Nestbau - Camponotus nicobarensis

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Michael_leachiM
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#1 Nestbau - Camponotus nicobarensis

Beitrag von Michael_leachiM » 9. Dezember 2025, 21:01

Hallo zusammen, aktuell plane ich den Bau eines Ameisennestes für Camponotus nicobarensis. Die sind bei mir noch gar nicht eingezogen und ich weiss, dass sie sehr lange mit einem Reagenzglas glücklich sind. Die dürfen da auch solange drin bleiben, wie sie wollen. Dennoch bin ich motiviert für ein grosses Projekt, dass dann hoffentlich auch schön aussieht. Im Anhang eine grobe Skizze davon. Vielleicht können mir eine paar erfahrene Halter hier Tipps geben oder mich warnen, bevor ich grobe Fehler mache.

Also die Grundidee ist ein Korknest, welches ich an die Wand hängen werde. Ich werde die Gänge mit drei Schichten Epoxidharz aushärten, damit die Ameisen sich nicht willkürlich durch den Kork arbeiten. Das Nest möchte ich in der Grösse 50x33cm bauen mit Kammern, welche 2-3cm breit, 4-10cm lang und 2cm tief sind. Die Kunstglasplatte wird aufgeschraubt. Dazu führen die Schrauben durch die Korkplatte bis nach hinten in den Holzrahmen. An ausgewählten Gängen gibt es einen von aussen drehbaren Holzstöpsel, welche den Gang öffnet. So kann ich der Kolonie mehr Raum geben, wenn sie wächst.

Wärme: Auf der Rückseite des Nestes befestige ich eine Wärmeplatte in der Mitte. Dort wird auch die Korkrückwand offen sein, und nur noch eine Kunstglasplatte zwischen Nest und Wärmematte, sodass die Wärme besser ins Nest eindringen kann. Ich hoffe dann einen guten Wärmegradienten zu erhalten.

Wasser: Links und rechts plane ich je einen Schlauch mit Abzweigungen, welche in die Kammern führen. Dort befindet sich ein Wattestopfen, damit kein Wasser eindringt. Der Schlauch lässt sich entfernen, falls der Wattepropfen ausgewechselt werden muss. Das Wasser kann ich unten am Schlauch auslaufen lassen, damit ich es ab und zu erneuern kann.

Belüftung: Ich plane in jede Kammer ca. drei kleine Löcher durch das Kunstglas zu bohren. Da bin ich mir aber noch nicht sicher, welchen Durchmesser die Löcher haben dürfen. Möglich sind 0.5mm - 1mm. Das ist auch aktuell meine wichtigste Frage: Weiss jemand wie gross ein Loch sein darf, damit keine Ameise durchpasst?

Was auf der Skizze nicht eingezeichnet ist, ist ein Thermo-/Hydrostat in der Mitte des Nestes, damit ich etwas Kontrolle über Feuchtigkeit und Wärme im Innern des Nestes habe.

Ich bin gespannt, was ihr darüber denkt und bin für Tipps dankbar.
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Rapunzula

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#2 Nestbau - Camponotus nicobarensis

Beitrag von Rapunzula » 9. Dezember 2025, 22:27

Hallo,

ein spannendes Projekt dass Du da hast!

drei Punkte sind mir aufgefallen die ich anders machen würde:

1. Korknest würde ich nicht mit Epoxitharz ausgießen, ich würde es so natürlich belassen.

2. Heizmatte bei Camponotus nicobarensis unnötig!

3. Löcher von 0.5 bis 1mm bringen für Luftaustausch überhaupt nix, sie sind zu klein. Ich würde Löcher von mind. 10mm machen und die mit einem feinmaschigen Edelstahlnetz überkleben (evtl. so eines wie Omas Küchensieb!

Gruss Rapunzula



PincoPallino

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#3 Nestbau - Camponotus nicobarensis

Beitrag von PincoPallino » 9. Dezember 2025, 22:39

Hallo und willkommen hier im Forum!

Um zuerst mal deine Frage zu beantworten. 1 mm ist für Nicos zu klein. Da kommen sie nicht durch. Ich würde die Löcher aber trotzdem kleiner machen, wenn ich könnte. Aber ein feines Gitter mit Silikon angeklebt hält super und funktioniert besser. Am besten an beiden Seiten.

Meiner Meinung nach kannst du auf die Bewässerung komplett verzichten. Wenn die Kolonie größer ist, übernimmt sie die Befeuchtung selber und präziser als du es kannst. Außerdem neigt Kork zu Schimmel.

Den Kork mit Epoxid auszugießen, habe ich noch nie gehört. Ich fand es im Gegenteil eher interessant, sie dabei zu beobachten, wie und wo sie ihr Nest erweitern. Aber als Wandschmuck willst du es wahrscheinlich "schön" haben. Ob Epoxid für Schimmelbildung förderlich oder hinderlich ist, kann ich gerade nicht beurteilen. Vorstellen könnte ich mir beides.

Ich glaube mittlerweile, dass diese Art am liebsten in Holz lebt. Gestalte doch dein Nest aus Holz. Sieht auch gut aus und dürfte länger halten, auch ohne Epoxid. Blöd ist nur, dass Holz arbeitet und Risse bekommen kann. Bekomme ich nochmal Nicos, bekommen sie von mir irgendeine Art von Holznest. Vielleicht ein ausgehöhlter Ast oder eine Wurzel mit Plexiglas-EInblick. Ich will so was für meine Polyrhachis bauen, bin aber noch ganz am Anfang der Planungsphase.

Wenn du die Heizmatte wirklich aufgrund niedriger Raumtemperatur brauchst, bring sie lieber an einer Seite und nicht in der Mitte an. So gibt es mehr Temperaturzonen.

Du hast Bock zu basteln. Das kenne ich. Hier ist aber weniger mehr. So anspruchsvoll sind deine Ameisen nicht. Bau ihnen lieber eine schöne Arena.
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Michael_leachiM
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#4 Nestbau - Camponotus nicobarensis

Beitrag von Michael_leachiM » 10. Dezember 2025, 22:27

Vielen Dank für eure Antworten. Da habe ich wieder etwas zum weiterdenken :)

Das Epoxidharz wollte ich aus zwei Gründen: Zum Einen habe ich etwas Sorge, dass sich die Ameisen aus dem Nest rausgraben. Mit einer Harzbeschichtung kommen die bestimmt nicht mehr durch. Zum Anderen, ja, hat es optische Gründe. Ich finde es schön, wenn man die Ameisen gut in den Kammern sieht und nicht überall geraspelter Kork ist. Bei Holz hätte ich wiederum die Angst, dass es mit Feuchtigkeit und Wärme irgendwann rissig wird, sich verbiegt und die Ameisen dann abhauen. Deswegen Kork mit Epoxidharz. Kork lässt sich super einfach bearbeiten und mit Epoxidharz passiert da gar nix mehr, auch schimmeln kann da nichts, ausser natürlich die Ameisen lassen den Abfall im Nest liegen.

Die Heizmatte brauche ich vermutlich schon. Wir wohnen in einem alten Bauernhof ohne Zentralheizung. Da ist es unmöglich die Zimmertemperatur im Winter dauerhaft über 20Grad zu halten. Bei uns schwankt die Temperatur zwischen 18 und 22 Grad. Mit der Heizmatte erhoffe ich mir eine höhere Grundwärme und dann eine Schwankung zwischen 25 und 29 Grad.

Die Lüftung werde ich wirklich nochmal überdenken. Vielleicht mache ich auf der Oberseite ein feines Gitter und einige grosse Öffnungen ins Nest.

Bei der Bewässerung ist der Vorteil, dass ich sie auch stilllegen kann, wenn ich merke, dass sie die Feuchtigkeit auch alleine halten können. Bei einer kleinen Kolonie würde ich vermutlich die Bewässerung noch nutzen und dann, sobald die Kolonie gewachsen ist testen, ob es auch ohne Bewässerung geht und vielleicht sogar besser geht.

Vielen Dank nochmal für eure Antworten. Ich stell dann mal ein Bild rein, wenn es fertig ist. Das dauert aber wohl ein paar Monate. Und ja, ich hab Bock zu basteln :). Die Arena kommt dann auch noch dran.
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#5 Nestbau - Camponotus nicobarensis

Beitrag von Michael_leachiM » 11. Dezember 2025, 12:04

Wo kann man ein so feines Metallgitter kaufen, durch welches die Ameisen nicht kommen?

Ich habe bei uns im Bauhaus eines aus Aluminium gefunden. Ca. 1mm Maschenweite. Die dünnen Aluminiumdrähte lassen sich aber leicht verschieben. Schafft es eine Ameise der Nicobarensis da raus?



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Rapunzula

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#6 Nestbau - Camponotus nicobarensis

Beitrag von Rapunzula » 11. Dezember 2025, 19:02

Nimm ein Küchensieb, das tut es auch und so teuer sind die nicht! Es gibt welche aus Edelstahl!

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Gruss Rapunzula



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#7 Nestbau - Camponotus nicobarensis

Beitrag von Michael_leachiM » 2. Januar 2026, 12:56

Hallo zusammen

Mein Nest ist jetzt fertig und ich möchte es euch mal zeigen. Es ist mein erstes Nest, welches ich gebaut habe für meine erste Kolonie. Unterdessen ist die Kolonie übrigens bei mir. Im Reagenzglas und ich lasse sie so häufig in Ruhe wie möglich. Erhalten habe ich die Königin mit zwei Arbeiterinnen und etwa 15 Puppen. Vorgestern habe ich drei Arbeiterinnen in der Arena gesehen, daher vermute sind unterdessen neue Arbeiterinnen geschlüpft. Sie fressen ganz gut die Asseln, die ich ihnen anbiete und ich sehe sie auch immer wieder mal am Honigwasser. Sie sind aktuell bei 26-29 Grad und einer Luftfeuchtigkeit in der Arena von 50%.

Aber nun zum Nest. Das Nest ist 33x50cm gross. Gebaut aus Kork und mit Epoxidharz ausgehärtet, damit sich die Ameisen nicht rausnagen. Hinter dem Nest befindet sich eine Wärmematte, welche in der Mitte schön warm macht. Gegen aussen gibt es dann einen Temperaturgradienten. Für die Feuchtigkeit gibt es auf beiden Seiten des Nestes je fünf Öffnungen für kleine mit Wasser gefüllte Reagenzgläser. So können sich die Ameisen das Wasser selber holen und ein wenig wird die Luftfeuchtigkeit im Nest wohl auch so steigen (aktuell ist nur ein Reagenzglas angesteckt). Mit den grossen Holzschrauben kann ich den Ameisen das Netz Stück für Stück öffnen. Aktuell sind nur drei Kammern zugänglich. Aber auch diese werden sie wohl erst beziehen, wenn die Kolonie bereits ordentlich gross ist (Vielleicht 100 Ameisen?). Bis dahin halte ich sie in Reagenzgläsern. Oben am Nest gibt es Lüftungslöcher. Diese habe ich jetzt mit einer Plexiglasplatte verschlossen, in welche ich ganz viele 1mm grosse Löcher gebohrt habe. Schliesslich wird das Nest mit zwei roten Plexiglasplatten "abgedunkelt*, welche über ein Magnetband halten. Eigentlich hatte ich noch geplant hinten an der Blende noch einen LED-Streifen rund ums Nest anzubringen, für schön und so. Aber das Licht hat dermassen durch die ganzen Öffnungen rundherum (Reagenzgläser, Lüftungen, Eingänge) ins Nest geleuchtet, dass ich darauf verzichtet habe.

Ich hoffe den Ameisen wird mein Nest zusagen. Ich gehe davon aus, dass sie aber frühestens ein einem Jahr hochziehen werden...

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#8 Nestbau - Camponotus nicobarensis

Beitrag von Rapunzula » 2. Januar 2026, 13:57

Hallo Michael, das Nest sieht gut aus, jedoch auf die Heizmatte hättest Du bei Camponotus nicobarensis verzichten können!
Wie sieht dann bei Dir die Arena aus?
Füttern würde ich bei kleiner Kolonie mit Silberfischchen!
Wenn Du ihnen in der Arena Wasser anbietest genügt das vollkommen für die „Nestbefeucbtung“. Camponotus nicobarensis befeuchten sich ihr Nest selbst!
Ich habe bei meinen Camponotus nicobarensis nie etwas befeuchtet und die Kolonie ist mittlerweile 6 Jährig!

Gruss Rapunzula




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