit Gitter zwischen Glaswand und Ast, halb im Wasser, darin wächst Christmas Moos das hoffentlich bald ins Wasser hängt. Den Rest habe ich mit fransigem Stoff besetzt, auf dem dank der aufgesaugten Feuchtigkeit ebenfalls Moos wachsen könnte. Leider sind die E.Opaciventre eher schlechte Kletterer was alle Maßnahmen zu nichte machen könnte. Ich würde sie zum Teil sogar als tolpatschig beschreiben. Für eine Glas kletternde Art müsste ich vorn noch etwas anbringen, weil sie sonst entlang klettern oben versuchen raus zu kommen, durch das Talkum abstürzen und im Wasser landen würden. Dies war eigentlich für eine andere Art in Gestalt eines durchsichtigen Wasserschlauchs geplant der größtensteils unterwasser verlaufen sollte mit aufsitzendem Moos. Dann noch ein Loch in die Seitenscheibe und verbunden mit einem anderen Becken in das ich mit Blattläusen besetzte Pflanzen setzen wollte. Da diese Art jedoch laut Beschreibung nicht an Blattläusen interessiert ist hab ich das bisher nicht umgesetzt.

Antikor
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#5 Ameisen water proved

Beitrag von Antikor » 25. Juni 2022, 00:05

AtTheAnt hat geschrieben:
24. Juni 2022, 17:12
"Ich gebe Ihnen die Antwort, die ich für angemessen halte"

https://www.ameisenforum.de/ameisen-pal ... 42028.html

Also ein Paludarium ist eine coole Sache. Ohne dir grundlegend von der Idee anbraten zu wollen, du hast dir ja bereits ein paar gute Gedanken über den Aufbau gemacht, würde ich dir empfehlen, die Kolonie erst etwas größer werden zu lassen und dann ihre "Reaktion" mit Wasser zu beobachten. Vielleicht testest du das zuerst in einer kleineren Arena mit einem kleineren "See".

Ich weiß wie es ist, man möchte immer gleich groß anfangen. Du solltest aber erst klären, ob die eine Ameise aus Versehen ins Wasser gestolpert ist oder ob sie, wie dann der Rest vermutlich auch, gezielt den Tod durch Ertrinken einem Leben voller Entbehrungen vorgezogen hat.
Wenn deine Kolonie billiger wäre, würde ich vielleicht anders argumentieren.
Ich hatte zuerst ein kleineres Setup mit kleinem sicheren Außenbereich. Zu dem Zeitpunkt war es noch recht kalt und die Tiere fühlten sich nicht wohl, weshalb ich sie schneller als geplant in das Vivarium verfrachtet hatte. Ich denke nicht das die Ameise Selbstmord begehen wollte (sofern dies bei Ameisen überhaupt vorkommt in der "Programmierung"), sie war sehr aktiv beim graben und Futter suchen/erkunden, vielleicht ein wenig zu mutig für den Zeitpunkt. Von Entbehrung kann wohl auch nicht die Rede sein. Das Becken ist denke ich weitaus atraktiver als das übliche Formicarium. Die Temperatur/ Luftfeuchtigkeit versuche ich immer auf passendem Nivenau zu halten. Die Tiere haben eine Diät aus Heimchen, Stubenfliegen und ab und an ein Stück Zophoba. Dazu eine Waldhonig/Wassermischung und direkt vor dem Tube eine zusätzliche Frischwasserquelle. Sorgen bereitet mir höchstens das inzwischen sehr gelbe Wasser im Tube. Im vorherigen Setup hatte ich eine frische Röhre angeboten die sie allerdings ignoriert haben. Ist also wie im Schlaraffenland kein Grund den Freitod vorzuziehen :P

THEBIGBUBU
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#6 Ameisen water proved

Beitrag von THEBIGBUBU » 25. Juni 2022, 00:36

Also das gelbe Wasser im Tube würde mir auch Sorgen bereiten, hast du schon einmal versucht den Tube mit einem Spekulum zu dehnen? Könnte gut sein das es den Durchfluss erhöht und es dann etwas feuchter wird.
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#7 Ameisen water proved

Beitrag von Antikor » 25. Juni 2022, 00:39

THEBIGBUBU hat geschrieben:
25. Juni 2022, 00:36
Also das gelbe Wasser im Tube würde mir auch Sorgen bereiten, hast du schon einmal versucht den Tube mit einem Spekulum zu dehnen? Könnte gut sein das es den Durchfluss erhöht und es dann etwas feuchter wird.
Um Mitternacht wenn der Alkoholpegel steigt, kommen einfach die besten Tipps :P
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#8 Ameisen water proved

Beitrag von THEBIGBUBU » 25. Juni 2022, 01:04

Antikor hat geschrieben:
25. Juni 2022, 00:39
THEBIGBUBU hat geschrieben:
25. Juni 2022, 00:36
Also das gelbe Wasser im Tube würde mir auch Sorgen bereiten, hast du schon einmal versucht den Tube mit einem Spekulum zu dehnen? Könnte gut sein das es den Durchfluss erhöht und es dann etwas feuchter wird.
Um Mitternacht wenn der Alkoholpegel steigt, kommen einfach die besten Tipps :P

Also ein Dilator könnte auch ausreichen, auch wenn man immer auf Nummer sicher gehen will als Halter. Jedoch könnte sich eine Nummer kleiner sich auch positiv auf die Selbstmordproblematik deiner Ameisen auswirken. Nicht das noch mehr ins Wasser gehen. Soll ja nicht zu feucht werden oder spritzen 😬
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Gäbi

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