Keine Insekten, keine Spinnentiere, aber Krebstiere!

Themen über andere Insekten und Spinnentiere.
Neues Thema Antworten
Benutzeravatar
Sajikii
Erfahrener Halter
Offline
Beiträge: 3208
Registriert: 30. August 2002, 21:18
Hat sich bedankt: 1459 Mal
Danksagung erhalten: 917 Mal

#1 Keine Insekten, keine Spinnentiere, aber Krebstiere!

Beitrag von Sajikii » 18. Januar 2026, 08:37

Guten Tag!

Seit fast einem Jahr habe ich ein kleines Wald-Terrarium (40x20x20cm), dass irgendwie alle paar Wochen Neuigkeiten hervorbringt oder es verschwindet wieder was. Die Grundausstattung ist zuerst eine rund 2cm hohe Schicht feinster, dunkler Kies zur Wasseraufnahme, dann eine zirka 8cm hohe Schicht schwarzes Substrat (Lucky Reptile Jungle Bedding) was extrem gut Feuchtigkeit speichern kann, gemischt mit etwas Sand und feinsten Kies. Teilweise hatte ich das einfach schon zu Hause und kam deswegen dann auch gleich hier zum Einsatz. Über die Zeit kam zuerst kleines Totholz, später auch größere Totholzstücke dazu, sowie Streuschichtmaterial und Falllaub. Zu Beginn kamen Weiße Springschwänze und Weiße Asseln rein. Die Springschwänze verschwanden irgendwann, ich musste hier nochmal nachrüsten. Irgendwann hatte ich auch ein Schimmelproblem auf dem Totholz, konnte das aber mit rund dreißig Kellerasseln und nochmal ein Schwung Weiße Asseln regeln (das war sehr erstaunlich, nach einigen Tagen war der Schimmel stark dezimiert, ich hatte da schon nämlich etwas Stress und Angst um das Projekt), wobei die Kellerasseln da am meisten Meter machten. So um den letzten November/Dezember herum hatte ich häufiger Schleimpilz-Beobachtungen, wobei ein gelber Schleimpilz schon länger hier unterwegs ist. Jetzt dachte ich auch schon daran, mal ein Moos aus der Dendrobaten-Abteilung einzusetzen, damit auch mal eine Pflanze da drinnen ist.
Warum ich das Terrarium bei rund 23-25 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit halte, liegt an den Hauptakteure, auf die ich aber nicht näher eingehen möchte.

Mir geht es darum, dass die Kellerasseln, meine großen Retter der Situation und auch lustig zu beobachten, irgendwie immer weniger werden. Natürlich könnte es sein, dass sich die Mehrheit versteckt, jetzt wo der Schimmel lange vernichtet wurde (auch sein gelegentliches versuchtes Comeback haben sie immer brav weggeputzt), müssen sie wohl graben, um was zu finden. Die Streuschicht habe ich vor einigen Wochen etwas erweitert indem ich frisches Material dazu gab, aber der Hunger hielt sich in Grenzen, augenscheinlich zumindest. Zwischendurch gibt es immer vereinzelt etwas Protein-Fischfutter, so als Aasersatz, was sie auch lieben. Aber ja... ich bin etwas ratlos. Zumindest bei der Recherche letzten Jahres hab ich gelesen, dass Kellerasseln keine Winterruhe benötigen, hätte ja ein Grund sein können, warum sie weniger werden. Ab und zu sehe ich auch Häutungsreste... könnte es sein, dass ich ihnen sowas wie Sepia anbieten müsste? Die Idee kam mir jetzt erst beim schreiben, womöglich überleben sie die Häutung nicht?

Könnt ihr mir da etwas auf die Sprünge helfen? Was ist mit meinen lieben Kellerasseln los und brauche ich denn doch exotische Asseln aufgrund der Haltungsparameter? Sicher, die Luftzirkulation findet nur über drei Gitterflächen im Deckel (Antcube) statt, können das die Kellerasseln auf Dauer nicht ab? Gibt es Exoten, die auch so leidenschaftlich viel Schimmel fressen?

Würde mich sehr um Antworten freuen,

LG




PincoPallino

User des Monats November 2021 User des Monats September 2022
Moderator
Offline
Beiträge: 1213
Registriert: 7. Juli 2019, 14:37
Auszeichnung: 3
Hat sich bedankt: 672 Mal
Danksagung erhalten: 1523 Mal

#2 Keine Insekten, keine Spinnentiere, aber Krebstiere!

Beitrag von PincoPallino » 18. Januar 2026, 08:50

Hallo,

ich habe/hatte in mehreren Becken größere Asseln, vielleicht sind auch noch ein paar Kellerasseln darunter. Mit Laub, Totholz und genügend Feuchtigkeit sollten sie eigentlich nicht verhungern. Du hast aber völlig recht. Sie brauchen regelmäßig Kalk, in welcher Form auch immer. Sepia geht, du kannst aber genauso gut Eierschale nehmen. Ich mache das vorher im Mörser klein, um ihnen die Aufnahme zu erleichtern. Danach einfach auf den Boden streuen.

Hoffe, das hilft. Sie mögen auch gerne mal etwas Frisches wie Gemüsereste.

Grüße vom Pinco

Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor PincoPallino für den Beitrag:
Sajikii



Benutzeravatar
Sajikii
Erfahrener Halter
Offline
Beiträge: 3208
Registriert: 30. August 2002, 21:18
Hat sich bedankt: 1459 Mal
Danksagung erhalten: 917 Mal

#3 Keine Insekten, keine Spinnentiere, aber Krebstiere!

Beitrag von Sajikii » 18. Januar 2026, 11:46

Danke für deine Antwort!

Mhm, ja okay, dann muss ich noch eine Kalk-Quelle bereit stellen. Wer weiß, vielleicht ist das der Grund {*1

Und du würdest auch eher sagen, dass die Kellerasseln jetzt nicht unbedingt auf einer Winterruhe angewiesen sind?

Danke, LG




PincoPallino

User des Monats November 2021 User des Monats September 2022
Moderator
Offline
Beiträge: 1213
Registriert: 7. Juli 2019, 14:37
Auszeichnung: 3
Hat sich bedankt: 672 Mal
Danksagung erhalten: 1523 Mal

#4 Keine Insekten, keine Spinnentiere, aber Krebstiere!

Beitrag von PincoPallino » 18. Januar 2026, 12:39

Und du würdest auch eher sagen, dass die Kellerasseln jetzt nicht unbedingt auf einer Winterruhe angewiesen sind?

Das weiß ich leider nicht. Liegt aber nahe. Letztlich ist es aber auch egal, du kannst sie ja nicht entnehmen.




Benutzeravatar
Erne
Administrator
Online
Beiträge: 4346
Registriert: 18. April 2014, 11:00
Hat sich bedankt: 6013 Mal
Danksagung erhalten: 4918 Mal
Kontaktdaten:

#5 Keine Insekten, keine Spinnentiere, aber Krebstiere!

Beitrag von Erne » 18. Januar 2026, 14:31

Kellerasseln handelt es sich dabei um eine eigene Art oder sind es die Asseln, die in der Natur z. B. unter Steinen, morschem Holz, humoser Erde, Kompost zu finden sind?

In meiner Oecophylla smaragdina-Anlage hatte ich argentinische Asseln und weiße Asseln eingesetzt.
Durch morsches Totholz sind einheimische Asseln in die Anlage gekommen.
Anfangs hatten diese sich vermehrt, wie die argentinischen Asseln auch.
Heute gibt es nur noch die argentinischen, auch die weißen Asseln sind ausgestorben.

Wolfgang




Benutzeravatar
Sajikii
Erfahrener Halter
Offline
Beiträge: 3208
Registriert: 30. August 2002, 21:18
Hat sich bedankt: 1459 Mal
Danksagung erhalten: 917 Mal

#6 Keine Insekten, keine Spinnentiere, aber Krebstiere!

Beitrag von Sajikii » 18. Januar 2026, 15:45

Interessante Beobachtung!

Spricht dafür, dass tropische Bedingungen der Kellerassel (und ja genau, die, die man überall sonst findet in unserem Breiten) leider auf Dauer nicht gut kommen. Das bestätigt vielleicht meine Annahme, dass die fehlende Winterruhe ihnen nicht bekommt, oder vielleicht die dauerhaft konstante Wärme.
Finde ich echt schade, weil es war eine Freude, wie sie sich wie kleine Wildschweine durch den Schimmelteppich gruben bzw. gefressen haben.

Da muss ich mich wohl an einen Assel-Experten wenden, der vlt. eine exotische Art hat, die ähnlich hungrig ist.




Benutzeravatar
Erne
Administrator
Online
Beiträge: 4346
Registriert: 18. April 2014, 11:00
Hat sich bedankt: 6013 Mal
Danksagung erhalten: 4918 Mal
Kontaktdaten:

#7 Keine Insekten, keine Spinnentiere, aber Krebstiere!

Beitrag von Erne » 18. Januar 2026, 15:58

Schimmel gibt es trotz höherer Feuchtigkeit an keiner Stelle im Terrarium.
Was ich auf das Wirken der argentinischen Asseln zurückführe.
Die futtern so ziemlich alles an organischen Materialien, nicht nur Reste von toten Insekten.
Ich schließe allerdings nicht aus, dass es Mikroorganismen in der Anlage gibt, die sich auch an der Schimmelbeseitigung beteiligen.

Wolfgang




Neues Thema Antworten

Zurück zu „Andere Insekten & Spinnentiere“